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Fußballwetten - wie aus Leidenschaft Sucht wird

Begonnen von Mave75, 19 Juli 2026, 16:58:36

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Hallo an alle,
erstmal meinen herzlichen Dank an Olli, Andreas und Roy, die mir in einem anderen Thread Mut zugesprochen haben, mich und meine Geschichte offenzulegen (obwohl ich nach meiner Anmeldung erstmal nur mitlesen wollte).

Alles, was ich hier zu diesem Thema bisher gelesen habe und noch lese, scheinen Parallelstränge meiner Erfahrungswelt zu sein, gefangen in einem Kreislauf von Druck, Hoffnung, Frustration und Selbsttäuschung. Mir war klar, dass ich nicht komplett alleine mit meiner Sucht dastehe, aber die Ähnlichkeit der hier beschriebenen Handlungsmuster und Gedankengänge zu meinen hat mich schon sehr überrascht.

Kurz zu meiner "Entwicklung": Nach den ersten positiven Erfahrungen vor ca. 6 Jahren über die App des Anbieters mit dem weißen "t" (ich bin mir nicht sicher, ob Wettanbieter hier direkt genannt werden dürfen/sollen) hat sich eine Art "Glücksgefühl" bei mir eingestellt. Ich spiele leidenschaftlichb gern seit über 35 Jahren Fußball, der Sport ist ein Teil von mir. Als ich dann die ersten Euros (Kleinstbeträge) gewann, schlich sich die (aus heutiger Sicht) trügeische Illusion ein, mein Hobby und meinen Fachverstand produktiv nutzbar zu machen. Anfangs waren es maximal 1-3 Wetten pro Woche, ich konnte mit 10 Euro teilweise über Wochen auskommen, ohne nachzuladen. Dann kam Corona dazwischen: Kontaktverbot, Berufsverbot (nur noch online) und Langeweile, die es zu überbrücken galt. Nach und nachwurden aus 1-3 Wetten pro Woche mehr als 10 Wetten pro Tag, meine Einzahlungsgrenzen schraubte ich regelmäßig nach oben.
Heute ist es so, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens 5-8 Scheine pro Stunde gleichzeitig am Laufen habe, zwar nur Einsätze von maximal 5 Euro pro Schein, allerdings über den ganzen Tag. Kleinere Gewinne fließen natürlich sofort wieder zurück in System, und Einzahlungen (immer nur 10 Euro) nehme ich fast stündlich vor.

Ich müsste schätzen, wieviel ich in dieser Zeit verzockt habe, aber vermutlich käme ein Mittelklassewagen mit Vollausstattung dabei heraus. Wenn ich das den hier in den Foren genannten Verlusten gegenüberstelle, erscheint das verhältnismäßig wenig, aber jeder Cent, den ich bisher verbraten habe, tut in der Seele weh (weil es einfach nicht rational ist).

So oft nahm ich mir vor, nicht zu spielen, das werden die Meisten von euch sicherlich kennen. Aber der Spieler in mir findet immer wieder Wege, mich zu triggern und mir von Erfolgserlebnissen zu soufflieren, die die Hoffnung auf einen großen Wettgewinn aufrecht erhält und mich wieder die App öffnen lässt. Von diesen hatte ich unzählige bereits gelöscht, die Anbieter per Mail um Sperrung meiner Kontaktdaten gebeten. Aber ich staune selbst über mich, welche kreativen Wege ich immer eingeschlagen habe, um mich sonstwo anzumelden (wobei es illegalen Wettanbietern im Grunde s****egal ist, wie oft du dich sperren lässt; Sperren würde bedeuten, dass Einnahmen fehlen, und vor allem Spielsüchtige halten das System ja am Laufen; daher klappt es irgendwie immer mit der Neuregistrierung).

