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Eltern

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Offline Olli

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Eltern
« am: 10 Oktober 2013, 14:37:53 »
Hallo zusammen!

Heute möchte ich noch einmal etwas zu meiner aktuellen Situation schildern.

Im vorletzten Jahr hatte ich ja einen Brief von Jan und Nicole (Schwager und Schwester) erhalten, mit dem sie mich unter Druck gesetzt haben, dem GU einen Vergleichsvorschlag zu unterbreiten.
Letztlich habe ich es getan und siehe da - wie von mir erwartet - geschah nix.
Meine Schwester und mein Schwager haben es wohl irgendwann dann auch zumindest zum Teil kapiert und wir haben uns wieder vertragen.

Der Samstag wurde zum zusätzlichen Arbeitstag, an dem wir regelmäßig in den Häusern und an den Außenanlagen gearbeitet haben.
Alleine dieses Jahr haben wir die Abluft für die Wohnraumlüftungen angeschlossen, nach aussen und von dort in die Lichtschächte geführt.
Damit verbunden waren nicht nur Abdichtungsarbeiten, sondern auch jede Menge Buddeleien.
Dann haben wir 2 Terrassen - die Kantsteine hatten wir letztes Jahr noch gesetzt - mit Schotter und Split aufgefüllt, verdichtet und mit Terrassenplatten verlegt.
Wir haben den Untergrund für ein Gartenhaus geschaffen und dieses aufgestellt.
Zusätzlich haben wir noch Regenrinnen angebracht und Leitungen zu Sammelbehältern verlegt.
Neben ein paar weiteren Kleinigkeiten in meinem Haus habe ich Jans Kellertreppe gefliest und Sockel gesetzt.
In der Einfahrt haben wir drei mal zwei ACO-Rinnen befestigt und mussten dazu teils umfangreich bis an die Abwasserleitungen runterbuddeln, um sie dort anzuschließen.
Dann haben wir hinter Jans Gartenhaus noch eine Fläche vorbereitet, dort soll ein Planschbecken für die Kinder aufgestellt werden.
Haben hier Kantsteine gesetzt und den vorhandenen Mutterboden, ca. 3,5 m³ zu mir nach Vorne gebracht und dort verteilt.
Zusätzliche 4 m³ neuer Mutterboden kamen oben drauf, es wurde eingesäht - und nun darf ich regelmäßig Rasen mähen.
Das Loch bei Jan wurde dann mit dem kiesigen Boden aus der Einfahrt wieder aufgefüllt und verdichtet.
Leider mussten weitere 2 m³ aus der Einfahrt bei mir erst einmal zwischengelagert werden - sie landen Eimer für Eimer in unseren braunen und schwarzen Tonnen.
So hoffe ich, dass diese Erde bis zum Frühjahr entsorgt ist, damit ich an dieser Stelle die Vorbereitungen für mein Gartenhäuschen treffen kann.
In die Einfahrt sind an zwei Wochenenden bereits jeweils 10 m² Grauwacke von uns eingebracht und verdichtet worden.
Leider reicht es immer noch nicht, es fehlen bestimmt immer noch rund 4 m³.

Joh ... das war es so im Großen und Ganzen ...

Schön war, wie ein Nachbar eines Tages bei uns vorbeispazierte. Ich buddelte den Dreck aus der Einfahrt und war gedanklich total fixiert darauf, was ich denn heute noch so alles schaffen könnte.
Er sprach mich an - grüßte und meinte dann:
Hör mal Olaf ... Ich sehe Euch seit ja fast drei Jahren nahezu jedes Wochenende irgend etwas brasseln ... denkt Ihr auch dran mal ne Pause zu machen?

Ich war richtig baff ... habe mich über die Anerkennung aus Mimik, Klangfarbe der Stimme und Körpersprache richtig gefreut.
Ein entfernter Bekannter machte sich Sorgen um uns.
Wow ...
Mit einem Male waren alle Erwartungen an mich selbst (dies oder Jenes kannst Du gleich noch machen) wie weggewischt.

OK, die Überschrift dieses Themas lautet aber ja Eltern und nicht "was habt Ihr alles geschafft" ...

Mitte Juli saß ich mal wieder bei meinen Eltern auf der Terrasse.
Absolut penetrant erklärte ich meinem Vater mal wieder, wieso ich nicht gegen den GU klagen möchte - dass ich den Mutterboden noch nicht bestellt hatte, weil ja Material noch zwischengelagert werden muss und und und ...

Nein, dass waren keine "Erklärungen" mehr - das waren Rechtfertigungen.
Egal was ich sagte, alles war falsch - "ER" würde das ja alles ganz anders und besser machen und überhaupt würde "ER" sich vom GU nichts gefallen lassen ...
Dazu brachte er dann Beispiele, die realitätsfremder gar nicht mehr sein konnten.

Also habe ich ihm gesagt, das sind alles Dinge, die ich zu entscheiden habe und nicht er.
Seine Art zu kritisieren sei kein wenig hilfreich.
Als er weiterhin bohrte und bohrte und bohrte und dabei nicht ein einziges Wort meiner zuvor erbrachten Rechtfertigungen berücksichtigte, habe ich ihm gesagt, dass ab sofort ihn diese Themen nichts mehr angehen und ich sie nicht mehr mit ihm besprechen möchte.

Bereits im letzten Jahr gab es (auch zum wiederholten Male) einen solchen Disput, der in Beleidigungen und Demütigungen meiner Person mündeten.
Ich habe mich da ein paar Wochen von ihm fern gehalten und bin letztlich (weil meine Schwester an diesem Tag Geburtstag hatte - und meine Eltern wahrscheinlich dann nicht zu ihr gekommen wären - wegen mir) zu ihnen hin gefahren und habe klipp und klar gesagt, dass ich mit seinem Verhalten nicht klar komme.
Wahrscheinlich wurde es aber wohl so interpretiert, dass ich einen Fehler zugegeben hätte?

Nun - auch dieses Mal ließ mein Vater nicht mehr locker.
"Du bist faul" - somit fing es dann an. Was das mit den Themen zu tun hatte, weiss ich nicht. Diese Aussage sollte mich verletzen - tat es aber nicht.
Das Einzige, was ich verspürte, war Resignation - "nicht schon wieder" dachte ich.
Ich bin seelenruhig aufgestanden, habe nur den Kopf geschüttelt und habe mich verabschiedet.
Meine Mutter kam hektisch auf mich zu und wollte mich beschwichtigen, damit es nicht eskaliert.
Ich war aber ruhig.
Als ich schon fast draussen war, kam jedoch noch ein Satz hinterher:
"Wenn ich gewusst hätte, wie faul Du bist, hätte ich niemals bei Dir Fliesen verlegt!"
Ich bin wortlos gegangen ... eine Diskussion hätte überhaupt keinen Sinn gehabt.

Doch dieser eine Satz hat seine Wirkung bei mir hinterlassen.
Ich weiss, dass ich nicht faul bin ... der Nachbar hat es mir ja auch ein paar Tage später bestätigt.
Der zweite Teil des Nachrufes hat mich verletzt.
Seine Wirkung hat sich aber erst nach und nach breit gemacht.

Was für ein armseliger egozentrischer Mensch.

Diesen Begriff hört man ja schon mal - doch was bedeutet er?
Ich habe lange nach einem Wort gesucht, der meinen Vater beschreibt.
Keine Ahnung, ob ein Profi ihn nutzen würde - ich habe keinen besseren gefunden.
Wenn ich mir die Erklärungen im Netz so anschaue, dann passt er wie Faust aufs Auge.

Die eigene "objektive" Wahrnehmung ist vollkommen durch seine "subjektive" überlagert.
Stößt er auf Wiederstand, dann geht er über Leichen um seine Ziele zu erreichen.
Da war noch mehr, aber diese zwei Punkte reichen mir hier schon.

Mein Gott - mein ganzes Leben habe ich damit verbracht, von ihm Anerkennung zu erhalten.
Als es mit dem Fliesen losgehen konnte, da sagte er: Ich mache das gerne, Du hast mir auch immer geholfen.
Das war für mich ein riesiges Geschenk - durch die o.g. Worte von ihm ist es zerstört.

Im letzten Jahr plapperte meine ältere Schwester die ach so typischen Worte meines Vaters vor mir aus, ich müsste ihm ja so dankbar sein - ich wäre ihm was schuldig.
Ich bin ihm nichts schuldig - absolut gar nichts.

