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Spielfrei ins Jahr 2019

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Spielfrei ins Jahr 2019
« am: 23 Dezember 2018, 20:18:42 »
Hallo liebe Community,

da ich der Meinung bin , dass es an der Zeit ist die Reißleine zu ziehen, habe ich mich nun auch hier angemeldet.

Kurz zu meiner Person:

Ich bin 35 Jahre alt, männlich, ledig, berufstätig und seit 8 Jahren Spielsüchtig im Bereich Spielautomaten. Angefangen hat alles im Sommer 2010, als ich das erste mal Abends mit 2 Kumpels in eine Spielothek in unserer Stadt gegangen bin. Ich muss dazu sagen, dass mich solche Lokalitäten zuvor nie und nimmer interessiert haben und mich auch Spielautomaten in Kneipen etc. nie interessiert haben. Ehrlich gesagt hatte ich sogar eher Angst in eine Spielothek zu gehen, weil ich immer dachte, da sitzen eh nur düstere Gestalten denen man besser aus dem Weg geht.

An diesem besagten Abend habe ich mehr oder weniger meine 2 Kumpels nur dahin begleitet, weil sie unbedingt noch da hin wollten und ich fragte noch, was wollt ihr denn da jetzt noch um die Uhrzeit ??? ::)

Antwort war:

"Warte mal ab, da triffst Du Gott und die Welt". Dem war auch so und der erste den ich sah, als wir reinkamen war der Nachbar meiner Eltern :o

Jedenfalls habe ich an dem besagten Abend nicht gespielt und nur zugesehen wie meine 2 Kumpels ihr Geld im wahrsten Sinne des Wortes verzockt haben, da beide kein Gewinn verzeichnen konnten an diesem Abend. Zum Schluß sind wir dann noch im Mc Donalds gelandet und ich habe den 2 armen Kerlen noch das Essen bezahlt und mich darüber amüsiert, dass sie keinen Cent mehr in der Tasche hatten.
Allerdings habe ich an diesem Abend aber auch erkannt, welche Gewinnmöglichkeiten es an einem Spielautomaten der damaligen Zeit gab.

Ich war zum damaligen Zeitpunkt single und hatte alle Freiheiten. Die Verlockung war dann ein paar Tage später so groß, dass ich alleine in die Spielothek ging um es selbst mal auszuprobieren. Und im Gegensatz zu vielen anderen, habe ich am Anfang rein gar nichts gewonnen und habe immer nur gefüttert. Irgendwann kamen dann mal kleine Gewinne, mit denen man sich dann schon zufrieden gab und es fing an, Spaß zu machen. Dazu noch Kaffee und Cola für lau etc. haben das ganze dann natürlich noch abgerundet und so bin ich Stück für Stück dieser Sache verfallen. Es war damals wie beim rauchen. Immer gesagt, ich kann jederzeit wieder aufhören, ja Pustekuchen. Ich rauche heute noch und habe es auch noch nie versucht aufzuhören.

Das Rad drehte sich weiter und ich war ein paar Tage später fast jeden Tag in der Spielhalle, von denen es in unserer Stadt recht viele gibt und somit wurde die Gewohnheit immer stärker. Schlußendlich lernte ich dort auch meine Ex Freundin kennen, die in einer unserer Spielhallen arbeitete. Ihr gegenüber brauchte ich das schonmal nicht zu verheimlichen und wenn sie arbeiten musste, war sie auch froh wenn ich zu ihr auf die Schicht gekommen bin. So konnte ich beruhigt spielen ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Zwischenzeitlich habe ich auch in Online Casinos gepielt und dort das meiste Geld verspielt, da es viel schneller geht und ich dort mit abnormalen Einsätzen gespielt habe, immer in der Hoffnung den ganz großen Gewinn abzusahnen.

Aus dieser Hoffnung sind mittlerweile ca. 50.000 Euro Schulden entstanden, die in Form von Krediten getilgt werden und es wird noch ein paar Jahre dauern, bis diese Last von meinen Schultern verschwunden ist.

