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Es muss Enden

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Offline Ela

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Es muss Enden
« am: 21 Juli 2020, 11:01:21 »
Hallo zusammen,

ich habe mich gerade hier angemeldet um einen Schlussstrich zu ziehen. Ich will,  muss und werde mit dem Spielen aufhören.

Kurz zu mir.  Ich bin Mitte 30 und spiele seit ein paar Jahren in Online Casinos. Anfangs nur selten und begrenzt,  nach einem Schicksalsschlag habe ich es  aber völlig übertrieben.  Ich bin spielsüchtig.

Wegen dem Schicksalsschlag war ich in Behandlung,  die mir auch geholfen hat. Seitdem ich aber nicht mehr dorthin gehe, hat sich alles aufs Spielen verlagert.

Noch ist meine finanzielle Situation so, dass ich mit einem blauen Auge davon käme.  Dispo ist zwar bis zum Anschlag,  sonst aber keine weiteren Schulden.  Somit muss ich genau jetzt die Reißleine ziehen.

Von meiner Spielsucht weiß bisher niemand und das möchte ich auch nicht. Da kommen aber meine Bedenken ins Spiel. Schafft man das? Alleine die Notbremse zu ziehen?

Gespielt habe ich seit einer Woche nicht mehr  und auch kein wirkliches Verlangen danach. Wäre finanziell auch nicht drin. Da war auch bisher meine Grenze. Aber auch die Angst,  sie zu verschieben.

Ich habe vor,  sobald ich auch nur wieder einen Euro setze, mein Umfeld einzuweihen und mir professionelle Hilfe zu holen. Ist das schon Selbstbetrug? Gestehe ich mir den ernst der Lage nicht ein?

Liebe Grüße
Ela

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Offline Olli

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Re: Es muss Enden
« Antwort #1 am: 21 Juli 2020, 12:16:26 »
Hi Ela!

Herzlich willkommen!

Zitat
Ich habe vor,  sobald ich auch nur wieder einen Euro setze, mein Umfeld einzuweihen und mir professionelle Hilfe zu holen. Ist das schon Selbstbetrug? Gestehe ich mir den ernst der Lage nicht ein?

Als ich den ersten Satz las, da musste ich schmunzeln. Solche Bedingungen kommen leider häufig vor.
Wieso zum Teufel muss ich denn erst scheitern, um mir Hilfe, in welcher Form auch immer, zu gönnen?
Da wird das Einholen der Hilfe doch gleich negativ mit einem Scheitern verknüpft!
Sich Hilfe holen ist aber doch etwas durchweg Positives! Ich hole sie ja nicht für den Therapeuten oder die Familie - ich mache das doch  "für mich" - und nicht etwa "gegen mich". Mir geht es schlecht und ich wünsche mir, dass es mir besser geht.
Das ist doch verantwortungsvolles Handeln. Das ist Achtsamkeit!

Mir gefallen aber auch die nachfolgenden Worte von Dir, die ich, wie Du es Dir sicher schon denken wirst, mit einem "Ja" beantworte.

Du brauchst keine Bedingungen, die Dir unterm Strich nur schaden können.
Außerdem weist Du selbst auf die Ursache des Spielens hin. Da hat Dir die Behandlung zwar gut getan, sie war aber wohl noch nicht ausreichend genug, bzw. wohl nicht abgeschlossen.
Somit hast Du bereits einen Ansatzpunkt, den Du in die Tat umsetzen kannst. Nehme wieder Kontakt auf und arbeite weiter geleitet an Dir.


Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Ela

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Re: Es muss Enden
« Antwort #2 am: 21 Juli 2020, 13:16:26 »
Hi Olli,

danke für dein Feedback.  Und natürlich hast du Recht, sich sofort Hilfe zu suchen wäre die einzig richtige Entscheidung.

Leider ist meine Therapeutin nur auf das andere Thema spezialisiert und fällt somit aus. So wie es aussieht werde ich mehrere Baustellen gleichzeitig angehen müssen.  Aber Hauptsache weg vom zocken .

Liebe Grüße

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Offline Olli

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Re: Es muss Enden
« Antwort #3 am: 21 Juli 2020, 13:48:29 »
Hi!

Ja, suche Dir bitte einen Therapeuten, der auch auf Spielsucht spezialisiert ist.
Wie ich durch mehrere Therapeuten erfahren habe, sollten beide Baustellen gleichzeitig behandelt werden.

Siehst Du denn ein Problem, Dich auch Deinen Liebsten zu offenbaren?
So könnte Dir z.B. jemand eine Schutzsoftware installieren. Jemand könnte einen Blick auf Deine Finanzen werfen.
Jemand könnte Dir schlicht und ergreifend ein Ohr schenken, wenn es Dir mal nicht so gut geht.

Zitat
Schafft man das? Alleine die Notbremse zu ziehen?

Auch hier gilt: Wozu? Wieso alleine? Hast Du kein Vertrauen in Deine Liebsten?
Wie sähe es aus, wenn die Rollen vertauscht wären? Wolltest Du wissen, ob z.B. Dein Freund ein Glückspielproblem hat?
Wie würdest Du reagieren, wenn er es verschweigt und Du es irgendwie trotzdem heraus bekommst?

Blockieren Dich hier Scham und Schuld? Oder einfach nur die fehlende Antwort auf das "Warum?"
Was denkst Du darüber?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Ela

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Re: Es muss Enden
« Antwort #4 am: 21 Juli 2020, 14:09:14 »
Da blockiert mich ganz klar die Scham und die Schuld. Zumindest was meine Familie angeht.

Meinen Partner lasse ich da außen vor. DieS ist keine harmonische Beziehung und ich  würde weder auf Verständnis noch Hilfe hoffen können. 

Sonst ist es wirklich die Scham so schwach zu sein, wobei es ja nur Stärke braucht,  sich zu offenbaren.  Welch ein Zwiespalt.

 

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