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Suche Rat: Meine kleine Schwester ist seit mehreren Jahren spielsüchtig

  • 7 Antworten
  • 354 Aufrufe
Hallo liebe Forenmitglieder,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich Rat suche, wie man meiner kleinen spielsüchtigen Schwester, die 26 Jahre alt ist helfen kann. Ich selbst spiele nicht.

Meine Schwester hat nach ihrem Realschulabschluss zwei Mal hintereinander das Fachabitur geschmissen, danach hat mein Vater ihr eine Lehrstelle als Kauffrau in einer gut angesehen Firma besorgt, welche sie nach zwei Jahren abgebrochen hat. Danach war sie von 2013 bis 2014 arbeitslos und hat absolut gar nichts gemacht, nur gefaulenzt. Sie war sogar zu faul Arbeitsamt zu gehen. Da sie noch zu Hause wohnt, musste sie sich nie finanzielle Sorgen machen, weil mein Vater sehr gut verdient und sie zu Hause keinen Cent bezahlen muss. Seit 2012 unterhält er für sie ein 2005er C-Klasse Sportcoupe und bezahlt sämtliche Steuern, Versicherung, Reparaturen etc.. Das Auto ist in unserem Familienbesitz, vorher hatte ich es zwei Jahre und musste auch einen Obolus abdrücken, obwohl ich nicht viel während meiner Lehre verdient habe, was ich aber in Ordnung fand und gerne gemacht habe.

Anfang 2015 ist sie dann auf Drängen meines Vaters zum Amt gegangen, seitdem arbeitet sie in der rollenden Woche am Fließband und verdient ca. 1.600 bis 1.800 Euro netto im Monat.
Ihre Spielsucht fing zeitgleich mit Beginn ihrer Arbeit an. Sie geht jetzt schon seit über vier Jahren ins Casino. Durch einen Freund weiß ich, dass sie in den Casinos bekannt, d.h. von jedem mit Vornamen gegrüßt wird und gleichzeitig auch mal an zwei Automaten spielt.

Zusätzlich spielt sie dann auch noch in Onlinecasinos. Einmal hat unsere Bankberaterin meinen Vater angerufen und gesagt, dass über Nacht 2.000€ von Ihrem Konto abgebucht worden. Bis heute liegen ständig irgendwelche Briefe von Inkassounternehmen im Briefkasten. PayPal schuldet sie auch Geld. Meiner Mutter hat damals manchmal verdächtige Briefe geöffnet, jetzt schaut sie durchs Fenster nur noch auf den Absender.
Meine Schwester wohnt immer noch zu Hause hat keinen Cent in den letzten vier Jahren gespart, obwohl sie nicht schlecht für unsere Region verdient. Sie hat keine Zahlungsverpflichtungen an meine Eltern, außer für das Auto. Mein Vater will eigentlich nur das Geld für Versicherungen und Steuern, selbst das bezahlt sie nicht an ihn. Wenn was am Auto kaputt ist wird trotzdem damit gefahren und nichts gesagt. Sie ist zum Beispiel ungefähr ein Jahr ohne Tankdeckel gefahren.
Der arme Mercedes ist jetzt so kaputt, dass mein Vater ein neues Auto für sie kaufen will, was sie dann monatlich abzahlen soll. Einen Kredit würde sie nicht bekommen. Da sie Ansprüche hat und mein Vater ein sicheres Auto für Sie haben will, soll es ein junger C-Klasse Kombi werden. Mit unserem Suzuki Jimni, der gar nicht alt ist und super in Schuss ist will sie nicht auf Arbeit fahren.

Ich verstehe das nicht, warum mein Vater so leichtgläubig ist und das alles mitmacht. Er sagt, dass sie ohne Auto nicht auf Arbeit kommt. Meiner Meinung nach würde ein einfaches Auto reichen, aber nein, die feine Dame will einen Mercedes oder Audi.
Zusätzlich kommt noch dazu, dass meine Schwester gerne online Sachen bestellt. Wenn es nicht passt landet es in der Ecke statt es zurückzuschicken. Sie ist sogar zu faul um Steuererklärungen abzugeben, obwohl sie jeden Tag ca. 60 km Arbeitsweg hat.
Was sagt ihr dazu? Wie können wir unserer kleinen helfen? Ich habe ehrlich gesagt Angst, sie auf ihre Sucht anzusprechen, weil sie sonst durchdreht und mich vollschnauzt. Findet ihr es ok, dass sie jetzt ein neues Auto bekommt, obwohl sie nie einen Cent für ihr Auto gezahlt hat? Sind meine Eltern wirklich so leichtgläubig?

Ich habe noch nie so einen langen Beitrag in ein Forum geschrieben, ich hoffe, ich nerve euch nicht mit der Länge dieses Beitrages.
Vielen Dank schonmal im Voraus!

Viele Grüße
                                   

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Offline JoLo

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Also, mit 26 Jahren ist deine Schwester alles andere als klein. Vielleicht wurde sie ja viel zu lange in Watte gepackt. Selbst du fragst "wie können wir unserer Kleinen helfen". Und dann hast du noch Angst sie auf ihre Sucht anzusprechen. Ehrlich, das kann ich gar nicht nachvollziehen. Hau ihr ruhig die Fakten um die Ohren. Vielleicht ist es auch keine schlechte Idee wenn ihr euch alle an einen Tisch setzt. Wenn ihr ihr wirklich helfen wollt helfen tatsächlich nur klare Worte. Ihr könnt ja schonmal im Vorfeld gucken was es an SHG oder sonstigen Möglichkeiten in eurer Nähe gibt. Der Prinzessin gehört mal ordentlich das Krönchen geputzt

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Offline taro

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Moin,

und Herzlich Willkommen!
Dein Schwesterchen wird erst Hilfe suchen, wenn sie selber dazu bereit ist.  Da ist das unterstützen,  egal in welcher Form natürlich hinderlich.  Solange für sie gesorgt wird versucht die das nicht.
Das ist der eine Teil.