Meine Finanzen habe ich nur noch teils im Griff. Trotz gutem Gehalt und sehr sicherem Arbeitsplatz beim Vater Staat reicht es vorne und hinten nicht mehr, weil immer viel im Automat landet und selbst Gewinne in Höhe von 200 oder 300 Euro nicht mehr rausgeholt werden, sondern gnadenlos runtergespielt werden bis nichts mehr da ist. Ich gebe mich quasi mit nichts mehr zufrieden. Seit einigen Jahren gebe ich jetzt schon Lastschriften bei der Bank zurück wenns mal eng wird und bezahle meistens erst verspätet.

Es ist auch so, dass mich kleine Gewinne überhaupt nicht mehr jucken und ich immer so lange spiele, bis das Portmonaie leer ist. Erst dann habe ich meine innerliche Ruhe.
Wenn der Geldautomat auf der Bank auch nichts mehr ausspuckt ist es ebenfalls so, dass ich erst dann für mich eine innerliche Ruhe habe, wenn ich weiß, dass ich kein Geld habe um es einzusetzen.

Ich habe in meinem Leben schon viele verschiedene Hobbies gepflegt und hatte immer großen Spaß an allem. Mittlerweile kann ich mich für gar nichts mehr so richtig begeistern. Meinen Beruf habe ich allerdings für das spielen noch nie vernachlässigt und es weiß auch niemand in meinem engeren Umfeld, dass ich es in den letzten Jahren so maßlos übertrieben habe.

Damit soll jetzt endgültig Schluss sein und ich möchte es schaffen, aus diesem Hexenkessel heraus zu kommen, da das Leben meiner Meinung nach im privaten Bereich immer mehr an Sinn verliert.

Ich würde gerne noch viel viel mehr von meiner Schicksalsgeschichte schreiben , weil ich auch einfach gerne schreibe. Aber es soll denke ich mal für den Anfang reichen und wenn ihr fragen habt, werde ich diese natürlich gerne beantworten.

Danke für Euer Feedback

Bis dahin...

Gruß :)

« Letzte Änderung: 23 Dezember 2018, 20:27:24 von K-MAC-83 »

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nutella

Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #1 am: 23 Dezember 2018, 20:26:45 »
Hallo Mac.. Willkommen..

Gerade wurde vieles geschrieben und gern darfst Du Dir schon etwas davon für Dich er raus ziehen..

Ich wünsche Dir eine gute Kommunikation und mehr noch einen guten Start ins spielfreie Leben..

http://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php?topic=3167.0

Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #2 am: 23 Dezember 2018, 20:34:12 »
@Nutella

vielen Dank ;)

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Offline Mo von Glückszone

  • **
  • 49
  • Hallo mein Name ist Mo von Glückszone.
    • Glückszone
Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #3 am: 23 Dezember 2018, 23:06:04 »
Hallo K-mac,

ein herzliches Willkommen auch von mir. Tut gut sich zu öffnen, nicht wahr? Auch wenn es nur anonym in einem Forum ist. Das Gefühl potenziert sich dann nochmal, wenn Du es einem Menschen erzählst, der dir in Fleisch und Blut gegenüber sitzt. Wäre das eine Option für Dich?

Fehlt Dir etwas in Deinem Leben? Was macht Dir Spaß und was gibt Deinem Leben einen Sinn? Das sind Fragen, die mir sehr dabei geholfen haben, spielfrei zu werden.

Das mit dem inneren Frieden, wenn Geldbeutel und Konto leer sind kenne ich gut... Gerade erinnere ich mich zurück an dieses Gefühl.

Danke für Deinen Beitrag!

LG
Mo von Glückszone
Mo von Glückszone

Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #4 am: 24 Dezember 2018, 00:40:24 »
Hallo Mo,

ja es fühlt sich wirklich gut an, sich zu öffnen. Auch wenn nur anonym. Das ist wirklich schon etwas anderes, als wenn man jemandem gegenüber sitzt. Habe das schon oft im Leben erlebt, dass wenn es mal Probleme gab, es wie eine Befreiung war über alles zu sprechen etc.

