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4000 Euro in einer Nacht...

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #15 am: 17 Februar 2019, 17:45:25 »
Olli, du hast natürlich Recht, dass es nichts bringt, dem Davongeflogenen bzw. in meinem Fall dem verlorenen Geld hinterher zu trauern. Nur leider kann ich da nicht aus meiner Haut, bin nicht der "Was-kostet-die-Welt-Typ", sondern eigentlich immer sehr rational, sehr sparsam, vergleiche immer genau die Preise wenn ich mir etwas kaufe, lebe immer recht sparsam und mache eigentlich bei Einkäufen nie verrückte Dinge. Und genau deswegen ärgert mich das so sehr.
Realistisch betrachtet, sind 4000 € über das (Arbeits-)Leben gesehen ja nur ein Klecks, aber wie gesagt, ich bekomme diesen Gedanken, warum ich so blöd war und was ich mir alles davon hätte kaufen können (obwohl ich es mir vermutlich nicht gekauft hätte^^) nicht aus dem Kopf.

Und natürlich hast du auch Recht, dass es keinen Sinn macht, darüber nachzudenken, das Geld wieder zu gewinnen (wie es ja ein anderer hier im Forum vehement versucht). Genau dieses Verhaltensmuster hat mich ja Donnerstagnacht erst in diese beschissene Situation gebracht. Allerdings hätte ich in dem Moment, wäre ich an mehr Geld rangekommen, so lange weiter gemacht, bis ich wieder bei 0 gewesen wäre oder eben alles verzockt hätte. Tags darauf habe ich daran aber keinen Gedanken mehr verschwendet. Ich bin jetzt extrem entschlossen, nie mehr irgendwo zu spielen. Habe bereits am Freitag alle Konten gesperrt, bei denen ich aktiv war (ich weiß, OCs gibt es mehr, als ich sperren kann, aber es ist mE ein Schritt in die richtige Richtung), meine Kreditkarte zerknickt und weggeworfen, mein Online-Banking auf reines Anschauen ohne Überweisungsmöglichkeit beschränkt und K9 installiert.

Anvertraut habe ich mich einem guten Freund und meiner Mutter, die sofort gemerkt hat, dass etwas nicht stimmt. Meiner Freundin habe ich aber nichts gesagt, da fehlt mir momentan der Mut dazu und ich weiß auch nicht, ob es gut wäre. An der Situation ändern bzw. verbessern würde es ja so gesehen nichts.
Ich hoffe, dass dieses beschissene Gefühl (das wohl die allermeisten hier kennen dürften) mit der Zeit schwächer wird und ich irgendwann wieder besser schlafen kann. Wie gesagt, nachts ist es besonders schlimm, wenn man wachliegt und über den Blödsinn, den man fabriziert hat, nachdenkt.

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Offline Skip

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #16 am: 17 Februar 2019, 18:03:23 »
Ich sag dir, das geht vorüber nach ein paar Tagen. Ich wollte zunächst neue Sachen kaufen, Schuhe und Kleidung, weil ich mir da schon echt lang nix mehr gegönnt habe vor lauter Beschäftigtsein mit hunderttausend Dingen. Und ich hab ja zuerst sogar was gewonnen. Aber ich wollte nicht einkaufen gehen damit aus irgendeinem Grund. Es lag da rum am Konto. Und dann hab ich überlegt, ob ich es irgendwem schenken soll oder wen einladen zu einem Ausflug. Tja, ich hab zu meinem Erstaunen gemerkt, dass ich nicht den Jackpot wollte, also das Geld, sondern das Glück, diesen einen geilen Moment des Treffers. Darten ist ja so old school, ich wollte den Zufall festnageln oder so irgendwie. Vielleicht auch, weil mich die gerade herrschende starke Ausprägung der, hm, Vermögensungleichheit irgendwie ärgert. Ich verstehe nicht, ob es stimmt, dass es gerecht ist, weil es sich einige mit richtigem Unternehmergeist und harter Arbeit wirklich verdient haben, oder ob das eine Lüge ist und sie es sich ergaunert haben. Es fehlen die Wahrheiten heutzutage, oder kommt nur mir ds so vor? Etwas, auf dass man sich im Außen verlassen kann. An das man glauben kann, ohne Angst zu bekommen. Nachdem man sich richten kann, aber nicht muss. Hm... Und Luxus ist natürlich auch, ähm, verlockend. Ich hatte da einen Urlaub auf einer Luxusinsel im Blick. Aber das hab ich mir wohl noch nicht erarbeitet. Ich hab durch dieses Spielsuchterlebnis irgendwie irgendwas gecheckt, bisher war diese Luxusinsel mein geheimes Ziel. Und der Jackpotgewinn irgendwie was Lustiges, so ein Glückstreffer, ganz naiv betrachtet. Ich wollte nicht dauernd aufs Lotto hoffen. Aber dann auf einmal ist mir schlecht geworden vom vermeindlich erstrebenswerten Luxus. Was macht man denn wirklich mit so viel Geld in einer Welt, wo schon der Durschnittsbürger so viel Luxus hat? Es ist wie ein übervolles Buffet, zum Kotzen. Sorry, es ekelt mich schon wieder.

