Forum Glücksspielsucht

Glücksspielsucht => Tagebuch => Thema gestartet von: markus_anton am 09 September 2020, 17:27:19

Titel: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 09 September 2020, 17:27:19
Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich schreibe diese Zeilen auch wie so viel vor mir, um mich einerseits vorzustellen und um andererseits mir selbst einen Schlusspunkt unter meine Spielsucht zu setzen. Mit dem Spielen an Automaten habe ich 2008 begonnen und seither immer wieder Pausen dazwischen gehabt. Seit ca vier Wochen spiele ich jetzt regelmäßig in einer Spielhöhle in der Nähe meines Wohnorts, beginne morgen eine Therapie bei der örtlichen Spielsuchtberatung und habe vor, hier täglich mitzulesen und gelegentlich zu berichten, wie es mir geht. Das, was mich zumindest im letzten Jahr davon abgehalten hat spielen zu gehen, waren Selbstsperren bei sämtlichen Anbietern bei mir in der Stadt. Die Höhle, von der ich oben sprach, bietet nicht diese Möglichkeit, ist daher auch illegal, aber das kann ja keine Ausrede sein, weiter zu spielen.

Ich lese hier immer wieder von starken Menschen, die sich ihrer Sucht stellen und sich ein besseres Leben für sich selbst und ihr Umfeld wünschen. Daran will ich auch arbeiten und daran denken, wenn ich das Haus verlasse oder gerade mal nicht weiß, was ich mit mir besseres anfangen soll als 30 Euro in den Automaten zu stecken.

Liebe Grüße aus Österreich,
Markus
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Wolke am 09 September 2020, 21:49:10
Hallo Markus,

herzlich willkommen hier im Forum.

Ich habe mal gelesen,dass man in Österreich personalisierte Spielerkarten hat,wo man nur einen bestimmten kleinen Betrag mit verspielen kann. Ist dieser verspielt,muss man 4 Wochen warten. Diese Karte steckt man in den Automaten,damit dieser weiß,wer da spielt und das man nur an einem Automaten spielen kann.

Stimmt das?

LG Wolke
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 10 September 2020, 01:01:51
Hallo Wolke,

so genau weiß ich das ehrlich gesagt nicht. Es gibt eine staatliche Casinotochter, winwin, wo ich schon drinnen war. Dort kommt man nur mit Karte, die man durch Vorlage eines Ausweises bekommt, hinein. Die Karte "weiß" dann natürlich, wie oft man da ist und wie viel man verspielt hat. Und man kann, soviel ich weiß, ein Limit angeben, wenn man das will. Somit würde sich erklären, dass man nur mit kleinen Beträgen spielen kann und eventuell deshalb vier Wochen warten muss. Ob man damit nur an einem Automaten spielen kann, weiß ich gar nicht.

Dann gibt es die Novomatic-Tochter Admiral, das sind Wettbüros mit angeschlossenen Automatenlokalen. Auch bei denen kann man nur mit Ausweis bzw Karte rein. Dort bin ich aber seit Jahren gesperrt und weiß daher überhaupt nichts genaueres. 

Dieses Regeln für das kleine Glücksspiel, wie es bei uns verniedlichend heißt, wird aber von einigen dubiosen Anbietern immer wieder umgangen. Wie die das im Detail machen, weiß ich natürlich nicht. Aber die Finanzpolizei schnappt sich die Automaten und drei Tage später sperren die wieder auf. Hier ums Eck von mir geschehen, ohne jeden Jugend- oder Spielerschutz, wie im Gesetz vorgeschrieben.

Hoffe, ich konnte die Frage einigermaßen beantworten.
Lieben Gruß,
Markus


Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Wolke am 10 September 2020, 04:54:48
Hallo Markus,

ja ,vielen Dank für die Antwort.

Ich hatte so einen Beitrag im TV aus Österreich gesehen,wo die so ne Spielerkarte für Automaten vorgestellt haben und ich war begeistert davon,denn das wäre die Lösung für alle Automaten Spielsüchtigen. 50 oder 100€ im Monat darf man sich auf die Karte draufmachen lassen. Verspielt man das in  5 min,Pech gehabt,dann musste wieder 4 Wochen warten.

Ich wünsche dir für heute alles Gute für die Therapie und erzähl dann mal,wenn du magst,wie es da war.

LG Wolke


Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 10 September 2020, 13:03:17
Hallo Wolke,

danke für die Rückmeldung und die Glückwünsche für heute! Therapie ist dann in zwei Stunden. Ich kenne die Spielsucht-Therapeutin von vor ca zwei Jahren und ich gehe parallel dazu auch noch zu einer anderen Therapeutin. Gerne schreibe ich ein paar Zeilen über die heutige Sitzung.

Weil mich das Thema und das Forum gerade sehr beschäftigt, schreibe ich noch einen Beitrag und stelle mich dabei etwas genauer vor: ich bin 43 Jahre, bin single, habe zwei erwachsene Kinder in einer anderen Stadt und eine psychische Erkrankung, die mir einiges im Leben schon verbaut hat (bipolar affektive Störung). Derzeit bin ich wieder mal auf Jobsuche, obwohl ich ehrlich gesagt glaube, dass mich das Arbeitsamt bereits unter den hoffnungslosen Fällen verbucht hat. Neben der Arbeitslosigkeit bin ich geringfügig (bis zu 460 Euro monatlich) bei einem Verein tätig, den meine Schwester und ich für psychisch erkrankte Langzeitarbeitslose ins Leben gerufen haben. Weil in meiner Familie alle sowohl von meiner Erkrankung als auch von meiner Spielsucht wissen, hat mein Vater mein Konto vor ca einem Jahr übernommen und überweist mir seither regelmäßig geringe Beiträge bis zu 50 Euro, mit denen ich die halbe Woche auskommen muss. Das hat bis vor ca vier Wochen jetzt ein Jahr lang gut und ohne Spielen funktioniert, mein Konto war auch am Monatsende regelmäßig im Plus und ich habe, auch wegen und mit Hilfe des Vereins, wieder optimistisch in die Zukunft geblickt. Aber seit ich diese Lokale entdeckt habe, gehe ich fast täglich rein und verspiele 10, 20, 30 Euro, einmal sogar mehr (350 Euro), weil ich unerwartet und völlig überraschend an Bargeld kam. Ich muss also völlig offen einsehen, dass ich noch immer und für den Rest meines Lebens spielsüchtig bleiben werde. Und ich weiß, dass der Satz leicht hingeschrieben ist und mir die Tragweite dieser Aussage gar nicht klar ist. Das Forum hier ist mir deshalb derzeit so ein Zufluchtsort, weil ich sehe, wie viele andere Menschen sich bereits ernsthaft und langfristig mit der Thematik auseinander gesetzt haben und ich versuche, zu verstehen, zu lernen und wenn möglich, umzusetzen.

Was mich am meisten beschäftigt: jede/r hier weiß, wie schädlich und existenzgefährdend die Spielsucht ist. Trotzdem halten wir an ihr fest. Was ist das für ein Selbstzerstörungstrieb und womöglich Hass auf sich selbst, der einen immer wieder zum Spielen führt? Oder kann man es auch umgekehrt sehen: als Spieler/in ist man genauso ein starker Mensch, der viel aushält, mit vielen gesunden Anteilen und es geht bei der Sucht etwas salopp formuliert darum, die Probleme, Ängste und Sorgen dahinter zu überdecken? Allerdings erkenne ich jetzt bei mir, dass diese zweite Sicht der Dinge immer stärker hinter der ersten verschwindet: ich erkenne mein eigenes Potenzial nicht mehr und der Blick auf meine Stärken verdunkelt sich von mal zu mal in der Spielhöhle. Und letztlich ist mir klar: wenn ich nicht aufhöre zu spielen, werfe ich mein Leben sprichwörtlich weg! Das ist eigentlich der stärkste Antrieb derzeit, aufhören zu wollen. Mein Leben wegzuwerfen kommt nicht in Frage, dazu ist es zu schön und einzigartig.

Liebe Grüße,
Markus
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 11 September 2020, 16:08:26
Liebe ForumsteilnehmerInnen, hallo Wolke,

eines der Forumsmitglieder hat, als es hier begonnen hat sein Leben mit zu dokumentieren, fast täglich ein update verfasst. Erst im Laufe der Zeit wurden die Einträge unregelmäßiger. Das finde ich einen guten Ansatz.

Der gestrige Tag, inklusive Therapie, sowie bislang der heutige liefen sehr gut. Aus der Therapie habe ich zumindest drei wichtige Ansätze mitgenommen, die mir weiter helfen könnten. Bin heute im Gegensatz zu gestern recht ruhig und entspannt, was sich auch positiv auf die tägliche Vereinsarbeit ausgewirkt hat.

Am Abend werde ich heute noch etwas fortgehen und mich unter Leute mischen. Das ist bei mir auch nie ein Fehler und ich freu´ mich schon drauf!

So viel bis hierher! Bis morgen!

Liebe Grüße,
Markus
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Auskuriert1 am 12 September 2020, 12:03:50
Zitat von: markus_anton am 10 September 2020, 13:03:17
Was mich am meisten beschäftigt: jede/r hier weiß, wie schädlich und existenzgefährdend die Spielsucht ist. Trotzdem halten wir an ihr fest. Was ist das für ein Selbstzerstörungstrieb und womöglich Hass auf sich selbst, der einen immer wieder zum Spielen führt? 

Aus meiner Sicht...

Es gibt nur Einer der diese/Deine Frage für Dich beantworten kann und das bist Du selbst.
Also vielleicht denkst de noch mal darüber nach WAS Dich zum spielen geführt hat -und wieso Du - trotz der Erkenntnis das Dich das spielen zerstört - daran festgehalten hast.
Ich z.B. habe mehr als Dreijahrzehnt gespielt und habe meine nicht allzu nette Vergangenheit für mein spielen Verantwortlich gemacht.
Allerdings konnte ich vor einigen Jahren meine Selbstzerstörung stoppen- dazu beigetragen hat einiges -auch als ich z.B. in ein Forum las: nicht ,,Andere" sondern du ganz allein bist für dein handeln verantwortlich.

Als Spieler im Rausch- und das für sehr lange Zeit- war ich mir meiner Selbstverantwortung und auch die Tragweite von ,,Selbstverantwortung" alles andere als bewusst (Mein
Verdrängungsmechanismus arbeitete als aktiver Spieler auf Hochtouren ;)) -und um es ein bisschen abzukürzen, für mich war ,,Selbstverantwortung" ein sehr guter Ansatz
worauf ich bauen konnte und auch gebaut habe.
Ein eigenverantwortlich Leben zu leben bedeutet  - wenigstens für mich - das niemand mehr mein Leben gestaltet, sondern das ich es selbst gestalte.

Glücksspielanbieter haben nichts anderes im Sinn als Dein Leben und somit deren Leben zu gestalten.
Das obere ist Fakt -muss aber nicht sein, nicht das Leben der Glücksspielanbieter ist wichtig -sondern Du und Dein Leben sollten Dir wichtig sein! 

Und was Deine angesprochene Selbstzerstörung betrifft - wer sein Leben lebt, der zerstört sein Leben auch nicht!

In diesem Sinne
Schönes und Spielfreies Wochenende :)
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Wolke am 12 September 2020, 20:55:55
Hallo Markus,

ZitatAus der Therapie habe ich zumindest drei wichtige Ansätze mitgenommen, die mir weiter helfen könnten.