Vor kurzem erst war ich in der Situation, dass ich mit jemandem darüber sprechen konnte wie alles angefangen hat und wie ich mich mittlerweile fühle und was das alles nach sich zieht. Und zwar war ich mit einer Frau Abends etwas trinken, welche auch fast täglich in der gleichen Spielhalle wie ich spielt und wir irgendwann wie es halt so ist ins Gespräch gekommen sind. Jedenfalls sehe ich in ihr jemanden, der mich da vollstens verstehen kann und das Gespräch dementsprechend vernünftig ist, weil sie selbst genau so betroffen ist wie ich. Das tat schon gut, aber es wird mich auf Dauer nicht weiterbringen, da sie nicht aufhören möchte und ich zu ihr sagte, dass wir es zusammen versuchen aufzuhören. Aber sie zieht leider nicht mit und ich möchte ja zukünftig nicht mehr mit aktiven Spielern in Kontakt kommen. Zumindest nicht in einer Konzession !!!

Ich habe auch schon darüber nachgedacht, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Aber soweit ich das beurteilen konnte sind die Selbsthilfegruppen bei uns allgemein gehalten. So dass man auch mit Alkoholikern zusammensitzt oder auch mit Menschen mit Drogenproblemen. Ich möchte das nicht abwerten, aber ich bin der Meinung, dass man je nach Suchtproblem vielleicht unter sich bleiben sollte. Ich kann es aber nicht beurteilen und bin natürlich für Antworten offen, die Erfahrungswerte mit Selbsthilfegruppen aller Coleur aufzeigen.

Ich konnte nie behaupten, dass mir irgendetwas in meinem Leben gefehlt hatte. Gut ich gebe zu, dass ich in meinem Leben noch nie gut mit Geld umgehen konnte. Wenn ich es hatte, habe ich es ausgegeben. Der Sparfuchs hält bei mir schon eh und je Winterschlaf ;)

Bin aber bis jetzt immer meiner Arbeit nachgegangen, habe eine Ausbildung gemacht, war zielstrebig und habe auch in gewissem Maße Karriere gemacht.

Ich bin auch schon viel rumgekommen in den letzten Jahren und habe viel gesehen unter anderem auch das was ich mir vorgenommen habe noch zu sehen. Es war immer alles sehr faszinierend, vor allem die Besuche bei diversen Motorsportveranstaltungen. Da habe ich eine sehr große Leidenschaft schon seit meiner Kindheit. Im Zuge dessen sind natürlich auch Träume und Vorstellungen gewachsen, die ich bis jetzt nur zum Teil erfüllen konnte. Habe dementsprechend diverse Hobbies in dem Bereich betrieben. Allerdings immer nur ein paar Jahre und dann widmete ich mich einem neuen Hobby. Zum Anfang meiner Spielaktivitäten habe ich parallel dazu noch mein letztes Hobby betrieben, welches durch diverse Umbaumaßnahmen auch recht kostenintensiv war. Mittlerweile habe ich alles aufgegeben und verkauft, weil gar kein Budget mehr da ist um ein Hobby in dem Bereich zu betreiben. Der Erlös des Verkaufs landete natürlich im Spielautomat und im Online Casino. Immer in der Hoffnung es vielleicht zu verdoppeln etc.
Durch meine Erlebnisse und Hobbies die ich bislang hatte, fällt es mir mittlerweile schwer, mich für irgendetwas noch so stark zu begeistern, dass es mich vom Hocker haut. Allerdings unter anderem Aufgrund der Spielerei, welche im Laufe Jahre wichtiger geworden ist als alles andere.

Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem ich endlich wieder Schuldenfrei bin und somit auch wieder Wege geöffnet werden um ein neues Hobby angehen zu können.