Also die Rechtssache wollte ich mir eigentlich ersparen, ich will nicht schon wieder kämpfen, wo ich grad ein Überraschungsei mit einem guten Inhalt (mein Job) aufgemacht habe. Ich hoffe, der Anwalt beschützt mich gut, ich hab nicht die Kraft eigentlich, es mit einem OC aufzunehmen. Ich fürchte mich sehr, um ehrlich zu sein. Aber ich will meine Suppe auslöffeln, die ich mir da eingebrockt habe.

Und ein neues Auto wär auch irgendwie cool, obwohl mir die alte Kiste ans Herz gewachsen ist. Hm, Generation unschlüssig.

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #17 am: 17 Februar 2019, 18:08:15 »
Irgendwie verwirrt mich dein Beitrag^^

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Offline Olli

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #18 am: 17 Februar 2019, 18:12:56 »
Hi mein Lieber!

Zitat
An der Situation ändern bzw. verbessern würde es ja so gesehen nichts.

Wenn Deiner Mutter Dein Verhalten aufgefallen ist ... meinst Du Deiner Freundin nicht auch?
Vielleicht wartet sie ja nur darauf, dass Du den ersten Schritt machst?

Was würde es denn verbessern? Zumindest doch schon mal, dass Du sie nicht weiter anlügst - denn auch "Schweigen" ist Lügen.
Dann zeigst Du ihr Dein Vertrauen in sie ... muss ich weiter aufzählen?

Es ist doch nicht so, dass Dich das Geschehene kalt lässt. Es beschäftigt Dich - es arbeitet in Dir ganz gewaltig.
Und Du bist jetzt schon wie aufgezeigt aktiv geworden.

Nur die SHG fehlt noch, auf die Du nicht eingehst ... :) :)

@Skip
Auch mein Auto ist nun 17 Jahre alt und fährt und fährt und fährt ...
Was wird es noch wert sein? 1.500? 2.000?
Wenn ich mir nun einen Jahreswagen kaufen würde, dann würde ich dieses Geld im ersten Jahr bestimmt verlieren.
Das alte hat neuen TÜV und wird mich also bestimmt und mindestens noch 2 Jahre begleiten.
Vielleicht schaffe ich die 100.000 km auf dem Tacho ja doch noch ...
Da noch ein paar Ausgaben anstehen, spare ich eben weiter auf das Ziel eines neueren Autos hin.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Skip

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #19 am: 17 Februar 2019, 18:20:23 »
Olli, nicht falsch verstehen, darf ich schnell einwerfen: Sag der Freundin lieber nichts, nichts, dass sie nicht wissen muss. Sonst sorgt sie sich zuvoel um dich. Du kannst das vermutlich alleine tragen. Mädels sind da, auch wenn sie die großen Helden spielen, sehr sensibel. Halt falls sie auch so Millenialmässig ist.

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Offline Skip

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #20 am: 17 Februar 2019, 18:23:54 »
Ja, Olli (bzgl. Auto), aber mit dem alten Diesel komm ich bald in gewisse Städte nicht mehr rein. Und dann heißts Öffis verwenden und das kostet wieder Zeit und Planung und, seufz, ich will irgendwie die Zeit noch nutzen, bevor autonomes Autofahren abgeschafft wird und alles nur noch selbst fährt. O_o

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #21 am: 17 Februar 2019, 18:33:14 »
Hi mein Lieber!

