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Frauen

  • 6 Antworten
  • 614 Aufrufe
Frauen
« am: 01 Januar 2021, 13:34:40 »
Ihr Lieben,

Wo sind die Frauen, es gibt sie doch. Und trotzdem begegne ich ausschließlich Männern, die mit dem Problem zu kämfen haben.
Das kann doch nicht sein.
Ich glaube schon, dass die weibliche Sicht eine andere ist.
Habe vor einiger Zeit gelesen, dass nur ca. 22 Prozent der Beroffenen weiblich sind, und von denen eine Großzahl lesbisch.
Kann mir das gar nicht erklären, wieso das so ist.
Nun, es trifft auf mich zu, aber eine Erklärung habe ich nicht dafür.
Auch in meiner Rehagruppe sind 10 Personen, 9 Männer und ich.
Das kann doch irgendwie nicht sein, sind wir unsichtbar?
Woran liegt es, ich suche wirklich nach einer Antwort, kann mir das aber so richtig nicht erklären.
Vielleicht hat ja hier jemand eine Antwort oder eine Vermutung.

*

Wolke

Re: Frauen
« Antwort #1 am: 01 Januar 2021, 13:47:19 »
Hey,

vielleicht outen sich nicht soviele Frauen wie Männer bzw junge Männer sind statistisch in einer Gruppe anfälliger fürs zocken jeglicher Art. Frauen werden meist erst im höheren Alter ,meist durch andere schlimme Ereignisse,süchtig.

In meiner SHG damals waren auch fast ausschließlich Männer,selten war noch eine andere Frau dabei und wenn,dann oft nur für kurze Zeit. Fand ich aber nicht schlimm,fühlte mich da trotzdem wohl,denn auch viele Männer können über Gefühle reden und das war mir auch sehr wichtig. Denn nur übers Zocken und den Automaten wollte ich nicht reden.

LG Wolke

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Offline andreasg

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  • 1.465
Re: Frauen
« Antwort #2 am: 01 Januar 2021, 16:25:11 »
Hallo ihr Lieben,

ich habe früher immer gesagt: "ich gehe in meine Männergruppe", und meinte meine Spieler - SHG!
Heute sind wir, unsere Gruppe - mehr gemischt,
Natürlich darf auch die Sexuelle Zugehörigkeit thematisiert werden, oft liegt dort ein Schlüssel für die Tür zur Genesung.

Ich habe einmal gehört: Frauen haben eine "Beste Freundin", der sie alles Mitteilen kann, Männer sind eher Einzelkämpfer, die alles mit sich selber ausmachen, was bei der Spielsucht erfahrenerweise nicht funktioniert!
Natürlich geht es primär darum, den Teilnehmenden einen sicheren Ort der Annahme des Verstehens - der Spielsucht und des Genesungsweges zu geben.

Komisch: Ich habe in der Nachmittagsruhe über den Begriff: "Männerkuschelmeeting" nachgedacht, ein Erfahrungsort für mich, und eine Sehnsucht für meine Stabilität.

Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Wolke

Re: Frauen
« Antwort #3 am: 01 Januar 2021, 16:50:46 »
Hallo Andreas,

auch wenn Frauen mit ihrer besten Freundin alles besprechen,heißt das nicht,dass damit alle Probleme,Sorgen und Ängste der Spielsucht ,oder die Spielsucht an sich ,verschwunden und gelöst sind. So einfach ist das leider nicht,aber es ist der Start,um das ganze ins Rollen zu bringen.

Ich bin eigentlich auch der Mensch,der erst alles alleine versucht,es mit sich ausmacht,aber davon habe ich mich langsam gelöst und kann mittlerweile Hilfe annehmen und besser noch, nach Hilfe fragen.

In der SHG war jeder immer empathisch (mit einer Ausnahme) und jeder konnte jedem helfen,da macht das Geschlecht keinen Unterschied. Ja,die SHG sollte ein Wohlfühlort sein, damit man über alles reden kann und damit es einem hilft.

LG Wolke





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Offline TAL

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Re: Frauen
« Antwort #4 am: 01 Januar 2021, 19:13:03 »
Es gab hier mal eine Userin namens 'Skip'. Ihre Beiträge waren sehr direkt und ehrlich, ich mochte sehr, was sie schrieb. Manchmal etwas schwer für mich zu lesen... ungeordnet und geradeheraus. Dennoch gefiel mir ihre Art.
Sie hat sich allerdings immer sehr viele Gedanken über die gesellschaftlichen Geschlechterrollen gemacht, und wirkte geradezu 'entmutigt' davon. Dabei machte sie auf mich den Eindruck einer interessanten Persönlichkeit mit vielen Stärken, Kampfgeist... ein kleiner Querdenker. Sie hat viel erreicht - viel mehr, als ich es je könnte, trotzdem hat sie das nicht für sich anerkennen können, hat sich mit ihren Ansichten selbst eine Opferrolle 'angezogen', die außer ihr gar keiner so sah, und machte sich damit selbst 'klein'. Sowas kann anscheinend ziemlich ausbremsen.

Ich denke nicht, daß die weibliche Sicht so anders ist, sondern eher, daß gerade Frauen in diesem Punkt dazu neigen, zu 'kategorisieren' - weit mehr als Männer, denen dieses ja sehr oft vorgeworfen wird. Ich verstehe nicht wirklich, warum das so ist.
Mir persönlich ist es egal, ob Mann oder Frau, alt oder jung. Im Kontext dieses Forums ist diese Unterscheidung unsinnig (wie in den meisten anderen Rahmen auch). In allererster Linie bin ich hier ein Spieler, der abstinent bleiben möchte - einer von vielen.

Ich denke alkerdings auch, daß es durch den Onlinekram heutzutage mehr weibliche Spieler gibt, als es noch vor zehn oder zwanzig Jahren der Fall war, und die Leute fangen inzwischen wohl auch deutlich jünger damit an. Nicht zuletzt dadurch, daß eine harmlose Gesellschaftsfähigkeit suggeriert wird - eine allgemein erschreckende Entwicklung. Jeder Süchtige ist einer zuviel, unabhängig von Geschlecht oder Alter.

Ich wünsche ein frohes neues Jahr.

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Offline Helga5

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Re: Frauen
« Antwort #5 am: 01 Januar 2021, 20:23:42 »
Hallo idgietowanda,

Ich bin eine Frau (28) spielsüchtig und nicht lesbisch :-)

Ich weiß auch nicht woran es liegt. Ich denke das Frauen vielleicht wirklich ein Problem damit haben sich zu "outen" vielleicht genau aus dem Grund das die Spielsucht auf ein typisches Männer Syndrom in der Gesellschaft abgetan wird.

Glg
Helga

Re: Frauen
« Antwort #6 am: 01 Januar 2021, 20:34:37 »
Das Problem scheint eher ein Männerproblem zu sein. In den Sportwetten Läden sind zu 95% Männer unterwegs. In den Casinos allerdings habe ich öfter ältere Damen gesehen, quasi im Rentenalter. Vielleicht reizt es den Damen weniger zu zocken. Die Quote der Kaufsüchtigen würde ich gerne wissen, da müssten die Frauen führen. In Prinzip ist es egal welcher Art von Sucht man hat, ich glaube am Ende sind wir gleich.

 

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