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Will sie mich noch trotz Sucht ?

Begonnen von Collatus, 15 September 2026, 09:56:05

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Hier ist unserer Geschichte

Zusammenfassung der Situation & Beziehungsdynamik

Wir sind beide um die 50. Sie arbeitet im 3-Schicht-System (VW-Werk, hohe körperliche Belastung, Hitze, Schlafmangel). Sie ist ein extrem freiheitsliebender, autonomer Mensch mit einer Tendenz zum Rückzug bei Belastung.


Die Beziehung begann sehr intensiv. Mit der Zeit entstand bei ihr das Gefühl von Erwartungsdruck (*,,Ich muss ständig liefern"*). Während ich in unsicheren Phasen Bestätigung und Nähe suche, flieht sie bei Reizüberflutung, Stress oder Hormonschwankungen (Wechseljahre) komplett in die Isolation und verträgt dann keinerlei körperliche oder emotionale Nähe.


Sie hat eine Vergangenheit mit Spielsucht (35.000 € Verlust, Schulden). Bei Überforderung oder Streit flieht sie in die Betäubung am Automaten. Nach solchen Phasen leidet sie unter extremer Scham und Schuldgefühlen, wodurch sie sich noch weiter abkapselt.



Anfang September gab es ein klärendes Gespräch nach einer Distanzphase. Ich habe ihr den Druck genommen (*,,Erhol dich, ich bin da, melde dich wenn du soweit bist"*). Sie reagierte dankbar (*,,Ich danke Dir"*).


Am 10. September kam es zu einem erneuten Sucht-Rückfall in der Spielothek. Seitdem herrscht absolute Funkstille.


Ihre Wertsachen/Sachen liegen noch bei mir, mein Haustürschlüssel ist bei ihr, eine Trennung wurde nie ausgesprochen.


Aktuell stehen ca. 5 Wochen ohne physisches Treffen und knapp 3 Wochen Funkstille im Raum.Ob und wie weit sie in dieser und anderen Distanzphasen wieder gezockt hat ist ungewiss. Ende September steht ihr Geburtstag an, an dem ich mich mit einem druckfreien Gruß melden möchte.


Meine Fragen die sich stellen:


Mein absolutes Hauptziel und größtes Anliegen ist es, die Beziehung zu meiner Partnerin nicht zu verlieren und sie wiederzugewinnen.

Sie steckt aktuell in einer starken Rückzugs- und Betäubungsphase (Spielsucht ?), was bei mir extrem viel Unsicherheit auslöst. Ich versuche zu verstehen, wie ihre Gefühlswelt in solchen Phasen aussieht.

Wenn eine suchtkranke Person sich in der Hochphase der Betäubung so distanziert und kühl verhält, bedeutet das, dass die Gefühle für den Partner verschüttet oder weg sind? Kann eine Person in dieser Phase überhaupt noch Liebe empfinden oder bleibt der Partner als wichtiger Bezugspunkt im Hintergrund bestehen?
Sucht sich ein Partner in der Phase neue Partner/ONS ?

Wie grenzt man das Verhalten eines Spielsüchtigen ab? Gibt es typische Muster, wann und wie Betroffene wieder vorsichtig Kontakt suchen, wenn der erste Scham- und Rückzugsdruck nachlässt?

Ist das konsequente Nicht-Melden meinerseits wirklich die einzige und beste Chance, damit sie ihren eigenen Druck spürt, oder besteht die Gefahr, dass die Funkstille von ihr als endgültige Ablehnung missverstanden wird?

Für mich ist wichtig zu verstehen, wie ich mit meiner eigenen Verlustangst umgehen kann, ohne den Kontakt aus Verzweiflung zu suchen, aber gleichzeitig die Tür für sie offenzuhalten. .