Zitat
An der Situation ändern bzw. verbessern würde es ja so gesehen nichts.

Wenn Deiner Mutter Dein Verhalten aufgefallen ist ... meinst Du Deiner Freundin nicht auch?
Vielleicht wartet sie ja nur darauf, dass Du den ersten Schritt machst?

Was würde es denn verbessern? Zumindest doch schon mal, dass Du sie nicht weiter anlügst - denn auch "Schweigen" ist Lügen.
Dann zeigst Du ihr Dein Vertrauen in sie ... muss ich weiter aufzählen?

Es ist doch nicht so, dass Dich das Geschehene kalt lässt. Es beschäftigt Dich - es arbeitet in Dir ganz gewaltig.
Und Du bist jetzt schon wie aufgezeigt aktiv geworden.

Nur die SHG fehlt noch, auf die Du nicht eingehst ... :) :)



Ehrlich gesagt hab ich einfach Angst vor der Reaktion.
SHG hab ich ignoriert, das stimmt. Ich weiß halt erstens nicht, ob es tatsächlich notwendig ist in meinem Fall (ich weiß, dass die Gefahr, da weiterzumachen wo man aufgehört hat, immer da ist, aber derzeit verschwende ich da keinerlei Gedanken daran). Zudem bin ich täglich 10 Stunden bei der Arbeit, mit Pause und Fahrt 12 Stunden unterwegs und habe daheim noch zwei Hunde, für die ich eh schon viel zu wenig Zeit habe. Mag jetzt wie eine Ausrede klingen, aber ich bin gerade um jede Verpflichtung weniger froh, damit ich wenigstens etwas Zeit zu Hause habe.

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Offline Olli

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #22 am: 18 Februar 2019, 06:46:01 »
Guten Morgen!

Ja, ich verstehe diese Angst.

Zwei Dinge: Bringt sie Dich weiter? Und: Wie wahrscheinlich würde denn die Reaktion Deiner Freundin aussehen?

Thema SHG:
Auch hier zwei Dinge: Aus meiner Sicht sollte jeder für sich einmal entscheiden, solch eine Gruppe zu besuchen, gerade wenn man einer Risikogruppe angehört. Es geht dabei nicht um: "Ich habe gespielt und muss nun dort hin!" - sondern - "Wie meistern die anderen ihr Leben nach dieser Erfahrung? Kann ich dort etwas für mich mit nehmen?"
Es geht also nicht um Verpflichtung, sondern um Selbstfürsorge.
Punkt 2 - ja - es klingt wie eine Ausrede - jedoch auch eine, die ich im ersten Schritt nachvollziehen kann.
Mit Hin- und Rückfahrt bräuchte ich 2,5 h für die SHG - das Treffen alleine dauert 1,5 h.
Für Dich stellt sich also die Frage, ist die SHG eine weitere Belastung? Oder sorgt sie trotz zeitlicher Einschränkung für eine seelische Entlastung?
Ich denke, das kannst Du erst entscheiden, wenn Du ein paar Meetings hinter Dir hast.

Dir geht es schlecht - zermarterst Dir den Kopf - hast schlaflose Nächte mit Alpträumen - frisst das Geschehene in Dich hinein.
Wann ist der Punkt erreicht, an dem Du umkippst?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #23 am: 18 Februar 2019, 10:08:13 »
Guten Morgen!

Ja, ich verstehe diese Angst.

Zwei Dinge: Bringt sie Dich weiter? Und: Wie wahrscheinlich würde denn die Reaktion Deiner Freundin aussehen?
Wer jetzt? Meine Angst oder meine Freundin?

