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Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung

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Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« am: 09 Februar 2019, 09:14:36 »
Würde gern mal eure Meinung dazu wissen:

Wie ich bereits schrieben hatte bin ich mit dem Thema zocken immer offen umgegangen und habe auch nichts verheimlicht meiner Frau gegenüber aber langsam aber sicher bin ich an einem Punkt angelangt wo ich mir die Frage stellt warum ich mir diese Beziehung nach 7 Jahren überhaupt noch antun soll.

Fakt ist, dass meine Partnerin (wir sind nicht verheiratet) bei jedem Problem mir Vorwürfe hinsichtlich des Zockens gibt und nur ich die Schuld an der Situation trage. Bei jedem kleinen Streit wird mir meine Verfehlung unter die Nase gerieben, egal ob Geld oder die alltäglichen Problem des Lebens werde ich immer mit den selben Vorwürfen konfrontiert und langsam aber sicher habe ich die Nase gestrichen voll denn ich habe den Eindruck gewonnen, das Sie sich für mein Problem in keiner Weise interessiert und mich auch noch verspottet wenn ich in die Gruppe gehe. Sie zeigt mir den Vogel, tut so als wäre das alles lächerlich was ich unternommen habe und dann kommen Sprüche wie: Nimm noch Flasche Whisky mit zur Gruppe dann kann men besser debattieren.

Für mich zeigt dies, dass Sie kein Interesse oder Verständnis aufbringen kann oder will und sich einen scheiss dafür interessiert wie es mir geht und alles dreht sich momentan nur noch um Sie und ihr Wohlbefinden. Wie es mir geht ist ihr, nach meiner Meinung nach, wurscht!

Meine Frau ist keine Deutsche wir sind jetzt seit September 2012 zusammen. Von Ihren finanziellen Problemen habe ich erst 2015 erfahren.

 In Ihrem Land hatte sie ihr Auto jemanden geliehen hatte aber vergessen die Versicherung zu bezahlen und dieser Person hat jemanden überfahren der gestorben ist und Frauchen war dran.

Sie musste eine Strafe von mehr als 20.000 EUR bezahlen und ich habe ohne mit der Wimper zu zucken weil Sie jederzeit zu mir gehalten hat. Gute und Schlechte Zeiten, die komplette Strafe in Ihrem Land auf einen Schlag ausgeglichen um ihr die Last von Ihren Schultern zu nehmen. Hauptsache ihr geht es gut! Das Geld war mir egal. Wichtig war nur das Wohlbefinden meiner Frau! Sie war deswegen sogar böse da ich es einfach getan habe und nicht fragte.

 Hinsichtlich ihrem Geld:

Dazu müsste Sie erstmal Geld verdienen haben denn Sie hatte nichts, keine Arbeit, keine Unterkunft, nichts! Arbeit kam erst 2016 und das waren knapp über 500 EUR im Monat danach war Sie 1,5 Jahre arbeitsunfähig und hat so gut wie nichts von der Krankenkasse erhalten in dieser Zeit. Es waren keine 300 EUR. Frauchen raucht, isst, wohnt, wäscht, braucht Kosmetika wie alle anderen Frauen auch (was Kosmetika anbelangt^^) sowie Männer/Kinder. Alles kam von mir und plötzlich stand mir das Wasser bis zu Hals. Die Geschäfte liefen nicht mehr und ich kam selber in die Bredouille aber wer sollte mir helfen. Dazu war Frauchen nicht in der Lage also musste ich mir was einfallen lassen und da habe ich die mit Abstand dümmste Entscheidung in meinem Leben getroffen und habe angefangen zu spielen. Dies war Mitte 2017 und ich wusste einfach nicht weiter.

 Wäre ich alleine gewesen in dieser Zeit.....musste jedoch für zwei Menschen sorgen und habe mich selber in der Pflicht gesehen das auch schaffen zu müssen!