Stellt Euch vor, ich hätte mir zwischenzeitlich Geld bei ihm leihen müssen!
Jetzt - da würde er mich damit unter Druck setzen - mich erpressen.

Ihr kennt ja noch nicht die ganze Geschichte:
Nach dieser Eskalation bin ich ganze drei Wochen nicht mehr bei ihnen gewesen.
Gesehen habe ich sie trotzdem bei meiner Schwester einmal die Woche.

Als ich dann am 10.08. - einem Samstag - wieder mit Jan den ganzen Tag draussen geackert hatte, läuteten zwischendurch die Familienbuschtrommeln ...
An meinen Geburtstagen backe ich seit ewigen Zeiten einen Kuchen für die gesamte Familie.
Es ist also Tradition, dass man sich nachmittags oder abends trifft und die Zeit miteinander genießt.
Die Buschtrommeln flüsterten: Rufe lieber mal an und lade ein ...
? ? ? Was sollte das denn? Zitat meines Vaters: Innerhalb der Familie braucht es nicht zwingend eine Einladung.
OK - Schwamm drüber ...
Abends also raus aus den Arbeitsklamotten, unter die Dusche ... ab ins Bett, Entspannung für die geschundenen Muskeln (und Rücken) suchend.

Ich nahm also mein Handy und rief an.
Am anderen Ende - meine Mutter - mein Vater war nicht da.

"Ja, Olaf - schön dass Du anrufst und uns einlädst. Deinem Vater reicht das aber nicht ... komme Du heute noch oder morgen vorbei - Dein Vater will das so - Du warst drei Wochen nicht mehr hier ..."
Etwas später: "Wenn Du nicht erst vorbei kommst, dann kommt er morgen auch nicht zu Deinem Geburtstag."

Ich bin aus allen Wolken gefallen. Zunächst hatte ich ja noch gesagt, dass ich für heute definitv platt bin und morgen früh erst das Haus sauber machen muss und dazu noch den Kuchen backen.

Doch hier war schluss. Habe gefragt was das denn sollte? Wieso musste ich erst zu ihnen kommen?
"Dein Vater will das so ..."
Ich sagte, ok Mama - Ihr seit herzlich eingeladen - heute komme ich definitiv nicht mehr - morgen früh muss ich schauen - und wenn mein Vater meint, er kommt nicht zu mir, dann ist das seine Entscheidung - und dann kann er auch gerne da bleiben.

Für mich stand hier schon fest - ich soll "klein" gehalten werden - ich soll angekrochen kommen ... mir sollte in Erinnerung gebracht werden, wo mein Platz ist - am unteren Ende der Leiter.

Nun, ich war den ganzen Morgen ausgelastet und meine Eltern sind beide nicht erschienen.

Nachmittags bekam ich dann von meiner älteren Schwester zu hören: Mama hat Dich doch angerufen, Du solltest vorbei kommen.
Es ist also bereits darüber mit ihr gesprochen worden - und mir wurde eine "Schuld" zugewiesen.
Hier musste ich zunächst einmal schildern, dass ich nicht einsehe, mich benutzen zu lassen, damit das Ego meines Vaters aufpoliert wird.
Ich lasse mich hierfür nicht mehr mißbrauchen - Punkt!

Zwischenzeitlich ist eine meiner Nichten eingeschult worden.
Doch der Tag war definitiv nicht der Richtige, um Fronten zu klären.
Sie haben mich beide wie Luft behandelt.

Nun kommt die Krönung: Vorgestern hatte ich einen Umschlag in meinem Briefkasten.
Darin mein eigener Haustürschlüssel, den ich bei ihnen deponiert hatte.
Ein kleiner zusammengefalteter Zettel war auch darin.
Keine Anrede, kein Gruß - keine einzige Höflichkeitsfloskel.
"Ich möchte mein Werkzeug wieder haben (ganz). Ich möchte meinen Haustürschlüssel zurück haben."
Das Wörtchen "ganz" war zudem noch über- und unterstrichen.

Was für eine Egozentrik.
Er benötigt sein Werkzeug gar nicht - es liegt bei ihm nur im Regal in der Garage oder auf dem Speicher rum..
Er weiss, dass ich knapp bei Kasse bin und fordert mich somit auf, mir selbst Werkzeug zu kaufen.
Er will mich also aktiv "schädigen", weil ich bestimmte Werkzeuge einfach noch benötige. Das ist niederträchtig.
Nun, er bekommt es zurück - eine 15 Jahre alte Maschine ist uns letztens kaputt gegangen - einen Ersatz habe ich schon neu gekauft.
Ich will von ihm nichts mehr haben.

Im Gegenteil - ich werde nun ohne Rücksicht auf Verluste das Geld fordern, welches meine Mutter für mich verwahrt hat.
Mit dem Beginn meiner Abstinenz habe ich ihr mein monatliches Taschengeld gegeben.
Brauchte ich Geld, nahm ich es heraus und schrieb auf wieviel ich entnommen hatte.
Im Laufe der Zeit sammelten sich so ein paar hundert Euro an, weil ich eben weniger benötigt hatte, als vorher abgehoben.
Die Liste müsste noch existieren.

Meine Mutter hat immer das gemeinsame Geld von ihr und meinem Vater verwaltet.
Einmal im Jahr bekam sie dann die Hölle heiß gemacht, weil ja angeblich viel zu viel Geld ausgegeben worden ist.
Was mein Veter aber nicht sah und meine Mutter ihm auch nicht erklärte oder erklären konnte - mein Vater war derjenige, der "zu viel" augegeben hatte.
Meine Mutter hat sich nie irgendwelche Extravaganzen geleistet.
Und so hat sie um ihre Buchführung zu schönen mein Geld in den Haushalt einfließen lassen.
Vor drei Jahren habe ich sie zuletzt daran erinnert, dass mir noch ca. 850 € zustehen.

Wahrscheinlich werde ich es nie erhalten. In meiner aktiven Zeit noch hörte ich öfters meinen Vater auf der Bodeneinschubtreppe zum Speicher stehen - oben Fliesen hin und her schieben.
Eines Tages gab es ein großes Getuschel - aufgeregte Wortfetzen drangen durch die Zimmertür.
Ich öffnete sie und fragte nach, was denn sei ... lange Rede kurzer Sinn - er hatte dort auf dem Speicher 1000 DM versteckt und die waren weg.
Ich weiss ganz genau - ich war es nicht, der das Geld genommen hat - doch genau das wurde mir vorgeworfen.

Wisst Ihr was ich neben meiner Wut und Enttäuschung noch für ihn verspüre?
Es ist pures Mitleid.
Er ist jetzt 73 Jahre alt - hat früher im Accord gearbeitet.
Heute sitzt er den ganzen Tag in seinem Sessel - liest die Bild und schaut sich "Britt" an.
Er ist viel zu dick und schafft es schon lange nicht mehr, sich die Socken selbst anzuziehen.
Er ist dermaßen unzufrieden mit seinem Leben, dass er mich mißbraucht, um sich selber aufzuwerten.
Das ist erbärmlich ...

Ich danke Euch fürs Lesen.
Mir schwirren noch so viele Interpretationen durch den Kopf, doch ich denke, dieser Beitrag ist so schon lange genug.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline andreasg

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Re: Eltern
« Antwort #1 am: 10 Oktober 2013, 16:14:36 »
Hallo Olaf,
das schmerzt und es tut auch gut, Deine Worte zu lesen.Gerade weil ich Dein Handling wohl zu schätzen weis. Wie soll ich - man sich auds der Welt der Unterdrückung, durch Minderbewertung  befreien, wenn ich - man alleine in dem Ansehen bin. - Gut, daß die Zeit auch den 1000 DM Schein zerfrisst.
Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann ist eine herausragende Charakterstärke.
Auch wenn es mir so schwer fällt: mich selber aushalten und still werden und dankbar zu sein
für einen Tag ohne Spiel,
für ----
Mein Vater liegt  nun 1 1/2 Jahre im Friedewald. Den Frieden wünsche ich ihm.
So llangsam - leise komme ich jetzt an die Trauer
weil ich erkannte
im tiefen Kern des Egomanen
findet sich ein leidendes
ein liebendes Herz
nun denn, die Weisheit, es zu verstehen
ist allemal' wertvoller als ein steinernes Herz.

Liebe Grüße
Schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #2 am: 19 Oktober 2013, 17:48:29 »
Danke Andreas!

Nun, es ist wieder etwas "passiert".