Eine Beratung hatte ich letztes Jahr auch in ANspruch genommen. Es war ein toller Berater, sympathisch, einfühlsam und ohne Druck aufzubauen. Ein halbes Jahr lang habe ich mich immer auf unsere wöchentlichen Gespräche gefreut, bis er irgendwann wieder in seine Heimat zurückging und ich von seiner Kollegin "übernommen" wurde. Sie war das komplette Gegenteil: unterkühlt, unsympathisch und wortkarg. Im Grunde hat sie mir bereits im ersten Gespräch direkt an den Kopf geknallt, dass die Beratungsstelle nicht nur für mich existiere und ich kein Stück weiter sei als am Anfang der Beratung bei ihrem Kollegen. Vermutlich hat sie recht damit; es aber so direkt an die Schläfe gedrückt zu bekommen bei einem so sensiblen Thema war für mich ein kleiner Schock (vielleicht weil sie geau den wunden Punkt getroffen hat --> ich muss Wollen, und soweit war ich noch nicht).

Sorry, nun ist es wirklich ein sehr langer Text geworden, aber es ist ein befreiendes Gefühl, diese "Verschlussache" mit anderen zu teilen. Mir macht die Erkenntnis darüber, ein Leben lang mit der Sucht zu leben, Angst; aber so kann das nicht weitergehen, ich kann nicht bis zum Umfallen täglich stundenlang auf das Handy starren in der Hoffnung, dass irgendwo in der finnischen Jugendliga in der ersten Halbzeit 4 Tore fallen. Und wenn sie fielen, würde das nichts an meinem Verhalten ändern, denn die nächsten 4 SCheine wären schon längst erstellt, so furtchbar irrational das auch klingt....
Danke für die Zeit, die ihr euch zum Lesen nehmt.

Hi und herzlich willkommen!

Siehst Du, hat gar nicht weh getan ... :)

6 Jahre, bevor ich spielfrei wurde, war ich schon einmal in einer SHG. Auch mich hat sie kein Stück weiter gebracht. Nicht, weil sie schlecht war. Nein, ich wollte nicht aufhören mit Spielen.
Allerding brauchte ich mir selbst gegenüber ein Alibi, damit ich mich selbst beschwichtigen konnte: Ich mache doch was! - Naja, habe ich auch ... Spielpausen!
Doch Spielpausen haben zwei Eigenschaften: sie haben einen Anfang und ein Ende! Mit Abstinenz hatte das nichts zu tun.

Ich glaube fest daran, dass jeder irgendwann an einen Punkt kommt, wo er die negativen Seiten der Sucht gegen die Positiven aufwiegt und sich dann entscheidet abstinent zu werden. Es braucht zumeist einen einzigen Tropfen, der das Fass dann zum Überlaufen bringt.

Du hast Angst vor dem Danach? Hast Du nicht viel mehr Angst vor dem Zustand jetzt? Das "danach" hat einen Zweck! Es soll Dein Leben besser machen. Wird es das auch tun? Hey! Garantiert! :)
Doch es wartet da etwas Neues auf Dich. Sicherlich wirst Du Dir, wie wir alle hier, die Frage stellen, wie Du ohne Wette/Spiel auskommen sollst.

Meine Antwort auf diese Frage lautet da immer: Die entstandene Lücke wird sich mit Leben füllen! Ganz automatisch! Du wirst Dir neue Hobbies suchen oder alte wieder zum Leben erwecken. So einfach ist das. Du wirst Dir andere Gewohnheiten suchen, die Dir aber gut tun!

Du hast es schon richtig bewertet. All die Rituale, die Du um die Wetten errichtet hast, erzeugen nur Stress. Sie greifen aber auch Deinen Selbstwert an. Ich glaube, Du sprichst es zwei mal an, die Irrationalität Deines Handelns. Nun, Sucht hat ihre eigene Logik!
Sie zielt nämlich auf Deine Emotionen ab.

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Danke :-)

