ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Isas Tagebuch

Begonnen von Isa, 14 April 2026, 10:23:35

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So, damit ihr wisst, worum es hier gestern eigentlich ging, fasse ich die Situation noch einmal kurz zusammen.

Ich habe erfahren, dass eine Mutter aus meinem privaten Umfeld Inhalte aus meinem Tagebuch hier im Forum zum Anlass genommen hat, beim Pastor infrage zu stellen, ob ich weiterhin den Weihnachtskinderchor leiten sollte. Ihre Sorge: eine Spielsüchtige, alleine mit den kleinen Kindern.

Das hat mich ziemlich getroffen und enttäuscht. Ich leite diesen Chor seit 15 Jahren ehrenamtlich und stecke jedes Jahr unglaublich viel Herzblut in dieses kleine Projekt.

Ich habe meinen Beitrag von gestern inzwischen gelöscht.Nicht, weil ich meine Enttäuschung zurücknehme, sondern weil mir durch Ollis Antwort noch einmal bewusst geworden ist, was mein Beitrag möglicherweise bei anderen stillen Mitlesern auslösen könnte.

Und genau das möchte ich auf keinen Fall!

Ich habe selbst entschieden, was ich hier von mir preisgebe. Mir war immer bewusst, dass mich Menschen aus meinem privaten Umfeld erkennen könnten. Ich habe das in Kauf genommen.

Natürlich habe ich mir auch schon überlegt, wie es sein könnte, wenn mich irgendwann jemand darauf anspricht. Vielleicht mit einem ,,Hey, ich habe dich im Forum entdeckt und finde es toll, wie offen du mit dem Thema umgehst". Vielleicht aber auch ganz anders oder vielleicht sogar etwas abwertend .Man kann sich ja nicht aussuchen, wie andere reagieren.

Dass jemand meine Einträge liest und sich Sorgen macht oder Fragen hat, ist das eine. Dass diese Informationen offenbar hinter meinem Rücken weitergetragen werden und ich auf diesem Weg damit konfrontiert werde, hatte ich so nicht auf dem Schirm. Und genau das hat mich so enttäuscht.


Trotzdem möchte ich nicht, dass hier jemand Angst bekommt, sich zu öffnen, seine Geschichte zu erzählen oder überhaupt den ersten Schritt zu machen. Gerade stille Mitleser brauchen manchmal lange, bis sie sich trauen, etwas von sich preiszugeben. Ich möchte nicht, dass mein Erlebnis dazu führt, dass jemand lieber schweigt, aus Sorge, erkannt zu werden und dass das eigene Umfeld davon erfährt.

Was die Situation mit dem Chor und den betreffenden Eltern angeht, möchte ich das gerne außerhalb des Forums klären. Die ersten Schritte dafür habe ich bereits gemacht und ein Gespräch angeboten.

Ich wollte meine Enttäuschung hier teilen, weil mich die Situation sehr beschäftigt hat. Aber ich möchte nicht, dass daraus eine Grundsatzdiskussion wird oder sich andere durch meinen Beitrag unsicher fühlen.

Also: Bitte lasst euch davon nicht davon abhalten, euren eigenen Weg zu gehen und euch hier mitzuteilen. Wir wissen alle, wie viel Mut das manchmal kostet.

Und dafür ist dieses Forum da. ❤️
Zwei mal drei macht vier,
Widdewiddewitt und drei macht neune,
ich mach' mir die Welt,
Widdewidde wie sie mir gefällt 🎶

Hallo Isa,

ich hatte deinen nun gelöschten Beitrag noch lesen können.
Ich habe hinterher eine Weile drüber nachgedacht.

Erst hatte ich nur den Kopf geschüttelt und wenig Verständnis aufgebracht.
Ich dachte, "sie ist vieleicht Raucherin und damit auch kein gutes Vorbild für Kinder";-).

Jetzt denke ich, sie war einfach nur besorgt.
Nur hätte sie den direkten Kontakt wählen müssen. Das wäre aufrecht gewesen.
Das siehst du ja auch so.