Letzten Dienstag habe ich angefangen, das Werkzeug ins Auto zu laden.
Leider habe ich zwei mal morgens verschlafen und habe das Werkzeug mit mir herum gefahren.

Donnertag Morgen dann ein Anruf auf der Arbeit:
"Olaf, hier ist Dein Vater ... Wenn Du nicht bis heute abend das Werkzeug vorbeigebracht hast, stehe ich morgen bei Dir auf der Arbeit und stelle Dich dort bloss."

Mein Gott - ich war perplex - zuhächst, weil er anrief - ich fing an mich zu freuen.
Dass kein Gruße existierte hätte mich noch nicht mal gestört.
Doch als er mir die Drohung entgegenschleuderte, habe ich tatsächlich den Hörer vom Ohr genommen und ihn ungläubig angestarrt.
Als er weiter wettern wollte ... habe ich ohne ein Wort zu sagen aufgelegt.

Mir war heiss und kalt zugleich - die nächste Stunde bekam ich Kopfschmerzen.
So lange brauchte ich auch, um mich aus meiner Ungläubigkeit zu befreien.
Unfassbar ... was sollte das?
Nicht die Spur von ein wenig Selbstreflektion.
ER hat absolut nichts falsch gemacht.

Ich bin nach der Arbeit sofort vorbeigefahren und habe ihm das Zeug vor die Tür gestellt.

Gleichzeitig habe ich einen 4 seitigen Brief und den Haustürschlüssel in den Briefkasten geworfen.

Im Brief war ich absolut nicht zimperlich - im Gegenteil.

Aber auch dieser Brief hat nicht den Hauch einer Einsicht erzeugt.
Im Gegenteil - Jan hat mir gerade mitgeteilt, dass mein Vater mit mir "durch" ist.

Nun denn, dann soll es so sein.

Bin jetzt mal gespannt, ob das Geld irgendwann eintrudelt.
Ob ich mal abends in die Kneipe gehen soll, um ihn dort als Dieb bloss zu stellen?
Soll ich ihn anrufen und ihm damit drohen?
Nein - natürlich nicht - soll er damit glücklich werden.

Meine Schwester bakam zu hören, dass meine Eltern nicht mehr zu Familienfeiern etc kommen werden, wenn ich dabei bin.
Daraufhin hat sie sich klar und deutlich wohl dahingehend geäußert, dann könne er ganz fern bleiben, da sie und ihre Familie sich neutral verhalten wollen und auf diese Art nicht "wählen" wollen.
Komisch ... da hat er eingelenkt ... später sich noch mal telefonisch entschuldigt.

Ach ja - der Grund für seinen Druck auf mich wegen des Mutterbodens:
Er ist in der Kneipe mehrfach angesprochen worden, wieso es bei mir denn im Garten nicht weiter ginge.

Ihm ist das Gewäsch anderer Leute also wichtiger als meine Entscheidungen?

In mir macht sich da eine riesige Resignation breit aus der dies hervorgeht:
Dann bleibe wo der Pfeffer wächst.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #3 am: 20 Oktober 2013, 12:06:43 »
Guten Morgen!

Tja ... wir zwei sind schon ein paar richtige Sturköpfe.
Eigentlich können wir nicht mit aber auch nicht ohne einander.

Ich habe gestern eine Mail erhalten - Danke Claus, dass Du mich in Deinen Verteiler aufgenommen hast.
Darin die Ankündigung eines Seminares, in dem jemand sein Buch zum Thema macht.
Ich bin dem angegebenen Link gefolgt und bin zur Leseprobe vorgestossen.

Darin geht es um das Selbstwertgefühl.
Wenn ich versuche, uns beide in den Zeilen zu erkennen, wird mir echt anders ...

Wir unterscheiden uns gar nicht so sehr.

Ich werde mir das Buch kaufen und dann mal schauen.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #4 am: 21 Oktober 2013, 15:49:10 »
Hi!

Ihr habt gefragt, ob ich zu radikal oder zu streng mit mir selbst bin.

Das hat definitiv etwas mit meinem Selbstbildnis zu tun.
Ich möchte gerne, dass mein "Sosein" akzeptiert wird, wie es ist.
Dies wird es aber nicht - viel zu oft, wie auch jetzt gerade wieder, werde ich in den Dreck gezogen - nicht weil ich es "verdient hätte", sondern weil die Personen merken - greife ich den Olaf an, dann zieht er sich zurück - ich gewinne.

Wenn ich dies ändern will, dann - vielleicht gibt es da einen besseren Weg (?) - grenze ich mich mittlerweile von dem Verhalten der Person ab.

Ich bin argwöhnisch geworden im Laufe der Jahrzente.
Lasse niemanden an mich heran, weil ich immer befürchte, gleich ist es wieder soweit ...

War/Bin ich bei meinen Eltern - bei meinem Schwager, meinen Geschwistern, meinen Freunden - dann habe ich immer dieses unterschwellige Gefühl, fehl am Platze zu sein - unerwünscht zu sein.

Mein Verstand sagt mir - was für ein Blödsinn - mein Gefühl jedoch ...

H-P. Röhr beschreibt dies als das "geheime Programm" - das Gefühl nicht willkommen zu sein - das "fehlende Urvertrauen".

Wenn ich daran zurückdenke, wie Jan im letzten Jahr vor mir stand und mir sagt: "Du bist mein bester Freund!" - dann erinnere ich mich sehr wohl auch an die panische Ungläubigkeit in mir.
Ich erinnere mich an meinen Fluchtreflex - dem ich aber nicht nachgegeben habe.
Es darf doch nicht sein, was nicht sein darf ...

Ich erinnere mich aber auch schmerzlichst daran, dass es Jan sehr weh getan hat, dass ich ihm dies nicht ebenso sagen konnte.

Ich lebe das "geheime Programm" - ob ich es will oder nicht.
Es ist wie eine Zwangsjacke, aus der es kein Entkommen zu geben scheint.

Und leider erfahre ich immer wieder eine Bestätigung, die ich sehr wahrscheinlich viel härter empfinde, als sie beabsichtigt waren.

Bin ich deshalb so rigoros zu mir?
Schließlich weiss ich doch, dass ich durchaus Fehler machen darf.
Ich will nur nichts falsch machen?!

Jan hat gestern meinen Pedantismus im Rahmen der gemeinsamen Arbeiten an und in unseren Häusern angesprochen.
Er sagt selbst, dass er mich manchmal gerne zum Mond geschossen hätte - auf der anderen Seite jedoch konnten wir darauf gut aufbauen bei den Folgearbeiten - und wir haben bisher eine Menge Geld eingespart, weil wir die Sachen selbst und genau so gemacht haben, wie ich es angeregt habe.

Ich bin der, der ich bin.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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freitagessen

Re: Eltern
« Antwort #5 am: 21 Oktober 2013, 18:31:21 »
"Ihr habt gefragt, ob ich zu radikal oder zu streng mit mir selbst bin."


Nö Olli...

Rainer
« Letzte Änderung: 21 Oktober 2013, 18:58:24 von freitagessen »

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Offline Ilona

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    • Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Re: Eltern
« Antwort #6 am: 22 Oktober 2013, 10:02:30 »
@Olli: Ich kenne dich ja fast nur online, daher kann ich das nicht wirklich sagen. Aber ich habe zumindest den Eindruck, dass Du manchmal schon ein bisschen streng zu dir bist.

LG Ilona
Juristische Beratung: Kanzlei Kraft, Geil und Kollegen / Bielefeld http://www.kguk.de/
Ansprechpartnerinn: Dr. Iris Ober und Juliane Brauckmann  (Fachanwältinnen für Bankenrecht)  Terminanfragen: 0521-529930
Weitere Infos  hier: https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php?topic=3737.0

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #7 am: 25 Oktober 2013, 12:01:18 »
Hi Ilona!

Ich versuche auch in einem anderen Forum gerade mein Selbstbildnis zu beleuchten.
Dazu greife ich immer wieder mal ein paar Begriffe aus der Leseprobe auf und versuche zu formulieren, wie es in mein Leben passt.
Ich denke dies beschreibt ein wenig die Strenge, die ich ja selbst auch gar nicht will.

Also ... weiter geht es ...