Eigentlich dachte ich, das man sich in einer Partnerschaft gemeinsam unterstützt doch habe ich dies von Ihr in den letzten 2 Jahren nie erfahren dürfen. Im Gegenteil, ich musste mich Ihrer Probleme auch noch annehmen und aufladen aber langsam bin ich an einem Punkt angekommen wo ich erkennen muss das ich Ihre Probleme nicht mehr lösen kann da ich einfach nicht die Kraft dazu habe und wegen all diesen Problemen die ich mir aufgeladen habe war mein Ventil das Zocken. Gebe ihr nicht die Schuld bin aber von Ihrer Ignoranz und Unverständnis mir gegenüber mehr als nur enttäuscht.

Auch wenn die Aussage nun hart ist:  Habe mir vor 7 Jahren einen Blutegel eingefangen der mich nach und nach, in allen Belangen, aussaugt und sich erst löst wenn ich verreckt bin!

Mir tut das mehr als weh da ich zu jederzeit ein offenes Ohr für meine Frau hatte und Ihr egal was war geholfen habe aber sonst nur Undank, Vorwürfe zurück bekomme und ich auch keine Lust mehr habe um mich immer rechtfertigen zu müssen und so langsam aber sicher empfinde ich nur noch Wut und der Hass steigt in mir auf...

..vor allem aber auch die Angst in mir, dass die Sache wirklich derbe eskaliert...  :'(

Wie ist das denn bei euch so, wie gehen die Partner/Angehörige mit der Situation um?

« Letzte Änderung: 09 Februar 2019, 10:12:59 von Born4Nothing »

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #1 am: 09 Februar 2019, 13:54:58 »
Hallo,

also alles in allem hört sich das erstmal nicht gut an. Ich habe an mir gemerkt das man in schlechten Phasen im Leben dazu neigt Dinge in Frage zu stellen oder zu hinterfragen die man sonst als „selbstverständlich“ und „ok“ gesehen hat. Man ist jetzt an einem Punkt an dem man sich eingehen mit sich selbst, seinen Gefühlen, Ängsten und Träumen beschäftigt und eben auch mit der Frage „was tut mir gut“ und vielleicht auch „wer tut mir gut“.

Jetzt könnte ich Dir natürlich sagen, das ist nur so eine Phase und durch die kommt ihr durch aber erstens kenne ich Dich nicht und habe auch keine Ahnung von Eurer Beziehung und zweitens ist diese Beurteilung nur durch Beteiligte selbst möglich. Ich kann Dir nur einen Tipp geben:

Überlege Dir folgendes:
- liebe ich diese Person bedingungslos
- geht es mir mit ihr an meiner seite besser als ohne sie und habe ich durch sie einen mehrwert

Ich denke dann kommst du selbst zu einem Ergebnis und weißt in welche Richtung sich das entwickeln muss.

Ich würde an meiner Seite keinen Partner mehr dulden der mich nicht so akzeptiert wie ich bin, der mir Fehler vorhält, der eine andere Vorstellung von der Zukunft hat als ich, der nicht akzeptiert das ich eine eigenständige Person mit Rechten (aber natürlich auch Pflichten) bin und der nicht bereit ist für mich mal über seinen eigenen Schatten zu springen

Das sind aber nur mal so meine Gedanken und meine Einstellung

Lg
Birgit

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #2 am: 12 Februar 2019, 12:54:37 »
Danke

Naja, sagen wir es mal so. Vor 2 Wochen kam die Aussage, das Sie mir mit dem, was von Ihrem Gehalt über bleibt helfen will abgesehen davon war Sie bei einer Zeitarbeit beschäftigt und am Freitag teilte man ihr mit, das Montag frei ist da es keine Arbeit mehr gibt. Die Zeitarbeit wollte sich zwar wieder melden doch wir rechnen jeden Tag mit der Kündigung.