Wie kommt es an wenn ich ihr jetzt eine Nachricht schreibe wie : lass uns ehrlich zueinander sein: Wir scheitern hier nicht an meinen Gefühlen oder an uns als Paar, sondern daran, dass du wieder im Zocktunnel feststeckst und dich dagegen entschieden hast, ehrlich zu mir zu sein. Ich weiß, dass du weitermachst und ich bin mir zu schade dafür, gegen einen Automaten anzukämpfen. Bringt mich das weiter ? Bringt es sie noch weiter weg ? Flüchtet sie komplett ?

Vielen Dank für die Hilfe

Collatus

Hi Collatus,

herzlich willkommen!

Also bezüglich deiner Fragen kann ich nur von mir sprechen. Ich liebe meine Frau und meine Kinder, die Gefühle waren jedoch jahrelang unter meiner Betäubungsschicht begraben. Ich betäubte meinen Schmerz und meine Angst mit spielen, nur leider konnte ich dann auch nicht die schönen Gefühle fühlen.

Ich verstehe, dass dich ihr Rückzug verunsichert. Und ich verstehe, dass du sie liebst und ihr helfen willst.
Es ist vieles davon abhängig ob sie es als Problem sieht und etwas ändern möchte oder ob sie vielleicht noch nicht bereit für Veränderung ist und eure Beziehung und das Spielen grade nicht parallel laufen können. Es ist schwierig, dass aus deinem Text herauszulesen, deshalb ist es schwierig hier Schlüsse zu ziehen.

Je nachdem wie euer klärendes Gespräch ablief, würde ich daraus das weitere Vorgehen ableiten.

Deshalb habe ich ein paar Fragen:

Wer von euch wollte die Distanzphase?
Findet sie selbst dass ihr Spielverhalten problematisch ist?
Ist sie bereit, sich Hilfe zu suchen?


Es gibt viele Möglichkeiten, wie du sie in der Zeit ihrer Abstinenz unterstützen kannst (Geld-Management, Sperren etc.) aber auch hier ist es wieder davon abhängig wo sie grade steht und wozu sie bereit ist. Wenn sie noch nicht soweit ist, ist es in meinen Augen das Beste auf Abstand zu gehen um vor allem dich selbst zu schützen.

Gerne gehe ich auf deinen speziellen Fragen ein, sobald ich etwas mehr Details habe.

Viele Grüße

Vielen Dank für deine ehrliche und hilfreiche Antwort! Dass du als selbst Betroffener die Perspektive von der ,,Betäubungsschicht" schilderst, gibt mir einen sehr wertvollen Einblick.

Zu deinen konkreten Fragen:

**1. Wer wollte die Distanzphase?**
Die Distanzphase kam komplett von ihr aus. Kurz vor unserem Urlaub wollte sie die Beziehung beenden, mit der Begründung, sie tue mir nicht gut und lege mir nur Steine in den Weg. Sie hätte auch kein Problem wenn man sich mal zwei Wochen nicht sieht. Das konnte ich abwenden. In der ersten Urlaubswoche herrschte dann komplette Funkstille. In der zweiten Woche meldete sie sich von sich aus wieder, kam zu mir und blieb eine volle Woche bei mir.

In dieser Woche war alles extrem vertraut: Sie meinte, wie wohl sie sich bei mir fühle und dass sie bei mir endlich wieder ohne Alpträume schlafen könne. Sie lobte mich und erzählte mir von einem Gespräch mit ihrer Mutter, in dem sie schwärmte, wie toll ich sei und wie viel Geduld ich mit ihr habe. Der Abschied am Sonntag war sehr liebevoll und zärtlich.

Danach begann wieder der Alltag (Schichtarbeit):

* **Woche 1 (Nachtschicht):** Sie rief mich jeden Morgen nach der Schicht an.


* **Woche 2 (Spätschicht):** Der Kontakt wurde schleichender und weniger. Am Mittwoch schrieb sie noch spät abends: *,,Hallo Schatz, ich wünsche dir eine süße Nacht"*. Als ich antwortete, rief sie direkt an. wir telefonierten ganz normal und verabschiedete uns liebevoll.