Mein Selbstbildnis ...
Der Autor schreibt, dass uns unser Selbstbildnis ständig begleitet.
Wenn ich auf mich selbst schaue, dann trifft es voll zu.
Ich habe gelernt, sei sauber und gepflegt - Arbeite hart - "schaffe" Dir etwas.
Ich habe jetzt ein kleines Häuschen - auf zwei Etagen verteilen sich 73 m².
Im EG ein kleiner Flur - eine Gästetoilette - ein großes Wohnzimmer und offener Küche.
Von hier geht es in das Obergeschoss - direkt in mein Schlafzimmer - daneben ein Badezimmer mit Badewanne und bodengleicher Dusche.
Zusätzlich gibt es noch einen Keller mit kleinem Flur, Hobbyraum und Waschküche.
Brauche ich diese Fläche? - Nein - eigentlich nicht.
Ich putze mir hier echt einen Wolf - nicht dass ich übertrieben reinlich wäre ...
Doch auf meinen gewünschten dunklen Fliesenboden ist jeder Krümel zu sehen und mich beherrscht dann der Gedanke, was denn wohl Andere von mir halten, wenn sie dies sehen würden.

Wie kam es zu dem Gedanken zu bauen?
Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Eigentumswohnung.
Anstatt zur Miete zu wohnen, wollte ich lieber in eine Immobilie investieren.
Zwei Jahre habe ich gesucht und habe nichts in der Nähe gefunden.
Vielleicht war mein Anspruchsdenken auch zu hoch?
Wollte ich vielleicht den Schritt in die Eigenständigkeit gar nicht wagen - oder hinauszögern?
Wollte ich, wie ich es gelernt habe, etwas vorweisen, auf das ich stolz sein kann?
An Allem ist wohl etwas wahres dran.

Jan und Nicole heirateten (Schwager und jüngere Schwester). Sie zogen in eine eigene Wohnung - erst nach Monheim, dann hier in diesen Ort - nach Frankfurt und wieder zurück.
Bei jedem Umzug war ich dabei - sie blieben, als sie in Monheim und in Frankfurt wohnten - oft am WE bei uns.
So kam es, dass ich mich mit Jan anfreundete und ich mit ihm darten ging.

Irgendwann kam Jan auf die Idee, gemeinsam zu bauen.
Obwohl ich daran - wenn ich ehrlich bin - überhaupt kein Interesse hatte - sagte ich zu.
Wir scheuten uns Grundstücke an - Fertighäuser - irgendwie war das alles nicht das Wahre.
Dort war der Grundstückspreis zu hoch - dort musste mit weisser Wanne gebaut werden.
Die Fertighäuser waren einfach nur "billig" - und diese "Musterhäuser" fielen schon bei der Besichtigung auseinander.

Doch dann - nur ein paar hundert Meter vom Elternhaus entfernt - in einer reinen Wohngegend - zentral und doch ruhig - da stand dieses Grundstück zum Verkauf.
Bei einem Bodenrichtwert von 280 € kostete hier der m² nur 181 €.
Ein absolutes Schnäppchen ... wir schlugen zu.
Erst jetzt drang der Vermesser in mir durch und ich fing an, meine Ideen zum Bau zu Papier zu bringen.
Keine Ahnung, wie wir damals an diese Zahlen gekommen sind - ich erhielt 30% - die beiden Anderen 70.
Die gesamte Planerei könnte Bücher füllen - mein Pedantismus schlug zu - und da ich auch etwas für die Zwei machen konnte, stürzte ich mich in diese Arbeiten.
Kurzum - wir fanden einen Generalunternehmer (GU) und schlossen auch hier einen Vertrag ab.

Doch erst, als wir im Winter 2008 das Grundstück freiräumten, da wurde mir richtig bewusst - Olaf - dieser vordere Teil des Grundstückes hier - der gehört Dir - hier wirst Du bald wohnen.
Dass es mit dem GU noch arge Probleme geben würde - mit der Nachbarschaft Kontroversen gab - konnte ich da noch nicht ahnen.
Tja, und so bauten wir ein Doppelhaus - meines mit 73 - das andere mit 134 m² Wohnfläche.

Den kompletten Innenausbau haben wir aus dem Werkvertrag ausgeschlossen.
Den haben wir selbst gemacht - also alle Fliesenarbeiten incl. Abmauerungen, Abdichtungen etc. - alle Bodenbeläge und alle Decken, die wir mit Holz verkleidet haben.
Die Außenanlagen - Eigenleistung.
Mit dem Elektriker habe ich sogar vereinbart, dass er die Leitungen in Leerrohre legt, wenn ich alle Schlitze schlage.

Ich stürzte mich in die Arbeit - neben meinem Job.
Natürlich begann ich in meinem Haus. Nur ich musste ja aus meinem Elternhaus nicht unbedingt raus.
Und als dann mein Patenkind sagte: Der Onkel ist noch vor uns in seinem Haus - Jan bereits seine Mietwohnung gekündigt hatte - da habe ich bei mir alles stehen und liegen gelassen und habe erst einmal den Beiden geholfen.

Es hat mir Spaß gemacht. Mein Ego habe ich mir kitzeln lassen. Ich fühlte mich gebraucht und willkommen.

Machte ich mir mit diesem Gefühl nicht selbst etwas vor?
Wieso hänge ich so an der Güte einer Leistung?
Wieso musste ich immer erfolgreich sein?

Hier auf der Arbeit habe ich immer Ingenieurleistungen erbracht - obwohl ich keiner bin und nicht danach bezahlt werde.
1998 habe ich angefangen zu programmieren - in Access mit VBA.
Bis 2003 habe ich Tools noch und nöcher in meiner Freizeit programmiert.
Die ganze Zeit musste ich gegen meinen Chef kämpfen - der das gar nicht wollte.
Also habe ich ihn Anfang dieses Jahres in mein Büro geführt und eines der Toolslaufen lassen.
Aus einer sequentiellen ALK-GIAP Entladedatei wurden Höhen ausgelesen - die Daten sortiert, Geradeneinrechnungen vorgenommen, Plausibilitätsprüfungen vorgenommen und und und - und zu jedem dort vorhandenen Profil wurde eine AutoCAD-Zeichnung erstellt.
Ein Kollege hatte kurz vorher einen im Umfang vergleichbaren Auftrag bearbeitet - eine geschlagene Woche hat er benötigt.
Mit meiner Software war mein Auftrag in geschlagenen zwei Minuten durch - Textfreistellungen mussten darin dann jedoch noch händisch vorgenommen werden.
40 Profile waren in 4 Stunden abgearbeitet incl. Plotten, Schneiden, Falten.
Was ich erntete war sprachloses Staunen.
Keine zwei Wochen später bekam ich den "Auftrag" eine Datenbank zur Bearbeitung von Vorkaufsrechten zu schreiben.
Die von einem Kollegen einst laienhaft programmierte Auftragsverwaltung wurde in meine Hände gelegt.
Ich schrieb einen Frontendupdater, der nun allen Datenbanken, die ich programmierte vorgeschaltet wurde.
Die Auftragsverwaltung wurde um ein Abrechnungs- und Berichtswesen ergänzt - für eine andere Abteilung das Baulastenverzeichnis programmiert.
Ja, ich gebe gerne zu - und ich glaube, es ist auch unschwer zu erkennen - ich bin stolz darauf!
Leider gab es mit meinem Chef - der übrigens vom Verhalten her mein Vater sein könnte - vor drei Jahren Krach.
Er forderte mich auf bei einer Urkundenfälschung mit zu machen - ich habe dies abgelehnt.
Werden Gewässer 2. Ordnung vermessen, dann kann ein Eigentumsübergang außerhalb des Grundbuches stattfinden.
Wir sollten eigenen Besitz an eine benachbarte Kommune verkaufen - ein Gewässer 2- Ordnung hatte dort zwischenzeitlich einen zweiten Arm gebildet.
Zitat: Wenn wir diesen Arm im Kataster bilden, dann verlieren wir für den Verkauf Fläche - und damit Geld!
Im Rahmen dieses Streites hat er mich angeschrieen und als bekloppt betitelt.
Daraufhin habe ich ihm einen sehr freundlichen Brief - meine Kollegin hat ihn vorher entschärft - geschrieben, in dem ich ankündigte: Im Wiederholungsfalle lege ich alle freiwilligen Tätigkeiten nieder.
Anfang letzten Jahres dann wurde begonnen neue Produkte zu kaufen, die meine Datenbanken ersetzten.
Mir selbst ist dies sogar relativ schnuppe. Meine Datenbanken liefen stabil und benötigten nur hier und da mal ein wenig Wartung, wenn sich unsere EDV mal wieder überlegte, neue Server etc. anzuschaffen.
Mittlerweile bin ich seit auch drei Jahren für drei gekaufte Softwareprodukte zuständig - in einem muss ich auch ein wenig programmieren 