Wenn das passiert sieht es mehr als nur übel aus da kein Anspruch von der Agentur für Arbeit auf ALG besteht. Prompt wäre Sie auch nicht mehr KV und nur über das Jobcenter Harz4 versichert werden. Da ich aber Zuviel verdiene ist diese Möglichkeit schon mal hinfällig. Ergo bleibt alles wieder an mir hängen zumal Frau auch noch links eine OP benötigt.

Nun kommt es also hart auf hart denn ich selbst glaube nicht das die Zeitarbeit ihr einen anderen Job vermittelt.

Vor 7 Tagen habe ich noch meine KFZ-Versicherung geändert und Sie mit als Fahrer hineingenommen was mich 200 EUR mehr im Jahr kostet damit ich morgens nicht mehr um 3 Uhr aufstehen muss und Sie selber zur Arbeit fahren kann - (nun wird wohl die Kündigung kommen da es da noch nicht hieß: Keine Arbeit mehr.. und dann kommt Frau damit um die Ecke

--> Am WE eröffnete Sie mir das Sie wieder zurückgehen will in Ihr Land. Sie braucht also Wohnung, Einrichtung und alles eben was wir hier gemeinsam haben - nur eben keine Arbeit für Sie und in Deutschland harte Arbeit für einen Hungerlohn den Sie in Ihrem Land auch bekommt aber die Lebenshaltungskosten liegen bei 1/3 von hier.

So habe ich mir die Hilfe nicht vorgestellt und Sie sticht mir damit von Hinten ins Kreuz. Alleine schon die Aussage: Wenn ich Urlaub habe komme ich zu dir. Sie glaubt wirklich das ich dies mitmache. Sie torpediert all meine Anstrengungen aus dem Schlamassel rauszukommen und tobt wie eine Furie über die Zeitarbeit - gut, Sie hat recht aber sollte Sie wirklich gehen lässt sie mich im Stich und das nach all dem was ich für Sie die letzten Jahre getan habe.

Fühle mich ziemlich verarscht im Moment und ich glaube nicht, dass Sie sich über die wirklichen Konsequenzen bewusst ist was passiert wenn Sie zurück in ihre Heimat geht...denn damit, was sie dort verdient kann Sie mir finanziell kaum helfen da Sie ja Miete/Essen und noch andere Dinge benötigt die Sie hier eigentlich hätte aber man denkt einfach nicht weiter und kann das Große/Ganze nicht sehen...

Zum Glück renne ich nicht so planlos durch die Welt aber dann hätte sich der Titel dieses Beitrage auch erledigt...
« Letzte Änderung: 12 Februar 2019, 13:15:13 von Born4Nothing »

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #3 am: 12 Februar 2019, 13:19:40 »
Ich würde ihr zuvor kommen und einen Schlussstrich ziehen! Soll sie doch wieder hingehen wo sie herkommt. Liebe ist das nicht.

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #4 am: 12 Februar 2019, 13:32:26 »
Ich würde ihr zuvor kommen und einen Schlussstrich ziehen! Soll sie doch wieder hingehen wo sie herkommt. Liebe ist das nicht.

Da bin ich absolut deiner Meinung !
Ich bin auch ein sehr gutmütiger Mensch und lasse viel mit mir machen bis es mir reicht, aber das is zu viel. 
Ich weis, dass sagt sich so einfach aber soll sie zurück in Ihr Land aber bitte auf Ihre Kosten. Das ganze ist mehr Belastung als Beziehung für dich, was auch klar ist bei dem Sachverhalt. 7 Jahre hin oder her das bringt so alles nix.

*

dev

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #5 am: 12 Februar 2019, 13:33:17 »
Hi,

Drei Punkte:

1. Hast du ihr denn schonmal klipp und klar erklärt was du von der beziehung erwartest?

2. Glaubst du an BEDINGUNGSLOSE Liebe? (ich nicht)

3. Ich kann mir schwer vorstellen, dass eine Fernbeziehung unter den Umständen realistisch ist. Und letztenendes sollte es um die Liebe gehen, welche man füreinander empfindet.