Grundsätzlich kann ich noch behaupten, dass ich auch jemand bin, der gerne den Kick sucht, auch wenn vielleicht ein bischen Angst mit im Spiel ist. Hoher Herzschlag, Ausschuß von Adrenalin etc, habe ich in den letzten Jahren oft erleben dürfen und vielleicht ist dies auch ein Auslöser um ein gewisses Level zu halten.

Ich habe auch keine Schlafstörungen oder ähnliches. Egal wie mieß es auf dem Konto oder im Geldbeutel aussieht.

Ich hoffe nur, dass ich das alles schaffe und mir selber bei meinem Vorsatz treu bleiben kann.

Jetzt gehts ab ins Bett....


Gute Nacht !!! ;)
« Letzte Änderung: 24 Dezember 2018, 00:50:30 von K-MAC-83 »

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nutella

Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #5 am: 24 Dezember 2018, 05:43:24 »
Hey Mac..

Sich mit einem Spieler zu unterhalten ist immer einfacher und meist findet man so viele parallelen das man glauben möchte sich selbst gegenüber zu sitzen..

Auf die vielen Jahre hin, habe ich sehr viele Shg kennengelernt unter anderem auch gemischte.. Deine Zweifel kann ich aber nehmen, da auch gemischte SH Gruppen sehr interessant sein können..

Der Unterschied zu gemischten Gruppen ist, daß es bezogen auf die unterschiedlichen Schucht Varianten sehr breitgefächerte Themen gibt und auch vieles für einem selbst sehr lehrreich sein kann..

Beweggründe zur Ausübung sind wiederum gleich zu stellen wie mit unsere Sucht.. Lediglich einen anderen Namen haben diese..

Vielleicht schaust Du sie dir erst einmal an und nimmst ein paar mal mit daran teil.. Lass erstmal alles auf Dich wirken und später kannst Du für Dich selbst entscheiden noch nach reinen Spielergruppen zu schauen..

Wichtig ist überhaupt etwas zu unternehmen und die ersten Schritte zu beginnen.. Nach und nach sortieren sich die Dinge eh...

Für heute aber wünsche ich dir gute 24 Stunden und noch ein viel schöneres Weihnachtsfest...



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Offline Olli

  • *****
  • 2.315
Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #6 am: 24 Dezember 2018, 07:37:38 »
Hi Mac!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Ich selbst bin in einer reinen Spieler-Gruppe gewesen - bei GA.
Doch in den vielen Jahren, in denen ich im Netz unterwegs bin, erfahre ich immer wieder gute Erfahrungen von Leuten, die in gemischten Gruppen sitzen.
So kann ich Dir nur anraten, Dir Deine Gruppe dort vor Ort anzuschauen.

Na klar unterscheiden wir uns in der Form der Suchtausübung.
Wir hier haben eine stoffungebundene Sucht betrieben - die Anderen eben eine Stoffgebundene.
Dort kommen natürlich noch u.U. Probleme durch den körperlichen Entzug hinzu.

Als Jugendlicher hatte ich es meinen schlechten Augen zu verdanken, dass ich nicht an Drogen geraten bin.
So war ich mit meiner älteren Schwester mal in einer Kneipe, die sich Dunstglocke nannte.
Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass die Unbekannten, die neben mir saßen, wohl Drogen genommen und vertickt haben.
Dann war ich in einer Clique, von denen einige später schwer im Drogensumpf versunken sind.
Hatte ich vielleicht nur Glück - ich weiss es nicht.

Meine Defizite waren damals schon vorhanden und warteten bloß auf einen Katalysator um in eine Sucht zu verfallen.
Die Drogenproblematik wurde zwar in der Schule durchgekaut, doch die Gefahren einer Spielsucht leider damals noch nicht.

Nun habe ich mich größtenteils auf die Unterschiede der verschiedenen Süchte beschränkt.
Doch die Unterschiede findest Du auch in den reinen Spielergruppen.
Da gibt es die Automatenspieler - die Sportwetter - die Casinogänger - die Online-Spieler.
Da gibt es die täglichen Spieler - die Wochenendspieler - die, die einen irgendwie anders gearteten Turnus für ihre Suchtausübung pflegen.
Es gibt die mit hohen Schulden und mit geringen - es gibt die mit Freundeskreis und die ohne ...