Warum nur könnten......? Was sind das für Ansätze?

LG Wolke
Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 13 September 2020, 17:25:22
Hallo,

erstmal Danke für die Reaktionen!

Zu dem, was du, Auskuriert1, schreibst, habe ich nichts zu erwidern. Aber die "Selbstverantwortung" und was mich zum Spielen treibt, in der Gegenwart und Vergangenheit, trotz des Wissens um die Selbstzerstörung: das sind zwei Punkte, die ich nicht wegschieben kann und um die ich mit nicht herumdrücken kann.

Ich habe mit "könnte" deswegen den Konjunktiv verwendet, Wolke, weil ich gerade verschiedene Eindrücke und Ideen verarbeite und dabei nach der für mich besten Lösung suche. Dabei sind die drei Gedankenansätze meiner Spielsucht-Therapeutin sicher für mich hilfreich und werden mich weiterbringen. Sie hier niederzuschreiben, halte ich für zu persönlich, weil sie mein Innenleben betreffen.

Im "normalen" Leben abseits von Gedanken, Reflexionen und Ideen für eine spielfreie Zukunft habe ich ein abwechslungsreiches und schönes Wochenende hinter mir, wobei mit dem Thiem-Zverev Finale heute abend der Höhepunkt auf Tennis-Freunde wie mich sogar noch wartet. Freu mich schon sehr auf das Match! War am Freitag nach einem langen Tag doch nicht mehr weg, sondern hab Zverev - Carreno-Busta geschaut. Und gestern den Geburtstag einer Freundin gefeiert, viele nette und neue Menschen kennengelernt und dabei getanzt und gelacht, dass wir kaum heimgehen wollten, als die Corona-Sperrstunde da war. Zuerst grillen am Wasser, dann in ein internationales, buntes Lokal. Viel Neues dabei, wunderbar.

Alles Liebe und eine schöne Zeit,
Markus




Titel: Re: Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Wolke am 13 September 2020, 21:38:42
Zitatweil ich gerade verschiedene Eindrücke und Ideen verarbeite und dabei nach der für mich besten Lösung suche.

Es gibt nicht immer nur eine Lösung.......

Gute Nacht und viel Spaß beim Tennis gucken. Ich drücke die Daumen!!!

LG Wolke
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 28 Mai 2026, 22:54:56
Hallo liebes Forum,

ich möchte mich sehr herzlich bedanken, dass es dieses Forum gibt. Es ist unglaublich schön und wichtig, hier mitzulesen und sich als - in meinem Fall - Betroffener und Angehöriger Eindrücke, Einblicke, Erfahrungen und Informationen von so vielen Seiten verschaffen zu können. Ein aufrichtiges Danke dafür!

Ich melde mich nach fast sechs Jahren wieder zu Wort. Viel Zeit, in der lange einiges gut lief. Viel Zeit, in der so manches weiter nicht gut lief. Ich spiele jetzt wieder seit September 2025. Und nach dem letzten Mal Spielen vor zwei Tagen am Dienstag habe ich es meinen vier besten Freunden, die davon wissen und mich dabei auf dem Weg eng begleiten, erzählt, dass es wieder passiert ist. Und erzählt habe ich es vermutlich nur deshalb, weil eine gemeinsame Reise Anfang Juni auf dem Spiel steht, die seit einem Jahr geplant ist und auch von mir und natürlich allen anderen bereits bezahlt ist. Allerdings fehlt mir jetzt das Reisebudget dafür.

Dieser letzte Knall vor zwei Tagen hat mich wieder in dieses Forum gebracht. Ich will diesmal nichts mehr beschönigen, diesmal nicht mehr vor mir selbst davon laufen. Es ist mir klar wie noch nie: wenn ich jetzt, wo so viele Dinge stabil in meinem Leben da stehen (Job, Wohnung, Freunde, Eltern und Geschwister, die Beziehung zu meinen erwachsenen Kindern), mich nicht meiner Sucht stelle, ist das alles futsch und vorbei. Es gibt kein Davonlaufen mehr. Oder kleinreden. Ich bin süchtig.

Mich machen noch viele andere Dinge auch aus. Ich habe mich auch in vielen anderen Bereichen meines Lebens sehr gern. Ich dachte bisher eigentlich, ich mag mich. Aber das stimmt wohl nicht. Nicht ganz zumindest.

Ich nehme mir auch nicht vollmundig vor, hier jeden Tag zu schreiben. Aber ich will versuchen, hier regelmäßig präsent zu sein. Mitlesen tue ich ohnedies. Und diesmal bleibe ich dran.

Ich spiele seit 2008. Nicht durchgehend. Es gab Jahre dazwischen, wo ich völlig abstinent war. Aber die Sucht kommt regelmäßig zurück. Ich werde heuer 50. Es ist an der Zeit.

So, ich muss morgen in die Arbeit!
Zeit, ins Bett zu gehen.
Danke fürs Lesen, danke für Deine Zeit!
Ich melde mich, sobald ich einigermaßen Zeit habe. Auf jeden Fall bald.
Gute Nacht,
markus_anton
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 28 Mai 2026, 23:07:34
Schön , dass du da bist und nochmal durchstartest .

Wichtig ist , immer einmal mehr aufzustehen , als hinzufallen !

Viel Kraft auf deinem Weg !


 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 28 Mai 2026, 23:31:42
Danke, liebe Isabell!

Ich habe mir gestern deine sieben Seiten hier im Forum seit April 2026 durchgelesen und an manchen Stellen weinen müssen. Weil mir vieles bekannt vorkam und weil ich, glaube ich, es ein wenig mitfühlen konnte. Die Wut, die Enttäuschung über sich selbst und der Vertrauensbruch gegenüber dem Partner - in meinem Fall meinen Freunden, die ja davon wissen.

Dir auch viel Kraft weiterhin. Du machst das großartig. 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 29 Mai 2026, 10:39:34
Danke Markus-Anton !
Ich freu mich , auch deinen Weg jetzt hier verfolgen zu können .
Schönes Wochenende
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 30 Mai 2026, 09:35:40
Guten Morgen!

Gestern war ein schwieriger Tag für mich. In der Arbeit musste ich mich aufgrund der aufwühlenden Ereignisse und Gefühle der letzten Tage vor allem am Morgen zusammen reißen, um mich auf das Wesentlichste, die Arbeit nämlich, zu konzentrieren. Hinzu kam, dass ich auch noch eine andere Arbeit aufgebrummt bekam als sonst, mit der nicht so vertraut war wie mit dem Alltagstrott. Die Situation hat sich dann nach ein bis zwei Stunden gebessert und ich war wieder einigermaßen im work-flow.

Wichtig ist jedenfalls, dass ich auch gestern spielfrei geblieben bin und nach der Arbeit mich wieder auf die Veränderungen, die anstehen, zu Hause konzentrieren konnte und ungestört telefonieren konnte. Ich bin ja bereits in einer Einzeltherapie einer Suchtberatung in meiner Stadt, aber in der Landeshauptstadt Linz würde es eine Einrichtung geben, die mich auch interessiert. Eine ambulante Suchttherapie an der Kepler-Universität. Mit einem zuständigen Herren habe ich dort dann am Nachmittag telefonieren können, um mehr über deren Arbeit zu erfahren.

Dazwischen und danach habe ich noch mit drei meiner vier engsten Freunde telefoniert, um mich mit ihnen auszutauschen und sie am letzten Stand zu bringen. Einer von ihnen wollte ich mit mir noch nach Linz fahren zum Spazieren gehen an der Donau, aber ich war zu erschöpft dafür und habe abgesagt, obwohl mir seine Gesellschaft naturgemäß sehr gut tut.

Danach bin ich gegen 20h eingeschlafen und habe durchgeschlafen bis eben vorhin.

Heute ist ein großer Tag. Meine Schwester feiert ihren 40. Geburtstag und ich freue mich schon sehr heute auf die Feier bei ihr zu Hause. Diese Feier ist auch der Grund, warum ich heute Abend nicht an der SHG hier teilnehmen kann. Ansonsten hätte ich das nämlich vorgehabt. Nächstes Wochenende bin ich dann auf der besagten Reise mit meinen Freunden, da kann ich dann auch nicht. Somit wäre meine erste SHG-Teilnahme erst am 13. Juni.

Danke für deine Zeit und fürs Lesen,
Alles Gute,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Babs am 30 Mai 2026, 15:17:26
Hallo markus_anton,

du hast in einem Beitrag geschrieben, dass du dieses Jahr 50 wirst und es jetzt "an der Zeit" ist. Das hat mich angesprochen.

Ich habe mich mit 50 beruflich umorientiert. Nicht komplett neu, aber anders - und ich bin immer noch sehr froh, es gemacht zu haben.

Keine Ahnung, ob es an der Zahl lag oder eher Zufall war. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz auf mich, meinem beruflichen Leben eine neue Wendung gegeben zu haben.

Und bei dir hört es sich auch sehr fokussiert und bewusst an.
Ergänzung: Ich beziehe mich nicht auf deinen Beruf, sondern deinen Umgang mit der Sucht.

Wer wird etwas ändern, wenn nicht wir selbst?!



Stolz zurück blicken ist cool!

Und noch vorne, mit Zuversicht und Selbstvertrauen natürlich auch :-)


Schritt für Schritt,

Babs





Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: andreasg am 31 Mai 2026, 09:30:20
Hallo markus_anton,

Herzlich Willkommen im Forum,

was ich von Dir lese kenne ich auch teilweise. "Da ist die Firma, die Arbeit, der Ort an dem ich einen Platz im Leben gefunden habe, einen Job mache, der mich nervt, aber wenn ich ihn nicht wahrnehme, falle ich ins Bodenlose..." Der Trost für mich war der Besuch in der spielhalle nach feierabend.
Ich habe eigentlich nur noch für die Firma und für die Spielstätten gelebt, alles andere exestierte nicht mehr.
Die Selbsthilfegruppe hat mich wieder aufgerichtet. Nach einem Treffen im Grppenraum sind wir einmal zum Nachmeeting in ein Eiscafe gegangen, in der Fußgängerzone haben wir gesessen. Und auf einmal war das Gefühl da: "Ich lebe"! Da sind Menschen um mich herrum, und ich gehöre dazu. Freunde treffen, Geburtstage feiern, aber beides fernab vom Spieldruck, nur bei sich selber bleiben, das ist ein schönes Ziel.

Dafür habe ich auch ein Sinnbild: Die Steinerne Brücke in Regensburg, an einem schönen Sommertag...
grüß mir bitte die schöne Donau.

Andreas
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 31 Mai 2026, 14:34:11
Hallo liebes Forum!

@Babs:

Danke für deinen lieben Eintrag in meinem Tagebuch, der mich sehr freut!
Ich hoffe es sehr, dass ich in Bezug auf die Sucht fokussiert und bewusst bin. Ich gebe mir jedenfalls Mühe...
Und genau, du sagst es: Schritt für Schritt!


@andreasg:

Das ist ein wunderschönes Bild, das du da gezeichnet hast von dem Nachmeeting in der Fußgängerzone in der Nähe der Eisdiele (ich als Ösi weiß dank Tatort-Schauen, was das ist. Blöde Anm. Ende). Und auf einmal war das Gefühl da: "Ich lebe", schreibst du weiter.
Das ist wunderschön! Genau diese Dinge sind es vermutlich, die einen langsam ins abstinente Leben zurückführen.
Die Steinerne Brücke in Regensburg an einem Sommertag klingt auch sehr fein. Aber in Regensburg war ich leider noch nie.
Und die schöne, blaue Donau in Linz grüße ich Dir sehr gerne!