Ich war auch zwischenzeitlich 7 Jahre lang in einem Tambour-Corps und habe dort die Spielmannstrommel gespielt.
Sehr ungewöhnlich in der Vereinsgeschichte bin ich bereits nach einem halben Jahr im Karneval mit aufgetreten - bei der nächsten Hauptversammlung kurz danach wurde ich offiziell aufgenommen.
Ein Jahr später saß ich im Vorstand als Zeugwart - ein weiteres Jahr später übernahm ich die gesamte Trommelprobe.
Ein 13-jähriger benötigte eine Sonderprobe - also habe ich sie vor die Offizielle gesetzt.
Im Karnevalszug haben wir auf mein Anregen hin Kuscheltiere geworfen und siehe da - auf einmal hatte ich sechs kleine Würmer vor mir stehen - allesamt um die sechs Jahre alt.
Leute, Leute ... das war vielleicht eine Herausvorderung ... nein, es galt nicht nur die Wirbelwinde zu bändigen - es fing ganz banal an ... wie bringe ich den Kindern Noten bei? Ohne Bruchrechnung?
Und wie gestalte ich die Übungen so, dass die Kinder ihren Spaß dabei haben?
Naja ... ich war also Zeugwart - Leiter der Trommelproben ... habe alle Trommelnoten in einer Software erfasst und korrigiert.
Dann habe ich das 75-jährige Jubiläum organisiert - mehrere kleine und zum Schluss eine große Tour.
Ich war bei jedem Auftritt dabei und habe noch den Kinderchauffeur gemimt.
In der letzten Jahreshauptversammlung wurde ich denn noch überraschender Weise zum Jugendwart gewählt.
Mein Cousin, der mich in den Verein eingeführt hatte, steckte jedoch so voller Neid, dass er gegen mich intrigierte und mich mehrfach bloß stellte.
Jedes Mal waren es nachweislich seine Hirngespinste - doch der Verein steckte den Kopf in den Sand - ließ mich hier alleine - und ich trat aus.

Jedes Mal, wenn ich an diese Zeit zurück denke, frage ich mich heute - Wie hast Du das alles geschafft?
Diese Zeit im Verein hat sich mit den 15 Jahren Zeitungen austragen überschnitten.
2 * die Woche habe ich relativ dicke Wälzer ausgeteilt.
Dann habe ich meinem Vater noch geholfen - den Garten in Schuss gehalten ...
Habe nebenher noch in meinem Beruf Geld verdient - und ich habe gezockt, wie wild.
Ich habe keine Ahnung ...

"Gerade extreme Anstrengungen sind eventuell schädlich, da sie das Gegenteil von dem bewirken können, was wir erreichen wollen." heißt es in der Leseprobe.
Ich denke, dies passt wie Faust aufs Auge auf mein Leben.
Nicht nur, dass dies mehrfach nach aussen Neid erzeugte, unter dem ich dann leiden durfte.
Es schürte auch eine innere Erwartungshaltung auf Respekt.
Kam dieser dann nicht, dann fühlte/fühle ich mich nicht wertgeschätzt.
Mein Hirn sagt mir - wenn Du schenkst, dann erwarte keine Gegenleistung.
Doch die Realität sieht anders aus.
Ich fühle mich dann nicht nur mißverstanden, sondern sogar mißachtet.
Ich bin dann zutiefst verletzlich - angreifbar - der, der mich kennt und so handelt, bekommt eine immense Macht über mich.
Eine Macht, die erst durch mich entsteht und mir suggeriert - Du bist nicht willkommen.
Ein unendlicher roter Faden, der sich durch mein Leben schlängelt.

Zur Frage 1 aus der Leseprobe: Bin ich willkommen?
Wenn ich auf meine Kindheit zurück blicke, dann denke ich sehr wohl, dass ich ein "gewolltes" Kind war.
Kann mich nicht beschweren, dass in den prägenden ersten 6 Lebensjahren mein "Körpergedächtnis" nicht genug aktiviert worden wäre.
Jedoch war ich lange Jahre eine Heulsuse und wurde entsprechend gehänselt und fortgestoßen.
Als Schieler mit ziemlich schlechten Augen wurde ich geboren und lief immer wieder abwechselnd mit einem Pflaster auf dem linken, dann auf dem rechten Auge herum.
Auch hier war ich den Angriffen - dem Spott der Kinder ausgesetzt - erst die Pflaster - später die Brillen.
In dieser Zeit wurde ich als einziger Junge in der Nachbarschaft und gleizeitig Familie immer wieder ausgegrenzt.
Ich möchte hier jetzt nicht auf die Tränendrüse drücken - das waren für mich letztendlich alles Geschehnisse, die an meinem Selbstbildnis gekratzt haben.
Jedes Ereignis war ein Puzzlestück zu meinem "Bild".

Im Alter von ich glaube 4 Jahren wurde ich dann am Unterleib operiert.
Zwei hässliche Narben erinnern mich heute noch daran, dass in meinem Körper etwas nicht normal verlaufen ist und reguliert werden musste. Als Kind hat es mich nicht gestört - mit Beginn der Pupertät aber sehr wohl.
Heute kann das Problem, sofern es früh erkannt wird, per Medikamenten behoben werden.

Während meiner ersten Jahre lief meine Mutter regelmäßig mit mir zu Augenärzten.
Jedes Mal hieß es - es ist noch zu früh für eine OP.
Mit fast 12 lag ich dann unterm Messer und mir wurden die Augenbänder gekürzt.
Mein Schielen ist daher heute nur noch zu sehen, wenn ich extrem übermüdet bin oder zur Seite blicke.
Kurz darauf sollte auch etwas an meiner Sehschärfe gemacht werden, doch jetzt hieß es: Sie hätten früher zu uns kommen müssen - zu gefährlich.
Erst vor ein paar Jahren habe ich meinen Augenarzt gefragt, was denn heute möglich wäre.
Er sagte, er könne mich operieren, die Sehstärke würde sich verbessern - nur mein Gehirn würde dies nicht realisieren.

Da Ihr, liebe Leser, bis hierher so fleissig durchgehalten habt, drohe ich Euch jetzt mal:




Später mehr ...  ;D ;D ;D


Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #8 am: 07 Dezember 2013, 19:13:20 »
Da bin ich wieder!

Ich muss mal wieder meine Gedanken sortieren.
Meine ältere Schwester war gerade bei mir und hat versucht, mit mir über den Disput mit meinen Eltern zu reden.

Sie hat versucht Objektivität an den Tag zu legen.
Aber sie ist es nicht - sie gab es auch zu.

Sie sagte es mehrfach - suche Dir psychologische Hilfe.

Natürlich weitgreifender ausgedrückt waren die Fehler meines Vaters Fehler, die wohl jeder mal macht - Fehler, über die hinweggesehen werden kann.
Wieso habe ICH nicht das Gespräch gesucht?
Wieso habe ICH diesen Brief geschrieben?
Wieso habe ICH meine Mutter bloßgestellt?
Hast DU Olaf nicht auch Geld gestohlen? Damals vor vielen vielen Jahren?
Was fiel mir ein, mich in die Ehe meiner Eltern einzumischen?
Wieso hast DU in Kauf genommen, dass die alten Eltern eventuell einem Herzanfall erliegen beim Lesen des Briefes?
Wieso wolltest DU verletzen?
Wieso wolltest Du so SO verletzen? (mehrfach)

Mein Gott - ich habe argumentiert - ein Nicken - alles falsch - so ist es nicht.
Meine Beispiele im Brief waren logischerweise aus der Vergangenheit - meine wurde mir jetzt auch vorgeworfen.
Wieso bist Du denn damals nicht ausgezogen? Willst Du mit dem Brief erwachsen werden?
DU hast doch gespielt!

Olaf - DU hast diesen Bruch geschaffen!

Die mir überreichte Einladung für ihren Geburtstag hat sie wieder mitgenommen.
Sie ist sich vollkommen unschlüssig, was sie machen soll.
Sie hat mich auch gefragt, ob es ok wäre, wenn ich nicht eingeladen würde.
Sie ringt da ungemein mit sich.
Doch, wenn ich mal in Selbstmitleid schwelgen darf, die Entscheidung ist schon getroffen - Olaf wird ausgegrenzt.