Dein Verweis auf die Rituale bringt es wirklich auf den Punkt: Wenn ich alles zusammennehme, ist alles schlichtweg nur Verschleierungstaktik, um nicht den Fragen des Umfeldes - aber auch den eigenen - ausgesetzt zu sein. Heimlich mehrfach auf Klo verschwinden, um zu bestimmten Uhrzeiten noch Wetten zu platzieren, das Handy schnell umzudrehen, damit die Familie nichts mitbekommt, sich sozial isolieren, um mehr Zeit fürs Wetten zu haben, sich für Tage, an denen man es geschafft hat, nicht zu wetten, mit neuen Wetten zu belohnen (eine unfassbar perfide und entartete Vorstellung von Belohnung) und und und.. Ja, auch der jetzige Zustand ist in der Tat beängstigend, weil man um sich herum ein zunächst undurchdringbares und nach außen unauffälliges Lebenskonstrukt errichtet hat. Alles dreht sich nur noch um die nächste Wette, wie oft schon habe ich mich innerlich selbst angeschrien und verflucht, aber am nächsten Morgen scheint für den inneren Spieler immer wieder die Sonne, und seine Heiterkeit schwappt uaufhaltsam über.
Wurden dir damals bei der Beratung Strategien zur "Druckbekämpfung" empfohlen (kaltes Wasser, Liegestütze, Musik hören etc.)?

Um das Problem richtig zu greifen wirst du weiter gehen müssen. Und das ist als stand alone Cowboy schwierig. Das vielleicht größte Kreuz das wir tragen und die daraus entstehende Offenbarung für den Suchtteufel sind die Lügen.
Du darfst alles mit bedacht machen jedoch ist diese in unserem Gehirn verankerte Krankheit nicht ohne Aufwand und auch sehr turbulente Zeiten in den Griff zu bekommen. Du sagtest ja du liest hier viel mit was auch gut ist und auch hier beim Versuch die Krankheit in den Griff zu bekommen wirst du Parallelen finden.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hi!

Was Du meinst, das sind Skills. Eiskalt duschen, die Treppen rauf und runter laufen, bis Du Gefahr läufst, auf Deine Zunge zu treten. Manchmal reicht ein Gummiring ums Handgelenk, welchen Du flitschen lässt, ohne Dich zu verletzen. Knetbälle, Chilligummibärchen und noch vieles mehr helfen Dir, wenn der Suchtdruck Dich peinigt. Du sprichst Deine Sensorok an und überlagerst damit das Geschwafel des Suchtteufelchen.

Doch, das ist nur etwas für den "Moment", in dem der Suchtdruck Dich peinigt. Dabei hast Du doch auch schon festgestellt, dass Du über "falsche Glaubenssätze" verfügst. Die wirst Du nur los, indem Du sie auf den Prüfstand bringst. Hier bringst Du schon die Antwort auf die Frage: Kannst Du als süchtiger Spieler gewinnen? - Nein, denn jeder Gewinn ist doch nur der Einsatz fürs nächste Spiel.

Wenn Du magst, komme gerne am Samstag ins Webmeeting. Dazu lese Dir den Thread durch, der oben bei Betätigen der Schaltfläche "Info" aufgerufen wird. Punkt 19 Uhr, Du hast Dir vorher schon den kostenlosen Zoom-Client installiert, klickst Du dann auf "Online".

Du kannst auch wieder die Beratungsstelle aufsuchen. Auch die einstige Beraterin weiß, dass wir uns tagtäglich verändern. Vielleicht warst Du damals nicht bereit ... vielleicht aber heute?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

#5
Hi Mave,
zunächst erstmal meinen Glückwunsch, dass du beim doch eher verkraftbaren Umfang deiner Verluste den Ausstieg willst. Ein anderes Hobby kann schließlich viel teurer und gefährlicher sein. Ich würde dich daher gern mal auf eine analytische Diskussion einladen.
Wie du schreibst, bist du den Sportwetten verfallen, weil Fußball dein Fachgebiet ist und du deshalb anfänglich erfolgreiche Wetten platzieren konntest. Was ist denn deiner Erkenntnis nach passiert, dass aus deiner durchaus begründeten Selbstsicherheit derartige Selbstüberschätzung wurde? Offensichtlich war es der Trieb bzw. das Tempo, das dich zu Spontanhandlungen verleitet hat. Wärst du, wie am Anfang, heute noch zu erfolgreichen Wetten imstande, wenn du dir dafür Zeit nimmst, um gründlich abzuwägen? Oder hat der Fußball währenddessen evtl. derart sein Ponzischema gewandelt, dass an deiner Logik nichts mehr stimmen kann?