Ich glaube, sie würde es nicht verstehen und wäre ziemlich sauer, obwohl es ja zu 100 % mein Geld war.
Thema SHG:
Auch hier zwei Dinge: Aus meiner Sicht sollte jeder für sich einmal entscheiden, solch eine Gruppe zu besuchen, gerade wenn man einer Risikogruppe angehört. Es geht dabei nicht um: "Ich habe gespielt und muss nun dort hin!" - sondern - "Wie meistern die anderen ihr Leben nach dieser Erfahrung? Kann ich dort etwas für mich mit nehmen?"
Es geht also nicht um Verpflichtung, sondern um Selbstfürsorge.
Punkt 2 - ja - es klingt wie eine Ausrede - jedoch auch eine, die ich im ersten Schritt nachvollziehen kann.
Mit Hin- und Rückfahrt bräuchte ich 2,5 h für die SHG - das Treffen alleine dauert 1,5 h.
Für Dich stellt sich also die Frage, ist die SHG eine weitere Belastung? Oder sorgt sie trotz zeitlicher Einschränkung für eine seelische Entlastung?
Ich denke, das kannst Du erst entscheiden, wenn Du ein paar Meetings hinter Dir hast.

Dir geht es schlecht - zermarterst Dir den Kopf - hast schlaflose Nächte mit Alpträumen - frisst das Geschehene in Dich hinein.
Wann ist der Punkt erreicht, an dem Du umkippst?

Von dem Punkt bin ich momentan nicht mehr weit entfernt. Wobei ich sagen muss, dass derzeit sehr vieles zusammen kommt, da ist die Geschichte vom Donnerstag nur ein Teil von Vielem. Insbesondere macht mir gerade mein Großer ziemlich Sorgen, da er nix mehr frisst und nicht mer raus gehen will. Ich habe die starke Befürchtung, dass es da zu Ende geht. Und daher möchte ich derzeit jede freie Minute wenn möglich mit ihm verbringen solange ich es noch kann.

Gleichzeitig kommt mir die Anwesenheit auf der Arbeit so falsch und unnötig vor, da ich mir denke, für das was ich am Donnerstag innerhalb einer Stunde geschafft habe, muss ich fast zwei Monate arbeiten...
Ich schließe das mit der SHG nicht aus, aber wie gesagt, momentan ist mir mein Großer echt wichtiger... Für mich sind meine zwei Hunde wie Kinder, nicht einfach nur Tiere.. Ich hoffe, das kann man irgendwie nachvollziehen..

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Offline Olli

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #24 am: 18 Februar 2019, 13:05:31 »
Hi!

Zitat
Wer jetzt? Meine Angst oder meine Freundin?

Ja, die Angst es Deiner Freundin zu sagen ...

Zitat
Ich glaube, sie würde es nicht verstehen und wäre ziemlich sauer, obwohl es ja zu 100 % mein Geld war.

Nun ... ich gehe davon aus, dass Du Dich auch nicht wirklich verstehst.
Somit brauchst Du also gar nicht erst damit rechnen, dass sie es versteht.
Verstehen ist aber etwas anderes als Verständnis erfahren ...
Du teilst Dein "Geheimnis" mit ihr - ein eindeutiges Zeichen, dass Du ihr vertraust.
Das Lügengerüst - wenn auch noch im Anfangsstadium reisst Du ein - es hat keine Chande weiter zu wachsen.
Da Du Dich hier ja eingelesen hast, wirst Du bereits wissen, wie weit das sich entwickeln kann. (nicht muss!)

Wäre Deine Freundin denn lange sauer? Oder wäre dies nur eine erste Reaktion?
Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie Zeit hatte darüber nachzudenken?

Hmmm ... Dein Geld ... ich habe diese Ausrede auch immer benutzt.
Nu weiss ich nicht, ob Du mit ihr zusammen lebst - eine Hochzeit geplant ist - gemeinsame Anschaffungen geplant sind - Nachwuchs?
Ist es dann wichtig, ob es sich jetzt im Moment um Dein Geld handelt?
Ich denke da schon, dass es auch sie betrifft.

Gibt es den Spruch bei Hochzeiten eigentlich noch? "In guten, wie in schlechten Zeiten" ?
Was sagt er eigentlich aus?

Zum Vierbeiner ... Meine Eltern hatten zwei Hunde im Laufe der Jahre. Nun gehöre ich zum "Rudel", zu dem der Irish Sheppard meines Schwagers und meiner Schwester zählt.
Ja, ich weiss, wie es ist eine Fellnase zum Freund zu haben - und ich weiss wie es ist sie zu verlieren.
Was sagt denn der Tierarzt zum Großen?