Die Geburtstagsfeier gestern ist vorüber und es ist alles gut gelaufen. Bis auf das Wetter. Es gab ein kurzes, heftiges Unwetter, das meine Schwester und ihre Party in die Garage flüchten ließ. Ansonsten alles gut weiterhin und spielfrei geblieben auch gestern!

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich sehr wenig über meinen allgemeinen, aktuellen Status-Quo geschrieben habe bei meinem ersten Eintrag vor ein paar Tagen. Dem ersten nach sechs Jahren.

Ich heiße also Markus, bin 49 Jahre alt, in Oberösterreich born and raised, wie man so schön sagt, und habe 20 Jahre in Wien gelebt. Meine erwachsenen Kinder (26, 24) leben auch bis heute dort. Ich bin single und bin wohl auch aufgrund meiner anderen psychiatrischen Krankheit (bipolar-affektive Störung) sehr vorsichtig geworden, was eine Partnerin in meinem Leben betrifft. Vereinfacht gesagt, traue ich mir bei dem Thema selbst nicht so recht über den Weg. Aber das gehört eigentlich in ein anderes Forum.
Abgesehen davon möchte ich nicht als quasi-nasser Spieler eine Partnerin in meinem Leben. Das ist nicht die Voraussetzung, die ich mir für einen gelungenen Start in eine harmonische Beziehung wünsche.

Mein wichtigster Halt sind neben meinen Kindern, Eltern und meinen beiden jüngeren Schwestern meine besten Freunde, die ich seit Schul- oder sogar Kindergartentagen kenne. Einer von ihnen verwaltet seit September 2025 auch meine Finanzen. Ich habe mich aber bislang nicht dazu durchringen können, meinen Arbeitgeber zu bitten, mein Gehalt auf das Konto meines Freundes zu überweisen. Das würde zu viel Aufsehen erregen und meinen Arbeitgeber misstrauisch machen. Das ist zumindest meine Angst. Meine Freunde fordern diesen Schritt aber immer vehementer ein. Vor allem jetzt, wo die Hütte lichterloh brennt.
Das heißt aber derzeit, dass ich immer wieder einmal monatlich mit meinem Gehalt in Berührung komme. Bis jetzt habe ich dann immer die Miete und die Alimente selbst überwiesen und den Restbetrag auf das Konto meines Freundes. Der überweist mir dann in kleinen Dosen ein Taschengeld von 10 - 30 Euro für den Tag. Ach ja, ich bin auch noch starker Raucher. Dafür geht viel Geld drauf. Seit Mittwoch, meinem ersten spielfreien Tag, habe ich fast kein Geld mehr gebraucht. Bis auf die verdammten Zigaretten oder Tschick, wie wir hierzulande sie auch nennen. Das wäre dann der nächste notwendige Schritt in meiner Suchtbehandlung.
Aber zurück zum Glücksspiel. Ich habe dann in den letzten Monaten immer wieder mit kleinen Beträgen gespielt, aber das läppert sich natürlich auch zusammen und es bleibt nichts mehr über für beispielsweise eine gemeinsame Reise, von der ich schon erzählt habe und die nächste Woche ab Donnerstag ansteht. Dreimal ist es seit September auch passiert, dass ich zwar meine Fixkosten noch wegbezahlt habe, aber danach mit dem Rest alles verspielt habe. In allen drei Fällen hat mich einer der vier Freunde finanziell "gerettet". Also dreimal einen "bail-out" für mich geleistet. Eine Maßnahme, die in unserer Freundesgruppe sehr kontrovers diskutiert wurde und wird. Jetzt sieht es so aus, dass ich die Reise ab Donnerstag doch mitmache, weil sie der Meinung sind, dass ich auch eine schöne, ruhige und lustige, gemeinsame Zeit mit ihnen verdient habe. Wie wir mit meinem Taschengeld für die Reise verfahren, haben wir noch gar nicht im Detail geklärt. Aber die Bierchen, die wir konsumieren werden und wohl auch das eine oder andere Mittagessen wird wohl wieder auf ihre Kappe gehen. Einem der Freunde schulde ich 1.250 Euro, dem anderen 2.000 Euro. Den beiden anderen glücklicherweise nichts. Kein Geld zumindest.

Ein weiteres Thema sorgt zwischen uns auch gerade für große Diskussionen: weil ich seit September 2025 ausschließlich - trotz aktiver Gamban-Sperre übrigens, die ich umgehen konnte - am Android-Handy gespielt habe (in Österreich bin ich in allen physischen Spielhallen lebenslang gesperrt), wollen zwei der vier Freunde von mir, dass ich mein Smartphone aufgebe und auf Tastatur-Handy wechsle. Auch den Schritt packe ich derzeit echt nicht. Allein, was das für die und in der Arbeit bedeutet. Ich packe das nicht. Vielleicht noch nicht. 

Sodala, das war´s jetzt für den Sonntag. Es ist sehr schön draußen, ich mache mich auf den Weg an die frische Luft.     
 
Danke für die Zeit und fürs Lesen!
Alles Liebe und einen schönen Sonntag noch,
Markus
 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 31 Mai 2026, 15:57:01
Hi Markus!

Du lässt Dir ja schöne Scheunentore zum Spiel offen. Das sind schon keine Hintertürchen mehr, dafür sind sie einfach zu groß.
Nun, die Freunde sind wichtig, die Arbeit ist wichtig, wer was denken könnte ist wichtig. Und was ist mit Dir? Bist Du auch wichtig?

Du weisst vom bail-out und lässt es zu. Wenn Du dieses Scheunentor verschließen möchtest, dann musst Du mit den Freunden Tacheles reden! Keiner von ihnen darf Dir mehr Geld geben, denn damit unterstützen sie aktiv Deine Sucht! Ich gehe davon aus, dass Deine Freunde es nur gut mit Dir meinen in ihrer Unwissenheit. Was ist also hier Deine Aufgabe: Kläre sie auf!
Keine Reisekostenunterstützung mehr ... kein: Ich kann mich auf meine Freunde verlassen, also kann ich heute am 1. das Geld für den Rest den Monats ruhig verspielen!

Wieso nennst Du das Rauchen die nächste Baustelle? Wenn Du jetzt abstinent werden und bleiben willst, dann packe das Rauchen direkt mit an. Mehr als Suchtdruck bekommen, geht nicht. Du schlägst also 2 Fliegen mit einer Klappe.

Die Miete ... wieso gibt es da keinen Dauerauftrag? Wieso wird, wenn das Geld am 1. eintrudelt, nicht am 2. alles restliche sofort per Dauerauftrag zum Konto des Freundes überwiesen?
Du kannst mit ihm aus Deinem Konto ein Und-Konto machen lassen. Dann kannst Du Onlinebanking vergessen und darfst nur am Schalter Geld abholen ... per Scheck mit Unterschrift Deines Freundes, die in der Filiale gegengeprüft wird.

Du siehst, mit diesen drei Aktionen könntest Du Dir Abstinenz erarbeiten. Aber möchtest Du das auch wirklich? Oder möchtest Du doch lieber weiter spielen und das, was denn doch irgendwann eintreffen wird, hinauszögern? Ja, ich bin Optimist! Ich glaube, dass jeder irgendwann abstinent werden möchte. Aber muss es denn unbedingt immer mit einem persönlichen Tiefpunkt zusammenhängen? Muss es erst so richtig knallen?

Verschließe die Scheunentore. Und wenn die hier aufgeführten verschlossen sind, dann suche die anderen und verschließe auch diese. Es werden sich aber auch immer wieder neue auftun, sodass Du immer Ausschau nach ihnen halten darfst, für den Rest Deines Lebens.
Klingt das eher nicht optimistisch? Doch ... denn Dein Fokus wird sich schon bald auf Anderes in Deinem Leben richten.
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 02 Juni 2026, 12:22:19
Hallo liebes Forum!

In aller Kürze, weil ich dann gleich wieder weg muss:

ich bin weiter abstinent. Es geht mir damit auch noch ganz gut damit. Heute in ´ner Woche habe ich am Dienstag meinen nächsten Termin bei meiner Therapeutin hier in meiner Stadt. Jener Freund, der meine Finanzen verwaltet, wird mich dabei erstmals begleiten. Das war ihre Idee, es geht ihr dabei vor allem um ihn und seine Co-Abhängigkeit, in der er sich befindet. Sie hat auch die anderen Burschen eingeladen, doch die wollten nicht.

Am Donnerstag geht es los mit unserer gemeinsamen Reise. Wir sind zu acht, es werden wohl wie immer neue, unvergessliche Momente der Gaudi entstehen. Das ist auch der Grund, warum die über meine Sucht Eingeweihten unter den Burschen mich überzeugten, doch mitzukommen und nicht quasi alleine zu Hause zu bleiben.
Wir sind bis Sonntag Abend weg und bis dahin werde ich mich hier nicht mehr melden. Aber aus dem Ausland still mitlesen.

@Olli:
Der bail-out wird wie gesagt sehr kritisch gesehen in meinem Freundes-Kreis. Drei der vier sind komplett dagegen. Der Bursche, der das seit September 3x gemacht hat, weiß das auch. Wir haben ja bereits darüber miteinander gesprochen und mir wurde klar gemacht, dass das nicht mehr vorkommen wird und sie mich fallen lassen müssen. Auch er.

Mit dem Rauchen hast du vollkommen Recht. Das sehe ich genauso und übrigens meine Therapeutin auch. Jetzt alles gleichzeitig zu beenden. Ich habe mich gestern bei einem sechswöchigen Online-Rauchfrei-Kurs der Krankenkasse angemeldet. Der Kurs beginnt Mitte Juni.

Zum Und-Konto, für das mein Freund verantwortlich zeichnen soll, noch ein letzter Satz: er hat privat gerade viel um die Ohren und das wird ihm einfach zu viel. Ich habe ihm am Sonntag Abend deinen Vorschlag erzöhlt und er hat das abgelehnt.

Kennt wer hier eine Sperre am Handy über google family link? Funktioniert das auch für Glücksspielseiten? Ich war gestern bei meinem Routine-Besuch beim Psychiater und der hat mir davon erzählt.

Danke für die Zeit und fürs Lesen,
Alles Liebe,
Markus

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 02 Juni 2026, 13:42:52
Hey ,
zu Family Link kann ich dir nichts sagen , würde dir aber Gamban empfehlen .


Mach dir ein paar schöne Tage mit deinen Freunden
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 08 Juni 2026, 19:48:48
Hallo liebes Forum,

@Isabell80: Danke! Es waren großartige Tage!
Zu Gamban muss ich sagen, dass ich Wege gefunden habe, es sowohl am Android-Handy als auch am IOS-iphone zu umgehen.

ich bin seit gestern Nachmittag wieder zurück in meiner Stadt in Oberösterreich und verbrachte vier unbeschwerte und unvergessliche Tage mit den Jungs voller Spaß und Freundschaft. Was das Spielen betrifft, bin ich weiter abstinent. Was ich noch nicht geschafft habe und vor mir her schiebe, ist das Rauchen.