Stell dir vor eure Beziehung ist ein Tontopf auf einer sich drehrnden Töpferplatte, du und deine Frau sitzt euch gegenüber und ihr beide könnt diesen Topf formen wie euch beliebt. Eure Hände berühren sich mal und mal wechselt ihr euch ab. Über viele Jahre.

Könntest du dir vorstellen, dass der Topf nun für dich fertig ist und aushärten darf? Kann es sogar sein, dass ihr beide den Topf nun endlich in die Vitrine stellen wollt, um ihn in Ruhe zu betrachten?


Edit: Zu meinen vorrerdnern:
Ich glaube nicht, dass man 7 jahre zusammen ist und man es ohne weiteres beenden kann. Wenn es möglich ist, sollte man zumindest versuchen wertschätzend mit der Zeit umzugehen, auch wenn es nur einseitig ist.
« Letzte Änderung: 12 Februar 2019, 13:36:43 von dev »

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #6 am: 12 Februar 2019, 13:41:22 »
Tja, wobei ich da wieder beim Blutegel wäre...

Das ist alles so ultrakompliziert denn auch Ihre familiären Probleme mit Ihren eigenen Kindern und ganzen 5 Enkel ist schon wirklich traurig. Der Sohn hatte mehrere Arbeitsunfälle und wurde da dumm am Kopf erwischt (hat wohl nun Probleme), die Folge er ist depressiv und geht weiterhin arbeiten weil er Frau und 3 Kinder versorgen muss und alle leben in einem Zimmer und nun ist auch noch die Couch kaputt ergo müssen die Kinder auf dem Boden schlafen und auch dies belastet meine Frau.

Ergo bin ich eingeschritten damit die aus dem Loch rauskommen und habe die Kaution für die neue Wohnung bezahlt um Ihr etwas Erleichterung zu verschaffen dann ist Sohn, mit Frau und den 3 kleinen Kindern raus aus dem Loch. Kann Ihre Sorgen um den Sohn schon verstehen wenn man so einen schwere Unfall hat und einen Kopfschaden davongetragen hat - egal was es ist, irgendwas ist nicht korrekt am Kopf.

Als Mutter macht man sich Sorgen und ja, Sie hat Angst, weil Sohn depressiv ist das er sich was antun könnte. Und als Oma sorgt man sich dann auch noch um die Kinder usw. Keine Mutter sieht es gerne wenn nicht mal ein Bett zum schlafen für die Kinder vorhanden ist und man auf dem Boden schlafen muss.

Wem würde das nicht weh tun und mit der neuen Wohnung (3 Zimmer) erst am Ende diesen Monats hofft Sie auf Besserung.

@dev

zu1: Gute Frage - keine Ahnung - nächste
zu2: Nein
zu3: Das ist für mich keine Frage, was soll ich mit einer Frau anfangen die 1 mal im Jahr zum Urlaub zu mir kommt. FB ist für mich keine Option!

Topf? Bitte? Deine Metaphern sind ja wirklich unterirdisch schlecht^^ der Topf ist dann ausgehärtet wenn Sie wirklich alles torpediert und zurück geht. Dann werfe ich den ausgehärteten Topf in den Müll!

Apropos, ich habe so viele Probleme an der Backe das es für 10 unterschiedliche Leben reichen würde und alles muss ich gestemmt bekommen.
« Letzte Änderung: 12 Februar 2019, 13:45:22 von Born4Nothing »

*

Offline Olli

  • *****
  • 2.186
Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #7 am: 12 Februar 2019, 13:46:33 »
Hi Born!

Ich möchte Dich um einen großen Gefallen bitten.

