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mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten

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Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #45 am: 01 November 2018, 19:41:48 »
@suchtel

Ich habs mit Spannung gelesen und nein Du bist kein bisschen vom Thema abgeschweift.. Eher im Gegenteil hast Du deine gefühlslage beschreiben..

Dieses Gefühl von Trägheit kenne ich zu gut und verlangt oft viel ab von uns etwas zu tun was zudem mit Mühe verbunden ist.. Das dahin vegetieren und nach einfachen Gewohnheiten zu greifen ist dann das einfachste.. Wir tendieren dann lieber sehr schnell zu den von uns angelernten Verhaltensmuster..

Doch suchtel brauch auch alles seine Zeit neue Muster aufzubauen um dann genau in solchen Momenten danach zu greifen.. Viele Vorhaben hast Du gerade mitgeteilt, welche bestimmt die nächsten Tage mit positiven Ereignissen ausfüllt und das Spiel in den Hintergrund rückt.. Jeder Tag, alle 24 Stunden helfen uns wieder ein Schritt weiter..

In einem hast Du mir etwas voraus, sich gerade dann offen mitzuteilen wenn der suchtdruck aufkommt.. Habe ich sicher oft irgend jemanden angerufen, aber den wahren Grund eher im Hintergrund gehalten..

Wichtig aber, es hat mir geholfen diesen Moment mit besserem auszufüllen als der Gang..

Bleib Stark..




Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #46 am: 02 November 2018, 10:22:45 »
Danke für deinen Zuspruch, nutella :)
Heute sollte es mir leicht fallen, stark zu bleiben, allein schon weil sich so gut wie keine Gelegenheit bieten wird (klar könnte ich es mir, wenn ich wollte/nachgeben würde, irgendwie einrichten). In etwa einer Stunde bin ich den restlichen Tag, bis ich dann abends/nachts von Freunden wiederkomme, quasi durchgehend auf Achse. Aber alles schöne Termine/Treffen, auf die ich mich freue  :D

Schöne 24h ;)

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #47 am: 02 November 2018, 10:33:56 »
Suchtel

Heute sollte es mir leicht fallen, stark zu bleiben, allein schon weil sich so gut wie keine Gelegenheit bieten wird (klar könnte ich es mir, wenn ich wollte/nachgeben würde, irgendwie einrichten). In etwa einer Stunde bin ich den restlichen Tag, bis ich dann abends/nachts von Freunden wiederkomme, quasi durchgehend auf Achse. Aber alles schöne Termine/Treffen, auf die ich mich freue  :D

Ich wünsche Dir viel Spaß bei all deinem Vorhaben in den nächsten Tagen.. Du packst das.. :)

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #48 am: 05 November 2018, 20:02:03 »
So, mein letzter Urlaubs- bzw. heute freier Tag neigt sich dem Ende zu und morgen geht es wieder zur Arbeit.
Ich habe tatsächlich einige schöne Momente genießen können und richtig schlimme Langeweile kam nur an 1,2 Tagen auf.

Aktuell führe ich wieder Tagebuch über mein Spielverhalten in einer kleinen selbst angelegten Excel-Tabelle (gar kein Spielen, falls doch wie viel, Suchtdruck und noch anderes). Seit dem 29.10.18 (letzter Gehaltseingang) habe ich komplett bewusst dagegen angekämpft auch nur einen Cent auf welche Art auch immer zu verzocken und es bis jetzt geschafft.
Ich habe das in den vielen Jahren natürlich schon öfters probiert, auch die Dokumentation. Aber ich war meistens spätestens nach 1,2 Wochen so frustriert, dass ich es nicht schaffe/geschafft habe und dann nur noch zwangsabstinent war, da kein Geld zur Verfügung. Oder ich habe angefangen die Tabelle zu beschönen und mich selbst dabei zu betrügen.
Und selbst in der Zeit der ambulanten Reha, während Kontoabgabe oder als ich vermeintlich völlig blank war, habe ich doch immer wieder irgendwie 10€ zusammenkratzen können um mir eine PSC zu besorgen.

Von daher schon irgendwo ein Erfolg, gerade heute hatte ich zwischenzeitlich sehr starken Suchtdruck. Ich habe aktuell so viel Bargeld bei mir wie lange nicht mehr und hatte mich fast soweit, dass ich mir glaube 25 oder 50€ würden momentan nichts ausmachen und ich könnte die in ein paar Wetten "investieren", vielleicht käme ja was bei rum und falls nicht auch nicht tragisch - niemand bekommt es mit. Ich habe immer nach außen hin alles vertuscht und schöngestellt und bin gedanklich schon wieder am Planen daran. Selbst in der ambulanten Reha bei manchen Therapeuten und jetzt schon fast selbst hier im Forum. Verrückt, so oft will ich anderen und natürlich damit auch mir selbst was vormachen.