Ich werde jetzt nach der Arbeit am Abend nach einer gefühlten Ewigkeit wieder mal joggen gehen. Das schiebe ich schon fast so lange vor mir her wie das Rauchen aufhören.

Und ich beginne zu erahnen, was mir seit all den Jahren fehlt, und welche Lücke die Sucht schließen musste: Meine Angst, erneut eine Beziehung zu beginnen. Letztlich traue ich es mir wohl nicht zu, der Partner zu sein, der ich sein möchte.

So, ich freue mich, wieder hier im Jetzt und daheim zu sein, im Forum wieder mitzulesen und Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen. Und jetzt gehe ich laufen, sonst renne ich heute wieder davor davon.

Danke fürs Lesen und einen schönen Abend,
Markus

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 12 Juni 2026, 22:05:10
Hallo!

Ich habe seit Montag nicht mehr hier geschrieben und es hat mir gefehlt. Oder anders formuliert: ich habe mich jetzt schon seit einiger Zeit auf den Moment gefreut, wo ich endlich die Zeit und die Muße habe, hier wieder zu schreiben. Ich höre meine playlist, sitze in meiner Schreibecke mit macbook, vor mir steht ein Glas Grüner Veltliner und ich habe heute Abend nichts Wichtiges mehr vor. Nicht mal die Fußball-Weltmeisterschaft. Es ist alles geschafft für heute. Ein schönes Gefühl!

Ich bin weiterhin spielfrei und freue mich über den 17. Tag heute. Neben der Erfolgstabelle hier im Forum, in die ich mich von Olli eintragen habe lassen, schicke ich auch meinem Freund W., der meine Finanzen verwaltet, jeden Morgen ein update über einen weiteren Tag der Abstinenz. Das ist ein schönes Ritual und motiviert zusätzlich.

Die Arbeit ist extrem anstrengend. Anfang Mai wurden bei uns die Abläufe umgestellt und seither arbeite ich von 6h morgens bis ca 18h, manchmal bis 19h. Bei zwei bis drei Stunden Mittagspause. Die Arbeit fordert mich sehr, aber das hat auch sein Gutes. Ich komme dort wenig zum Grübeln und Nachdenken. Allerdings sind die verständlichen Reaktionen hier im Forum und auch die Gespräche und Telefonate mit meinen Freunden, die Therapiestunde am Dienstag mit meinem Freund W., und der ersten SHG in unserer Stadt gestern Donnerstag schon sehr fordernd und bringen mich fast zum Verzweifeln. Mir wird immer klarer und bewusster, was da für ein Berg an Themen und hinter den verschiedenen Süchten versteckte Probleme auf mich wartet. Und ich muss zugeben, das macht mir Angst.

Dabei muss ich mir immer wieder doch auch vor Augen halten, was ich bereits gemeistert und geschafft habe: die bipolare Erkrankung hält seit sieben Jahren vollkommen still, ich kann wieder einer geregelten Arbeit nachgehen und mein Leben wirkt - zumindest nach außen - stabil und doch auch mit einigem Sinn erfüllt.

Aber der Reihe nach. Ich habe meinen Zigarettenkonsum von 40 pro Tag auf zehn reduziert. Für drei Tage. Bis heute. Ich habe einfach in der Arbeit nicht mehr geraucht und es hat bis heute funktioniert. Das hat mich sogar stolz gemacht, glücklich und ich habe diese Freiheit von der Nikotinsucht gespürt, die ich schon mal hatte, als ich zweimal für zwei bis drei Monate aufgehört hatte zu rauchen. Aber heute war bezüglich Rauchen alles anders. Ich hatte gestern Abend das erste Mal wieder Spieldruck. Ich wollte die 13 Euro auf dem Konto auf ein paar Hunderter vermehren. Das war das Ziel. Ich habe aber dann doch nicht gespielt, bin heute nur mit einer noch größeren Verwirrung aufgewacht und in die Arbeit. Und vor der Arbeit noch ein Packerl Zigaretten aus dem Automaten gedrückt.

Dabei war gestern zuvor noch die erste Spielsucht-SHG meines Lebens. Wir waren neun Personen, es gab viel input für mich und ich glaube sogar für alle. Auf jeden Fall gehe ich dort jetzt regelmäßig einmal im Monat hin. Was mich bis jetzt davon abgehalten hat, in eine SHG zu gehen, ist mir heute ein Rätsel. Wie Isabell80 mal geschrieben hat, bin ich genauso Hauptdarsteller in diesem Film und stehe nicht irgendwo hinter der Kamera. Bei der Gelegenheit möchte ich mich ein letztes Mal entschuldigen, dass ich auch morgen nicht hier in der Forum-SHG teilnehmen kann. Ich bin in Wien, schon wieder mit ein paar der eingeweihten Freunden, S. und R.. Wir gehen auf ein Musik-Festival. Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für mich, ich bin eingeladen.

Ich habe übrigens die Woche angefangen, verschiedene Zitate und Gedanken hier aus dem Forum auf eine eigene Word-Datei zu kopieren und zu speichern. Dafür möchte ich schon mal jetzt bei Olli, andreasg und Isabell80 Danke sagen. Ich bin sicher auch ein Mensch der Sprache und der Worte und wertvolle Gedanken zu unserem Thema zu speichern und immer wieder abrufbar zu haben, hier oder besser noch im Gedächtnis, hilft mir auch ein bisschen weiter.

Am Dienstag war ich mit meinem Geld-Verwalter-Freund W. bei meiner Therapeutin um 18h. Um 17.50h war ich noch in der Arbeit und kam dementsprechend geschafft und müde zum Termin. Wir haben mehrere Szenarien besprochen, die jetzt möglich sind - stationär, geführte ambulante Gruppe in Linz und SHG (in der ich dann am Donnerstag eben erstmals war), das online-Forum hier, das sie kennt. Und sie fragte W., wie es ihm geht in der Freundschaft mit mir. Und dass er mir nicht mehr mit Geld aushelfen darf. Stationär lehne ich noch immer ab, weil mir zu viel zusammen brechen würde, was ich mir in den vergangenen sechs Jahren aufgebaut habe. Im Job, in der Beziehung zu meiner gebeutelten Familie und meinen beiden Kindern.

Letzte Woche war ich ja routinemäßig bei meinem 6-monatigen Besuch beim Psychiater wegen meiner erwähnten Grunderkrankung. Er hat mir, nachdem ich ihm vom Status-Quo erzählt habe, Naltrexon verschrieben. Das ist kein Allheilmittel gegen Suchtdruck und Craving, kann aber auch bei Spielsucht helfen, sagt er. Ich beginne mit der Einnahme am Sonntag Abend, nach dem Festival. Ein gewaltiges Streitthema mit meinem Freund K., der sagt, sofort nehmen. Und was er noch sagt: Sofort "Vom Junkie zum Ironman" von Andreas Niedrig lesen. Oder wieder anders formuliert: nur intensiver Sport wird mich von meinen intensiven Süchten befreien helfen.
Naltrexon blockiert übrigens die Endorphin-Rezeptoren im Gehirn. Dadurch wird das belohnende, berauschende Glücksgefühl unterdrückt, das Alkohol normalerweise auslöst.   

Am Mittwoch ging auf mein Konto die erste Tranche meines Gehalts ein. Ich war mit dem Geld in der Apotheke, tanken und im Supermarkt. Den Rest habe ich an W. überwiesen. Ich weiß, ein Riesenscheunentor!!!!!!!
Aber meinem Arbeitgeber will ich nicht sagen, dass er mein Gehalt direkt an W. überweisen soll. Und das von Olli weiter oben hier im Thread eingemahnte Und-Konto, für das ich W.s Unterschrift benötigen würde bei einer Überweisung, will W. nicht machen. Was ich in seiner Situation aktuell verstehe und auch nicht fordern kann.

Also am Ende dieses Eintrags kurz zusammengefasst: ich werde mein Leben lang spielsüchtig sein. Ich bemühe mich derzeit von Tag zu Tag zu denken.
Ich lehne eine stationäre Therapie ab. Ich lehne ein Tastentelefon ab. Ich bekomme zweimal im Monat von meinem Arbeitgeber Geld aufs Konto, das ich selbstständig an W. weiterzahle. Es sind gigantische Scheunentore offen, dessen bin ich mir bewusst. Ein Ritt auf der Rasierklinge.

Ein letzter Gedanke von der gestrigen SHG, der mir haften geblieben ist: Von den neun Personen in der Gruppe waren zwei langfristig abstinent. Der Leiter der Gruppe seit mehr als sechs Jahren, ein zweiter seit mehr als zwei Jahren. Alle anderen deutlich geringer, wenige Tage oder Wochen wie ich. Einige haben auch noch aktuell gespielt. Was die beiden langfristig Abstinenten gemeinsam hatten, war eine Partnerin, die ihnen beiden das Messer angesetzt hatte. Entweder Zocken oder ich. Die beiden haben es bis gestern geschafft. Das beschäftigt mich sehr!

Danke fürs Lesen und deine Zeit,
Markus

 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 13 Juni 2026, 06:36:44
Hi Markus!

Was genau beschäftigt Dich daran?
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 13 Juni 2026, 09:12:27

Guten Morgen,
schön wieder von dir zu lesen.
Da ist ja einiges passiert bei dir.Therapie, SHG , ein neues Medikament und viele gute Vorsätze ( Geld überweisen etc)

Ich einigen Dingen , die du schreibst , erkenne ich mich wieder .
Das einzige , was mich verwundert ( und das sehe ich nicht nur bei dir ,sondern auch in vielen anderen Beiträgen) sind die bewusst offen gelassenen Scheunentore.
Vielleicht bin ich einfach ein riesiger Schisser , aber wenn ich für mich so ein Tor , oder auch nur eine kleine Tür erkenne , kann ich an nichts anderes denken , als diese sofort zu verschliessen .
Ich vertrau mir einfach nicht und bin immer wieder verwundert , dass das bei vielen hier so anders wirkt .
Völlig selbstbewusst schreibst du von einem Ritt auf der Rasierklinge.
Warum ?
Das soll kein Vorwurf sein, ich möchte es einfach nur verstehen , weil es sich mir nicht erschliesst .

Ich finde es super , dass du deine Freunde mit im Boot hast und dass deine Spielsucht dort so ein offenes Thema ist .





Zitat von: markus_anton am 12 Juni 2026, 22:05:10Ich habe übrigens die Woche angefangen, verschiedene Zitate und Gedanken hier aus dem Forum auf eine eigene Word-Datei zu kopieren und zu speichern. Dafür möchte ich schon mal jetzt bei Olli, andreasg und Isabell80 Danke sagen. Ich bin sicher auch ein Mensch der Sprache und der Worte und wertvolle Gedanken zu unserem Thema zu speichern und immer wieder abrufbar zu haben, hier oder besser noch im Gedächtnis, hilft mir auch ein bisschen ...

 

Ich hab's nicht so mit irgendwelchen Dateien , aber ich hab auch schon einige Zitate hier im Forum gesammelt (als Screenshots 😉) .
Das ich da mal in einem Satz mit Olli und Andreas genannt werde macht mich ein kleines bisschen stolz .




Schönes Wochenende und viel Spass heute Abend
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 13 Juni 2026, 09:47:50
Guten Morgen,

ich muss wirklich gleich weg, weil bald der Zug nach Wien losfährt.

