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Meine Vorstellung und aktuelle Situation

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #15 am: 10 August 2020, 07:37:08 »
Guten Morgen.

Morgen ist ja erstmal Besprechung mit der Beraterin in der Fachstelle. Dort war ich bereits letztes Jahr, als ich aufhören wollte. War aber nur 2 mal da und dachte, ich bekomme es hin. Ich werde morgen mit ihr reden und dann schauen wir, was wir machen.

Ehrlich gesagt bin ich etwas nervös/aufgeregt. Ein wenig schleicht sich auch dieser suchtgetriebene Gedanke ein "ach eigentlich brauchst du das doch nicht" und "das schaffst du diesmal wirklich allein". Ich weiß aber, dass ich professionelle Hilfe brauche. Und ich hab Angst, dass die Therapie nicht "wirkt". Dass das dauerhafte Ergebnis zum Großteil an mir liegt, ist mir durchaus bewusst.


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Offline Olli

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #16 am: 10 August 2020, 08:24:23 »
Hi!

Zitat
Dass das dauerhafte Ergebnis zum Großteil an mir liegt, ist mir durchaus bewusst.

Damit sagst Du, dass Du Dir die Therapie nicht zutraust ...

Sei Dir bitte bewusst, dass Angst immer übertreibt. Daher lasse alles auf Dich zukommen. Dabei wird auch die Angst wieder verschwinden.
Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. So wirst Du in der Therapie auch langsam an Deine Baustellen geleitet und begleitet.

Du kannst Dich auch beruhigen, indem Du Dir sagst: Schlimmer als der status quo kann es nicht mehr werden. Die Therapie gibt mir eine Chance auf Besserung.
Und wenn Du jetzt bedenkst, dass Du ja garantiert irgend etwas für Dich daraus mit nimmst, ist ja schon eine Besserung eingetreten ... :)

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #17 am: 14 August 2020, 10:38:09 »
Mal ein Update: War nun bei der Suchtberatung und es gibt 25 Minuten von mir eine Klinik für eine ambulante Therapie.
Ich denke für mich ist aktuell eine ambulante Maßnahme besser als eine stationäre. Dies hat div Gründe.

Ansonsten bin ich seit einer Woche spielfrei, aber der Druck ist immer mal wieder da.

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Offline Wolke

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #18 am: 14 August 2020, 11:04:38 »
Nimm die Chance wahr und mach das. Nimm jede Hilfe ,die du kriegen kannst.

LG Wolke

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #19 am: 25 August 2020, 07:57:22 »
Guten Morgen zusammen.

Nächste Woche gibt es in der Klinik einen Info Abend zu dem ich mich angemeldet habe, um die Klinik mal kennen zulernen.

Ansonsten weiterhin komplett spielfrei und habe es aktuell auch gut im Griff. Nehme aktuell noch an einem online Selbsthilfeprogramm der Salus Kliniken Teil, um die Wartezeit bis zur Therpaie zu verkürzen. sämtliche Zugänge zu Geld sind aktuell weg bzw werden täglich überwacht, was es mir auch unmöglich macht, irgendwie unbemerkt einzuzahlen. Das hält mich u.a. auch davon ab bzw. hab ich keinerlei Druck, da ich weiß, dass ich es eh nicht kann.

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #20 am: 25 August 2020, 08:02:29 »
Hallo, was war der Punkt an dem du beschlossen hast das du nicht mehr Spielen möchtest, bzw. Gab es einen Anlass?

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #21 am: 25 August 2020, 08:06:50 »
Eigentlich will ich schon wirklich lange nicht mehr spielen. Mehr als ein paar Monate Abstinenz habe ich nicht geschafft. Dieses Jahr ist es ziemlich eskaliert und dann hat es meine Frau mitbekommen und mich vor die Wahl gestellt: Entweder ich hole mir Hilfe oder sie und mein Kind sind weg. Da gabs dann nicht viel zu überlegen und so hart es sich anhört: Es war die Wahl die ich gebraucht habe.

Es wird oft davon erzählt, dass ein Spieler nur am absoluten Tiefpunkt wirklich merkt, dass er Hilfe braucht. Und das war er bei mir.