Tja ... die Arbeit und das liebe Geld ins Verhältnis zum Verspielten setzen ...
Hey ... ist das nicht ein ungemein destruktiver Gedanke?
Wenn man ihn verfolgt - was wäre dann die "logische" Konsequenz?
Aufgeben? Job hinschmeissen? Von der Sozialgemeinschaft leben?
Wohl kaum ... oder? Also weg mit diesem Gedanken ... husch husch ... :)

Jetzt gilt es neue Ziele festzulegen und sie auch zu verfolgen.

A propos ... Du hast geschrieben, was Du Dir alles davon hättest kaufen können ...
Gab es denn da etwas ganz Konkretes?
Oder sollte das Geld denn doch lieber weiter gespart werden?
Im letzteren Fall hast Du ja nur etwas Zeit verloren, in der Du den Betrag wieder ansparen kannst.
Diese Sichtweise klingt natürlich etwas naiv ... aber sie ist eindeutig optimistischer als Deine ... oder? :)
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #25 am: 19 Februar 2019, 09:10:45 »
Hi!

Zitat
Wer jetzt? Meine Angst oder meine Freundin?

Ja, die Angst es Deiner Freundin zu sagen ...

Zitat
Ich glaube, sie würde es nicht verstehen und wäre ziemlich sauer, obwohl es ja zu 100 % mein Geld war.

Nun ... ich gehe davon aus, dass Du Dich auch nicht wirklich verstehst.
Somit brauchst Du also gar nicht erst damit rechnen, dass sie es versteht.
Verstehen ist aber etwas anderes als Verständnis erfahren ...
Du teilst Dein "Geheimnis" mit ihr - ein eindeutiges Zeichen, dass Du ihr vertraust.
Das Lügengerüst - wenn auch noch im Anfangsstadium reisst Du ein - es hat keine Chande weiter zu wachsen.
Da Du Dich hier ja eingelesen hast, wirst Du bereits wissen, wie weit das sich entwickeln kann. (nicht muss!)

Wäre Deine Freundin denn lange sauer? Oder wäre dies nur eine erste Reaktion?
Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie Zeit hatte darüber nachzudenken?

Hmmm ... Dein Geld ... ich habe diese Ausrede auch immer benutzt.
Nu weiss ich nicht, ob Du mit ihr zusammen lebst - eine Hochzeit geplant ist - gemeinsame Anschaffungen geplant sind - Nachwuchs?
Ist es dann wichtig, ob es sich jetzt im Moment um Dein Geld handelt?
Ich denke da schon, dass es auch sie betrifft.

Gibt es den Spruch bei Hochzeiten eigentlich noch? "In guten, wie in schlechten Zeiten" ?
Was sagt er eigentlich aus?

Zum Vierbeiner ... Meine Eltern hatten zwei Hunde im Laufe der Jahre. Nun gehöre ich zum "Rudel", zu dem der Irish Sheppard meines Schwagers und meiner Schwester zählt.
Ja, ich weiss, wie es ist eine Fellnase zum Freund zu haben - und ich weiss wie es ist sie zu verlieren.
Was sagt denn der Tierarzt zum Großen?

Tja ... die Arbeit und das liebe Geld ins Verhältnis zum Verspielten setzen ...
Hey ... ist das nicht ein ungemein destruktiver Gedanke?
Wenn man ihn verfolgt - was wäre dann die "logische" Konsequenz?
Aufgeben? Job hinschmeissen? Von der Sozialgemeinschaft leben?
Wohl kaum ... oder? Also weg mit diesem Gedanken ... husch husch ... :)

Jetzt gilt es neue Ziele festzulegen und sie auch zu verfolgen.

A propos ... Du hast geschrieben, was Du Dir alles davon hättest kaufen können ...
Gab es denn da etwas ganz Konkretes?
Oder sollte das Geld denn doch lieber weiter gespart werden?
Im letzteren Fall hast Du ja nur etwas Zeit verloren, in der Du den Betrag wieder ansparen kannst.
Diese Sichtweise klingt natürlich etwas naiv ... aber sie ist eindeutig optimistischer als Deine ... oder? :)