Das Schlimme ist, dass ich wirklich jeden einzelnen Tag auf Promotionsseiten der Wettanbieter und ähnlichem unterwegs war. Ich schaffe es nicht mal die Sachen aus den Favoriten/Lesezeichen zu löschen - oder will es scheinbar nicht. Mir könnte ja was entgehen und ich nutze ja nur Sachen, die nichts kosten. Ich habe es ja auch geschafft, trotzdem nichts einzuzahlen.
Wahrscheinlich bin ich immer noch meilenweit von meiner Abstinenzentscheidung entfernt und das Einzige von dem ich wirklich ehrlich "abstinent" will, ist die finanzielle Misere :(

Und womöglich habe ich mich aktuell nur im Griff, weil ich mich vor mir selber und für den Antritt der stationären Therapie rechtfertigen will, dass ich es ernst meine :-\

Meine Stimmungsschwankungen halten an und wahrscheinlich sinkt insbesondere die Stimmung immer dann, wenn ich mir selber bewusst werde wie tief ich doch trotz "Echtgeldverspielungsabstinenz" weiterhin darin drinstecke und mitunter nieder meine Gedanken sind.

Die Familienmitglieder, die ich jetzt die Tage getroffen habe und noch nichts von meinem geplanten Therapieantritt wussten, haben mich natürlich darin bestärkt und weiterhin Unterstützung angeboten und versprochen, Besuche über Weihnachten etc..

Das Treffen heute mit meinem Freund und Ex-Chef war schwierig, aber auch schön. Er ist in dem Thema Sucht wirklich nicht drin. Verständnisvoll war er trotzdem und ging das Thema von der Seite mit der ganzen Zeit, die man doch damit verbraucht an. Er sei sicher auch nicht komplett unberührt von den verschiedensten Verlocken, die diese Welt zu bieten hat. Aber er hat schlichtweg schon so vieles für das er sich begeistert und engagiert, dass gar keine wirkliche Zeit für sowas bleibt. Und wenn er dann mal zur Ruhe bekommt, ist er natürlich so viel es geht mit der Familie. In Selbstreflektion hat er sich beinahe schon als "süchtig" nach Lob und Anerkennung gesehen. Sowas renne ich selbst schon auch hinterher oder versuche es zu kompensieren. Er meint, spontane in einen Blumenstrauß für seine Frau investierte 10€ sind so gut angelegt wie nichts anderes und es gibt keine schönere "Rendite" als ein Lächeln und Küsschen.
Er hat auch mir Engagement für Ehrenamtliches in welcher Form und für was auch immer nahelegt. Wie so oft, habe ich das zwar vermeintlich angenommen und abgenickt, aber innerlich mich schon direkt zu Beginn dagegen gesträubt. Ich bin ja schon in Vereinen; mit Kindern und Älteren kann ich nicht so gut etc.. Beim Weg zum Auto - ich hatte bewusst etwas weiter weg geparkt, damit ich noch etwas zum Reflektieren habe - habe ich mir nochmal Gedanken gemacht.. Zeit für soziales Engagement hätte ich sicherlich noch und es geht mir ja auch wirklich nicht ums Geld, sondern ich will keine Langeweile und meine Zeit "sinnvoll" nutzen. Und wenn man dort wirklich jemandem helfen kann und sich Menschen darüber freuen und dankbar sind, ist das schon toll.
Es müsste halt allerdings schon etwas sein, was mir aber auch irgendwo Spaß macht. Auch in meinem Sportverein hatte ich schon mal überlegt, dass Jugendtraining wieder aufleben zu lassen und mich zu engagieren und einmal die Woche Training zu geben. Und vielleicht eine Mannschaft, die ich betreue, und am Wochenende zum Spiel fahre etc.. Habe ich teilweise schon mal gemacht, nur sind manche Kinder echt schwierig.. Betreuen, Aufpassen o.Ä ist eigentlich nicht so meins. Beim Besuch meines Opas war im Cafe in dem Seniorenheim auch eine ehrenamtliche Dame, die an der Theke mit Kaffee&Kuchen bedient hat. Und allein in den 1,2 Stunden, die wir dort waren, gab es für Sie die ein oder andere sehr knifflige Situation mit den älteren Herrschaften zu lösen..
Irgendwo, wo man richtig anpackt, an einer Baustelle für ein Obdachlosenheim, ein Jugendzentrum, eine Kapelle etc. wirklich Baumaterial zu schleppen und zu sehen wie das ganze langsam aber sicher Form annimmt und dann am Ende die Menschen, die dort sein können, glücklich macht. Sowas wäre vielleicht was..