**Wichtiger Faktor zu meinen eigenen Nachrichten:**
Ich muss rückblickend zugeben, dass ich in ihren kühleren Phasen,durch meine Unsicherheit und mein Nachfragen ob alles gut sei Druck bei ihr aufgebaut habe. Sie sagte mir später offen, dass meine Nachrichten in Ihr einen Druck ausüben ich muss jetzt antworten. Sie spürte dann das Gefühl: *,,Ich muss jetzt wieder liefern, ich erfülle seine Erwartungen nicht"*. Je mehr Druck ich unbewusst erzeugte, desto mehr zog sie sich zurück.

* **Der aktuelle Stand (Funkstille):** Nach zwei Wochen Funkstille schrieb ich ihr, dass ich mir Sorgen mache und wissen möchte, ob alles i.O. ist. Sie antwortete: *,,Entschuldige, aber ich bin momentan total ausgelaugt. Weiß überhaupt nicht wo mir der Kopf steht und kann momentan mit mir selber nichts anfangen."* Ich versuchte, ihr diesmal komplett den Druck zu nehmen (*,,Erhol dich erst einmal... ich bin da, melde dich wenn du soweit bist"*). Sie antwortete: *,,Ich danke Dir."* Seitdem herrscht wieder Stille.



**2. Findet sie selbst, dass ihr Spielverhalten problematisch ist?**
Recht am Anfang unserer Beziehung habe ich das Thema mitbekommen. Sie sagte damals von sich aus: *,,Ich gehe da einfach nicht mehr hin."* Das klappte anfänglich wohl auch, zumindest gab es da keine Distanzphasen mehr. Ich war in dem Thema damals null drin und dachte naiv: *,,Gut, das wird schon klappen."*

Später fielen mir aber Ersatzhandlungen auf: Sie raucht z. B. stundenlang im Badezimmer eine Zigarette nach der anderen vor der Dusche oder shoppt exzessiv Sachen im Internet. Am Donnerstag letzter Woche hat mir dann ein Bekannter erzählt, dass ihr Auto wieder vor der Spielothek stand. Wie oft und wie extrem sie dort aktuell zockt, weiß ich nicht – ich vermute aber, dass sie das Zocken in Stressphasen als Betäubung nutzt.

**3. Ist sie bereit, sich Hilfe zu suchen?**
Aktuell blockt sie das Thema ab bzw. flieht vor dem Gespräch darüber. Durch ihre eigene Scham nach solchen Rückfällen zieht sie sich so stark zurück, dass eine Einsicht oder die Bereitschaft, professionelle Hilfe anzunehmen, im Moment gar nicht besprochen werden kann, weil sie komplett auf Vermeidung schaltet.

Wie siehst du das aus deiner Erfahrung als Betroffener: Erkennt man in dieser Kombination aus Scham, Erwartungsdruck durch den Partner, Ersatzhandlungen (Kettenrauchen/Shopping) und dem Abtauchen in die Isolation das typische Suchtmuster wieder? Wie schwer war für dich damals der Schritt, dir das Problem selbst einzugestehen?

Kann eine Person in dieser Phase überhaupt noch Liebe empfinden oder bleibt der Partner als wichtiger Bezugspunkt im Hintergrund bestehen?
Sucht sich ein Partner in der Phase neue Partner/ONS ?

Wie grenzt man das Verhalten eines Spielsüchtigen ab? Gibt es typische Muster, wann und wie Betroffene wieder vorsichtig Kontakt suchen, wenn der erste Scham- und Rückzugsdruck nachlässt?

Ist das konsequente Nicht-Melden meinerseits wirklich die einzige und beste Chance, damit sie ihren eigenen Druck spürt, oder besteht die Gefahr, dass die Funkstille von ihr als endgültige Ablehnung missverstanden wird?

Danke dir für deine Unterstützung!

Hi Collatus,

herzlich Willkommen im Forum.

Bo hat ja schon etwas dazu geschrieben und Fragen gestellt. Das würde ich jetzt mal so stehen lassen bis auf ein kleines Wort.