@Olli: dass die Liebe offenbar die stärkste Kraft ist, spielfrei zu bleiben. Und ich mit fast 50 Jahren auch in der Hinsicht ein Newbie bin.

@Isabell80: ich habe jetzt leider nicht die Zeit, dir ausführlich zu antworten. Aber du hast grundsätzlich Recht und ich höre das von vielen Seiten. Nicht nur hier. Vielleicht kann ich es auch gar nicht beantworten. Ich habe vermutlich einfach Angst, dass mein mühsam zusammengebautes Kartenhaus (wieder fixer Job, eigene Wohnung) nach den für alle sehr fordernden Jahre der Bipolarität zusammenbricht. Und ich will einige Menschen wie meine Kinder, Eltern und Geschwister nicht nochmal so sehr enttäuschen. Jetzt, wo sie glauben, dass es läuft.

Wie gesagt, ich muss wirklich weg.

Schönes Wochenende und eine gute SHG-Gruppe heute,
Markus   

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: andreasg am 13 Juni 2026, 11:06:30
Hallo Markus - - Anton,

ich sehe mir gerade zur Entspannung Führerstandsmitfahrten der Eisenbahn an. Zur Zeit bin ich vie Youtube von Bregenz durch Arlberg nach Innsbruck unterwegd, das mal so nebenbei...

Die lieben Angehörigen nicht enttäuschen, die Angst, wieder Fehler zu machen, die Scham, daß ich ein spiesüchtiges Familienmitglied bin, das hat bei mir einen tiefen Hintergrund, und ich habe jahrelang Therapien gemacht, um da Ordnung in mein System zu bringen. Als meine Spielsucht aufflog, konnten meine Geschwister nichts damit anfangen, Heute kennen sie den wahren Hintergrund, den ich auch akzeptieren kann. Wenn ich daran denke, tut es immer noch weh, aber das Spielen ist keine Option mehr.
In der Genesung öffenen sich die Türen der Einsicht, Scham und Groll werden schwinden, das Vertrauen wird wachsen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut

Andreas
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 14 Juni 2026, 13:34:15
Zitat von: markus_anton am 13 Juni 2026, 09:47:50@Olli: dass die Liebe offenbar die stärkste Kraft ist, spielfrei zu bleiben. Und ich mit fast 50 Jahren auch in der Hinsicht ein Newbie bin.

Vielleicht reicht da ja auch erstmal die Liebe zu Dir selbst und zu deinem abstinenten Leben !
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 14 Juni 2026, 14:18:18
Zitat@Olli: dass die Liebe offenbar die stärkste Kraft ist, spielfrei zu bleiben.

Welche Liebe meinst Du denn? Die zu der Partnerin, die ggf. jahrelang belogen und betrogen wurde?
Die Person, die der Spieler immer wieder gegen seine Wand hat laufen lassen?

Diese Liebe ist nicht die stärkste Kraft. Das ist illosorisch.

Aber ... was den spielsüchtigen Partner wirklich berührt, dass ist die Verlustangst den Partner zu verlieren. Er war sich vor der Pistole auf seiner Brust sicher, dass er machen konnte, was er wollte.

Aus der Verlustangst kann aber sehr wohl wieder eine Liebe entstehen, der Selbstliebe. Das hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun.
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 15 Juni 2026, 05:38:48
Guten Morgen,

Danke für eure Antworten und Rückmeldungen!

@andreasg:
Zitat von: andreasg am 13 Juni 2026, 11:06:30In der Genesung öffenen sich die Türen der Einsicht, Scham und Groll werden schwinden, das Vertrauen wird wachsen.

Dieser Satz hat für mich viel Kraft und gibt mir Hoffnung, mich doch bald zu outen gegenüber meinen Liebsten. Danke!

@Isabell80:
Zitat von: Isabell80 am 14 Juni 2026, 13:34:15
Zitat von: markus_anton am 13 Juni 2026, 09:47:50@Olli: dass die Liebe offenbar die stärkste Kraft ist, spielfrei zu bleiben. Und ich mit fast 50 Jahren auch in der Hinsicht ein Newbie bin.

Vielleicht reicht da ja auch erstmal die Liebe zu Dir selbst und zu deinem abstinenten Leben !
Ich weiß es nicht, aber versuchen will ich es.

Zitat von: Olli am 14 Juni 2026, 14:18:18
Zitat@Olli: dass die Liebe offenbar die stärkste Kraft ist, spielfrei zu bleiben.
Aus der Verlustangst kann aber sehr wohl wieder eine Liebe entstehen, der Selbstliebe. Das hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun.
Ja, die Selbstliebe. Gar nicht so leicht, das. Aber versuchen will ich es.

Ich wollte mich noch vor dem Beginn der Arbeitswoche zurück melden aus dem Festival-Wochenende. Es war und ist alles weiter in Ordnung, was die Spielsucht betrifft. Das Rauchen habe ich übers Wochenende nicht aufgehört.

Einen guten Wochenstart,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 15 Juni 2026, 07:14:54
Guten Start in die Woche!
Hoffe du verträgst dein neues Medikament gut !
Startet in dieser Woche auch dein Kurs für die Rauchentwöhnung ?
Dabei müsste das Naltrexon ja auch unterstützend wirken 👍🏼
Viel Erfolg
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 15 Juni 2026, 12:05:18
Hallo!

Mittagspause.

Wow, du merkst dir aber Details samt Zeitabfolgen, Isabella!
Ja, das Naltrexon habe ich gestern Abend erstmals genommen und bislang keine unangenehmen Nebenwirkungen. Eine schnelle und unmittelbare Wirkung im Zusammenhang mit Nikotin ist nicht da, aber ich werde heute die Nachmittagsschicht wieder ohne Zigaretten fahren. Das hat auch schon vergangene Woche ein paar Mal gut funktioniert.
Und nochmal ja: der Rauchfrei-Kurs beginnt morgen um 18h online. Ich habe gerade angerufen und um Verständnis gebeten, wenn ich mich wegen der Arbeit verspäten sollte.

Ich muss hier was in eigener Sache loswerden. Mich beschäftigen die Reaktionen auf meine Einträge von euch, also Olli, andreasg, Isabell80 und Babs, enorm. Ich habe es heute in der Arbeit wieder - und nicht zum ersten Mal - gemerkt, dass ich beim Autofahren mit den Gedanken vollkommen bei euren Antworten hier im Forum bin. Selbstliebe; riesengroße, offene Scheunentore; aber auch dass das Vertrauen wachsen wird. Und der heraufdräuende 50er.

Ich klinge hier im thread vermutlich überzogen selbstbewusst, besserwisserisch und altklug. Das bin ich nicht und will ich auch nicht sein. Ich bin in einer Sackgasse und weiß keinen Ausweg. Und ich habe Angst. Im Grunde vor jedem Schritt, den ich mache und den ich auch nicht mache. Weil ich vor allem von K. ebenso ständig höre, dass ich jetzt radikal werden muss. Nur noch Sport, vor allem Laufen (ich war das letzte Mal vor einer Woche am Montag), vollkommen weg von allen Geräten, die mich mit dem Netz verbinden (das sind das macbook und das Handy bei mir) und das Gehalt vom Arbeitgeber auf das Konto von W. überweisen lassen. Zusammen mit dem Grübeln darüber, ob ich zu einer gesunden Selbstliebe überhaupt fähig bin, ganz zu schweigen von einer Paarbeziehung. Meinen Süchten, deren Zusammenspiel und Auswirkungen auf meine Persönlichkeit ich kenne. Über all dem schweben finanzielle Schulden, ein näher rückendes Outing der Spielsucht bei meinen Kindern und Familienmitgliedern und Arbeitgeber.     

Ein unguter Mix, das alles, der mir gar nicht gefällt. Aber noch versuche ich ruhig zu bleiben und mir zu sagen: one step after the other. Oder, wie andreasg schreibt, einen Tag zur Zeit.

Alles Liebe,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 15 Juni 2026, 14:00:46
Hi Markus!

Jede nicht gerauchte Zigarette erfreut Deinen Körper. :) Allerdings bringt die Reduktion nichts. Sie gibt Dir höchstens ein Gefühl der Kontrolle, die aber eine Illusion ist. Irgendwann wirst Du ausnahmsweise mal eine Ausnahme machen, bei 5 Arbeitstagen ist es doch auch nicht schlecht nur an zweien von der Regel abzuweichen, dann sind 3 von 5 Tagen immer noch knapp die hälfte aller Tage und wenn dann an vier Tagen wieder geraucht wird, verbleibt ja immerhin immer noch ein Tag nikotinreduziert ... ;)

Nun, ich hatte 2 Schachteln pro Tag geraucht und dazu noch gedampft. Als ich bei Jörg die Raucherentwöhnung gemacht hatte, da habe ich gefragt, ob ich nicht wenigstens ohne Nikotin weiter dampfen dürfe. Nö, war die Antwort und sie erschloss sich mir auch: Jede Sucht ist eine Gewöhnung, die aus dem Ruder gelaufen ist. Wenn ich mir aber etwas abgewöhnen möchte, dann muss ich all die Rituale und Verhaltensweisen ablegen. Hätte ich also weiter gedampft, so hätte ich mein Verhalten und Rituale beibehalten und es hätte jederzeit die Gefahr bestanden, wie oben beschrieben, ganz in alte Muster zu verfallen.
Ich hatte mir in der Apotheke kleine Lakritzperlchen geholt, damit die Geschmacksnerven was zu tun hatten. Dazu habe ich Zahnstocher im Mundwinkel von rechts nach links geschoben. Da die Zunge aber sehr darunter gelitten hatte, habe ich das nach der körperlichen Nikotinentwöhnung nach 12 Tagen sofort wieder sein lassen.

ZitatIch muss hier was in eigener Sache loswerden. Mich beschäftigen die Reaktionen auf meine Einträge von euch, also Olli, andreasg, Isabell80 und Babs, enorm. Ich habe es heute in der Arbeit wieder - und nicht zum ersten Mal - gemerkt, dass ich beim Autofahren mit den Gedanken vollkommen bei euren Antworten hier im Forum bin. Selbstliebe; riesengroße, offene Scheunentore; aber auch dass das Vertrauen wachsen wird. Und der heraufdräuende 50er.

Das ist doch genau die Reaktion, die gewollt ist. Du sollst Futter zum Nachdenken bekommen und dass Du genau das durchkaust, zeigt doch Deine Bereitschaft zum Nachdenken. Du lernst "andere Sichtweisen" kennen und gleichst sie mit Deinen ab! Nur Du selbst kannst Dich vom Spielen wegbringen - niemand sonst!

ZitatUnd ich habe Angst. Im Grunde vor jedem Schritt, den ich mache und den ich auch nicht mache. Weil ich vor allem von K. ebenso ständig höre, dass ich jetzt radikal werden muss.

Mein Lieber ... traue Dir doch selbst mal was zu! Angst haben ist OK. Sich durch die Angst lähmen lassen aber nicht. Gehe jeden einzelnen Schritt in Deinem Dir eigenen Tempo - aber gehe ihn. Du bist doch schon so lange in Behandlung. Hatte sie denn nicht auch Erfolge gehabt? Doch sicher! Also knüpfe da wieder an.