Versuche doch bitte mal im Sinne eines Rollentausches einen Brief von Ihr an Dich aufzusetzen.
Versetze Dich in sie hinein  - versuche ihre Ängste und Wünsche zu beschreiben.
Ihre Sehnsüchte - ihre Hoffnungen - ihre Verletzungen.
Was möchte sie wirklich erreichen, wenn sie wieder in ihr Land geht.

Und dann frage sie, ob Du mit dem Brief einigermaßen korrekt liegst.

Ich kann Dir keine Tips in Beziehungsangelegenheiten geben.

Doch ich lese Deinen Schmerz und Deine Verletzungen.

Und einen Teil davon erleben wir als Spieler sehr häufig: Ich habe doch alles getan - wieso wird das nicht gewürdigt?

Wenn ich hier einen Schmerz verspüre, so hat das mehr mit mir selbst zu tun als mit der anderen Person, würde Libelle jetzt schreiben.


Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #8 am: 12 Februar 2019, 14:08:54 »
Du solltest in erster Linie an dich denken, deine Genesung von der Spielsucht, deine Firma usw.
Mache nicht Ihre Probleme zu deinen - so schlimm es auch ist.

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #9 am: 12 Februar 2019, 14:10:05 »
Ich verstehe ihre Sorgen und Ängste, für Sie ist die Familie sehr wichtig und Ihre Sorgen hinsichtlich der Gesundheit Ihres Sohnes das er sich wirklich noch das Leben nimmt weil er einen Unfall mit einer naheliegenden Kopfverletzung davongetragen hat und sich sorgen um die Enkel macht wie es dann weitergehen soll.

Sie will mit der Rückkehr in Ihr Land erreichen, Sohn und Enkel zu unterstützen nicht das es noch zum Tragischen Ende kommt.

All das kann ich nachvollziehen auch die Angst die damit einhergeht aber jetzt alles über das Knie zu brechen aus Angst/Panik ist der falsche Weg.

Das schlimme an der Sache, und das ist es was mich so anpisst, Sie gibt die Schuld einzig und allein mir. Das Sie die letzten Jahre kein Geld hatte weil Sie alles mir gegeben hatte.

Bei Monatlichen 300 EUR  über 18 Monate welche Sie durch Ihre Arbeitsunfähigkeit von der Krankenkasse/Agentur für Arbeit erhalten hat kann man einfach nichts sparen und auf die Seite legen. Die Wohnung hier kostet mit allem drum und dran knapp 900 EUR (Strom, Müll, Wasser, Heizkosten, TV, Telefon). Essen und Zigaretten sind da noch nicht mal dabei.

Unterm Strich hat mich das ganze nun 5-6mal soviel gekostet wie Sie dazu beigetragen hat und habe mich nie darüber beschwert aber das was Sie nun bringt ist für mich mehr als nur enttäuschend.

Zitat
Ich kann Dir keine Tips in Beziehungsangelegenheiten geben.

Danke, habe ich auch nicht erwartet.


@Tosten

In einer Beziehung gehören alle Probleme die auftreten auch zusammen und gehen beide etwas an. Man unterstützt sich gegenseitig. Zumindest sollte es so sein^^

Zitat
Ich weis, dass sagt sich so einfach aber soll sie zurück in Ihr Land aber bitte auf Ihre Kosten. Das ganze ist mehr Belastung als Beziehung für dich, was auch klar ist bei dem Sachverhalt. 7 Jahre hin oder her das bringt so alles nix.

Da muss ich dir leider zustimmen auch wenn es schwer fällt.
« Letzte Änderung: 12 Februar 2019, 14:21:25 von Born4Nothing »

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Offline taro

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  • 320
Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #10 am: 12 Februar 2019, 14:38:26 »
Die ganzen Abhängigkeiten in deiner Partnerschaft und in ihrer Familie sind das eine,  deine Spielsucht ist das andere.
Das eine ist von euch selbst gewählt und entschieden, die Sucht und den Vertrauensverlust hast alleine Du zu Verantworten, ich meine ausdrücklich nicht das Geld.
Diese Schuld zu tragen und es den betroffenen Umfeld zu würdigen ist ein wichtiger Schritt.