Es ist ALLES davon abhängig ob sie es als Problem sieht und etwas ändern möchte oder ob sie vielleicht noch nicht bereit für Veränderung ist und eure Beziehung und das Spielen grade nicht parallel laufen können.

Hab's einfach mal groß geschrieben.
Vieles können auch Spielpausen sein die aber immer wieder enden werden und dich von Mal zu Mal weiter in die Co Abhängigkeit ziehen.

LG Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

**Wichtiger Faktor zu meinen eigenen Nachrichten:**
Ich muss rückblickend zugeben, dass ich in ihren kühleren Phasen,durch meine Unsicherheit und mein Nachfragen ob alles gut sei Druck bei ihr aufgebaut habe. Sie sagte mir später offen, dass meine Nachrichten in Ihr einen Druck ausüben ich muss jetzt antworten. Sie spürte dann das Gefühl: *,,Ich muss jetzt wieder liefern, ich erfülle seine Erwartungen nicht"*. Je mehr Druck ich unbewusst erzeugte, desto mehr zog sie sich zurück.

Nene das mit dem Druck ist eine normale Abwehr der Realität von uns Süchtigen.
Erwartet wird eher, Schatz alles wird gut, nehme dir die Pause und spiele weiter.
Sozusagen das OK für die Suchtausübung.
Was ich von dir bisher gelesen habe ist eher zu viel Verständnis und Rücksichtnahme als Druck.
Kommen wir wieder zu meinem vorherigen Post mit dem ALLES und einsehen.
Du kannst ihr in dieser Phase nicht helfen da bunte Bilder am Automaten und der Dopaminausstoß die wahre Nummer 1 ist.
Heißt natürlich nicht dass sie dich nicht liebt, soll heißen dass sie von sich aus zu dir kommen muss um Hilfe haben zu wollen. Dann kann mit verschiedenen Vorgehensweisen gearbeitet werden.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hallo Collatus,

die von dir beschriebene Reaktion deiner Frau und das damit verbundene Verhalten kommt mir bekannt vor.
Ich selbst habe mich damals so verhalten.

Bei mir wurde seinerzeit eine mittelgradige Depression diagnostiziert.
Im Grunde wollte ich nichts sehen und hören, aber auch keinen vor den Kopf stoßen.
Das hat zusätzlich Druck erzeugt.

Besserung, Entlastung und Zeit für klare Gedanken gab es erst nach der Entscheidung zur Abstinenz.
Ich wünsche euch alles Gute!

Wolfgang

"Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht"
(Theodor Heuss)

Hallo Roy,

danke für diese extrem ehrlichen Worte, das trifft einen Nerv, tut aber gut zu hören. Der Punkt mit der Schutzbehauptung beim Thema ,,Druck" öffnet mir gewaltig die Augen. Ich habe die Schuld für ihren Rückzug extrem bei mir gesucht und dachte, meine Nachfragen hätten alles verschlimmert. Zu hören, dass dieser gefühlte ,,Druck" oft nur das gestörte Dopamin-System und das schlechte Gewissen gegenüber der Realität ist, nimmt mir eine enorme Last.  Mir wird durch deinen Beitrag auch klar, wo ich in die Co-Abhängigkeit geraten bin: Ich habe aus Liebe versucht, alles abzufedern, Verständnis zu zeigen und ihr den Rücken freizuhalten, ohne zu merken, dass ich ihr damit vielleicht unbewusst den Raum für die Betäubung gelassen habe.  Dass bunte Bilder und Dopamin in der Akutphase die Nummer 1 sind, deckt sich leider absolut mit ihrem Verhalten (Abtauchen, Kettenrauchen, Shopping, Spielothek).  Eine Frage an dich als ehemaligen Betroffenen: Wie kann ich die Grenze ziehen zwischen ,,für sie da sein, wenn sie von sich aus Einsicht zeigt" und ,,mich selbst abgrenzen, um nicht vor der Spielothek-Tür zu verkümmern"? Wo war bei dir damals der Punkt, an dem die Einsicht kam, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht?Danke dir für deine Klartext-Rückmeldung!