Du merkst schon, das könnte ich noch eine Zeit lang fortführen.

Doch was passiert, wenn ich mir nur die Unterschiede anschaue? Macht es nicht jeden dann zum Einzelkämpfer?

Da blicke ich lieber auf die Gemeinsamkeiten. Und da steht die psychische Abhängigkeit immer im Vordergrund, da sie bei jeder Sucht nahezu identisch ist.
Die zugrunde liegenden Defizite sind oft mannigfaltig und bei jedem irgendwie anders gewichtet - aber sie sind da.
Der Wunsch die Sucht zum Stillstand zu bringen sollte überall vorhanden sein - und verbindet.

Von daher - probiere es einfach aus. Gönne Dir aber auch die Gruppe mehrfach aufzusuchen, bevor Du Dir ein Urteil bildest ob sie für Dich passt oder nicht.

Du hattest die gute Erfahrung des offenen Gespräches mit der Spielerin gehabt.
Nun stelle Dir vor, da hätte jemand anderers gesessen. Vielleicht jemand, der es sich zum Beruf gemacht hat Süchtigen zu helfen.
Da fehlt vielleicht das Vertrauen in die helfende Person oder gar in Dich selbst?
Nun, dieses Vertrauen wird als Erstes aufgebaut, da es essentiell für eine Behandlung/Beratung ist. Du wirst heran geführt - und Du hast immer nicht nur die Wahl, sondern auch die Pflicht eventuellen Unmut Deinerseits kund zu tun - zu Deinem Wohl.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #7 am: 24 Dezember 2018, 16:21:03 »
Vielen Dank für die umfangreichen und aussagekräftigen Antworten.  :)

Jetzt sehe ich das schon mal aus einem ganz anderen Blickwinkel und ich werde das Jahr 2019 damit beginnen, eine SHG in meiner Umgebung, respektive Beratungsstelle aufzusuchen.

Bin voll und ganz dazu bereit, mit anderen Personen darüber zu sprechen.

Mein Ziel ist es dann auch, hier regelmäßig zu berichten.

Bis dahin wünsche ich allen Lesern, Usern, etc. ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.  :)

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Offline taro

  • *****
  • 412
Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #8 am: 25 Dezember 2018, 02:12:22 »
Moin  Mac,

ich bin Spieler, habe an GA, AA und EA Gruppen teilgenommen. Das Leben zu erfahren und zu meistern ist in allen Arten von Gruppen möglich. Es sind mehr die speziellen Dinge die bei den reinen Spielergruppen eine tiefe Verbundenheit schaffen. Als ich z.B. etwas iritiert vor einiger Zeit vom Chargeback erzählte und die Gedanken die sofort kommen, wie man damit Geld machen kann, brauchte ich nur zu sagen mir kam sofort in den Kopf, und noch bevor ich aussprach fangen alle an zu gickern. Weil das bei Spielern eben sofort in den Kopf kommt. Wenn ich das einem Alkoholiker Haarklein erzähle har er nur Fragezeichen i m Gesicht.

Wenn es jedoch darum geht, meine Berufliche  Ziele zu erreichen, meine Privaten Ziele und der Weg dorthin kann ich mich in jeder Gruppe mit jedem darüber austauschen,  jede Sichtweise ist eine Bereicherung und ermöglicht mir aus der Fülle das zu nehmen was ich brauche.

Die AA habe ich auf einer Reha nach einer Rücken OP besucht,  bin dort sehr freundlich aufgenommen worden, habe mit den Gruppenleiter noch heute Kontakt.
Die EA habe ich neben GA ca. 2 Jahre besucht, weil ich mit einigen Dingen auf der Stelle getreten bin und bei GA nur auf die erwähnten Fragezeichen  gestoßen bin.