Mir ist mit Fehlspekulationen an der Börse wesentlich größerer Schaden entstanden. Nicht weil ich mich geirrt habe, sondern weil ich nur einer von zu Vielen war, die genauso dachten wie ich und in Summe derart viel Geld ins System gepumpt haben, dass die Logik nicht aufgehen durfte. Es ist aber idiotisch, an sich selbst zu verzweifeln, wenn die Welt Gesetze macht, um Logik zu bekämpfen.
Ich habe dabei immerhin begriffen, das ich eben kein Spieler, sondern Spekulant bin. Das versöhnt mich nicht nur mehr mit mir selbst. Es erklärt auch, warum ich anfänglich und auch zwischendurch Erfolge hatte, aber eben nicht dauerhaft. Die zugrundeliegende Logik ist nicht lebensfähig. Das Geschäft mit der Hoffnung darf nicht aufgehen. Dazu werden im Extrem sogar Kriege geführt. Börse beruht nicht mehr auf den Grundsätzen, wie vor 20 Jahren. Dazu ist viel zu viel Geld im Umlauf. Und Fußball ist evtl. nur noch Showgeschäft, um Wetten zu platzieren, die keine Chance haben. Was meinst du?

Hallo Mave,

danke für Deinen ausführlichen Bericht, und Deine Offenheit. Was soll ich zum Thema Fußball und Sportwetten sagen? Ich war 17 Jahre alt, saß den Abend (unerlaubt) in der Spielhalle ab, und jemand meinte, ich sollte doch einmal ins Stadion gehen... Also ging ich ins Stadion, erst in die Stehplatzkurve, und dann irgendwann war ich im Fanblock angekommen!  Chronologisch waren das 12 Jahte intensives Bewußtsein für mich für eine Gruppenzugehörigkeit, für Ruhm und Ehre, für Stolz und Kampfkraft. also Attribute, die mir im Leben außerhalb des Stadions fehlten. Ganz entscheidend war ein Auswärtsspiel, an einem naßkalten grauen Novembertag 1972. Ein spannendes Spiel, zur Halbzeit stend es überraschend 2:2. In der 2. Halbzeit dann drehte die Heimmannschaft auf, und der Mittelstürmer derer schoß 5 Tore. Wir Fans zogen nach dem Schlußpfiff zum Manschaftsbus, unser Torwart saß mittig auf der Rückbank, und weinte. Wir standen draußen und sangen Fanlieder, es waren ja unsere Jungs, auch mit einem 2:7. Zwei Tage später tobte der Novembersturm über unsere Stadt, und riß die Bächer von den Häusern. Dasalles ist tief in meiner Seele integriert, und ich kann das nicht, niemals vergessen, und hier, bei schreiben spüre ich dem nach.
OK, wir hhaben uns nach den Spielen in die Kneipe gesetzt, ,über Spiel und Fußball gesprochen, aber bei Politik und Sex haben wir ferner gepasst. Dafür ging der Würfelbecher rum: Hamburger Pasch und Chicago verschärft immer um Bier und Schnapsrunden beschlossen unseren Tagesverlauf. Meinen letzten Vollrausch hatte ich vor über 40 Jahren, eben auf diese Art und Weise...

Gestern Abend habe ich mir das WM . Finale angesehen, und Heute bin ich froh, daß dieses Event vorbei ist. Ich möchte mir es ersparen Kommentare zu lesen, oder sebst in Versuchung zu kommen, das kommentieren zu wollen. Die Siegerehrung habe ich bewut ausgelassen, diese beiden korrupten Selbstdarsteller auf der großen Bühne, einfach nur ekelhaft!
Fußball ist für mich eine Lebenserfahrung geworden, aber es ist kein Spekulationsgeschäft. Meine Erlebnisse im Stadion, auf den Reisen sind ein gewichtiger Teil meiner Lebensgeschichte geworden, etwas was zu mir gehört.

Wenn ich mitbekomme, daß in Macao die C - Jugend von Salzgitter bestochen wird,, und hier in den Annalen des Forums über die 2. Liga Kasachstans mokiert wurde, dann bekomme ich eine Gänsehaut des Gruselns.
Am Freitag bin ich zu meiner Hausbank gegangen. Direkt daneben war mal "das kleine Casino" der Stadt, zuletzt ein Stortwettladen. Heute ist dort Leerstand, da habe ich freudig die Hand zur Faust erhoben. Morgen bin ich bei der Krankenqymnastik, direkt neben einen Sportwettladen, der einen Gorilla als Maskottchen hat. Ich meine, da steht auch ein "T" im Anbieterladen, aber genau schaue ich nicht dahin. Ich konzentriere mich lieber auf die Vorgabe der Krankenqymnastin.