Taro

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #11 am: 12 Februar 2019, 14:46:21 »
Das eine ist von euch selbst gewählt und entschieden, die Sucht und den Vertrauensverlust hast alleine Du zu Verantworten, ich meine ausdrücklich nicht das Geld.

Habe ich auch nie bestritten ganz im Gegenteil aber mit einer solch labilen Person, die hin und herspringt und mir ständig Vorwürfe macht, egal bei was, kann ich getrost darauf verzichten. Mein Spielen resultiere nur aus dem ganzen Mist weil ich das Unweigerliche nicht erkennen wollte/konnte - das die Beziehung am Ende ist.

Und wenn ich ehrlich bin stelle ich auch gerade meine "Spielsucht" in Frage....
« Letzte Änderung: 12 Februar 2019, 14:55:12 von Born4Nothing »

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #12 am: 12 Februar 2019, 19:09:02 »
Sie ist mit Sicherheit nicht die einzige Frau die es als selbstverständlich ansieht dass der Mann der Starke, der Macher, der Versorger ist. All dies warst du bisher immer und daran war sie gewöhnt.  Nun bist du durch dein Spielen in eine Position der Schwäche geraten- das erträgt sie nicht und eventuell zweifelt sie sogar deine Männlichkeit an. Leider sind viele Frauen so. Ich als Mann würde sowas nicht wollen und mir einen Partner auf Augenhöhe suchen. Sie ist von dir Abhängig und kaum kannst du diese Erwartungen mal nicht erfüllen bricht alles auseinander ...

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dev

Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #13 am: 12 Februar 2019, 23:19:40 »
sry wegen der topfmetapher.. ich fand sie toll <3

*

Offline Skip

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  • 49
Re: Unverständnis, Vorwürfe und Rechtfertigung
« Antwort #14 am: 12 Februar 2019, 23:35:40 »
Lieber Born4Nothing,

du erinnerst mich von deiner Schreiberei und den Erzählungen sehr an meinen Bruder. Er ist ähnlich wie du (bzw. so wie du für mich rüberkommst) durch und durch ein Mann, ein Macher, einer der’s angeht und nicht lange um den heißen Brei herumredet. Guter Humor, gerade, direkte Art. Trägt viel Verantwortung. Selbstbestimmt. Schiebt nichts auf andere.

Und wird leider gerne ein wenig ausgenutzt von Freunden und auch von seinen bisherigen Partnerinnen....
Eben weil er wie Robin Hood ein Herz für Schwache/Benachteiligte hat. Und sich, wie man in Österreich sagt, sich gerne mal ‚Gschichtln einedruckn‘ lässt. Soll heißen, gewisse Personen haben es mit der Zeit ganz gut heraußen, ihn immer mehr für ihre Probleme einzuspannen, anstatt sie selber zu lösen. Das heißt nicht, dass diese Leute es nicht tatsächlich schwierig hätten, aber sie präsentieren es so, dass es noch Ärger wirkt und mein Bruder dann schlechthin Himmel und Hölle in Bewegung setzt und sich voll einbringt. Und leider schlussendlich übelst enttäuscht ist, weil in Relation zu seinem hohen Einsatz wenig zurück kommt.

1. hören die Probleme dieser Personen nie auf, sie derrappeln sich einfach nicht, es kommt immer noch was, weswegen sie weiterhin Hilfe und noch was und noch was brauchen
2. spricht er sie - und sei es noch so vorsichtig und umsichtig, ähnlich wie du oft trotz deiner knallharten Schnauze zwischendurch wieder formulierst, wo du versuchst, die Sichtweise seines Gegenübers einzubeziehen bzw. Frauen/Kosmetik und so, hab ich grinsen müssen - darauf an und erhofft sich wenn schon nicht Dank dann wenigstens Aufrichtigkeit und ein bisschen Anerkennung, dann gibts zu seinem Entsetzen stattdessen Ärger und Vorwürfe.

