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Spielersperre, seitdem alles Langweilig

Begonnen von Andy, 16 August 2026, 17:00:45

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Hallo zusammen,

ich habe ca. 20 Jahre an Spielautomaten gespielt(Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch ein unzufriedenes Leben mit Depressionen und Kontaktproblemen)und habe mich seit ca 4 Jahren sperren lassen.
Diese Sperre hatte ich selbst veranlasst, nach einem heftigen Verlust an einem Tag, an dem ich auf 10 Euro pro Drehung in der Spielbank an einer Jackpotmaschine (Cashlink) gezockt habe. Seitdem hat sich meine Situation schon verbessert, da ich keine finanziellen Verluste mehr habe. Allerdings denke ich noch jeden Tag an die Automaten und erinnere mich an krasse Gewinne und träume sogar teilweise davon. Und diese extreme Dopamin Ausschüttung bei Gewinnen fehlt jetzt total und alles was ich mache ist langweilig und erfüllt mich nicht. Da ich fast keine Freunde(auser Bekannte in der Spielo damals) habe und der Job mich langweilt, fehlen mir halt die ganzen Highlights.


Hallo Andy,
dein Kommentar klingt irgendwie unvollendet, lässt aber auf Burnout schließen. Langeweile ist eigentlich der pure Luxus. Kann es sein, dass du sie dir permanent schlecht redest und dich damit selbst unter Druck setzt, irgendwas bewirken zu müssen, obwohl besser alles bleibt wie es ist?
Bist reichlich verwöhnt, oder?


Hi Andy!

Herzlich willkommen!

Nun, nach 4 Jahren sollte sich Dein Dopaminhaushalt wieder normalisiert haben. Es sei denn, Du schaust Dir Gambler-Videos an, verzockst Bonuspunkte oder dergleichen.
Sind die Depressionen denn mittlerweile abgeklungen? Wurden sie diagnostiziert und wurdest Du medikamentös eingestellt?

Was hast Du gegen die Kontaktprobleme gemacht? Bist Du einem Verein beigetreten, gehst hier und da mal raus? Oder hockst Du in der Bude und wartest, dass jemand an der Tür klingelt?

An die Automaten zu denken und von krassen Gewinnen zu träumen ist einerseits für einen Abstinenten normal, andererseits sind sie auch ein Indikator dafür, dass da etwas gerade nicht passt in Deinem Leben. Was machst Du, um die Gedanken abzuschütteln?

Nach vier Jahren schleicht sich auch langsam eine Art Nostalgie ein, die aber, wenn Du sie genauer betrachtest, so nie wirklich stattgefunden hat. Da gab es den großen Gewinn mit einem Tsunamie an Endorphinen. Doch was kam danach? Hast Du vielleicht alles wieder verspielt? Wenn nicht am gleichen Tag, dann vielleicht mehrere Tage später? Was gab es denn da an Emotionen in Dir? Wie lange hielten die vor? Gab es nicht auch finanzielle Engpässe, wenn Du Dir mal was gönnen wolltest außer Spielen? Hast Du vielleicht da schon spärliche Kontakte aufgegeben und Dich mehr und mehr isoliert?

Was ist es, was Dich wirklich quält?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Andy,


Langeweile ist der pure Streß, zermürbt den Kopf und schafft Bauchweh. Natürlich ist es nicht so selbstverständlich, sich wieder vom Automaten zu lösen, wenn er tief ins Leben integriert wurde!
Es gibt viele Möglichkeiten, z.B. mal im Sommer ein Rockkonzert anhören, live, mir hat das früher elementar geholfen. Einfach einmal die Monotomie der Autoaten in Bewegung umsetzten, das bringt alleine schon etwas.

schöne 24 Stunden

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Danke für die Antworten.

Langeweile ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort ,eher innere Leere.
Ich merke halt das mir die Automaten schon fehlen, da man zwischen den vielen Verlusten, halt diese extrem Highlights hatte. Ich war ja schon 3 Tage vorher aufgeregt wenn ich eine Spielbank betreten habe und die Automaten haben mich gefesselt und begeistert. Natürlich hat man nach einem großen Gewinn alles wieder verspielt. Aber der Moment wo der Gewinn einläuft, hat bei mir extreme positive Gefühle ausgelöst.
Ich schaue mir die Gambler Videos noch an, da sie sehr schöne Gefühle auslösen bei mir.
Die Depressionen sind etwas abgeklungen dank Medikamente und Ambulanter Therapie.
Ich habe schon andere Dinge gemacht in der Freizeit aber es kommt halt nichts anderes daran. Aber ich lebe schon isoliert, außer meiner Arbeit habe ich praktisch kaum Kontakte. In Verein zu gehen habe ich schon drüber nachgedacht.

Lg Andy

Hi Andy!

ZitatIch schaue mir die Gambler Videos noch an, da sie sehr schöne Gefühle auslösen bei mir.

Ja, sie sind aber auch der Grund, wieso sich Dein Belohnungssystem nicht wieder normalisiert!
Sie sind der Grund dafür, dass Du das Leben als trist empfindest.