Ich hoffe auf ein klärendes Gespräch.
Vor allem aber solltest du dem Weihnachtskinderchor weiterhin vorstehen.
Den Kindern zuliebe!

Hätte diese Frau dein Tagebuch richtig gewertet, käme auch sie zu dem Schluss: Eine bessere wie dich gibt es nicht.

Bleib wie du bist und lass dich niemals unterkriegen.

Liebe Grüße
Wolfgang






"Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht"
(Theodor Heuss)

#287
Hallo Isa,

moir gehen gherade zwei Adventslieder durch sen Kopf, abber ich will etwas wohl wichtiges schreiben:

Ein Pfarrerm Pastor, ein Seelsorger ist zur Schweigepflicht ermächtigt,Du kannst gewiß sein, daß das von Euch gesprochene sicher geschützt bleibt.
Auch ich habe in seelsorgerischen Gespräcjen mit meinen Pastoren offen über meine Spielsucht gesprochen, und ich habe im Kirchenchor gesungen. Aber das ist eine eigene Geschichte...

Das Wohl des Kindes steht bei mir immer an erster Stelle, da bin ich sehr empfindlich geworden, gerade nach den beiden Kern - Klinikaufnthalten.

Ich kann keinen Punkt erkennen, der hier gegen Dich spricht. Im Gegenteil: in der Profilaxe ist die Arbei mit Kindern und Fugentlichen sehr wertvoll, und heilsam..

Liebe Grüße

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Danke für eure Worte !

Ich muss das für mich alles erst mal richtig sortieren .
Ich schwanke noch zwischen Scham ,Enttäuschung, Wut und Unverständnis !





Zwei mal drei macht vier,
Widdewiddewitt und drei macht neune,
ich mach' mir die Welt,
Widdewidde wie sie mir gefällt 🎶

Hi Isa,

immer wieder bin ich von deiner Energie und Großzügigkeit beeindruckt! Und nun auch noch das Leiten eines Weihnachtskinderchors. Hut ab!

Fühl dich gedrückt,

Babs

Willkommen zurück!

Die ,,Sache" hat mir eine schlaflose Nacht beschert.

Mit allem, was dazugehört: Wut, Trauer, Angst, Scham und Abscheu. Einmal das komplette Programm.

Morgen treffe ich mich mit den Chormüttern. Sie hat nicht zugesagt.

Auf meine private Nachricht, in der ich sie um ein Gespräch gebeten hatte, kam eine ernüchternde Antwort: Sie hätte mir nichts mehr zu sagen.

Okay, dachte ich. Das muss ich akzeptieren.

Aber so ganz konnte ich es dann doch nicht stehen lassen. Sie hat vielleicht nichts mehr zu sagen. Ich aber schon. Und warum sollte ich eigentlich ihre Wünsche über meine stellen?

Diese Gedanken haben mich den ganzen Vormittag verfolgt. Ich versuchte, mich abzulenken, und habe erst mal wie eine Verrückte das Haus gewienert. 😂

Danach beschloss ich, einen Pflaumenkuchen zu backen.

Und als der Duft durchs Haus zog, war plötzlich klar: Ich packe zwei Stücke Kuchen ein und fahre zu ihr.

Zwei Ü-Eier für ihre beiden Kinder dazu. Damit die sich hoffentlich mit Spiel, Spaß, Spannung UND Schokolade einen Moment abseits von uns beschäftigen können.

Also los.

Ich klingelte und sie kam selbst zur Tür. Jegliche Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen. Ganz im Gegensatz zu meinem, das vor Aufregung vermutlich schon im Dunkeln geleuchtet hat.

Sie hielt die Tür fest und machte ziemlich deutlich, dass sie nicht vorhatte, mich hereinzubitten.

Ich sagte: ,,Pass auf, du möchtest meine Geschichte erzählen. Dazu musst du sie erst einmal kennen. Dafür reicht es nicht, in meinem Online-Tagebuch mitzulesen und sich den Rest dazuzudenken. Ich werde dir alles erzählen."

Sie ließ mich rein.