Noch einmal zurück zum UND-Konto. Es bleibt Dein Konto! Dein Freund müsste eine Unterschrift in der Filiale abgeben und diese würde dort hinterlegt. Du selbst bekommst Schecks, die Dein Freund aber mit unterschreiben muss. Mit dem Scheck läufst Du an den Schalter und dort wird die Unterschrift des Freundes abgeglichen. Wenn´s passt, alles gut. Wenn die Unterschrift zu stümperhaft gefälscht ist, dann erhälst Du eben kein Geld! :)

Dazu kannst Du Überweisungsaufträge einrichten. So z.B. am 1. des Monats alles bis auf 0 (oder eine andere beliebige Zahl) auf das Konto des Freundes überweisen.

Der Freund kann Dir beispielsweise jeden Monat 10 Schecks à 30 € ausstellen. Wenn Du weisst, dass da kein bail-out mehr stattfindet und es Dir zu peinlich ist in der Filiale mit allen Schecks gleichzeitig aufzuschlagen, wirst Du Dich auch an Deine selbst auferlegte Regel halten ... immer nur einen Scheck zur Zeit! :)

"Radikal" ist so ein Modewort und es trifft auch nicht den Punkt. Wie wäre es stattdessen mit "konsequent"!?
Da es bekanntlich kein "halbschwanger" beim Thema Sucht gibt, kann es das auch nicht bei der Genesung geben.
Rumeiern wäre das Pendant dazu. Eine "Begründung" dazu könnte Deine bipolare Störung sein?

Mir sind schon einige ADHS-ler unter gekommen und sie berichten, das Spielen das Schnellfeuer der Sinneswahrnehmungen im Kopf zur Ruhe bringen kann. Wie ist das bei einer bipolaren affektiven Störung?
Was bewirkt das Spielen da? Wiegt der erlebte Vorteil beim Spielen die Nachteile auf und fällt es Dir deshalb so schwer loszulassen?

ZitatÜber all dem schweben finanzielle Schulden, ein näher rückendes Outing der Spielsucht bei meinen Kindern und Familienmitgliedern und Arbeitgeber.

Schulden sind geduldig ... wenn es zu viel ist, dann gehe zu einer Schuldnerberatung. Im Netz findest Du auch Hilfe bei der Schuldener-Community.
Es ist für mich ein schöner Gedanke, dass Du Dich bei Deiner Familie outen möchtest. Es zeigt, wie sehr Du ihnen vertraust. Wenn Du Dich dazu entschlossen hast, dann setze es auch zeitnah um, damit Deine Ängste kein Eigenleben entwickeln und zu katastrophisieren anfangen.
Wieso Du Deinen AG einweihen möchtest, erschließt sich mir noch nicht. Drohen die ersten Pfändungen?



Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: andreasg am 15 Juni 2026, 14:25:27
Hallo Markus - Anton,

ich plane, in 9 Tagen etwas über meine Rauchentwöhnung zu schreiben  :)

aber ich habe gerade wieder meine Sozialen Ängste, also auch = "mein Konto wird von Cyberkrimminellen geplündert""
Der Grund ist, daß ich 2 Plishing - Mails im Span - Ordner gefunden habe.Wie bereits schon erwähnt, ich habe eine Form  der Medienabhängigkeit. Daß ich auch noch Online - Banking habe, wird in meinem Nachbarschaftskreis kritisch gesehen. Die Seniorinnen sind so bemüht, manuelle Überweisungsscheine zu einer Spakasse zu bringen, die diese Form des Handelns noch akzeptieren. Da ich ja ein älter werdender Mensch bin, gehe ich zu meiner Bank, und erkläre mich dort, in meinen Anliegen. Das braucht Zeit und Geduld für die Angstellten und wartenden Kunden, aber mir gibt das auch eine Sicherheit.
Das Wesentliche für unsereins ist es aber allemale, nicht alleine damit im Walde zu stehen. Es ist keine Scwäche, sein Manko, das Defizit zuzugeben, sondern es erfordert Mut, und Entschlossenheit.

Liebe Grüße

Andreas
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 15 Juni 2026, 15:15:19
Zitat von: markus_anton am 15 Juni 2026, 12:05:18Wow, du merkst dir aber Details samt Zeitabfolgen, Isabella!


Erwischt 😉
Das ist tatsächlich ne komische Macke von mir - vermutlich jobbedingt .
Wir haben nur wenig Zeit mit unseren Patienten und ich versuch mir möglichst in der ersten Behandlung alle wichtigen Details zu merken .
OP-Datum?
Ab wann darf wieviel Belastung aufs Gelenk ?
Wann geht's in die Reha ?
Wann kommt die Materialenrfernung?

Ich will einfach wissen , wieviel Zeit ich mit dem Patienten haben werde, und wie weit er in der Zeit bestenfalls kommen sollte .

Das jedes Mal neu zu erfragen oder nachzulesen kostet einfach zu viel Zeit 😅


Sorry - falls das wie eine Kontrolle von mir bei dir angekommen ist .
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 15 Juni 2026, 15:41:43
Zitat von: markus_anton am 15 Juni 2026, 12:05:18Ich klinge hier im thread vermutlich überzogen selbstbewusst, besserwisserisch und altklug. Das bin ich nicht und will ich auch nicht sein


Das empfinde ich nicht so .
Ich finde du klingst so , als hättest du dich schon intensiv mit dir beschäftigt .( vielleicht auch durch deine Therapie)

Für mich hört es sich an , als wäre dir die Theorie völlig klar , nur das Unsetzen in die Praxis fällt dir noch schwer .

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 16 Juni 2026, 04:19:10
Guten Morgen!

Erstmal wieder ein großes Danke für eure Antworten!!!
Ich habe sie gerade heute Morgen gelesen. Sie sind mir wichtig und gehen mir nahe.
Im Detail werde ich jetzt zumindest nicht auf jede Antwort eingehen, aber es ist richtig, dass ich schon sehr viel an Therapie hinter mir habe. Meine erste Psychose hatte ich sehr früh, mit 22 Jahren, und danach war ich - mit langjährigen Abständen dazwischen - immer und immer wieder in Therapie bei unterschiedlichen Therapeuten. Mittlerweile ist es so, dass ich mir schon schwer tue, einem oder einer neuen Therapeuten oder Therapeutin meine ganze Geschichte zu erzählen. Ich habe sie schon so oft erzählt und alles wieder von vorne - Kindheit, manische Phasen, Berufswechsel, Ortswechsel, etc. - durchzukauen, ist mühsam. Ich habe jetzt die Suchttherapeutin, die mich gut kennt und gut is.

Ich habe hier in der Stadt eine gute Freundin, die ebenfalls bipolar ist. Wir sind einander sehr vertraut und sie weiß alles von mir, was mich beschäftigt. Sie hat mir gestern zwei Dinge geraten: 1) eigentlich einfach, aber allein wäre ich trotzdem nicht drauf gekommen in dem Moment: jetzt mal alles, was mich an Gedanken beschäftigt niederzuschreiben und zu gewichten und Schritt für Schritt anzugehen. Dafür war ich gestern nach der Arbeit zu müde. Ich versuche, das heute nach dem Online-Rauchfrei-Kurs um 19.30h zu machen.
Und 2) im Zuge dessen, mir zu überlegen, ob ich mich nicht gegenüber meiner Familie - ohne Kinder - zum wiederholten Male als Spieler oute. Sie wissen alle aus der Vergangenheit von meiner Spielsucht. Dass sie wieder zurück ist, allerdings nicht. Und ich spüre, dass dieser Tag näher rückt. K. ist dagegen und für eine soft-Variante (ich weiß jetzt, dass ich süchtig bin und will endgültig etwas dagegen unternehmen. Aber nicht die ganze Wahrheit, dass ich wieder spiele. Daraus würde sich auch mein Entschluss erklären, auf ein Tastenhandy umzusteigen und eine stationäre Reha zu beantragen). R. ist wie meine Freundin P. und das Forum für die ganze Wahrheit. W. und S. haben sich dazu nicht geäußert.

Ich habe gestern erstmals in das Buch, das K. mir vor Jahren geschenkt hat, reingelesen. Ich habe es weiter oben schon mal erwähnt. "Vom Junkie zum Ironman" von Andreas Niedrig. Ich bin nicht weit gekommen gestern in der Mittagspause, aber ein Kapitelname hat meine Aufmerksamkeit geweckt: "Du brauchst im Leben mindestens einen Menschen, der an dich glaubt." Ich habe das Glück, gleich mehrere zu haben. Also kein Grund, weiter hier zu Jammern.   

@Olli: AG deshalb, weil erstens eine stationäre Reha auch im Raum stehen könnte. Und vor allem deswegen, weil wir im Freundeskreise überlegt haben, mein Gehalt vom AG direkt auf W.s Konto überweisen zu lassen. Was sich aber bei einem UND-Konto erübrigen würde.

Einen schönen Tag euch,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 16 Juni 2026, 05:30:38
Guten Morgen!

Den Grund für den Arbeitsausfall brauchst Du dem AG nicht zu nennen. Weiterhin meine ich, dass der AG gar nicht auf ein anderes Konto überweisen darf. Du musst schon Inhaber sein.
Somit erübrigt sich ein Outing vor dem AG.

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 17 Juni 2026, 16:26:12
Zitat von: markus_anton am 16 Juni 2026, 04:19:10Ich habe gestern erstmals in das Buch, das K. mir vor Jahren geschenkt hat, reingelesen. Ich habe es weiter oben schon mal erwähnt. "Vom Junkie zum Ironman" von Andreas Niedrig. Ich bin nicht weit gekommen gestern in der Mittagspause, aber ein Kapitelname hat meine Aufmerksamkeit geweckt: "Du brauchst im Leben mindestens einen Menschen, der an dich glaubt." Ich habe das Glück, gleich mehrere zu haben.

Nachdem ich bei dir 2 Mal davon gelesen habe, habe ich das Buch gegoogelt und bin dabei auf einen Podcast bei Spotify gestossen unter dem gleichen Titel.
Dort erzählt Andreas Niedrig von seinem Lebenswandel - ich fand es echt bewegend  und interessant .

Vielleicht ja auch was für dich ?
Viele Grüsse

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 18 Juni 2026, 11:30:08
Hallo!

Wieder Mittagspause.

Sehr viel los zu tun in der Arbeit. Abends falle ich todmüde ins Bett, morgens stehe ich früh auf. Dazwischen gewinnt Österreich bei der WM 3:1 gegen Jordanien und ich spiele gestern abend noch Tennis mit unserer Runde aus Freunden und Freundinnen, die sich alle zwei Wochen trifft. Das war ein Geburtstagsgeschenk an einen von uns.

@Isabell80: Ja, der podcast klingt gut. Wusste ich nicht. Danke für den Tipp!

Ansonsten halte ich mich in der Pause wieder mal kurz. Weiter spielfrei ohne Suchtdruck ist vermutlich das Wichtigste im Moment. Rauchen - naja, keine guten Nachrichten. Weiter schwer süchtig.
Und am Dienstag, als der Rauchfrei-Kurs um 18h begonnen hat, war ich noch in der Arbeit und erst um 18.45h zu Hause. Da war es zu spät. Mir wurde angeboten, in den nächsten Kurs einzusteigen, aber auch der beginnt um 18h. Also das wird schwierig.

Ach ja, das Medikament. Das nehme ich jetzt seit Sonntag. Naltrexon. Ich habe schon den Eindruck, dass es noch zusätzlich unterstützt. Auf jeden Fall habe ich keine Nebenwirkungen und vertrage es gut bislang.