#7
Hallo Wolfgang,

danke für die Richtigstellung und den Impuls!Der Punkt mit der Depression trifft es vermutlich noch viel genauer, als ich dachte. Sie hatte in der Vergangenheit schon einmal eine Phase extremer Trauer um ihre früheren Hunde, die bei ihrem Ex geblieben sind ( Der sie in die Sucht gezogen hat ). Anstatt diese Trauer aufzuarbeiten, ist sie damals direkt in die Betäubung am Automaten geflüchtet.  Wenn man das zusammennimmt, unbewältigte Trauer, extremer Schichtdienst bei VW, Wechseljahre und die Scham über die Spielsucht , ist das im Grunde die klassische Nährboden-Mischung für eine schwere depressive Erschöpfung.  Deine Schilderung zeigt mir sehr gut, dass ihr Rückzug und das Gefühl von ,,Druck" primär Symptome dieser inneren Überforderung sind.  Danke dir für den ehrlichen Erfahrungsaustausch!Es macht ihr Abtauchen nicht schöner, erklärt aber logisch, warum ihr System so extrem auf Überlastung reagiert.

Herzlich willkommen!

Ich habe 20 Jahre am Automaten verbracht. Nichts hat mich davon abhalten können. Mehrfach flog ich aus dem Haus und bereits beim ersten Mal machte ich die Erfahrung: Ich brauche nur abwarten, dann rufen sie mich schon wieder an. In der Folge wurde ich wieder aufgenommen, gelobte Besserung und landete recht schnell wieder am Automaten.
Ich beschreibe so etwas immer gerne als Tanz. Der eine will Foxtrott, der andere Walzer tanzen. So steht man sich permanent auf den Zehen.
Leider muss ich gestehen, dass ich das damals nicht sah. Das Gleiche muss ich auch meinen Eltern zugestehen. Trotz alledem frage ich mich manchmal: Was wäre wohl mit mir geschehen, wenn ich mal nur ein einziges mal nicht wieder aufgenommen worden wäre? 2 Wochen am Stück und mitten im Winter, damals hatten wir noch einen, waren schon hart, aber wie sich gezeigt hat, nicht hart genug. Ich hatte einen Schlüssel zu einem Dienstraum, in dem ich mich waschen und auch duschen konnte. Aber die saubere Kleidung ging mir zur Neige. Abends saß ich in der Spielhalle und spielte an Punkteautomaten, die waren nicht so teuer. Morgens und abends ging ich zum Bäcker, mittags in die Kantine. Aber wie sollte ich mir ein Zimmer nehmen, geschweige denn eine Wohnung? Ich hatte doch nichts. Das Konto am Anschlag, das Sparbuch abgeräumt, der Bausparvertrag war auch schon ausgelöst und durch einen Niegelnagelneuen ersetzt. Woher sollte also eine Kaution kommen? Wo sollte Geld für eine Einrichtung her kommen?
Klar, ich hatte meinen Job und auch meine diversen Nebenjobs, doch da durfte ich ja nicht ran ... das war fürs Zocken.
Was wäre also passiert? Hätte es mir die Chance eröffnet, schneller zur Abstinenzentscheidung zu kommen? Irgendwie mag ich die negative Seite gar nicht weiter beleuchten. Die Positive verursacht ein Gefühl, dass ich die Kurve bekommen hätte. Das Positive verursacht ein wenig Wehmut. Wo kommt die her? Ich denke, sie resultiert mittlerweile an den Glauben an mich selbst. Doch damals, tja, da hatte ich den nicht. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, alles ist so gekommen, wie es gekommen ist.