Und dann kamen ihre Kinder auf mich zugestürmt.

,,Isaaaaa, wann singen wir wieder?"

Das hat mich sooo erleichtert. Sie hatte den Kindern offenbar keine Angst vor mir gemacht.

Wir setzten uns und ich erzählte ihr alles. Von Anfang an.

Wie es begann. Wie es mir damit ging und wie es mir heute geht. Was das mit mir und meiner Familie gemacht hat. Was ich inzwischen dagegen unternehme. Was ich glaube, als Ursache erkannt zu haben.

Einfach alles, was mir eingefallen ist.

Sie sagte nichts. Kein einziges Wort.

Sie hörte zu, aß ihren Kuchen und nickte. Und ich hatte das Gefühl, dass das, was ich erzählte, etwas mit ihr machte.

Irgendwann sagte ich:

,,L., ich habe dir mein Herz ausgeschüttet. Mach damit, was du für richtig hältst. Du kennst jetzt meine Geschichte und kannst entscheiden, welche Rolle du darin einnehmen möchtest."

Ich war fast zwei Stunden bei ihr. Wir haben noch weitergeredet, aber das gehört hier nicht hin.

Zum Abschied haben wir uns kurz gedrückt.

Ob sie morgen zum Treffen kommt, weiß ich nicht.

Aber sie wird dort kein Thema sein. Denn für mich ist diese Sache mit ihr abgeschlossen.

Morgen geht es einzig und allein um den Chor!

Als ich nach Hause kam, kam mein Mann auf mich zu.

,,Willkommen zurück, Isa!"

Ich fragte: ,,Häh? So lange war ich doch gar nicht weg?!"

Er sagte: ,,Drei Jahre, Isa! Du warst drei Jahre weg. Ich wusste nur nicht, wo du warst. Aber heute bist du wieder da! Du gehst da hin und stehst für dich ein. Du lässt die anderen nicht deine Geschichte schreiben, sondern schreibst sie wieder selbst!"

Tja. Da liefen dann doch noch ein paar Tränen.

Ich dachte eigentlich, nach den letzten drei Tagen wären keine mehr übrig. 😂

Ich schreibe hier über mich und meine Geschichte.

Und ich werde damit nicht aufhören, weil irgendwer hier mitliest!

Es gibt nichts, wofür ich mich schämen muss.

Das klingt hier alles unfassbar sortiert und geordnet.

Glaubt mir: Das war es nicht!
Zwei mal drei macht vier,
Widdewiddewitt und drei macht neune,
ich mach' mir die Welt,
Widdewidde wie sie mir gefällt 🎶

Liebe Isa,

ich freue mich von ganzem Herzen für Dich.

LG Maria


Weißt Du Isa,

ich habe Dein Posting mit der Lupe in der Hand sorgsam durchgeslesen. Nun habe ich Tränen in den Augen, ist ja auch gut, meine wunden Augen brauchen Feuchtigkeit, ja die Wahrheit ist, ich bin sehr angerührt, und ich bin durch Deine Zeilen sehr bewegt.

Ich habe Heute nicht gespielt. Und ich bin nur aus Gnade spielfrei geworden. Manchmal vergesse ich das einfach, und habe Kummer, weil ich vergesse, verstehen zu wollen. Besser gesagt, ich habe die Freiheit mir reale Wonsche zu erbitten.
Zu lesen können, daß es Menschen gibt, die sich hier von ihrer Spielsucht befreien, ist für mich ein Hohes Glück.

Dafür danke ich Dir von Herzen

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Guten Morgen!

Nicht, dass Du meine Erlaubnis bräuchtest :) , ich wollte es nur einmal betont haben:

Isa, Du kannst so stolz auf Dich sein ... :)
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Danke ihr Lieben !
Ja -ich bin tatsächlich stolz auf mich 😀

Manchmal schickt das Leben kein Rettungsboot, sondern die Erinnerung , dass du schwimmen kannst.



Der Spruch passt gerade ziemlich gut zu mir.