Was machst Du denn, wenn einer von den Beiden stirbt? Kommst Du dann ans Grab?
Vorgestern noch habe ich - definitiver geht es nicht - "nein" gesagt, als Rainer mir diese Frage gestellt hatte.
Heute habe ich geantwortet - ich weiss es nicht!
"Falscher" hätte meine Antwort wohl nicht sein können.
Sie versteht es nicht ... meine Verletzungen sind tief ... nicht mein Vater soll sich bewegen - nein ich MUSS mich bewegen.
Ich bin undankbar - mein Vater hat mich doch bei sich aufgenommen!
Mein Vater hat mich aufgezogen - geht es noch, dieses Argument für ewige Dankbarkeit?
Habe ich die Entscheidung getroffen, mich in die Welt zu setzen?
Alles darüber hinaus weiss ich sehr wohl zu würdigen.

Vorwurf: Wenn Jan nicht aktiv geworden wäre, dann hätte ich heute die Terrasse noch nicht, den Schotter in der Einfahrt sowie meinen Mutterboden - wurde mir vorgeworfen.
Natürlich war Jan bei allem der Initiator - ja - es stimmt - aber na und?
Das Geld war da und ich bin auch sofort eingestiegen.
Die Einfahrt war vor langer Zeit von uns geplant - nein - stimmt nicht, Olaf.

Geld ... ich habe ihr erklärt, dass ich durchaus Zeit habe, bei dem, was ich noch zu machen habe. Wieso muss denn alles von Jetzt auf gleich fertig sein?
Wieso leihe ich nicht bei ihr das Geld?
Nun, ich will es nicht leihen - ich bin dankbar, dass sie es anbietet - aber ich möchte es nicht.
Stolz? Stursinn? Was?
Ich möchte unabhängig sein und ich möchte mich in keine "Abhängigkeit" begeben.
Ist das denn so falsch?

Mein Haus - sie hat herumgedruckst - wollte es mir nicht schlecht reden - eben weil es ihr selbst sehr gut gefällt.
Doch da fehlt der Rauhputz - die Treppenlochverkleidung fehlt - der Fernseher gehört ins Wohn- nicht ins Schlafzimmer.
Vorwürfe: Wieso ist es nicht fertig?
Wieso fliegst Du nicht in Urlaub?
Wieso hast Du Dich damals drei Wochen während Deines Urlaubs in Deinem Schlafzimmer vergraben?
(Mir fällt leider gerade erst wieder ein - wegen dem Stress mit meinem Vater! Damals wage ich zu behaupten, war ich so richtig depressiv)

Der Nachbar, der mich damals gelobt hatte - der ist doch nur irgendein Fremder - der hat doch keine Ahnung ...
Ja, meine Klingel funktioniert nicht - irgendwo ist ein Fehler - das Ding klingelt permanent, wenn ich es anschließe.
Ja mein Gott - na und? Da brauche ich einen Elektriker - womit wir wieder beim Thema sind - Geld!

Zeitfolgen und Ereignisse werden durcheinander geworfen, um sie mir an den Kopf zu knallen.
Irgendwann habe ich ihr bestätigt, dass sie keine Ahnung hat, was diverse Sachen mit dem GU betrifft - das ist nun mal Fakt - ICH habe mich schließlich damit beschäftigt - nicht sie.
Das war natürlich auch wieder falsch von mir ...

Die Kollegin, mit der ich mich immer austausche - ach herrjeh - die redet mir ja doch nur nach dem Mund, da sie unsere Freundschaft nicht gefährden will (Ironie).
Sie hat doch keine Ahnung ...

Olaf, Olaf, Olaf ... was bist Du doch für ein liebenswerter Versager ...
Gute 24 h
Olaf

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freitagessen

Re: Eltern
« Antwort #9 am: 07 Dezember 2013, 22:10:28 »
Nagut Olaf, mit dem letzt geschriebenen kann ich behaupten hast Du absolut recht, also ein Liebenswerter Kerl bist Du definitiv.
Als Versager fühle ich mich auch, aber nur dann wenn ich die dinge die "ich" ändern kann nicht ändern will, sofern sie mich oder andere belasten.
Als Spieler so behaupte ich mal, haben wir uns unsere eigene kleine Welt geschaffen, da fühlten wir uns Wohl und da waren wir unantastbar.
Heute passe ich sehr gut auf wenn ich mich mal wieder ertappe und dabei bin mir eine eigene neue Welt zu schaffen weil ich weis, auch Suchtverlagerung hat viele Facetten !
Bei mir war es mal die Arbeit(viel zu viel), dann war ich mal viel zulange und übermäßig viel am PC, auch mal shoppen was das zeug hält...usw.
Immer aber hörte auf die warnende hinweise meiner Umgebung (öfters mal meine Frau) die dann sagte...jetzt übertreibst du es aber Rainer.
Genau so oft wie meine Umgebung versucht hat mir etwas zu erzählen was meine....eh Grenzüberschreitungen  betraf, kam ich zu der Erkenntnis das diese doch immer mit ein bisschen Wahrheit verbunden sind.
Warum ist das bei mir so fragte ich mich selber ? Wieso bin ich immer so (ich sage mal so) Extrem, keine Ahnung Olaf....ob da noch etwas hängengeblieben ist was mich auch als Spieler ausgezeichnet hat ?
Nur soviel, andere haben dieses "Extreme" verhalten welches ich manchmal am Tage lege erkannt, und natürlich kann ich das ignorieren, oder aber noch viel besser mit diesem Wissen Arbeiten, an mich Arbeiten wohl gesagt, eben weil Ignoranz auch ein sehr schlechter Ratgeber ist.
Auch habe ich die eigene Erfahrung gemacht das, dass Arbeiten an mir selber, im gleichen maßen genauso wichtig ist und bleibt, wie auch die Hilfestellungen die ich andere anbiete !!
Das letzt genannte ist aber denke ich mal ein ganz normales Verhalten, und hat weniger mit diese Sucht zu tun.

überlege mal

Rainer         
 
   
« Letzte Änderung: 07 Dezember 2013, 22:17:18 von freitagessen »

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #10 am: 08 Dezember 2013, 09:42:17 »
Hi Rainer!

Ich lese Deinen Beitrag nun ein halbes dutzend Mal und natürlich hast Du recht.

Zitat
Als Versager fühle ich mich auch, aber nur dann wenn ich die dinge die "ich" ändern kann nicht ändern will, sofern sie mich oder andere belasten.

Richtig - ich will sie gar nicht ändern. Mir wird hier suggeriert, dass es meine Pflicht ist sie zu ändern - weil ich all die Fehler gemacht haben soll, die zum Konflikt geführt haben.
Spreche ich dagegen - lüge ich - nichts ist wahr - alle sind unschuldig - ich bin der Agressor.
Holla die Waldfee - selbst als ich die Chronologie aufzählte wurde sie verdreht ...
Vorwurf: Ich war nicht auf dem Geburtstag meines Vaters - stimmt - er war aber doch vorher bei meinem eingeladen und ist nicht erschienen - um mir zu zeigen - wenn Du nicht machst, was ich will, dann wirst Du von mir ignoriert.
Bei der Einschulung vor seinem Geburtstag war ich Luft - ICH musste bestraft werden.
Und da soll ich zu seinem Geburtstag erscheinen?
Seinem Willen folgen und in die Höhle des Löwen gehen um mich dort - ja was? - einer Inquisition zu stellen?
Der Gute Mann hat sich daneben benommen! Nicht ich!
Ich habe meiner Schwestern gesagt, dass mein Vater immer wieder einen oben drauf gesetzt hat.
Da war ich dann undankbar, weil er in seinem Alter noch auf den Knien in meinem Haus gearbeitet hat.
Das geht an der Situation und den damit verbunden Verletzungen vorbei.
Das alles gibt ihm nicht das Recht mich zu mobben.

Alles in mir sträubt sich "die Dinge zu ändern". Ich kann es nicht - ich will es nicht.
Die Gründe? Natürlich - an erster Stelle die Angst vor der Konfrontation.
Da ist aber auch dieses riesige Gefühl im Recht zu sein - ungerecht behandelt zu werden - bei der Konfrontation zur Schlachtbank geführt zu werden.

Ich bae meiner Schwester damals geschrieben - sie möge sich raus halten.
Vor einem jahr hatte sie sich ja geweigert, zu gehen, als ich merkte, dass alles negiert wurde - mit Worten und mit Gesten - was ich sagte.
Sie kann es nicht verstehen, dass die Räume dieses kleinen Häuschens mir Sicherheit geben.
Sie hatte mir für diesen Moment die Sicherheit geraubt.
Alles Lächerlich von ihrer Seite.
Wieso können meine Wünsche nicht akzeptiert werden?
Wieso sind sie nichts wert?