In Alter Liebe

Andreas


au ha, nun hab ich einfach drauf los geschrieben
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Danke an die tollen Rückmeldungen, es ist so beruhigend zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.
Ja, der Stress hat mich insofern verändert, als dass ich schon bei kleinen Dingen im Alltag innerlich hochfahre und schon manches Handy an die Wand oder auf den Asphalt gefeuert habe. So kenne ich mich überhaupt nicht, und diese wesensverändernde Komponente der Spielsucht werde ich wohl nie umfänglich erfassen können.

Gestern war übrigens der erste Sonntag seit gefühlt einer Ewigkeit (mindestens aber 2 Jahren), an dem ich nicht gespielt habe. In mir kam kurz ein Gefühl von Stolz auf, dass mir dies gelang, aber ich möchte diesen Gedanken noch nicht so nah heranlassen aus Sorge darüber, dass daraus unbegründete Zuversicht wird und diese vielleicht schon morgen wieder in Selbtüberschätzung kippt. Viele von euch haben in verschiedenen Foren geschrieben, das jeder einzelne Tag zählt, und der Counter springt um 00:00 Uhr wieder zurück - auf ein Neues. Aber das berühmte Schwert schwebt ständig über einem; und wie soll man sich den Verlockungen erwehren, wenn man von morgens bis abends mit Werbung für Wettanbieter, Online-Casinos etc. beschallt wird? Insofern stimme ich Loser65 zu, dass das Geschäft mit Hoffnung nicht aufgehen darf. Denn so verkümmert diese auch sein mag, mit jeder gewonnenen Wette stellt sich wieder die Kontrollillusion ein, und schon sind die Schleusen wieder geöffnet.
So gerne würde ich diesen tollen Sport als das sehen, was er eigentlich ist (Andreas hat das so wunderbar beschrieben), aber das ist völlig weg, alle positiven Erinnerungen überschrieben durch Wetterfahrungen. Ich werde wohl nie wieder im Leben den Ball einfach nur rollen sehen.

Doch, doch ... keine Bange ... das wirst Du auch wieder können, so Du es denn willst.
Im Moment fehlt der Abstand zum Spiel und es wird auch noch eine Weile dauern, bis dieser Abstand in Fleisch und Blut übergegangen ist. Doch die Zeit wird kommen, in der Du ruhiger wirst, gelassener, versöhnlicher mit Dir selbst.
Und ja, es gibt viele Gefahren, die da auf uns lauern. Allerdings darf dadurch der Stolz auf etwas Erreichtes nicht geschmälert werden. Ganz bewusst versuchen wir daher in 24 h zu denken. Es ist ein kleines Ziel innerhalb dieser Frist abstinent zu bleiben. Doch abends, wenn ich den Tag im Bett Revue passieren lasse, darf ich auf die Zielerreichung ruhig stolz sein. Und das Tag für Tag ...
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Dann nehme ich mir das jetzt Tag für Tag vor :-)
Ich bin noch am Überlegen, wie ich das vor Familie und Freunden ansprechen kann, aber der Schritt kommt mir gerade sehr weit weg vor..

#10
Mave,
wie wäre es, wenn du das Thema Sucht und ihre Facetten erstmal allgemein ansprichst, um dann erst auf den Punkt zu kommen? Neurosen sind derart alltäglich, dass man sie bevorzugt als Macken verharmlost, obwohl sie meist bedenkliche Hintergründe haben, denen man sich besser nicht nähert. Was sagt es über deine Familie aus, wenn dort noch keiner deine Manie erkannt hat?!
Wenn du Kettenraucher anstatt Spieler wärst und ein Familienmitglied dadurch Krebs bekommt, würde ne Spielsucht als Zeitvertreib durchgehen. Aber das liebe Geld...

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