Das "Problem" die Jahre vorher war auch, dass mir jeder immer finanziell etwas geholfen hat. Z.b. das Konto ausgeglichen. Was im Nachhinein aber sehr fatal war und nicht geholfen hat. Jetzt ist das aber alles anders und ich will auch selber für meine Fehler gerade stehen.

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #22 am: 26 August 2020, 18:05:43 »
Ich spiele nun seit etwa zwei Wochen nicht mehr.

Gibt es eigentlich Entzugserscheinungen beim Aufhören? Über das Zocken an sich denke ich aktiv aktuell sehr wenig nach. Habe aber seit 3 Tagen sehr starke Einschlafschwierigkeiten.

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #23 am: 02 September 2020, 09:08:44 »
Hier mal ein kurzes Update:

War jetzt ganz überrascht, dass ich schon über 1 Monat nicht mehr gespielt habe. Das ging ja flott und wirklich komplett ohne Suchtdruck. Bzw. 2-3 mal ein wenig, aber alles im Rahmen. Bin selber positiv überrascht :-)

Heute Abend schaue ich mir die Klinik für die ambulante/stationäre Therapie an. Ist so ein Kennenlerntag.

Wobei ich aktuell wieder den Gedanken habe, dass ich es ja auch alleine (mit SHG) schaffen könnte, da die letzten 4-5 Wochen wirklich problemlos liefen....Aber ich kenne es ja. Ist nicht das erste Mal, dass ich paar Wochen spielfrei bin.

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #24 am: 02 September 2020, 21:58:23 »
Da es wohl keinen weiter interessiert und ich mit mir selber schreibe mein vorerst letzter Beitrag über mich.

War heute bei dem Infoabend. War wirklich sehr aufschlussreich und spannend. Auch interessant zu sehen, welche Bandbreite von Menschen dort sind und man nicht allein ist.

Habe für mich beschlossen, es jetzt mit der ambulanten Therapie durchziehen. Ich hoffe den tieferen Grund für meine Spielsucht zu finden.

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Offline Wolke

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #25 am: 02 September 2020, 22:42:13 »
Hallo Somewhere,

finde ich gut,dass du dich für eine Therapie entschieden hast und du es.nicht zum xten mal alleine versuchen möchtest. Denn je mehr Rückfälle man ,desto größer weden die Zweifel und der Frust und dann zockt man noch extremer.

Die Hintergründe der Sucht spielen eine sehr große Rolle und wenn man diese kennt und bearbeitet,kostet das sehr viel Kraft und Ausdauer und es kommen Gefühle hoch und man lernt sich selbst völlig neu kennen.  Zeitgleich bearbeitet man auch die Spielsucht,dass wird auch nicht einfach,aber man schließt ein Hintertürchen nach dem anderen und wendet sich immer mehr von der Sucht ab. Ich trauer der Sucht manchmal noch nach,aber der Gedanke kommt nur kurz,dann besinne ich mich wieder und arbeite weiter an mir. Das bedeutet mehr Arbeit ,aber sehr viel mehr Lebensqualität und -freude. Es lohnt sich ,du machst das alles für dich!

Ich wünsche dir viel Kraft für diesen Weg,würde mich aber auch freuen ,wenn du uns an deinem Weg weiter teilhaben lässt.

LG Wolke

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Offline Olli

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #26 am: 03 September 2020, 06:33:03 »
Genial Somewhere! :)

Dir reicht es einfach nicht mehr, nur hier zu schreiben! Stattdessen gehst Du nun in die Offensive im realen Leben!

Übrigens: Manchmal lese ich auch nur mit und genieße die positiven Ausstrahlungen in den Beiträgen. Wundere Dich also nicht, wenn Du mal keine Antworten erhälst. Deine Beiträge werden gelesen.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #27 am: 03 September 2020, 14:01:52 »
Vielen Dank euch beiden!

@Olli, das weiß ich zu schätzen. Aber halt so gar keine Reaktion auf z.B. meine Frage nach den Entzugserscheinungen fand ich ehrlich gesagt etwas "doof". Wenn ich das weiß, schreibe ich gerne weiter.