Der andere ist der verletzte Bruder,  Du hast für das Auto gezahlt,  sie nicht  bekommt sogar ein schickes neues Auto. Deine Eltern sind in Sorge zum Deine Schwester,  sie dürfen das.  Helfen wird es Ihr nicht  es macht es aber für Deine Eltern erträglicher.

Taro
<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

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Offline Olli

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Hi und herzlich willkommen!

Zitat
Ich habe noch nie so einen langen Beitrag in ein Forum geschrieben, ich hoffe, ich nerve euch nicht mit der Länge dieses Beitrages.

Ach was ...  was raus muss, das muss raus ...

Mache Dir da mal keine Gedanken.

Ganz im Gegenteil - Danke, dass Du Deine Sorgen mit uns teilst.

Deine Schwester ist eine erwachsene Frau, die sich von ihren Eltern aushalten lässt. Das ist einfach ... das ist bequem.
Nachdem sie gedrängt wurde sich eine Arbeit zu suchen, hat sie nun endlich eine gefunden.
Wird sie damit glücklich sein am Band zu stehen - sicher nicht.
Doch das lästige Drängen ist verschwunden.
Und da sie ja nun "alles macht", um die Familie zufrieden zu stellen, darf sie sich mit Papas Geld nun ein Wunschauto aussuchen.
Die Kosten wird sie auch wieder nicht tragen ...

Solche Einstellungen liegen oft in krankhaften Familienstrukturen.
Es ist nicht nur wie hier die Spielerin selbst, die Hilfe benötigt, sondern die ganze Familie.

Dazu musst Du Dich mit Deinen Eltern zusammenschließen.
Es wird wohl Zeit, dass das Nesthäkchen das warme Nest verlässt.
Dabei könnt ihr sie als Familie unterstützen - doch nicht mit finanziellen Zuwendungen jedweder Art.
Sie muss lernen für sich Verantwortung zu übernehmen.
Sie braucht jemanden, der sie bei finanziellen Dingen berät - auch hier könnt Ihr helfen.

Es benötigt aber auch die Erarbeitung der Antwort auf die Frage "Warum spielt sie?".
Dazu gibt es Selbsthilfegruppen. Mein Gefühl sagt mir aber, dass Deine Schwester eher psychologische Hilfe benötigt - in die Ihr als Familie dann eingebunden werden solltet.
Dies z.B. in Form einer Familienaufstellung.

Schau Dich z.B. an: Du machst Dir zwar Sorgen um Deine Schwester, doch deine Verletzung über die Bevorzugung Deiner Schwester kränkt Dich sehr.
Ging das schon immer so? Bekam sie wirklich mehr Liebe - oder war das nur Dein Eindruck?
Wurdest Du "zurückgesetzt", weil Deine Eltern erkannten, dass Du Dein Leben meistern kannst? Du eigenverantwortlich handeln kannst?
In logischer Konsequenz dem schwächsten Glied der Familie mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde - obwohl die Liebe zu Euch Kindern gleich stark ist?

Ihr müsst reden ... und das am Besten geleitet ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo,
ihr könnt ihr helfen, indem ihr sie konfrontiert und jegliche finanzielle Unterstützung einstellt.
Sie wird toben, sie wird schreien, sie wird schmollen, sie wird euch Vorwürfe machen, ihr müsst es aus- und durchhalten.
Erst so, kann sie lernen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Viele Grüße

Meine ich das nur oder kann es sein das du irgendwie neidisch auf deine Schwester bist? Zumindest komme ich zu diesem Schluss wenn ich mit dein geschriebenes so anschaue weil Schwesterherz alle in den Bobbes geschoben bekommt von eurem Vater...


Meine ich das nur oder kann es sein das du irgendwie neidisch auf deine Schwester bist? Zumindest komme ich zu diesem Schluss wenn ich mit dein geschriebenes so anschaue weil Schwesterherz alle in den Bobbes geschoben bekommt von eurem Vater...

Nein, ich bin nicht neidisch auf meine Schwester. Im Gegenteil, meistens wurde ich sogar bevorzugt. Mein Vater hat mir damals Startkapital für einen Auslandsaufenthalt gegeben und mich immer finanziell unterstützt wenn ich es gebraucht habe. Ich finde es nur schade, dass meine Schwester meinen Vater so sehr ausnutzt und er jetzt glaubt, dass sie das neue Auto abbezahlen wird. Er wollte schon Geld für das alte Auto, nur konnte sie das nicht zahlen, weil sie es gleich zu Monatsbeginn in die Automaten gesteckt hat. Ich habe schon mehr bekommen, indirekt vielleicht nicht, weil mein Vater schon öfters Schulden meiner Schwester begleichen musste.

Ich vermute, dass deine kleine Schwester erst wirklich bereit ist, zu akzeptieren und es ihr erst bewusst wird, wenn es knallt. Knallen im Sinne von harten und klaren Worten, knallen im Sinne von Konfrontation. Umso länger du oder deine Eltern sie mitschleppen, wird es nur schlimmer. Und das mit jedem Tag. Es wird mit garantierter Sicherheit nicht leicht und vor allem nicht geschmeidig ablaufen, nichtsdestotrotz muss etwas geschehen. Wissen deine Eltern das sie suchtkrank ist und dringendst hilfe benötigt?

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