Zur SHG am Samstag wollte ich ankündigen, dass es bei mir diesmal erstmals klappt und ich dabei sein möchte, wenn das ok geht?
Es würde mich jedenfalls sehr freuen, einige Namen mit Gesichter zu verbinden und euch dort noch ein besser kennenzulernen.

Einen schönen, wohl zu heißen Tag wünscht,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Olli am 18 Juni 2026, 15:09:50
https://us02web.zoom.us/j/87305340826?pwd=UnFyMlB6bkwyTHU3NGVISWFGNSs2UT09#success
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 22 Juni 2026, 12:25:32
Hallo!

Wieder mal Mittagspause.

Erstmal möchte ich mich auch bedanken für die gute Zeit in der SHG am Samstag. Ich werde ab jetzt sicher regelmäßig daran teilnehmen, weil es mir sehr gut gefallen hat.

Mir geht es wieder besser als noch vor einer Woche. Ich schlafe wieder ruhig und durch in der Nacht, mit Ausnahme der Hitze vielleicht, aber generell ist der Schlaf gut und ich bin unter Tags gut gelaunt und wieder fröhlich. Derzeit denke ich von einem Tag zum nächsten und nicht an den gewaltigen Berg, der vor mir liegt.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich eine weitere, dritte Sucht neben dem Rauchen und dem Spielen hier öffentlich machen soll und will. Und ich habe mich dazu entschieden, es zu tun, weil ich vermute, dass ich damit nicht alleine hier bin. Ich würde mich gerne mit anderen Betroffenen darüber irgendwie austauschen. Außerdem ist wie schon mal erwähnt mit fast 50 Jahren die Zeit gekommen, wirklich alles auf den Tisch zu legen und die Süchte rigoros anzugehen.
Nun, ich bin sexsüchtig seit ich 18 Jahre bin. Das Spielen kam erst später mit 32 Jahren dazu. Und diese Sexsucht äußert sich dadurch, dass ich, sobald ich Geld zur Verfügung habe, ins Rotlicht gehe. Das heißt, weil die Frage in der SHG aufgetaucht ist, mein Trigger zu Spielen ist jener, Geld für Sex zu "verdienen". Das hat in der Vergangenheit mehrmals auch "funktioniert" und ist mir offensichtlich stärker ins Gedächtnis eingebrannt, als all die Verluste. Meine Schulden stammen auch ausschließlich von Krediten, die ich für die Sexsucht aufgenommen habe. Fürs Spielen habe ich, wie oben auch mal erwähnt, Schulden bei zwei meiner Freunde gemacht. Die vier und meine bipolare Freundin P. wissen auch alle von meiner Sucht, ins Rotlicht zu gehen. Als Sucht bezeichne ich es deshalb, weil es erstens einen gewaltigen Leidensdruck erzeugt, für Sex bezahlt zu haben und weil ein Kontrollverlust wie beim Spielen gegeben ist. Ich kann, wenn ich mal irgendwo im Rotlicht bin, nicht mehr aufhören Geld für Sex auszugeben, bis ich den letzten Euro ausgegeben habe.

Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, dass mir dieses Thema unangenehm ist und es mir auch nicht leicht fällt, darüber zu reden oder auch zu schreiben. Aber das ist der eigentliche Trigger bei mir für das Spielen. Dieser Überzeugung ist auch meine Therapeutin, die das genauso sieht. Ich weiß auch nicht, wohin ich mich mit dieser Sucht wenden soll, weil sie auf wenig Verständnis stößt und Männer, die ins Bordell gehen, je nach Perspektive natürlich auch als unmoralisch und abstoßend empfunden werden. Ich weiß nur, dass ich es nicht mehr will. Und ich weiß, dass es bei mir eine Sucht ist. Die schmerzt, weh tut und mich finanziell, aber auch emotional ruiniert.

Ich würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere hier, dem diese Sucht bekannt vorkommt, zum Austausch - natürlich auch gerne per PM - bei mir meldet. Ich bin wirklich für jeden Ratschlag oder Hinweis offen und dankbar!

Alles Liebe und einen schönen Tag,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 22 Juni 2026, 12:33:50
Hey Markus ,
Respekt für deinen Mut auch diese Sucht hier öffentlich zu machen .
Ganz sicher ist das der richtige Weg, denn wie soll dir hier irgendjemand helfen können , wenn du nicht komplett ehrlich bist ?

Ich bin ehrlich , vor 4 Monaten hätte ich deine Sexsucht vermutlich belächelt und es mit einem augenrollenden "Männer halt 🙄" abgetan .

Mit meinem heutigen Wissen über Sucht im allgemeinen , habe ich darauf jetzt eine andere Sicht !
Ich hoffe , du findest auch da einen Weg raus - Stell ich mir noch schwieriger vor , als das Spielen aufzugeben .
Nie wieder Spielen ok - aber nie wieder Sex ??
Vielleicht reicht da der Vorsatz : Nie wieder bezahlter Sex ?!

Ich drück die Daumen , dass sich der ein oder andere ebenfalls Betroffene bei dir meldet !

Liebe Grüsse, Isa

Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 22 Juni 2026, 12:49:36
Ich höre grade Ollis Stimme 😅


Wir streichen also das NIE WIEDER

Nur für heute !!!
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Roy1234 am 22 Juni 2026, 14:49:40
Hi Markus,

Respekt für die Darlegung deiner kompletten Probleme! Du bist hier auf einem guten Weg. Wobei es bei dieser Kombi zumindest von mir keine Ratschläge geben kann. Irgendwie muss aber definitiv die vorhandene Verbindung zwischen beidem gekappt werden. Es gibt aber meines Wissens auch auf diesem Gebiet Spezialisten. Zocken aufhören, trinken aufhören oder Rauchen aufhören, überall habe ich da Lösungen im Kopf. Sex? Kann ich mir persönlich auch nicht vorstellen gebe ich ehrlich zu. Ich nehme ja nicht wenn ich Bock habe zwei Steine und mache ein Sandwich bis nichts mehr geht.🙈🤷

Bis demnächst!

Grüße Roy
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 22 Juni 2026, 16:24:52
Danke fürs Kopfkino Roy 🤣🫣
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Ilona am 22 Juni 2026, 17:28:14
Hi Markus,
Guck mal hier https://share.google/dZHOxkOyV2g3R8NW1

Diese Klinik (Salus Klinik Bad Nauheim) wäre was für dich. Die behandeln Glücksspielsucht und Sexsucht und haben einen richtig guten Ruf.

LG Ilona
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: andreasg am 23 Juni 2026, 10:54:20
Hallo Markus,

ich wollte Gestern auf Deinen Beitrag etwas mit Dir tilen, habe so meine Erlebnisse niedergeschrieben, und auf den Button gedrückt, und dann waren sie - weg!
Kurze Zeit später kam ich zur Überzeugung, daß die Sexsucht auch eine Verbindung zur Spielsucht hat, und das ist nicht nur bei mir der Fall.
Ich erinnere mich an ein großes Treffen im Spätsommer 2000 von Spielsüchtigen. In einem geschlossenen Kreis, unter anwesenden Personen kann ich darüber sprechen. Es braucht elementar einen gepflegten Schutzraum, deshalb hate ich mich hier zurück.
Ich kann Dir auch einen Link anbieten:

https://anonyme-sexsuechtige.de/

,bin gerade selber den Selbsttest durchgegangen,

Ich wünsche Dir, daß sowohl eine Klinik, wie auch die Selbsthilfe Dir helfen mögen.

schöne 24 Stunden

Andreas
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 28 Juni 2026, 07:58:18
Guten Morgen!

Nach mehr als einer Woche melde ich mich in aller Herrgottsfrüh nach einer durchgemachten Nacht. Österreich ist bei der WM nach einem Drama in der 94. und 96. Minute weiter...Mannomann, das bedeutet mir gerade so viel! Kann weiter nicht schlafen...

Zuallererst das Wichtigste: ich bin weiter spielfrei und habe auf Grund der Hitze eine außerordentlich anstrengende Woche hinter mir. Ich musste auch am Samstag bei 38 - 39 Grad ohne Klimaanlage arbeiten und war daher zu müde für SHG gestern. Ich habe während der SHG ein paar Stunden vorgeschlafen für die lange Fußball-Nacht. Das soll aber die Ausnahme bleiben.

Nach meinem Outing hier vor mehr als einer Woche zum Thema Sexsucht bzw Rotlichtsucht möchte ich mich für die Reaktionen bei euch allen bedanken!!!
Wie schon gesagt, weiß ich ja selbst kaum bis gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Wichtig scheint mir jetzt mal zuerst, weiter mein Geld von W. verwalten zu lassen und zumindest nicht zu spielen. Dadurch besteht auch keine Chance, ins Rotlicht zu gehen. Aber ich habe gegenüber Freunden schon mehrfach gesagt, dass ich wohl mit einem Lottogewinn nicht glücklich werden würde, sondern den Gewinn ausschließlich für Sex ausgeben würde. Das kann ja keine Perspektive für den Rest des Lebens sein. Damit meine ich nicht, dass ich mit viel Geld rechne in Zukunft, aber als Perspektive ist es unsagbar traurig.

In diesem Sinne verabschiedet sich ein überglücklicher Fußball-Ösi in einen weiteren Hitzetag und erholt sich jetzt vom emotionalen Fan-Stress und einer harten Arbeitswoche...ich werde versuchen, die Intervalle hier wieder kürzer zu halten.

Alles Liebe aus Oberösterreich,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 05 Juli 2026, 16:50:09
Hallo!

Zwei Entschuldigungen vorweg: ich habe es nicht geschafft in der vergangenen Woche, mal zwischendurch die eine oder andere Nachricht von mir hier zu hinterlassen. Aber es tut sich einfach viel in meinem Leben, fühlt sich auch sehr lebendig an und ich komme kaum dazu, mich mal in Ruhe vor das macbook zu setzen und ein paar Zeilen zu tippen. Jetzt ist glücklicherweise wieder so ein Moment. Die zweite Entschuldigung gilt meiner gestrigen, zweiten Absenz hintereinander in der SHG. Ich wurde gestern am Nachmittag auf der Tankstelle in der Nähe beim Zigarettenkauf von zwei Cousins von mir, zwei Brüder, zufällig überrascht und daraus wurde ein etwas längerer Abend mit Quatschen über Kindheit, Eltern, unsere Lebensgeschichte und ein allgemeiner Austausch. Sie blieben bis in die späten Abendstunden und ich habe dadurch die SHG verpasst. Was mir leid tut, weil ich da weiter dran bleiben möchte.

Zu mir ein paar Zeilen: erstens bin ich weiterhin spielfrei und und befinde mich damit heute in meinem 40. Tag ohne Spielen. Das freut mich natürlich!
Dann hatte ich es wirklich geschafft in der vergangenen Woche, zwei Tage keine Zigarette zu rauchen. Durch schlechte Laune am Abend, der Gesellschaft von Rauchern und der Anspannung vor dem WM-Spiel Österreich-Spanien, (alles keine Ausrede natürlich, ich weiß!), habe ich mir wieder ein Packerl gekauft. Jetzt rauche ich wieder, will morgen aber wieder einen neuen Versuch am Wochenbeginn starten.