Mein erster Impuls war Flucht. Rückzug, Kopf einziehen und hoffen, dass die Wellen irgendwann über mich hinweggezogen sind.
Doch dann bin ich aktiv geworden .

Das hat etwas mit mir gemacht.

Die Situation ist dadurch nicht ungeschehen und auch nicht plötzlich angenehm geworden. Aber ich fühle mich stärker. So stark wie lange nicht mehr.

Vielleicht ist das gerade eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich: Ich muss nicht darauf warten, dass jemand kommt und mich aus einer schwierigen Situation rettet. Ich kann selbst etwas tun. Ich kann für mich einstehen.

Und manchmal entdeckt man seine eigene Stärke genau dann, wenn man eigentlich am liebsten weggelaufen wäre.
Zwei mal drei macht vier,
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Rückforderung – und plötzlich ist sie wieder da, diese Anspannung

Heute gab es hier im Forum eine Einladung zum FAGS-Online-Café. Das Thema: Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten. Mit einem Vortrag eines Rechtsanwalts und aktuellen Informationen zu BGH, EuGH und Limitverfahren.

Ich habe eine ganze Weile mit mir gerungen, ob ich daran teilnehmen soll. Am Ende habe ich mich dagegen entschieden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich mich mit dem Thema Rückforderung nicht beschäftige. Ganz im Gegenteil. Bei rund 50.000 Euro Schulden wäre es wohl auch etwas merkwürdig, wenn mich die Möglichkeit, davon vielleicht etwas zurückzubekommen, völlig kaltlassen würde.

Bei mir kommt allerdings noch eine Besonderheit hinzu: Mein Spiel wird in Deutschland nicht als Glücksspiel, sondern als Geschicklichkeitsspiel eingestuft. Damit gelten andere rechtliche Voraussetzungen und die Sache ist alles andere als einfach.

Aber zurück zum heutigen Meeting.

Ich habe festgestellt, dass mich allein die Vorstellung, mich mit diesem Thema intensiver zu beschäftigen, ganz schön aufwühlt.


Diese Anspannung. Diese Erwartung. Dieses gedankliche Hin und Her.

Wie stehen meine Chancen? Was ist möglich? Was könnte dabei herauskommen? Gehe ich am Ende mit einem "Gewinn" nach Hause ,oder gehe ich leer aus?

Moment mal ... kommt mir das nicht irgendwie bekannt vor?

Genau dieses Gefühl kenne ich vom Spielen. Dieses Warten auf ein Ergebnis, diese Hoffnung, dass es diesmal gut ausgeht. Dieses Kopfkino, das schon längst läuft, bevor überhaupt irgendetwas passiert ist.

Und plötzlich merke ich, dass mich ein Thema, das eigentlich mit der Aufarbeitung meiner Spielvergangenheit zu tun hat, wieder in eine ganz ähnliche Gefühlslage bringen kann.

Ich frage mich tatsächlich, wie andere damit so entspannt umgehen können. Vielleicht ist es für sie einfach eine sachliche Angelegenheit. Für mich ist es das offenbar nicht.

Ich möchte mein Geld zurück. Natürlich möchte ich das! Aber ich möchte nicht wieder in dieses Gefühl hineinrutschen, auf einen möglichen Erfolg zu hoffen und innerlich schon alle möglichen Ergebnisse durchzuspielen.

Deshalb war es heute für mich die richtige Entscheidung, nicht teilzunehmen.

Informationen kann ich mir auch zu einem späteren Zeitpunkt noch holen. Ich muss nicht bei jedem Thema dabei sein, nur weil es mich finanziell betreffen könnte.

Reiner Selbstschutz würde ich sagen 😅


Schönen Sonntag euch !
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Täuschalot auf der Überholspur ...

Heute war ein absoluter Scheißtag!

Seit ich Sir Täuschalot im August ins Ferienlager gebracht habe, hatte ich eigentlich Ruhe vor ihm. Kein Genervtwerden, kein großes Theater. Ich fühlte mich fast schon ein bisschen erhaben, wenn ich von anderen gehört oder gelesen habe, dass sie gerade zu kämpfen haben.