Die ganze Sache mit ehrenamtlichen Engagement ist aber wenn wohl eher ein mittel- bis langfristiges Thema in meinem Leben..

Morgen geht es erstmal wieder an die eigentliche Arbeit. Irgendwie habe ich gemischte Gefühle.. Ich muss die Rentenversicherungsunterlagen meinem Chef bzw. der Personalassistenz, mit der ich ziemlich gut kann, geben. Und diese dafür auch erstmal mit ins Boot bezüglich des 3 bevorstehenden 3monatigen Ausfalls nehmen. Und mir dann überlegen, ob ich das Thema pathologisches Glücksspiel auspacken will.. Und wann ich die Abteilung über den Ausfall informiere und ob ich da ins Detail gehen möchte..
Ich nehme die Unterlagen alle mit und entscheide dann wohl spontan, vermutlich bleibt es dann vorerst mit der neutralsten Info 12 Wochen medizinische Reha im kleinstmöglichen Kreis also Chef und Personalassistenz..

Mit der Öffnung im Sportverein tue ich mich auch extrem schwer, ab Dezember falle ich dann womöglich noch vor der Winterpause für 1,2 Spiele aus und bin dann 3 Monate ganz weg.. Das schreit fast schon wieder nach "Notlüge" oder Verschweigen :-X

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #49 am: 05 November 2018, 20:19:00 »
Suchtel toll da du bist jetzt durchgehalten hast und doch einiges regeln konntest.

Das mit dem Suchtdruck ist am Anfang eine schwierige Sache.
Wichtig ist dir vor Augen zu führen das du das spielen nicht brauchst.
Es bringt dir nichts.

Auch wen dir das spielen Spaß macht hat es nur Nachteile und absolut keine Vorteile.
Das mit den Gedanken wie du die zeit füllen kannst ist auch gut.

Aber Regel das alles nach der Therapie.
Ich gehe davon aus du hier auch noch andere Sachen an die Hand bekommst.

Das mit der Arbeit ist auch nur ein Termin.
Das du hier Angst hast verstehe ich aber der Termin kommt und geht auch wieder.
Es ist dein Leben und du hast nur das eine.

Ansonsten ist doch eigentlich alles zur Zeit im Lot.
 

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #50 am: 06 November 2018, 05:19:23 »
Hallo Suchtel..

Es hat wieder Spaß gemacht mit Spannung dein erlebtes zu lesen und freue mich noch mehr darüber wie standhaft Du in manchen kleinen Momente geblieben bist..

Das genau ist die Kunst was wir eben nun lernen müssen die Zeit anders auszufüllen oder gar auch selbst die ruhigen Stunden eher als Entspannung zu nutzen..

Klasse gemacht..!

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #51 am: 18 November 2018, 12:24:06 »
Die letzten 2 Wochen ist nicht so viel passiert. Richtig starker Suchtdruck ist nur selten und wenn nur kurz aufgekommen und ich habe seit dem 29.10 weiterhin kein Echtgeld gesetzt.

Ich bin auch gut aus der Urlaubswoche zurück in die Arbeit gekommen. Ich hatte auch einen Termin für ein Treffen mit meiner Abteilung und dem Chef sowie der Personalassistenz angesetzt. Dadurch hatte ich mich gewissermaßen selbst verpflichtet, mein Vorhaben mich den engen Kollegen gegenüber zu öffnen, auch wirklich umzusetzen. In ~10,15 Minuten habe ich den anstehenden längeren Ausfall wegen pathologischer Spielsucht (kombiniert mit allgemein schlechtem Lebensgefühl in Richtung Depression) etwas erklärt und wie es dazugekommen ist. Trotz Überraschung/Schock waren alle ziemlich verständnisvoll und sprachen mir großen Respekt für diese Offenheit aus und wünschen sich mich anschließend wieder glücklicher und in besserer Verfassung zurück. Ich sagte ehrlich, dass es aktuell der Plan ist, aber sich in der langen Zeit auch einiges an mir und meinen Lebensplänen ändern könnte. Eigentlich hatte ich das ganze Meeting mehr oder weniger so wie es kam auch erwartet und es lief insgesamt gut; schlecht habe ich mich nur gefühlt, weil die wenigen, die schon vorher von dem Ausfall (allerdings eben ohne genauen Grund) wussten, sich scheinbar sehr große Sorgen gemacht haben und "ernstere", körperliche Probleme befürchtet hatten, Krebs o.Ä.. Der Chef hat seine direkte Antwort auf meinen "Vortrag" abbrechen müssen, weil er mit den Tränen zu kämpfen hatte, aber ich glaube eher vor Erleichterung, weil er mit dem Schlimmsten gerechnet hatte..