Und auch er fühlt sich dann oft als ‚Melkkuh‘ und ist enttäuscht und verwirrt und versteht nicht, was er falsch gemacht hat... hat er ja auch nichts, er war lieb und hilfsbereit, ja, zwar oft auf seine direkte, nicht zweimal Fackeln, bisweilen etwas derbe Art, aber es war ehrlich nett und gut gemeint. Er ist im Geschäftsleben auch ein guter Menschenkenner, nebenbei bemerkt. Aber er versteht halt nichts von ‚Schwachen/Benachteiligten‘ eben weil er solchen Menschen im geschäftlichen Umfeld so gut wie nie begegnet. Und weil eine bestimmte Eigenschaft auf seinem Horizont gar nicht präsent ist - das Sich-Hängenlassen und auf Rettung von außen hoffen. Mein Bruder ist gewohnt, seine Probleme aktiv anzugehen, es irgendwie zu managen, wieder nach oben zu schwimmen, egal wie tief und stark der Strudel oder widrig die Umstände. Darum geht er davon aus, dass jeder andere Mensch dies auch automatisch tut, nur sind halt nicht alle so stark wie er. Und deswegen kann man in ihm schnell Mitleid oder Mitgefühl erwecken, wenn man sich selbst auch als ‚Kämpfer‘ präsentiert, aber eben als ein gehandicapter, schwächerer, kleinerer...

So, sorry dass ich hier Psychotante spiele, aber wenn ich komplett falsch liege, hast du wenigstens was zum Lesen, während du mit deiner Erkältung ringst.

Bzgl. oben hoher Einsatz wenig rausbekommen... Na das kennen wir ja vom Spielen, hm? Ist eine gute Symbolik. Und ich glaube auch, dass das Spielen sehr viel mit deinem allgemeinen Gefühl von Frust zusammengehangen hat, resultierend aus einem gewissen Ausgenutztwerdens? Kann das sein? Bei mir war es ähnlich. Ich bin zwar die weibliche Ausprägung, habe aber ein paar Dinge mit meinem Bruder gemeinsam. Ich bin in meinem Haushalt die Hauptverdienerin, mein Mann macht gerade eine zweite Ausbildung, weswegen er kaum Einkommen hat und er wird auch nie nur annähernd das verdienen, was ich bekomme. Er hat manchmal auch gewisse Tendenzen, meine Leistungen nicht wahrzunehmen usw. Die Mann-Frau-Thematik kommt noch dazu, beim Tanzen und so ;) kommt’s halt besser, wenn der Mann führt und die Frau führen lässt, zumindest mag ich es so. Das ist jetzt aber nicht das Thema, obwohl ich noch erwähnen möchte, dass er unglaublich lieb und einfühlsam reagiert hat seinerzeit auf meine Beichte. Ich habe es ihm in einem Brief geschrieben und - so kindisch es klingt - habe mich unter der Bettdecke versteckt. Aber er ist ganz ruhig geblieben, hat mich umarmt und dann hätten wir ein wirklich gutes Gespräch und ich konnte mich an seiner Schulter ausweinen und all diese Gefühle von Schuld und Scham rauslassen.

