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Mann mit Spielsucht und Depression - Projektion auf Partnerin

Begonnen von Nani123, Heute um 11:10:08

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Hallo zusammen,

ich bin eben auf dieses Forum gestoßen und freue mich sehr über eure Rückmeldungen - weil ich mich doch sehr einsam mit dem Thema fühle.

Ich bin seit mittlerweile 2 Monaten von meinem Expartner getrennt.
Wir waren 2 Jahre zusammen und er war für mich meine große Liebe. In der Kennenlernphase erzählte er mir, dass er mit Anfang 20 (als wir uns kennenlernten war er 33) eine Spielsucht hatte und auch eine Therapie gemacht hat. Seitdem hätte er auch nicht mehr gezockt.
Er hatte in der Beziehung durchgehend Geldprobleme, hatte es darauf geschoben, noch Restschulden bei Freunden zu haben. Psychisch ging es ihm episodenweise schlecht und ich hatte die Befürchtung, dass es in Richtung Depression gehen könnte, weil er auch erzählt hatte, dass er vor der Beziehung 1 Jahr lang eine depressive Episode hatte und generell bereits als Teenager immer wieder damit zu kämpfen hatte. Hilfe wollte er sich trotzdem keine holen.
Irgendwann schlug ich vor, dass er seine wohnung doch bei AirBnb vermieten könnte und dann bei mir wohnen kann, um eben schneller aus den Schulden rauszukommen.
Das hat er auch 1 Jahr lang gemacht und damit echt viel Geld verdient. Die finanzielle Situation verbesserte sich jedoch nicht. Psychisch ging es ihm auch immer schlechter - bis er im März diesen Jahres einen richtigen Zusammenbruch hatte und mir gestanden hat, dass er bereits bevor wir uns kennengelernt hatten, wieder online gespielt hat. Während der Beziehung ging er auch wieder regelmäßig heimlich ins Casino (mit meinem Auto, weil er sich das oft ausgeliehen hatte). Letztendlich hatte er einen Schuldenberg von ca 50k angehäuft. Ich hatte ihm während der Beziehung auch immer wieder mit Geld ausgeholfen, was ich nie zurück verlangt hatte.
Ich hatte so oft ein Misstrauen in mir, konnte es aber nicht richtig deuten. Er war abends manchmal nicht erreichbar und ich dachte schon, er würde mich betrügen. Er warf mir das Misstrauen immer vor und sagte, ich müsse vertrauen lernen. Am Ende war es aber begründet, weil er an diesen Abenden eben immer im Casino war.
Als das alles rauskam, war ich sprachlos und sehr enttäuscht - stelle mich aber hinten an und wollte für ihn da sein. Ihm ging es psychisch auch immer schlechter und er wollte sich psychologische Hilfe suchen und zu einer Gruppentherapie für Spielsuchterkrankte. Wir sperrten ihn auch bei OASIS. Allerdings erhielt er danach immer wieder vermehrt SMS von irgendwelchen ausländischen Online-Casinos - ich frage mich mittlerweile, ob er nach der Sperre dann auf ausländischen Foren einfach weitergezockt hatte.
Letztendlich war er von März bis Juni genau 3 mal bei der Gruppentherapie (für alle anderen Termine hatte er Ausreden) und um einen Therapieplatz hatte er sich auch nicht wirklich bemüht. Zeitgleich hatte ich das Gefühl, dass er anfing, alles auf mich zu projizieren. Er wurde mir gegenüber verbal immer aggressiver, ich lief nur noch auf Eierschalen und er kapselte sich immer mehr von mir ab - während ich immer nur versucht hatte, ihm zu helfen.
Im Juni trennte er sich dann von mir, sagte mir, er habe hin und wieder mal gekokst und glaube ohnehin, dass ich ihm nicht gut tue und seine Depression und Spielsucht in ihm getriggert hätte. Das war für mich der absolute Horror. Ich hatte ihn überhaupt nicht mehr wiedererkannt. Er war emotions- und empathielos, sagte, dass er noch nie so wütend auf einen Menschen war wie auf mich.
Jetzt bin ich in Therapie, weil ich überhaupt nicht damit zurechtkomme, wie impulsiv und aggressiv er sich getrennt hatte. Und ich fühle mich total manipuliert und ausgenutzt. Stelle mir aber doch immer wieder die Frage, ob ich tatsächlich schuld an seinem Leid trage..

Nur mal ganz kurz von mir.

Ich fange gleich von hinten an.
Einmal hat er etwas richtig gemacht und zwar dass er sich von dir getrennt hat.
Das erspart dir auch viele Tipps hier wie du raus aus der Co-Abhängigkeit kommst.
Auch dass Du in Therapie bist finde ich komplett richtig.

Und zu Deiner eigentlichen Frage, NEIN Du hast genau Null Prozent Schuld an seinem 'Elend'. Er hat dich belogen, finanziell ausgenützt und braucht natürlich eine Schuldige, Dich!
Das ist die logische Abhandlung von Süchtigen um durchs Leben zu kommen.

Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hi Nani!

Herzlich willkommen!

Schau einmal:



Du bist NICHT für seine Sucht verantwortlich! Das ist er ganz alleine! Wie Du schon geschrieben hattest, war er bereits vor Eurer Beziehung wieder aktiv und scheinbar hat auch nichts geholfen, was er da minimalistisch an Unterstützung hat "über sich ergehen lassen".
Das zeigt doch schon, dass er gar nicht bereit war.

Nehme seine absolut egoistischen Vorwürfe nicht an. Was macht er denn damit? Eigentlich hat er doch die Beziehung zerstört. Mit diesem Gefühl kann er nicht umgehen und so redet er sich die Welt schön, indem er Dir die ganze Verantwortung überträgt.

Jetzt nach der Trennung ... spielt er da noch weiter? Du bist aber doch schon weg ... Ist das nicht ein Wiederspruch?

Weisst Du eigentlich, dass Du ihm bei einer Kompetenz weit voraus bist? Gemeint ist "Sich Hilfe zu holen und sie auch anzunehmen!" Sei stolz darauf, was Du alles ihm an Unterstützung hast angedeihen lassen.

Eine Sache muss ich leider immer wieder einmal anbringen, auch wenn sie total brutal ist. Sein Verhalten zeigt eindeutig, dass er Dich wohl nie wirklich geliebt hat. Er liebt sich selbst und seine Sucht weitaus mehr. Doch wenn dem so ist, dann hat er Deine Liebe gar nicht verdient! Er hat Dich nicht verdient!

Du wirst aus der Trennung gestärkt heraus gehen ... warte es mal ab ...
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

#3
Vielen Dank für eure schnelle Rückmeldung. Das hilft mir wirklich sehr.

Ich bin, nachdem er mir alles gestanden hatte und ich noch dachte ,,wir kriegen das zusammen hin" zu Angehörigenberatungen gegangen und da wies mich ein Berater tatsächlich auf diese Co-Abhängigkeit hin. Da schlug mein System Gottseidank Alarm.

Diese ständige Gereiztheit seinerseits hat mich wirklich wahnsinnig gemacht. Jeder Satz, jeder Gesichtsausdruck von mir war nur noch ein Angriff für ihn. Dabei hatte er gar nicht gesehen, dass ich ihm wirklich einfach nur helfen wollte... Bis ich mich selbst dabei total verloren habe.

Die Art und Weise, wie die Trennung lief, hat mich nachhaltig in eine Schockstarre versetzt. Am selben Tag sagte er mir noch, dass er mich liebt und als ich am Abend das Gespräch zu ihm suchte, um anzusprechen, dass mich das alles sehr belastet und seine Beleidigungen für mich Grenzen überschritten haben (denn dafür musste ich mir ja auch immer den Schuh anziehen, weil ich ihn angeblich immer so wütend machte) sagte er plötzlich, dass er diese Verantwortung nicht mehr übernehmen kann.
Und ich sei ja ohnehin nervig und hätte Arten an mir, die er nicht mag. Und er hätte mich so oft in der Beziehung anlügen müssen, um seinen gelegentlichen Kokainkonsum zu verheimlichen, weil ich ja jemand sei, den man deswegen eben anlügen müsste.
Ich dachte echt, ich sei im falschen Film. Er ging dann mit der Aussage, dass er noch nie so viel Wut auf einen Menschen hatte, wie auf mich und dass er es nicht mal mehr in einem Raum mit mir aushält.
Das hat in mir irgendwas gebrochen - deswegen auch der schnelle Weg zur Therapie. Sonst wäre ich daran kaputtgegangen.
Ich finde es im Nachhinein so schlimm, wie schnell man einen Menschen, der einem wirklich nur helfen wollte und aus Liebe gehandelt hat, plötzlich alles in die Schuhe schiebt. Er sagte auch, es sei ihm scheissegal, was ich alles für ihn getan hätte. Und er würde das gar nicht hören wollen.
Und geweint hab ich seiner Meinung nach auch nur, um ihn emotional zu erpressen. Dabei weinte ich, weil mich seine Worte einfach sehr verletzt hatten und ich die Art und Weise dieser impulsiven Trennung einfach unglaublich schrecklich fand.

Ich hatte danach trotzdem das Gespräch zu seiner Mutter gesucht und sie über seinen Zustand informiert. Weil ich wirklich Angst hatte, dass er sich sonst noch in den Ruin treibt. Es war bis dato ja ein Geheimnis zwischen uns beiden.
Ich weiß, dass er mittlerweile zum Therapeuten geht (der ihm aber angeblich sagt, ich sei toxisch) und dass er sich krankgemeldet hat.
Ich hoffe, es geht ihm irgendwann besser damit und er realisiert im Best case, dass ich einfach nur helfen wollte. Ich hätte ihn nie freiwillig im stich gelassen.

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