Bei Jan in der Einfahrt hat die Schotterschicht nicht die erforderliche Stärke.
Ich habe mich damit befasst - mit Aufbauhöhen, Planum, Deck- und Drainschicht.
Ich habe ihm gegenüber argumentiert wie ein Blöder ... letztlich habe ich seine Entscheidung aber akzeptiert.
Für den Bereich ist er zuständig - wenn demnächst die Wellen durch das Pflaster verlaufen - selbst schuld ...
Ich habe mein Bestes getan - aber ich hatte seine Entscheidung zu akzeptieren.
Auch in dem Wissen, dass sie Falsch ist.

Jan sagte kürzlich zu mir, dass er mich ja ungemein oft verflucht hat.
Gleichzeitig aber bestätigt er, dass meine übertriebene Genauigkeit dazu geführt hat, dass nun alles super aussieht.
Meine Penetranz, alles selbst zu machen - das hat eine riesige Menge Geld gespart.
War es denn dann nun korrekt oder nicht?

Zitat
Als Spieler so behaupte ich mal, haben wir uns unsere eigene kleine Welt geschaffen, da fühlten wir uns Wohl und da waren wir unantastbar.
Das Haus und soziale Kontakte ... Beiträge aus der Tagung - dasalles schwirrt in meinem Kopf gerade herum.
Mein Haus ist mein Rückzugsgebiet - ja.
Soziale Kontakte - durch die Dartvereine habe ich welche. Natürlich könnte ich die Freundschaften noch mehr pflegen.
Bei der Tagung wurde von Isolation geredet - bin ich denn wirklich soooo isoliert?
"Olaf - wieso fährst Du denn nicht in Urlaub? Suche Dir doch ne Gruppe, mit der Du reist."
Hallooooo? Ich habe gebaut! Wieder einmal das Thema Geld ...
"Es ist nicht schlimm, wenn Du dich übernommen hast - dann stoße das Haus ab."
Nur, weil ich nicht in Urlaub fahren kann, soll ich meine Oase verkaufen?
Ja - wenn jetzt alles scheitert - KFW-Kredit und die Klage - dann ist dies eine Überlegung wert.
Aber so weit sind wir noch nicht.
Zunächst werde ich im worst case meine LV verkaufen - momentaner Rückkaufwert ca. 14.000 €.
Das würde dann schon mal für die Klage reichen - jedoch noch nicht für die Zahlungen an den GU.
Der KFW-kredit wird durch eine teurere Nachfinanzierung abgelöst.
Aber ich spare mir ja dann die monatlichen Beiträge für die LV ... (Ironie)

Die Ziele, die sie benennt, sind IHRE Ziele - nicht meine.

Gute 24 h
Olaf

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #11 am: 08 Dezember 2013, 12:32:30 »
Weiter geht es ...
Zitat
am ich zu der Erkenntnis das diese doch immer mit ein bisschen Wahrheit verbunden sind.
Warum ist das bei mir so fragte ich mich selber ?

Also ich empfinde sehr wohl "ein bischen Wahrheit" in ihren Worten.
Aber das ist ja schließlich nicht alles ...
Da spielen auch andere Kriterien mit hinein.

Ich empfinde das Gespräch gestern unterm Strich so, dass ich mal wieder alles falsch gemacht haben soll, was nur falsch zu machen geht. Über die Fehler der anderen wird lapidar hinweg gesehen.
Ja - ich fühle mich persönlich angegriffen.
Ich fühle mich massiv unverstanden.
Ja sicher - ich trage meine Scheuklappen - tun das die anderen nicht auch?
Wieso soll ich eine Veränderung in dem Streit herbeiführen, wenn sich die anderen nicht ein Stückchen bewegen?
Sogar die Anwesenheit hier im Forum wurde von ihr als falsch angesehen und ich möchte die Kommentare über die Selbsthilfe hier gar nicht erst näher erörtern.

Zitat
Wieso bin ich immer so (ich sage mal so) Extrem, keine Ahnung Olaf....ob da noch etwas hängengeblieben ist was mich auch als Spieler ausgezeichnet hat ?
Vielleicht sind wir aber auch einfach so. Vielleicht machen uns diese Eigenschaften auch einfach nur aus?
Vielleicht will ich diverse Dinge auch nicht ablegen, weil ich sie richtig finde?

Mein Gott - so viele Menschen in meiner Umgebung haben eine Macke - einen Knacks - wie auch immer ...
Ich bin spielsüchtig - ja - aber muss diese Sucht wirklich für alles herhalten?
Ist sie ein Grund für die Anderen eben nicht auf sich selbst zu schauen, sondern mir aufzuerlegen, mich zu ändern?
Was ist mit meinem "Sosein"?

Ich fühle mich kein bischen akzeptiert - so, wie ich bin.

Ich bekomme hier Zuspruch - auf der Arbeit - im Freundeskreis - aber in der Familie bin ich das schwarze Schaaf?

Als meine Schwester mal wieder von Dankbarkeit für meinen Vater sprach, habe ich ihr die dankbarkeit sehr wohl bestätigt - aber wie sieht es anders herum aus?
Ich habe mein Leben lang meinem Vater geholfen - ich habe mich aufgeopfert - meine Bedürfnisse zurückgesteckt - und das wird dann abgetan mit: Du hast ja da gewohnt und da ist es ja natürlich, dass Du dort auch hilfst ...
Die Worte haben mir die Sprache verschlagen.
Im Kern stimmt es ja - aber meine Hilfe ging doch weit darüber hinaus.
Alles nichtig - alles Pillepalle ...

Sie hat mir ja mehrfach vorgeworfen: Was, wenn unser Vater einen Herzanfall bekommen hätte?
Irgendwann war ich es leid ...
"Ungeachtet dessen, dass ich die Entscheidung selbst getroffen hätte und dieses Beispiel rein hypothetisch ist: Was wäre gewesen, wenn ich auf Grund dieser Repressalien Selbstmord begangen hätte?"
Die Einleitung war sogar noch ausführlicher, damit hier keine Mißverständnisse auftauchen.
Aber die Einleitung war ihr uninteressant - denn sie warf mir die typische Manipulation eine nassen Spielers vor.
Meine Frage war auch unwichtig - sie wurde nicht beantwortet.

Ist es da verwunderlich, dass mein Selbstwert am Boden des Mariannengrabens liegt?

Ob ich denn den Brief bedauern würde, hat sie mich gefragt.
Nein - ich bedaure ihn nicht - er war sicherlich sehr hart - aber gerechtfertigt.

Ach ja - ICH bin derjenige, sagt sie, der den Bruch mit der Familie vollzogen hat.
Ich habe diesen Bruch niemals ausgesprochen - das war mein Vater - Jan gegenüber.
Ich war beim Schreiben des Briefes durchaus dazu bereit - doch den entsprechenden Satz hatte ich wieder gelöscht.
Er war mir denn doch damals zu viel - heute sieht das ganz anders aus.

Auch wenn ich mich wiederhole - diesen Bruch hat mein Vater durch etliche einzelne Aktionen voran getrieben.

Wieso ich denn das Werkzeug erst nach vier Tagen vorbei gebracht habe?
Ich habe ihr erklärt, dass ich keinen Bock hatte zu springen.
Die Rückforderung des Werkzeugs war eine Aktion meines Vaters, mir zu zeigen, wo ich ohne es wäre. Sie war dazu gedacht, mir einen reinzuwürgen.
Er brauchte es nicht - hat die neue Maschine verschenkt, die ich ersatzweise gekauft habe - zack - wieder ne Ohrfeige.
Wir reden hier von vier Tagen zwischen dem Wisch im Briefkasten und der Auslieferung - nicht Wochen - nicht Monate - vier läppische Wochentage.
Tja - ihr könnt Euch denken, was dann kam: Es ist ja schließlich sein Werkzeug.
Irgnoranz meiner Verletzungen - unwichtig ... das bischen ... so is er nu mal ... halb so schlimm ...


Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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freitagessen

Re: Eltern
« Antwort #12 am: 09 Dezember 2013, 18:53:55 »
Na dann auch hier mein 2er Teil

Wie recht hatte der Autor der schrieb „Du bist der Hauptdarsteller in dein Leben, und alle andere nur Nebendarsteller“ ??

Muss ich mein Leben so leben wie andere es sich gerne wünschen ?