Sind jetzt echt schon über 5 Wochen, die ich nicht mehr spiele. Was hat geholfen? Einmal natürlich, dass ich keinen online Banking Zugang und keine EC-Kart mehr habe. Könnt eich trotzdem irgendwie an Geld zum Spielen kommen? Klar, es gibt IMMER Möglichkeiten. Will ich aktuell spielen? Nein! Habe ich aktuell oft Gedanken daran? Überhaupt nicht!

Was hat mir geholfen? Struktur in meinen Alltag zu bringen. Dazu habe ich mir eine App heruntergeladen, die ich jeden Abend mit Aufgaben des nächsten Tages befülle und diese abarbeite. Ich nehme mir nicht zuviel vor, aber 2-3 Dinge, die ich erledigen muss/will. Das hilft mir total.

Ansonsten habe ich mir ein neues Instrument gekauft, welches ich mir selber beibringen will.

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Offline Wolke

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Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #28 am: 03 September 2020, 20:45:52 »
Hey,

um deine Frage mit den Entzugserscheinungen zu beantworten. Ich hatte Suchtdruck,der Drang zum Zocken steigerte sich schnell und stark und blieb einige Stunden. Du isst Salzstangen und Chips,du bekommst immer mehr Durst,die Flasche Wasser steht auf dem Tisch,aber du darfst nicht trinken,denn das Wasser steht fürs Spielen,für den Automaten. Da ist es schwer,auf andere Gedanken zu kommen.

Ich habe leider immer noch an Ein und Durchschlafprobleme,schlafe selten mehr als 5 Stunden,habe aber nur noch selten Suchtdruck,obwohl ich auch noch immer vom Spielen träume. Der schlechte Schlaf hat sich über die Jahre so eingenistet und damit werde  ich vielleicht immer Leben müssen,man gewöhnt sich an alles. Glücklich bin ich damit nicht,könnte es nur mit Tabletten ändern,aber die will ich nicht immer nehmen. Besser weniger Schlaf,als zocken gehen.

Ich würde deinen schlechten Schlaf nicht unbedingt als Entzugserscheinung sehen,sondern es ist dem, durch das Zocken, veränderten Lebensstil zuzuordnen. Ich habe nach der Arbeit gezockt ,bis die Hallen schlossen,also teilweise 9-10 h am Stück,danach konnte man nicht schlafen,dann ne Stunde weggedöst und zack,klingelte der Wecker und wieder ab zur Arbeit. Wenn man das über Jahre so macht,ist es schwer wieder in einen anderen Rhythmus zu kommen.

Ich hoffe,bei dir ist das anders und dein Körper  gewöhnt sich mit dem Spielabstand auch wieder an mehr Schlaf,du bist ja noch jung.
Power dich beim Sport  mal richtig aus,vielleicht klappt's dann auch was besser mit dem Einschlafen.

LG Wolke

Re: Meine Vorstellung und aktuelle Situation
« Antwort #29 am: 03 September 2020, 21:06:20 »
Da es wohl keinen weiter interessiert und ich mit mir selber schreibe mein vorerst letzter Beitrag über mich.

War heute bei dem Infoabend. War wirklich sehr aufschlussreich und spannend. Auch interessant zu sehen, welche Bandbreite von Menschen dort sind und man nicht allein ist.

Habe für mich beschlossen, es jetzt mit der ambulanten Therapie durchziehen. Ich hoffe den tieferen Grund für meine Spielsucht zu finden.

Komm schon, selbstmitleid steht niemandem. Nein, bitte bleib dabei und poste regelmässig. Deine Fortschritte machen anderen Mut. Sieh mal wieviel Aufrufe ein Eintrag jeweils hat, auch wenn wenige Leute antworten. Ein Erfolgserlebnis von dir kann vielen Leuten helfen, von denen du nie etwas weisst.

Auch Rückschläge können unbekannte Leser anspornen, es besser zu machen. Ich bin in derselben Situation, aber habe mir und meiner Partnerin versprochen, regelmässig hier zu lesen und meine Beiträge zu machen. Kein Ahnung ob es jemand interessiert, motiviert oder "abtörnt". Wenn es aber nur 1 Person helfen kann, und mir auch, dann hat es sich geloht.

Also, bleib dran, mach deine einträge hier und bleib stark.

 

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