Nochmal zur Sache mit der Freundin - ich habe mich da vielleicht falsch ausgedrückt. Ich glaube, dass sie im Gegensatz zu meiner Mutter beispielsweise, kein Verständnis für mein Verhalten zeigen würde. Du hast Recht, verstehen tuts keiner, aber meine Mom hat Verständnis gezeigt und mir keine Vorwürfe gemacht. Das wäre bei meiner Freundin glaube ich anders und ich denke, das würde unser Verhältnis derzeit auch nachhaltig beschädigen. Und dafür habe ich in der jetzigen Situation einfach keine Kraft.
Zum Thema mein Geld: Nachdem wir inzwischen zusammen gezogen sind, haben wir natürlich auch gemeinsame Anschaffungen getätigt. Meinen Verpflichtungen bei gemeinsamen Anschaffungen kann und werde ich natürlich weiterhin vollumfänglich nachkommen. Meine Freundin verdient auch erst seit Kurzem wirklich Geld, hat zuvor lange Schule und Ausbildung gemacht und studiert und in dieser Zeit finanziell schon sehr von mir profitiert. Daher denke ich, dass ich was das Finanzielle anbelangt nur mir selbst gegenüber Rechenschaft schuldig bin.

Zu meinem Großen: Er hat heute Nacht immerhin gefressen, aber laufen will er so gut wie gar nicht mehr. Man muss dazu sagen, dass er früher ein extrem aktiver Hund war, den man quasi nicht kaputt bekommen hat und der nicht genug Auslauf haben konnte. Die Tierärztin sagt eben, dass große Hunde sehr schnell vergreisen und sie davon ausgeht, dass dies der Fall ist. Zudem denke ich, dass er eben Arthrose hat und das die Ursache für seine starke Bewegungseinschränkung sein dürfte. So oder so - ich muss mich langsam auf das Unvermeidliche vorbereiten, auch wenn es mir einen kaum aushaltbaren Schmerz bereitet.

Du hast auch Recht, dass es keinen Sinn macht, darüber nachzudenken, wie lange ich für das Verlorene nun arbeiten muss - und doch kommt mir dieser Gedanke, wenn ich morgens um 5 aufstehe um zur Arbeit zu huschen, unweigerlich. Aber es hilft nix, wie du sagst, hinschmeißen und aufhören ist natürlich keine Lösung, sondern wie Olli Kahn schon immer zu sagen pflegte - "immer weiter machen..:"

Es gab nix konkretes das ich mir hätte kaufen wollen - wie schon geschrieben bin ich eigentlich ein sehr sparsamer Mensch und gönne mir über das, was ich wirklich benötige hinaus, sehr selten etwas. Aber genau den Gedanken habe ich gerade - es gibt ja immer Dinge, die man sich ganz gerne gönnen würde, man aber zu geizig dafür ist. Und an diese Dinge denke ich gerade, dass ich sie mir hätte gönnen sollen anstatt so eine Scheiße zu bauen. Ich weiß, der Gedanke hilft mir nicht und bringt mich nicht weiter, aber ich bekomme ihn leider nicht so einfach weggeschoben.

Wie schon beschrieben - realisitisch betrachtet ist dieser Verlust auf mein (Arbeits-)leben ein sehr geringer und verschmerzbarer, aber um das wirklich so zu sehen, bin ich derzeit wohl zu nah dran. Ich habe die letzten Tage auch den Großteil des Forums hier durchgelesen, viele haben da ja Verluste in ganz anderen Dimensionen zu beklagen wo es dann irgendwann wirklich schwierig wird, das abzuhaken. Und dennoch haben auch das einige hinbekommen, was ich bewundernswert finde (ich glaube, du gehörst auch zu denjenigen, die eine durchaus größere Summe verzockt haben). Interessieren würde mich dennoch, wie lange du benötigt hast, um den Verlust hinzunehmen und dem verlorenen Geld nicht mehr hinterherzutrauern.

However, mir gehts zumindest schon etwas besser als letzten Freitag, mein Entschluss nie mehr irgendein Glücksspiel auszuprobieren steht felsenfest und ich denke (und hoffe), dass sich daran auch nie etwas ändern wird.

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Offline Olli

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #26 am: 19 Februar 2019, 11:53:08 »
Hi!

Ich habe in den 20 Jahren Suchtausübung bestimmt an die 100.000 € verspielt.
Damals war es mir relativ egal - es war eine "Freizeitbeschäftigung" in dem Sinne, dass ich eine Dienstleistung erfahren habe.
Jedoch hatte ich auch immer spielfreie Phasen, in denen ich dann etliche schöne Urlaube rund um die Erde erleben durfte.