Und damit kommen wir zu Dir ...
Wie verhält sie sich Dir gegenüber? Wie würdest Du das Verhalten beschreiben wollen? Welche Werte hält sie ein und gegen welche verstößt sie?
Was macht das mit Deiner Wertigkeit, wenn Du schon die Frage nach ONS stellst? Was ist das bloß für eine Angst, die sie da in Dir auslöst?
War das schon immer so? Bist Du erst so geworden? Wie wird das weiter eskalieren, wenn sie Dich weiter so behandelt?
Möchtest Du so behandelt werden?

Welche Werte stellst Du Dir für eine gemeinsame Beziehung vor? Was ist mit Vertrauen, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Beständigkeit ... Liebe? Was ist für Dich Liebe? Wie soll eine gemeinsame Zukunft aussehen?
Werden Deine Hoffnungen und Träume Realität werden, wenn sie weiter spielt?

Wo wirst Du auf ihrer Prioritätenliste stehen und wird Dir das genügen?

Ihr müsst miteinander sprechen!
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Du brauchst einen Überraschungsmoment, Collatus.
Mein Vorschlag: Besuche Sie im Casino, spendiere ihr dort einen Drink und lade Sie für den nächsten Tag, oder sobald es passt, zum Frühstück ein. Und dann gehst du wieder, fertig. Du kannst ihr sagen, dass du sie vermisst, aber keine Fragen, was sie dort oder sonst so macht. Bringe sie mal ins Grübeln.

Wie kann ich die Grenze ziehen zwischen ,,für sie da sein, wenn sie von sich aus Einsicht zeigt" und ,,mich selbst abgrenzen, um nicht vor der Spielothek-Tür zu verkümmern"? Wo war bei dir damals der Punkt, an dem die Einsicht kam, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht?

Hart gesagt musst du definitiv warten bis von ihr kommt dass sie nicht mehr will, sie Hilfe suchen möchte und sie dich fragt/bittet sie zu unterstützen.
Ich denke erst dann macht es Sinn dir/euch zu schreiben welches Vorgehen beim einen und welches beim anderen geholfen hat.

Du kannst ihr natürlich genau das sagen dass du sie unterstützen würdest wenn sie einsieht spielsüchtig zu sein.

Ich bin irgendwie etwas anders als andere und nicht unbedingt ein Paradebeispiel wie es gehen kann. Ich war 2017 beim Psychiater und hatte zig Sitzungen, allerdings zu diesem Zeitpunkt mehr zur Show für die Familie. Kaum raus aus der Stunde schon im Auto die ersten Wetten auf 2. Liga in Rumänien getätigt.
Allerdings haben diese Sitzungen mit im Unterbewusstsein einiges eingeprägt was Jahre später, als der Kopf angefangen hat zu analysieren durchaus geholfen.
Vor 4,5 Jahren habe ich, weil ich in die Enge getrieben war, meiner Frau mein Handy gegeben so daß sie mich sperren konnte bei dem Anbieter. Ich weiß bis heute nicht wie lange oder wie. Seitdem keine Sportwetten mehr. Das hielt erstmal ein paar Monate, doch die Lust auf ein besonderes Automatenspiel ließ mich suchen und ich meldete mich zum Showdown dort an. Exzessive Phase ca 4,5 Monate lang bis ich das Gefühl hatte dass ich einen OC mit manipulierten Slots aufgesessen bin. Danach versuchte ich im Netz zu suchen ob andere auch solche Erfahrungen gemacht haben und fand zumindest heraus dass das OC illegal ist. Ich ließ mich sperren was die natürlich nicht machten. Über einen Anwalt war das dann aber ganz schnell passiert. Und das waren meine letzten Berührungspunkte mit der Materie.

Das Forum hier, meine immer klarer werdenden Gedanken und mein durchaus starker Wille haben mir Zeit geschaffen um Abstand zu nehmen. Und hier kamen auch die Sitzungen beim Psychiater ins Spiel. Hätte ich damals alles besser wahrnehmen wollen wäre mir und meiner Familie viel Leid erspart geblieben.

Übrigens wenn sich deine Partnerin bei Oasis für 99 Jahre sperren lässt muss ihr der Zugang zur Halle verwehrt werden.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

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