Wenn ich Rauche, Trinke, Spiele, in ein Forum unterwegs bin oder was auch immer, dann kann mir  das niemand verbieten, ebenso gilt das für mich wenn ich eine Meinung zu vertreten habe, es ist „MEINE“ Meinung!

Ob das nun richtig oder auch falsch ist was ich da vertrete, werde ich noch schnell genug erfahren, spätestens dann wenn ich ein  negatives Aufbäumen anderer mir gegenüber zu spüren bekomme.

Und dann,

woher soll ich denn wissen was nun gut oder auch Falsch ist, stehe ich alleine da, oder gibt es da noch andere die genauso denken wie ich ?
Schaue ich auf mein vergangenes Leben zurück war dieses von Kind auf an ein Leben als Einzelgänger.
Das hatte natürlich viele Nachteile, aber auch gewisse Vorteile.
Selbst erzieherisch war ich gezwungen aus meinen Fehlern zu lernen,  alternativ konnte ich mir natürlich auch bei „anderen“ so einiges abgucken.
Wollte ich meine Fehler nicht sehen/eingestehen, war jedenfalls eines gewiss, ich würde mich „wiedermal“  auf den A.... legen.
Woher ich denn wusste das es im Nachhinein ein Fehler war ? eben weil ich da wieder mal lag....alleine...ich..... und mit mir meine Ansichten.
Muss ich denn immer das tun was andere gedenken das ich tun muss ?
Niemals werde ich das, schließlich habe ich immer noch meine eigene Meinung, und weil diese auch noch so ausgeprägt ist, werde ich mich selten mit jemanden anderen Identifizieren können.

Leute sagen ich bin Spielsüchtig.....das mag sein....und stört es mich?  Wirklich nicht im geringsten, und ich stehe dazu !
manchmal massiv missverstanden ? Ja....aber wer „MUSS“ mich denn verstehen, und wer muss mich denn Akzeptieren ? ...niemand muss das, aber alle können oder dürfen das wenn sie ein Teil meines Lebens sein möchten !
Scheuklappen tragen ! Mag sein das auch ich manchmal welche aufhabe, aber eines ist gewiss, „NICHT“ weil andere sich erlauben diese auch zu tragen !
Auch eine Nachbarin hat eine Macke ! Na und....wer ist meine Nachbarin ?
Auch ich bekomme viel Zuspruch von anderen, aber immer von denen die fernab meines Lebens leben und schon ganz und gar nicht mit mir leben müssen/mussten, alle anderen sind da bedeutend kritischer ! Warum wohl ?
Undankbarkeit kann auch mich in Rage bringen, aber habe ich überhaupt ein Recht dazu ?
Da wo ich Dankbarkeit verlange kann es für ein anderer die „Normalste“ Sache der Welt gewesen sein mit dem was ich für ihm/ihr getan habe, also da wo ich mich für mein Gefühl aufgeopfert habe.
Wo soll Dankbarkeit anfangen,.....und wo enden, wenn jeder andere Ansichten hat und haben darf ?

Es geht also immer um Menschen und das was sie ausmacht,
Begegne ich heute einen Menschen, begegne ich ihm möglichst so, wie ich selber begegnet werden möchte,............„möglichst“ weil es nicht immer leicht ist.
Und wenn es dann nicht leicht ist....denke ich...was würdest du ihm heute noch sagen wenn du wüsstest das er morgen nicht mehr da ist.

Ich bin ein Hauptdarsteller.....und führe die Regie, schließlich geht es um mein Leben.

Rainer 
« Letzte Änderung: 09 Dezember 2013, 18:57:02 von freitagessen »

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Offline Olli

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Re: Eltern
« Antwort #13 am: 09 Dezember 2013, 20:25:30 »
Ach Rainer, mein Freund #lach#

Weisst Du, wieviele Deiner Argumente ich auch so benannt habe?
Ich selbst stimme Dir da voll und ganz zu.

Habe mir mal überlegt, ob ich mit ihr nicht mal ein offenes Experiment mache - Rollentausch.
Das Thema ist ganz einfach - Regenrohr könnte verkleidet werden, darf aber nicht.

Ich: Wieso hast Du auf Deinem Balkon nicht das Regenrohr verkleidet?
Sie: Weil die Eigentümergemeinschaft dies nicht zulässt.
Ich: Höre doch auf mit diesen Ausreden ... das sieht doch echt Scheisse aus.
Sie: Ja aber ich darf doch nicht.
Ich: Quatsch - Du willst bloss nicht!
Sie: Pass mal auf - in der letzten Jahresversammlung nach dem WEG ist beschlossen worden ...
Ich: Das stimmt doch gar nicht - merkst Du nicht, wie realitäsfremd das klingt?
Sie: Wieso? Da steht es doch schwarz auf ...
Ich: Jetzt hör mal auf mich zu unterbrechen ... weisst Du, was ich glaube? Du bist einfach nur faul!
Sie: Faul? Wieso das denn? Ich habe doch letztlich erst mein Wohnzimmer umfangreich renoviert!
Ich: Du willst mir jetzt doch nicht erzählen, dass das alles ist oder? Schau Dir doch mal Deinen Balkon an! Wie der aussieht! Schlimm! Das ist doch keine Lebensqualität! Hier kannst Du Dich ja noch nicht mal gemütlich - geschweige denn heimisch fühlen!
Sie: Aber ich entscheide doch, ob ich das Rohr verkleide oder nicht ...
Ich: Ha - ich denke, da ist die Eigentümergemeinschaft für zuständig! Wann stellst Du das Lügen endlich mal ein?
Sie: Ich habe nicht gelogen ...
Ich: Papa hat Dir doch angeboten, das Rohr zu verkleiden und zuzuputzen - so, dass es sich von der Fassade gar nicht unterscheidet.
Sie: Ja, aber ...
Ich: Hast Du etwa für das Material nicht das Geld? Soll ich es Dir leihen?
Sie: Das Geld habe ich zwar nicht - aber das muss doch gar nicht gemacht werden.
Ich: Also langsam denke ich, dass Du einen Coach gebrauchen kannst. Wirst Du Dir einen organisieren?
Sie: Wie kommst Du denn auf diese absurde Idee - nur weil das Rohr nicht verkleidet ist?
Ich: Nein, weil Du ständig Ausreden suchst - Du lügst - triffst falsche Entscheidungen!
Sie: Selbst wenn - sind das dann nicht meine Entscheidungen?
Ich: Sie sind aber falsch - so funktioniert diese Welt aber doch nicht! Was ist nun mit dem Coach?
Sie: Jetzt lass mich doch mit dem Coach in Ruhe - ich habe das auch mit meiner guten Freundin, der Nachbarin abgesprochen ...
Ich: Ach neh ... ne? Die Freundin - ist jetzt nicht Dein Ernst - oder? Eben wegen der Freundschaft redet sie Dir ja doch nur nach dem Mund. Was is nu? Coach?
Sie: Pass mal auf - wenn Du alles negierst, was ich hier sage, dann möchte ich Dich bitten, dass wir das Gespräch beenden und Du meine Wohnung für heute verlässt - dann hat eine Diskussion nämlich überhaupt keinen Zweck.
Ich: Ach neh ... fängt das jetzt schon wieder an? Wie in der Reklame? Mein Haus! Mein Auto! ...?
Oder eventuell gleich auch noch "meine Oase" - "mein Zufluchtsort" - "meine Rückzugsmöglichkeit"?
Sie: Ja - so ist das - so fühle ich - und ich möchte Dich bitten, das zu akzeptieren!
Ich: Papperlapapp ... Du flüchtest wieder ... wenn Du den Balkon nicht schön hast, dann brauchst Du ihn doch gar nicht - dann kannst Du Deine Wohnung auch gleich verkaufen.

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OK, die Situation mag jetzt humorvoll und total übertrieben klingen - das ist sie aber nicht - genau in dem Ton und mit solchen Argumenten spielte sich unser Gespräch ab.

Danke Rainer!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline andreasg

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Re: Eltern
« Antwort #14 am: 10 Dezember 2013, 12:43:51 »
Olaf,

das liest sich wie ein Loriot - Sketsch.
Habe gerade über den inneren Verfall bei fortschreitender Co-Abhängigkeit in Cooperation mit eigener 100%er Schwerbehinderung sinniert - wie kann ich einer Pflegerin es in meiner Recht machen -
und lese Deinen Beitrag.
Er trifft so etwas wie den Nagel auf den Kopf!
Danke für Deine Offenheit
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

 

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