Taro
#niemehrcdu
#artikel13

*

Offline andreasg

  • *****
  • 1.041
Re: Spielfrei ins Jahr 2019
« Antwort #9 am: 25 Dezember 2018, 09:48:51 »
Hallo - K - Mac,

Frohe Weihnachten!, und schön daß Du Dich auf Deinen Genesungsweg machst.
Nein, ich gebe jetzt keinen flammenden Beitrag für Selbsthilfegruppen,
ich will nur erzählen, was mich bewegt.:


Wir hatte vor Jahren in unserer Kirchengemeinde einen Küster, der besonders engagiert sein Amt versah, und sich dadurch ein hohes Ansehen verschaffte. Er starb - vor Jahren - einen Tag vor Heiligabend an einer Krebserkrankung. Der Trauergottesdienst war sehr gut besucht, und er hatte sich die Lieder selber noch ausgesucht, vor allem: "Die Nacht ist vorgedrungen, von Jochen Klepper, das eines meiner Lieblingslieder ist. Was von ihm mir geblieben ist? Er war ein Workaholik sonder gleichen, hatte einen Gemeindehelfer, der eine schwere Psychische Erkrankung hat, und Alkoholprobleme daraus , in seine Aufgaben eingearbeitet, und sich väterlich ium ihn gekümmert. Zu dem Gemeindehelfer habe ich Heute noch Kontakt, und der ist stabil, in seiner Psyche. Mir war bekannt, daß der verstorbene Küster in einer Angehörigen - Gruppe von Alkoholikern war, den AlAnon, um hier Gruppennamen zu nennen. Mir hat er dadurch geholfen, daß er in seinen Beziehungen klare Grenzen setzen konnte, was bei mir eine immense Schwierigkeit ist: (Spiel mit Menschen = Co - Abhängigkeit) - für mich, und aus dessen Grund ich Heute vorrangig die Spieler - Selbsthilfegruppe (GA) besuche. Die Kirchengemeinde hat einen ehrenamtlichen Küster gefunden, der auch mit sehr grußem Engagement seinen Dienst versehen hat. Ein eher introvertierter Mensch, aber manchmal war er auch gesprächsbereit. Meine schon geschiedene Frau hat sich oft offen mit ihm unterhalten können. Dieser Ehrenamtliche Kirchendiener ist vor ca. 2 Jahren in den Alkoholismus verfallen. Es hat viele Menschen gegeben, die ihm helfen wollten, das wurde mir zugetragen, ich sah ihn mit Distanz: "Halte dich von Menschen die noch spielen fern" - ist ein Überlebenssatz für mich. Ich kann es auf jedes Suchtmittel anwenden. Wir haben Menschen  in der Gemeinde, die an schweren Psychischen Krankheiten leiden.
Ich bin ehrenamtlich im Kirchencafé tätig und kenne viele der Lebensgeschichten der Gemeindemitglieder. Und diese Vertrauen, sich dem anderen mitzuteilen geschieht auf Augenhöhe. Die - den anderen anzunehmen, ohne sich selber dabei zu verlieren. Wenn ich Menschen zu sehr an mich her
ranlasse, brauche ich wieder Distanz. Die mir mit dem Spielen zu schaffen, hätte ich beinahe mit meinem Leben bezahlt. Wenn ich niemanden helfen kann, bin ich auf mich geworfen, und dann fühle ich mich in mir fremd. Und dieses Syntom - Fremdsein - kompensiere ich dadurch, daß ich Essen izu meinem Bezugspartner mache. Die Mahlzeit, und die nachfolgende und dann noch der Nachschlag zuzüglich dem Dessert und dem Naschen in der Küche beim Abräumen wird meine Unterhaltung. , und später tief empfundene Einsamkeit durch Scham und Schuld.
In unserem Gemeindehaus findet im März ein größeres Treffen für Menschen mit Essstörungen statt, die in die Selbsthilfegruppe der OA gehen.

Mit meinem Pastor führe ich von Zeit zu Zeit seelsorgerische Gespräche und ich habe den Schlüssel zu unserem Gemeindehaus.

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Grücksspiel und vom zwanghaften Essverhalten.

schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

 

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