Nicht, dass ich ihnen ihr Drama gegönnt hätte. Aber ich habe mir wohl insgeheim schon fast eingebildet, dass ich irgendwie darüber stehe.

Nun ja ... heute war er dann mit voller Wucht zurück!

Auf dem Weg zur Arbeit lief das Radio und es wurde vom aktuellen Gewinnspiel ,,Geldregen" erzählt. Ich habe eigentlich gar nicht richtig zugehört. Mitbekommen habe ich aber, dass in einer der nächsten Runden 20.000 € Gewinn garantiert sind.

Zack! Meine Gehirnachterbahn ist gestartet.

,,Was ich mit 20.000 € alles machen könnte."
,,Ich könnte einen Teil des Spielschuldenkredits abzahlen."
,,Ich könnte meinen Mann überraschen, indem ich den Schuldenberg verkleinere."

Und so weiter und so weiter ...

Okay. Radiosender gewechselt und mir mit lauter Musik die letzten Kilometer zur Arbeit die dummen Gedanken weggepustet.

Rein in die Praxis und mit Arbeit abgelenkt.

Im Hintergrund: RADIO.

Das Nächste, was ich mitbekomme, ist, dass eine junge Frau tatsächlich die 20.000 € abräumt.

Die Achterbahn startet eine neue Fahrt.

,,Das könntest auch du sein."
,,20.000 € würden eure Sorgen deutlich schmälern."

Ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, dort anzurufen und an diesem Gewinnspiel teilzunehmen.

ABER: Ich habe tatsächlich wieder einmal angefangen herumzuspinnen, wie ich mit ,,meinem" Spiel viel Geld gewinnen könnte und wie ich damit alles retten könnte.

Nach Feierabend, alleine im Auto, ist es dann richtig ausgeartet.

,,Soll ich mir ein neues Handy kaufen?"
,,Ich könnte ein neues Konto eröffnen."
,,Du würdest das für euch tun!"

Es war schlimm.

Zuhause angekommen, war nur der Hund da. Also direkt eine Runde laufen gegangen. Ich dachte, ich bekomme dadurch den Kopf frei.

Hat aber nicht wirklich funktioniert.

Kaum war ich wieder zuhause, fuhr die Achterbahn erneut los.

Kalte Dusche – 20 Minuten Ruhe – nächste Runde.

Dann kam meine große Tochter nach Hause. Sie hat sofort erkannt, dass irgendetwas nicht stimmt.

Ich habe ihr die (abgeschwächte) Wahrheit erzählt. Dass heute ein richtig mieser Tag ist und ich diese nervigen Spielgedanken einfach nicht loswerde.

Sie ist kein Mädchen der vielen Worte. Sie hat mich einmal kurz umarmt und ist dann in ihr Zimmer geflitzt.

Keine zwei Minuten später kam sie wieder runter und drückte mir mit den Worten ,,Der ist am besten" einen kleinen Metalligelball in die Hand.

Sie hat einige dieser Skill-Spielzeuge aus ihrer schweren Zeit.

Danach war der Spuk vorbei.

Der Schmerz hat mir nicht geholfen. Aber zu sehen, wie meine Tochter mir helfen möchte und auf mich ,,aufpasst" (sie kam danach immer wieder runter, um zu schauen, was ich mache), hat mich unglaublich berührt.

Gerade weil sie sonst kaum Emotionen zulässt.

Und in diesem Moment war mir klar: Wenn ich schon nicht für mich spielfrei bleibe, dann doch wohl auf jeden Fall für sie!

Scheiß auf Täuschalot und sein dämliches Gelaber.

Olli hat irgendwann mal geschrieben:

,,Täuschalot hat keine Ausdauer, er ist kein Marathonläufer."

Heute war er allerdings ganz nah dran ...
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Hallo Isa,

es könnte eventuell sein, dass bei deinen Gedanken am Sonntag, nehme ich Teil oder nicht an dem Online Meeting der FAGS, was passiert ist, was du noch nicht wahrgenommen hast bzw. nicht sehen konntest .