Gespielt hab ich aber zuvor, weil ich sehr überarbeitet war, ich hatte voriges Jahr gesundheitliche Probleme, dann habe ich viel gearbeitet und nebenbei eine Weiterbildung abgeschlossen. Ich war echt überlastet und es kam oft zu Streitereien mit meinem Mann und ich fühlte mich unverstanden, vor allem, wenn trotz allem Haushalt und Kochen und Freizeitplanung hpts. an mir hängen blieben. Beim Spielen könnte ich trotz des ständigen Adrenalinlevels von Gewinn/Verlust/Gewinn/noch mehr Verlust, den Frust abbauen und den Stress verringern bzw. eigentlich verlagern, was schrägerweise auch zu einer Entspannung führte. Statt Beziehungsstress auf einmal Konto-überzogen-Stress. Voll scheiße aber immerhin greifbarer als diese emotionalen Verwicklungen. Und auf den ersten Blick leichter lösbar: ‚ich brauch ja nur einen Glücksmoment, dann gewinne ich das bzw. zumindest den Großteil zurück‘...

Insofern verstehe ich deine Zweifel an der ‚Spielsucht‘ - man kann das schon über die gewissen Umstände erklären, dazu kommen eben dann noch die Suchtmechanismen selbst, die durch das Spielen einsetzen und unbewusst zu wirken beginnen.

Du bist, muss wieder einen österreichischen Ausdruck verwenden, so wie ich das sehe, ‚ein guter Lackl‘. Ich bin mir bei dir auch sicher, dass du dich aus jedem Latrinenloch, egal wie dreckig und tief wieder herauskämpfst. Aber pass auf dein Herz auf. Möglicherweise kann man da noch einiges retten mit deinem Frauchen. Weißt du, was ich oben gemeint habe mit den Schwachen/Benachteiligten war nicht rein negativ gemeint. Ich wollte dir nur aufzeigen, dass da erhebliche Missverständnisse auftreten können, wodurch dann Enttäuschung auf beiden Seiten entstehen kann. Maria in ihrem vorhergehenden Kommentar hat das ein bisschen überspitzt formuliert, aber ein Körnchen Wahrheit... verstehst du? Auch wenn es dich möglicherweise wütend macht, denn wenn ich an den Frauentyp meines Bruders denke, dann machten die durchaus den Eindruck eines ‚Frauchens‘ aber die nutzten halt ‚weibliche Waffen‘ - soll heißen, die hatten durchaus was drauf, aber sie neigten eben auch zum Ausnutzen, ohne es übrigens böswillig zu meinen, sie kannten es einfach nicht anders. Deswegen: Missverständnis.

Vielleicht will dir deine Partnerin eine neue Selbständigkeit beweisen mit ihrem Plan in ihre Heimat zu ziehen. Natürlich ist das für dich lächerlich, du bist Geschäftsmann, du hast jahrelange Übung und bist der Typ für komplexe Entscheidungen. Aber sie probiert vielleicht einfach auf ihre unerfahrene Art, die Situation zu verbessern?
Vielleicht will sie dich auch mit ihren Schmähs, also Witzeleien, bzgl. der SHG nur aufheitern, also eigentlich helfen, auch wenn sie es verkehrt angeht. Sie kennt dich und deine selbständige Art. Du bist kein typischer Suchttyp. So wie ich auch keiner bin. Trotzdem kann sich eine Sucht manifestieren und da braucht es dann entsprechende Theraphie, aber vielleicht spürt sie Selbstzweifel bei dir hervorgerufen durch die Beschäftigung mit dem Suchtverhalten und will dir auf ihre Art mitteilen ‚je, mein Lieber, besinn dich zurück wer du eigentlich bist!‘. Sorry, das ist schwer auszudrücken und ich muss hier betonen, ich finde SHGs sehr gut. Ich bin aber kein Freund von One Size Fits All und... hm, man muss aufpassen, dass man sich nicht eine Störung einreden lässt, wo keine ist. Ich bin Technikerin und ich weiß, dass man ein Problem nur lösen kann, wenn man den echten zugrundeliegenden Fehler findet und nicht einfach vom häufigsten vorkommenden ausgeht. Versteht man, was ich hier meine?

Naja, sei’s wie es sei, vielleicht hab ich hier BS gelabert, vielleicht kann’s dir irgendwie helfen.

In jedem Fall: Beste Grüße allerseits

 

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