Erst ein paar Jahre nach Beginn meiner Spielfreiheit spürte ich ein Bedauern, weil ich nun mal auch meine Sichtweise auf das Spiel geändert habe.
Zu dieser Zeit begann ich darüber nachzudenken mir eine Eigentumswohnung zu kaufen - letztlich ist es ein kleines Häuschen geworden.
Doch das Leben geht weiter - auch finanziell.
Meinen Anteil am Grundstück und die Erwerbsnebenkosten konnte ich da bereits aus Erspartem abgelten.
Und für den Rest habe ich einen Hausbaukredit aufgenommen und viele Dinge in Eigenleistung erbracht.
Auch heute nach 10 Jahren noch habe ich ein paar Dinge zu erledigen - nicht weil sie erledigt werden müssen, sondern weil ich mir etwas kostenintensiveres wünsche.
So habe ich mir für eine kleine Flurwand gerade wieder Glas-Alu-Mosaik für 201 €/m² bestellt.
Als nächstes spare ich für eine elektrische Markise - vielleicht noch für dieses Jahr ... mal sehen ...
Doch Trauer um das verlorene Geld verspüre ich nicht.
Eher erfreue ich mich an den Dingen, die bereits erledigt sind.
Wenn ich meine gewendelte Treppe ins OG hinauf gehe, da schaue ich auf eine Wand, die ebenfalls mit dem Mosaik von mir beklebt wurde.
Da streiche ich dann oft mit der Hand drüber im Vorbeigehen und genieße einfach ...
Auch denke ich lieber daran, wie viel Glück ich doch eigentlich beim Hausbau hatte ... mit meinem Schwager/Schwester zusammen zu bauen ... das Grundstück weit unter dem Bodenrichtwert erhalten zu haben ... die Prozente beim Materialkauf ... fürs ganze Haus habe ich für Fliesen nur 5.000 € ausgegeben (und ich habe viele Fliesen als Sohn eines Fliesenlegers im Haus) ... nun die Neufinanzierung des Hausbaukredites, was die Tilgung um 6 Jahre verkürzt ...
Ich arbeite hier und da für einen Bauingenieur in einem Minijob ... ohne das dort verdiente Geld wäre es so manches Mal ziemlich eng geworden ...
Jetzt gerade habe ich eine für mich ordentliche Gehaltserhöhung erhalten, mit der ich eigentlich nicht so wirklich gerechnet hatte.
Es läuft ... wieso sollte ich also trauern ... :)

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #27 am: 19 Februar 2019, 15:09:27 »
Das ist zweifelsohne die richtige Denkweise die du da an den Tag legst, leider kann ich das derzeit aber noch nicht umsetzen.
Du fragst: "Wieso also sollte ich trauern?"
Bei mir ist die Denkweise - "hätte ich nicht diesen scheiß gemacht, hätte ich 4000 € mehr, mit denen ich dies und das machen könnte".
Wie gesagt, ich muss mich in meinem Leben jetzt nicht wahnsinnig einschränken aufgrund dieser Sache, bekomme aber den Gedanken, was man doch alles schönes hätte kaufen können mit dem Geld bzw. was für einen Wahnsinnsurlaub man hätte machen können nicht aus dem Kopf. Und ich fürchte, das wird in den nächsten Wochen / Monaten auch noch eine Weile so anhalten...

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Offline Olli

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Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #28 am: 19 Februar 2019, 15:35:42 »
Hi!

Ich denke da positiver: Der Gedanke wird abnehmen ... :)
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: 4000 Euro in einer Nacht...
« Antwort #29 am: 19 Februar 2019, 15:44:31 »
Na hoffen wirs, ich werde hier regelmäßig über meine Gemütslage berichten.
Aber durch die Geschichte mit meinem Hund, die jetzt gerade ganz aktuell ist (obwohl es ja eine zusätzliche, große Belastung für mich ist) wurde mir auch wieder klar, dass es im Leben viel wichtigeres als Geld gibt. Ohne hier den riesen Bockmist, den ich gebaut habe, verharmlosen zu wollen.

 

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