Das Nicht-Spielen fällt mir verhältnismäßig leicht, muss ich offen eingestehen. Aber wie schon gesagt, bin ich mir eben sicher, dass mein Trigger dafür ja die Rotlicht-Sucht ist. Die werde ich am Donnerstag wieder mit meiner Therapeutin besprechen. Und auch am Donnerstag am Abend habe ich dann wieder meine physische SHG-Gruppe in meiner Stadt.

Aufgrund der Kredite, die ich für die Rotlicht-Sucht laufen habe, dem Rauchen und der Alimente für meine studierenden Kinder ist es bei mir ohnedies finanziell etwas knapp. Jetzt ist auch noch meine Waschmaschine kaputt und mein altes Auto war in der Werkstatt für das jährliche Pickerl. Warum ich das erzähle? Weil ich im September 50 Jahre alt werde und da eine große Party plane, zu der ich zwischen 50-60 Personen einlade. Und derzeit meine größte Herausforderung ist, das Geld dafür zu sparen. Ich empfinde das aber als eine positive challenge und stelle mich ihr gerne. Denn letztlich freue ich mich schon ein Jahr lang auf diesen Moment, wenn meine Liebsten da sind und wir zusammen das Leben feiern.

@Rotlicht-Sucht: ich wiederhole hier meine Bitte, dass die Männer hier, die sich davon angesprochen fühlen und dieses Problem (Kontrollverlust, damit einhergehend Leidensdruck) gerne bei mir wie auch immer melden können, um sich auszutauschen. Denn mit welchem Mann ich auch immer darüber gesprochen, die Kombination zwischen Spielsucht und Rotlicht-Sucht ist mir bislang außer bei mir noch nicht untergekommen.

Ich wünsche allen einen angenehmen Sonntag Abend und einen guten Wochenstart morgen,
Markus 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 05 Juli 2026, 22:31:09
Hallo Markus !

Glückwunsch zu 40 spielfreien Tagen 👍🏼

Vielleicht wäre es gut , für deinen kleinen Aufruf zum Thema Rotlicht-Sucht einen neuen Thread aufzumachen .
Es lesen sich ja vermutlich nicht alle hier durch jedes Tagebuch und da geht deine Suche evtl etwas unter .
Nur so ein Gedanke von mir ...

Dir auch einen guten Wochenstart ( ohne Zigarette 😉)


Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 12 Juli 2026, 11:45:11
Hallo

Danke Isabell für den Hinweis. Das werde ich machen!

Ich bin noch immer spielfrei, heute ist der 47. Tag ohne Spielen. In der Zeit hat sich auch bei mir viel getan und sogar das Thema mit dem Rotlicht bekommt neue Facetten. Egal hier, das werde ich in einem eigenen Thread versuchen anzugehen, dieses Thema.

Ich bin auf jeden Fall durch die 46 Tage ohne Spielen viel bewusster im Leben. Mein Selbstbewusstsein, meine Freude am Leben und mein Bewusstsein, was gut für mich ist und was nicht, sind viel ausgeprägter als noch vor einigen Wochen. Mir geht es also derzeit rundherum gut, auch wenn ich gerade eine neue (gebrauchte) Waschmaschine angeschafft habe und die Geburtstagsparty im September schnell herankommt.
Mit meiner Therapeutin, die ich einmal im Monat sehe, habe ich diese vergangenen 30 Tage intensiv besprochen und bis auf das Rauchen, das ich nicht in den Griff bekomme, sind wir uns einig, dass ich auf einem guten Weg bin.

Auf dem ich auch bleiben werde.
Alles Liebe und einen schönen Sonntag,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 23 Juli 2026, 20:47:48
Hallo aus Oberösterreich!

Ich freue mich heute über meinen 58. spielfreien Tag in Folge.
Worüber ich weniger happy bin, ist mein Krankenstand seit Anfang der Woche. Ich habe mir vergangenen Donnerstag zwei Rippen beim Volleyball gebrochen. Am Freitag und am Samstag war ich noch mit beinahe unerträglichen Schmerzen in der Arbeit, danach ging nichts mehr. Nicht mal mehr Autofahren. Was zu meinem Job unbedingt dazu gehört.

Nun sitze ich die meiste Zeit herum, was weniger schmerzhaft ist als die Liegeposition. Gehen geht auch noch. Alles andere an Bewegung mit dem Körper ist zum Kotzen.

Das Ganze hat mit Sicherheit auch Auswirkungen auf meine große Geburtstagsfeier Ende September zum 50er, die ich finanziell zu stemmen habe. Ich brauche finanziell ja meine Zulagen und meine Überstunden am Samstag. Beides geht mir jetzt für einige Wochen, solange eben der Krankenstand dauern wird, verloren.
Das einzig Positive an der Situation ist, dass ich nicht mehr rauche, um wenigstens hier bei den Ausgaben zu sparen.

Ansonsten kann ich leider nichts Neues berichten.
Ich wiederhole hier aber nochmal meinen Aufruf, mir in "Glücksspielsucht Allgemein" im thread "Glücksspielsucht und Rotlicht-Sex" zu schreiben, wer auch immer sich davon angesprochen fühlt. Ich freue mich auf jeden Fall über jeden Betroffenen, dem es ähnlich geht und mit dem so ein Austausch möglich ist.   

Einen schönen Abend,
Markus 
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 26 Juli 2026, 15:16:14
Hey Markus ,
Autsch - das klingt echt schmerzhaft!
Wünsche dir eine schnelle Genesung und dass du die benötigte Kohle für deine anstehende Feier dennoch zusammen bekommst .

Glückwunsch zur Rauch und Spiel- Freiheit !!
Schönen Sonntag !
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 13 August 2026, 15:03:49
Hey 👋
Was machen die Rippen inzwischen ?
Und wie läuft die Partyvorbereitung ?
Ich hoffe , es geht dir gut und du bist weiterhin Rauch und Spielfrei !
Liebe Grüße
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: markus_anton am 14 August 2026, 17:59:00
Hallo Isa!

Lieb, dass du fragst!
Ich war jetzt länger nicht hier im Forum. Ich bin im Krankenstand viel unterwegs mit meinen Freunden, von denen auch gerade einige Urlaub haben. Entweder in Linz oder in der Nähe im Salzkammergut an den herrlichen Seen und spiele dort mit ihnen vor allem Volleyball. Nein, Scherzerl!

Da wären meine beiden Rippen aber ordentlich beleidigt. Der ungeschickte Volleyball-Unfall ist mir am 16.07. passiert, seitdem sind mehr als vier Wochen vergangen und mir geht´s schon um einiges besser. Schlafen in der Horizontalen, Lachen, Leben ohne Schmerztabletten, alles wieder möglich!!!
Am Dienstag hatte ich die zweite Kontrolle seit dem Vorfall und die behandelnde Ärztin und ich haben den 31.08. als Wiedereinstieg in die Arbeit gemeinsam festgelegt. Die Röntgenbilder sehen gut aus, sagt sie, die Rippen wachsen so zusammen, wie sie sollen. Alles gut von daher. Dann waren es sechs lange Wochen Heilungsphase und Krankenstand. Ich war diese Woche auch zweimal in der Arbeit, um meine KollegInnen wieder mal zu sehen und meinen Vorgesetzten über den Verlauf zu berichten. Es war auch das sehr schön, wieder mal die bekannten Gesichter zu sehen. Alle sagten, ich wirke so erholt!!!
Und wirklich, in den vergangenen ein bis zwei Wochen, seitdem die schlimmsten Schmerzen verschwunden sind, geht´s mir richtig fein und ich genieße den Sommer. Nicht die Hundshitze von 40+, wohlgemerkt.

Ja, die Geburtstagsparty kommt mit Riesenschritten auch näher natürlich. Inhaltlich bin ich ja mit Einladungen verschicken, Hotel-Reservierungen, private Unterkünfte organisieren und musik-playlist bestens vorbereitet. Mit dem Gastronom, in dessen Lokal die Party stattfindet, gibt es Ende August/Anfang September ein letztes Gespräch über die exakten finanziellen Modalitäten. Wobei schon viel im Vorfeld abgeklärt wurde. Und ja, ich habe einen Finanzplan, wie ich die Party bezahlen werde...ich habe meine kleinen und größeren Online-Kredite umschulden lassen, zahle jetzt eine niedrigere monatliche Kreditrate und bin voll versichert (was ich vorher nicht war). Und ein bisschen etwas hatte ich ja immer auf der Seite, weil ich das monatliche Gehalt weiterhin an W. überweise. Und dort ist es gut aufgehoben und geparkt.

Jetzt zum richtigen Highlight: meine 27-jährige Tochter war am Wochenende auf einen ihrer seltenen Besuche in Oberösterreich. Sie hat einen neuen Freund, der in Wien lebt und aus OÖ stammt, und ihn und seine Familie hat sie besucht. Im Zuge dessen war sie am Samstag für einige Stunden bei mir in der Stadt und wir hatten mit meinen Eltern ein fröhliches Gespräch im Garten. Dasselbe war am Montag auf ihrer Rückreise nach Wien der Fall. Allerdings dann schon mit ihrem Freund, den ich somit kennenlernen konnte. Ihr Glück mit ihm und umgekehrt macht mich überglücklich!!!

Im Krankenstand habe ich wieder zu lesen begonnen. Was eine pure Freude ist und ich solange vermisst habe. Weil im Alltag meist keine Zeit dafür ist oder ich schlicht zu müde bin. Derzeit lese ich von Heinrich Steinfest das Buch "Der Allesforscher". Vielleicht kennt das ja jemand?

Zum Abschluss das wichtigste Thema hier für das und im Forum: ich bin weiterhin spielfrei. Aber ich rauche wieder, die Rauchabstinenz war kurz. Das einzig Positive von dieser Sucht ist, dass ich deutlich weniger rauche, weil die Zigaretten in der Arbeit wegfallen...

Alles Gute (im Kampf gegen Täuschalot) aus OÖ,
Markus
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: andreasg am 15 August 2026, 11:01:17
Hallo Markus,

schön von Dir zu lesen, und ich freue mich, daß Du auf dem Weg bist! Ja ich muß hin und wieder überlegen, was Kürzel wie OÖ bedeuten, aber iich bin ja mit dem Kürzel ÖBB vertraut, zumindest auf meiner Reise von Hannover nach Oberstorf im Jahr 2008. Oberösterei ist so tief mit Musik verbunden, das ist schon ein großes Reizthema für mich, aber mein Status ist, nicht mehr reisefähig zu sein. Dafür Danke für Deine Ausführungen.

Was ish bemerkenswert finde, Deine Tochter teilt ihr Glück mit Dir, und Du nimmst das glücklich an. Es ist doch eine wunderbare Freiheit, seine Hände zu öffnen, und loszulassen. Ich kann die Tiefe dieser Gefühle nicht ausdrücken, aber ich sehe es als Hoffnung für unsere Welt an, wenn junge Menschen zueinander finden und deren Kinder berhalten soziale Aufmerksamkeit, können diese weitergeben, und damit wird unsere Welt wieder smarter. Das ist ein großes Thema mit meinem Physiotherapeuten. Meine Erkenntnis sagt ja aus, daß Geist, Seele und Körper sich zusammenfügen, und ich glaube, das geschiet auch in der gewonnenen Spielfreiheit.

schöne 24 Stunden

Andreas
Titel: Antw:Mein erster Tagebucheintrag
Beitrag von: Isabell80 am 04 September 2026, 09:22:20
Moin Markus !
Glückwunsch zu 100 spielfreien Tagen !!!
Hoffe es geht dir gut .