Sonst ist das Leben aber gefühlt etwas vor sich hin geplätschert. Jetzt muss sich allerdings zwangsläufig dann einiges ändern, denn zum 30.11 muss ich aus der Wohnung. Obwohl es bei der kleinen Wohnung und den wenigen Sachen eigentlich gar nicht viel Arbeit ist, habe ich mich noch nicht richtig zu wirklichen Vorbereitungen aufraffen können..
Einen weiteren spontanen Platz für ab dem 20.11 in der Klinik habe ich wieder abgelehnt, weil es mit der Wohnung und der Arbeit so Hals über Kopf schwierig ist.. Jeden Platz ab dem 1.12 habe ich versprochen anzunehmen, leider gibt es ab da noch keinen konkreten und mit Pech muss ich dann bis nächstes Jahr waren :(
Deswegen muss ich jetzt auch langsam wirklich klären, bei wem ich in der Übergangszeit unterkomme. Angebote habe ich, alle mit anderen Vor- und Nachteilen..
Meine Sachen kann ich während der Klinik wo unterstellen und ich habe schon Freunde für Hilfe an möglichen Terminen für den Auszug angefragt, das sollte kein Problem werden.

Insgesamt geht es mir ganz gut und die richtigen Maßnahmen scheinen eingeleitet. Nur lasse ich eben alles etwas auf mich zu kommen und werde vermutlich wie so oft erst dann richtig tätig, wenn die Zeit dann richtig drängt. Dadurch bin ich nach wie vor sehr fremdbestimmt oder aus eigenen unbewussten/ungewollten Gewohnheiten :-\ Proaktiv aus eigenem Antrieb heraus Dinge anzugehen um sie wirklich nach eigenem Wunsch zu gestalten muss ich defintiv noch lernen..


Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #52 am: 29 November 2018, 12:13:04 »
Leider habe ich meine Art des Rausschiebens nicht ablegen können. Auf heute Nachmittag zum Um- bzw. eher Auszug habe ich einen Sprinter gemietet. Nach der Arbeit kommen am Spätnachmittag 3,4 Freunde vorbei und helfen die Sachen verladen und zum übergangsweise unterstellen in einen Abstellkeller der Familie bringen. Spontan habe ich mir heute doch noch zum Vorbereiten in der Wohnung freigenommen, heute auf Arbeit fehlen ist nicht so tragisch und Überstunden habe ich eh noch genug. Eigentlich hatte ich die letzten Wochen und Tage genug Zeit, aber selbst jetzt ein paar Stunden bevor es losgeht, bin ich nur schwer in die Gänge gekommen und mache jetzt gerade schon eine kleine Pause..
Ansonsten haben mich meine letzten 6,7 Jahre jetzt endlich doch noch dazu geführt obdachlos zu sein. Einen Termin zum Antreten der stationären Therapie habe ich noch nicht. Im November hatte es natürlich spontan was gegeben, was ich aber wegen der Wohnung etc. noch nicht annehmen konnte/wollte. Und jetzt gibt es wahrscheinlich bestimmt 2,3 Monate nichts. Tja Schicksal, im Nachhinein ist man immer schlauer - immerhin kann ich mich dann etwas im Selbstmitleid baden :-X
Entschieden, wo ich übergangsweise schlafe habe ich auch noch nicht, ich will einfach keinem zur Last fallen. Oder wie meine Therapeutin gestern meinte, ich bin womöglich noch zu stolz - in einer solchen Notsituation aber völlig unangebracht. Und selbst Sie, die mich kennt, ist von meiner aktuellen extremen Lethargie trotz der Dringlichkeiten etwas entsetzt.
Ich könnte auch vorerst in dem Keller "leben" und schlafen, aber mindestens für Bad, Dusche etc. muss ich die durchaus angebotene Hilfen von Freunden oder Familie in Anspruch nehmen.
Im Moment fühle ich mich entsprechend schlecht, aber wenn ich das zwangsläufig spätestens morgen geklärt habe und sich meine gewählte Übergangslösung dann etwas eingespielt hat, wird es denke ich besser.