Ein Teil deiner Auseinandersetzung war auch der Gedanke und die "Hoffnung" den Verlusten zurückzuholen.

Dieses kam ins Unterbewusstsein rein und hat den Täschalot heute bei der Werbung ins Leben gerufen.

In beiden Fällen von Sonntag und heute stand der Gedanke das Zurückholen von den Verlusten.

Und du warst von der Wucht des Täschelot überrumpelt.

Ist nur mein Gedanke, da ich neulich die gleiche Wucht vom Suchteufel erlebt habe.

Schön, dass Dir deine Tochter die Geborgenheit geben hat.

Liebe Grüße Maria

Guten Morgen!

So lange Täuschalot Futter hat, wird er auch nicht müde. Du brauchst es ihm gar nicht selbst geben, er nimmt es sich von Dir. Trotzdem bist Du die Hand, die ihn füttert. Hast Du die Hand auch wirklich aktiv weggezogen? Immer und immer wieder? Oder hat er bei jedem Griff nach seiner Nahrung ein kleines bisschen (oder mehr) ergattert?

Deine Tochter hat Dich letztlich dazu gebracht, die Nahrung für Täuschalot unerreichbar wegzuschließen.
Das hat Dein Mann auch schon geschafft. Nun bist Du an der Reihe selbst diesen Knopf in Dir zu finden und bei passender Gelegenheit auch zu drücken!

Nun, wenn es leicht wäre, dann würden wir gar nicht von einer Sucht sprechen. Aber es ist trotzdem machbar!

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Guten Morgen ihr beiden!

Ich habe über eure Antworten nachgedacht und finde tatsächlich in beiden einen Gedanken, der mich beschäftigt.

Maria, deine Vermutung mit dem FAGS-Meeting finde ich durchaus interessant. Vielleicht gibt es da tatsächlich einen Zusammenhang, den ich bisher nicht gesehen habe.

Am Sonntag habe ich mich bewusst gegen die Teilnahme entschieden, weil mich das Thema Rückforderung emotional ziemlich aufgewühlt hat. Die Vorstellung, verlorenes Geld zurückzubekommen, löst bei mir offenbar etwas Ähnliches aus wie die Vorstellung, beim Spielen einen großen Gewinn zu machen.

Und wenn ich ehrlich bin, steckt dahinter in beiden Fällen dieselbe Sehnsucht: Wie schön wäre es, wenn ein Teil der finanziellen Sorgen einfach verschwinden würde.

Vielleicht hat das Thema in mir weitergearbeitet, ohne dass ich es richtig bemerkt habe. Und dann kam der Radiobeitrag und hat genau die richtige Tür geöffnet.

Olli, bei deinem Bild mit dem Füttern bin ich mir noch nicht ganz sicher, wo ich mich selbst einordnen soll.

Die Gedanken waren plötzlich da. Ich habe sie nicht gesucht oder bewusst eingeladen. Aber ich habe sie weitergesponnen, habe mir ausgemalt, was ich mit dem Geld alles machen könnte und war irgendwann gedanklich wieder mitten in meiner alten Spielwelt.

Vielleicht habe ich ihm genau damit sein Futter gegeben?

Gleichzeitig habe ich mehrfach versucht, die Hand wegzuziehen. Radiosender gewechselt, Musik aufgedreht, mich in die Arbeit gestürzt, bin mit dem Hund raus und habe kalt geduscht. Nur wollte Täuschalot partout nicht verstehen, dass die Vorstellung beendet ist.

Vielleicht muss ich tatsächlich noch lernen, früher zu erkennen, wann ich mich auf seine Geschichten einlasse und wann ich einfach nur versuche, ungefragte Gedanken wieder loszuwerden.

Meine Tochter hat mir gestern jedenfalls geholfen, aus dieser Gedankenspirale auszusteigen. Und den Rest musste ich dann selbst erledigen.

Auf jeden Fall haben mir eure Antworten wieder einiges zum Nachdenken gegeben. Danke dafür!
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