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Was verstehst Du unter/Wie erlebst Du ... grübeln?

Begonnen von Olli, 07 Januar 2026, 11:23:27

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Was verstehst Du unter/Wie erlebst Du ... grübeln?

Wie immer in dieser Reihe, die Beiträge der Anderen nicht kommentieren!

Wer kennt es nicht ... gerade, wenn wir Glücksspieler uns z.B. so weit verschuldet haben, dass wir um Hilfe bitten müssen.
Oder es gab Stress auf der Arbeit und nun sitzt Du in Deinen vier Wänden und gehst das Ganze immer und immer wieder durch.

Wie kommt es, dass wir grüneln? Welchen Zweck hat es? Was wollen wir erreichen ... was erreichen wir manchmal stattdessen? Ist dieses Grübeln sinnvoll? Tut es uns (letztlich) gut?

Schildert doch bitte Eure Erfahrungen mit Grübeln anhand eines Beispiels und versucht mit z.B. meinen Fragen die ganze Sache zu reflektieren.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Guten Morgen !
Ich habe jetzt wochenlang darüber nachgegrübelt, ob ich diese Foren-Leiche wiederbeleben soll – aber als Profi auf dem Gebiet musste ich das Gedankenkarussell jetzt einfach mal stoppen und antworten.

Grübeln ... ja, da bin ich wohl ziemlich weit vorne mit dabei. 🙈

Ich bin jemand, der Dinge gerne von allen Seiten betrachtet. Und wenn ich mit allen Seiten fertig bin, fange ich meistens wieder von vorne an. 😂

Ich denke viel nach, hinterfrage mich, spiele Gespräche im Kopf noch einmal durch und überlege, was ich hätte anders machen können. Manchmal sogar noch Tage später. Andere schlafen, ich führe derweil noch angeregte Diskussionen mit mir selbst.

Ein Beispiel aus meinem Leben ist sicherlich die Zeit, in der ich meine Spielsucht und die damit verbundenen finanziellen Probleme vor mir und anderen nicht mehr verstecken konnte.

Ich habe unzählige Male darüber nachgedacht, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Warum habe ich nicht früher aufgehört? Warum habe ich immer weitergemacht, obwohl ich längst wusste, was ich aufs Spiel setze? Warum habe ich Dinge verheimlicht, obwohl ich doch eigentlich wusste, dass ich Hilfe brauche?

Ich glaube, dass Grübeln für mich zunächst einen Zweck erfüllt. Ich versuche, Zusammenhänge zu verstehen, Fehler zu finden und im besten Fall eine Erklärung dafür zu bekommen, warum ich so gehandelt habe.

Das Problem ist nur: Irgendwann dreht ich mich im Kreis.

Die Fragen werden nicht unbedingt beantwortet, sondern einfach immer wieder gestellt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich, was ich mir selbst vorwerfen kann.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich müsste nur lange genug darüber nachdenken, um irgendwann die eine Erkenntnis zu haben, die alles erklärt oder ungeschehen macht.
Spoiler: Funktioniert nicht. 😉

Ich kann die Vergangenheit nicht verändern, egal wie oft ich sie gedanklich durchspiele.

Mittlerweile versuche ich deshalb, zwischen Nachdenken und Grübeln zu unterscheiden. Nachdenken kann durchaus hilfreich sein, wenn ich daraus etwas für die Zukunft mitnehme. Grübeln hingegen bringt mich meistens keinen Schritt weiter. Es hält mich eher in der Vergangenheit fest.

Ganz los bin ich meine Grübelei deshalb noch lange nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich jemals ein Mensch werde, der Dinge einfach abhakt und nicht mehr darüber nachdenkt.

Aber ich lerne langsam, mir selbst auch mal zu sagen: Isa, jetzt ist aber gut. Du hast darüber nachgedacht, du hast deine Konsequenzen gezogen und du musst dich nicht jeden Tag aufs Neue für deine Vergangenheit bestrafen.

Vielleicht ist genau das der Unterschied: Aus seinen Gedanken etwas mitzunehmen, ohne sich von ihnen gefangen nehmen zu lassen.
Zwei mal drei macht vier,
Widdewiddewitt und drei macht neune,
ich mach' mir die Welt,
Widdewidde wie sie mir gefällt 🎶

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