Spielfrei bin ich immer noch, kurzzeitig kamen gerade heute Gedanken wieder zu zocken und einfach zu riskieren. Ich wäre abgelenkt und wenn ich was gewinne, könnte ich gemütlich Hotelzimmer o.Ä. mieten und hätte etwas Ruhe und falls ich es verspiele macht es keinen großen Unterschied.. Bin aber mittlerweile wieder bei Sinnen und werde es schaffen heute oder morgen dann direkt die geplanten nötigen Überweisungen etc. zu machen und den übrigen Rest einfach unberührt drauf zu lassen. Ab Freitag/Samstag werde ich dann wohl eh nicht mehr allein sein und nicht ohne weiteres Internet außer mit dem Handy haben, und dort spiele ich nicht, kann nicht mal einzahlen etc.. Man könnte meine ich plane da schon eine Rückfall, aber meine Handy ist wirklich zu schwach um überhaupt diese Apps ohne ähnliches da zum Laufen zu bringen, vom Browser ganz zu schweigen. Aber zum Telefonieren, Whatsapp und auch Emails reicht es gerade noch.

Naja die nächsten Stunden und Tagen werde ich schon irgendwie überstehen, hoffentlich weiter/wieder die Arbeit antreten können (ob ich es morgen schaffe, muss ich noch gucken..). Und dann bekomme ich hoffentlich bald einen Termin für die Klinik, am besten noch im Dezember..

Mal gucken, wann ich hier wieder schreiben werde/kann..

Im Endeffekt geht es mir selbst in allen worst case Fällen immer noch so viel besser als einem Großteil der Menschheit - kein Krieg wo ich lebe, körperlich bin ich immer noch völlig gesund und so vieles mehr, sodass ich immer noch dankbar bin für dieses Leben, das ich habe, und es wird die nächsten Wochen, Monate und Jahre wahrscheinlich wieder noch besser

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Offline taro

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Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #53 am: 29 November 2018, 13:20:28 »
Moin Suchtel,

die Vorweihnachtszeit war für mich als Spieler aus vielerlei Gründen immer sehr schwer. Das Jahr bevor ich mir Hilfe in der SHG suchte war das schlimmste. Ich verbrachte Heiligabend auf der Straße. Eine Erfahrung die ich niemanden wünsche.

Sorge gut für Dich, der Fisch fängt nach drei Tagen an zu stinken heißt es. Du kannst also gerne bei Freunden und Bekannten für jeweils drei Tage unterkommen ohne das Du ein schlechtes Gewissen haben must.  Wenn die Zeiten besser sind kannst Du Dich revanchieren.

Ich wünsch Dir schöne 24 h

Taro

Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #54 am: 30 Dezember 2018, 10:39:52 »
Ein kurzes update zu mir via Handy,  entschuldigt Schreibfehler etc..

Mit anfang Dezember War ich nun offiziell ohne festen Wohnsitz, bin meiner Arbeit weiter nachgegangen und habe sonst grossteils bei meinem ältesten Bruder gewohnt und geschlafen.

Über Weihnachten habe ich nochmal den grossteil der familie besucht und bin seit 27.12 nun stationär in der median Klinik wilhelmsheim.

Die Spieler machen hier nur einen sehr kleinen Bruchteil der Patienten aus und erst recht meine altersgruppe und dafür typische hauptsucht Ausprägung Richtung wetten.

Trotzdem habe ich mich gerade für meine Verhältnisse schon recht schnell recht gut eingelebt und fühle mich relativ wohl.
Ich hoffe die nächsten 12 Wochen bringen mich voran, in jedem Fall hab ich hier ein Dach über dem Kopf und essen. Nur die Arbeit fehlt mir..

Liebe grüße

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Offline taro

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Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #55 am: 30 Dezember 2018, 12:24:40 »
Moin Suchtel

es freut mich das Du in der Therapie bist und Dich wohl fühlst.
Arbeit wartet die nächsten Wochen mehr als genug auf Dich, die Arbeit an Dir selbst.
Vielleicht fängst machst Du schon mal ein paar Schritte ins " Tal der Tränen" das habe ich mal so genannt weil die Aufarbeitung meines Lebens für mich sehr emotional war, der Weg in die Spielfreiheit führt auf jeden Fall direkt durch dieses Tal.

Ich wünsche Die Viel Erfolg und einen guten Kompass.

Taro

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Offline Olli

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Re: mein Weg: Kurve kriegen oder wirklich nach ganz unten
« Antwort #56 am: 30 Dezember 2018, 14:50:24 »
Hi Suchtel!

Klasse, dann hat es ja doch noch dieses Jahr geklappt!

Ja, ich denke auch ... "Arbeit" kommt noch genug auf Dich zu ... :)

Viel Erfolg!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

 

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