Ach, es immer wieder herrlich ... ob bei Dir hier, bei mir, bei vielen anderen ... wenn es Dir einmal bewusst geworden ist, siehst Du es überall ... :)

ZitatNatürlich hat man nach einem großen Gewinn alles wieder verspielt. Aber der Moment wo der Gewinn einläuft, hat bei mir extreme positive Gefühle ausgelöst.

Dieser "man" muss ja ein echtes A-loch sein. Immer wenn es unangenehm wird, taucht dieser "man" auf. Doch wenn positive Emotionen/Gedanken/Handlungen erwähnt werden, dann tauchen die süßen kleinen Geschwisterchen auf mit Namen "Ich" oder "mir".

Lieber Andy! Die Sucht gehört zu Dir. Sie ist für immer und ewig ein Bestandteil von Dir. Das ist aber gar nicht schlimm, so lange Du spielfrei bleibst. Das bist Du derzeit leider nicht. Du hast Dich "arrangiert". All die negativen finanziellen Begleiterscheinungen sind weg ... all die Selbstzerfleischung nach dem verlustreichen Spiel ist weg .... Nur die Sucht ist noch da und Du erhälst sie wie einen Schrein.
Wie Du schon sagst, als Du damals wusstest, dass Du spielen konntest, durchströmten Dich schon die Endorphine und regten somit Dein Belohnungssystem an. Das Gleiche funktioniert auch, wenn Du Dir die Videos anschaust.

Stelle Dir ein einfaches Koordinatensystem im 1. Quadranten vor. Nach rechts vergeht Zeit, nach oben steigt die Endorphinausschüttung. Wenn wir eine normale "Belohnung" erhalten, dann gibt es einen Peak nach oben. Die Kurve flacht dann langsam wieder ab bis zum Normalzustand. Jetzt entdeckst Du das Glücksspiel, wo Du permanent diese Peaks künstlich erzeugen kannst. Also spielst Du. Du willst dieses Erlebnis wieder und wieder verspüren. Also steigerst Du den Zeiteinsatz und auch das Risiko. Doch was passiert mit der Endorphinausschüttung? Nun, die wird auch mehr. Allerdings kann der Körper mit dem Mehr gar nichts anfangen. Es verpufft. Dafür verspürst Du die Peaks weniger. Du stumpfst ab.
Jetzt gibt es zwei Dinge, die Du noch wissen solltest. Erstens: Wenn Du länger spielst, sinkt die Kurve nicht bis zum Normalzustand zurück, sondern darüber hinaus. Du fühlst Dich schlecht, bietest Depressionen einen Raum. Um da raus zu kommen, spielst Du weiter ... hier über die Videos.
Doch Punkt 2 bietet hier eine Lösung: Stelle all diese Aktivitäten ein! Dann wirst Du zunächst die "Leere", die Du jetzt verspürst, noch einmal verstärken. Allerdings normalisiert sich Dein Belohnungssystem und Du wirst auch wieder Freude an alltäglichen Dingen haben.

Wenn Du irgendwo in Deiner Nähe einen Park hast, einen Wald oder Weideflächen, dann gehe raus in die Natur und setze Dich auf eine Bank oder auf den Boden. Lausche der Natur und lasse sie auf Dich wirken. Verspüre den Wind in Deinen Haaren. Rieche, gerade nach einem Regen, die Reinheit der Luft.
Lasse das alles auf Dich wirken. Und wenn Du wieder zuhause bist, dann schreibe Dir die ganzen Eindrücke auf, damit Du sie nachlesen kannst. Im Laufe der Zeit wirst Du sicherlich eine Veränderung in der Wahrnehmung erkennen.

ZitatIn Verein zu gehen habe ich schon drüber nachgedacht.


"Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. "(Goethe)

"Der Garant für Erfolg ist Tun!"
Gute 24 h
Olaf


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Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Olli !

Vielen Dank für Deine liebe Antwort!

Ich war damals auch relativ naiv, ich dachte ich lasse mich sperren und danach ist alles gut.
Die finanzielle Situation hat sich auch schlagartig verbessert aber auch Jahre danach muß ich permanent daran denken. Die Spielhalle oder Spielbank war für mich immer ein Sehnsuchtsort aus Spannung, Action und starken Gefühlen. So "normale" Leute können die Faszination für die Automaten nicht verstehen. Die sagen einfach : Hör Auf, bringt doch nichts! Aber wenn ich diese Freispiele bekam (3 Scatter ) dann ging bei mir ein Feuerwerk im Kopf ab. Völlig verrückt, obwohl ich noch nichts gewonnen hatte. Aber es stimmst schon das man die Dosis immer erhöhen muss mit dem Einsatz. Erst spielte man mit 20 Cent pro Drehung und später mit 10 oder 15 Euro in der Spielbank (sogar 50 oder 100 Euro sind ja möglich). Bei mir war es auch so das die "kleinen" Einsätze in der Spielo bis 2 Euro pro Drehung mich nachher nicht mehr so begeistert haben. Daran habe ich auch immer ganz neue Spieler erkannt, die sich bei kleinen Gewinnen schon wahnsinnig gefreut haben.

Lg Andy   

Hi Andy!

Ich weiss, dass ich jetzt etwas Druck ausübe, indem ich ganz konkret frage - Du brauchst aber gar nicht antworten: Was genau erwartest Du nun von uns (Dich inbegriffen)?
Gute 24 h
Olaf


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