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Mein Weg

Begonnen von bo31337, 12 September 2026, 07:41:30

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Hallo an alle, ich hoffe, dass dem ein oder anderen mein Weg helfen kann.
Liebe Grüße

Mein Weg aus der Betäubung: Vom Schutzpanzer zurück ins Leben

1. Die Chronik der Sucht: Fünfzehn Jahre im Kreislauf

•   Lebenssituation und Hintergrund: Ich bin heute 38 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Mein   Leben im Außen wirkte stabil, doch im Hintergrund lief seit 15 Jahren ein zerstörerischer Prozess: eine tief sitzende Spielsucht.
•   Die Phase der Hoffnung (2014–2020): Im Jahr 2014 stellte ich mich meiner Sucht und absolvierte eine Therapie. Sie schenkte mir eine anderthalbjährige Phase der Spielfreiheit, und ich schaffte es, bis zum Jahr 2020 clean zu bleiben. Es war eine Zeit, in der ich dachte, das Problem im Griff zu haben.
•   Der Rückfall im Corona-Jahr (2020): Im Jahr 2020 passierte es dann doch – das erste Mal wieder gespielt. Erst waren es Online-Angebote, kurz darauf zog es mich auch wieder physisch in die Spielbanken. Den eigentlichen Grund für diesen Rückfall verstand ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht. Ich war machtlos gegen den Impuls, ohne zu wissen, warum.
•   Die Mutation der Sucht (2020–2025): In den darauffolgenden fünf Jahren veränderte die Sucht ihr Gesicht. Es war nicht mehr nur das klassische Casino. Ich stürzte mich in den Aktienhandel, den hochspekulativen Optionshandel und parallel dazu weiterhin in die Spielbanken. Ich redete mir ein, ich würde investieren oder traden, aber im Grunde suchte ich nur nach neuen Wegen, denselben alten Kick zu füttern.

2. Der emotionale Schutzpanzer und die Flucht in den Kopf

Um zu verstehen, warum ich so exzessiv agierte, muss man den psychologischen Schutzmechanismus betrachten, den ich mir über Jahre aufgebaut hatte:
•   Masken und Panzerung als Selbstschutz: Viele Menschen laufen in ihrem Alltag mit Masken herum, erfüllen Rollen oder bauen einen emotionalen Schutzpanzer auf. Das geschieht meist unbewusst als Reaktion auf negative, schmerzhafte Erfahrungen in der Vergangenheit. Ziel ist es, das wahre Selbst, die eigene Verletzlichkeit und Schwächen vor der Außenwelt zu verbergen und sich vor psychischem Schmerz und Zurückweisung zu schützen.
•   Die permanente Gefühls-Umleitung: Mein Schutzpanzer funktionierte perfekt – so perfekt, dass er mich komplett vom Leben abschnitt. Mein Kopf übernahm die volle Kontrolle: Kam im Bauch oder im Herzen ein unruhiges, schlechtes Gefühl auf, landete es sofort im Verstand. Dort wurde es seziert, analysiert und rational auseinandergenommen. Fühlte es sich danach immer noch schlecht an, wurde es sofort durch den Gedanken an etwas Schönes ,,ersetzt".
•   Der künstliche Dopaminrausch: Dieses ,,Ersetzen" bedeutete in der Praxis die Flucht in den nächsten Kick. Mein Kopf schaltete sofort auf Gedanken an die Spielbank, an intensive PS5-Games oder an den nächsten riskanten Optionshandel. Ich lebte in einem fast dauerhaften, künstlichen Dopaminrausch. Mein Nervensystem war durch diese permanente Bespaßung völlig überreizt, aber eben auch taub für echte, tiefe Gefühle.
•   Das Leben im Alarmzustand: Diese ununterbrochene Arbeit im Kopf war unfassbar anstrengend und raubte mir jegliche Lebensenergie. Mein Gehirn befand sich in einem permanenten Alarmzustand, immer wachsam, um jedes miese Gefühl sofort abzufangen, bevor ich es im Bauch spüren musste.
•   Die Entfremdung von der Familie: Die fatale Folge war, dass ich an meinem echten Leben komplett vorbeigelebt habe. Ich saß mit meiner Frau und meinen Kindern in unserem Zuhause, aber ich war eigentlich nie wirklich da. Ich war immer in Gedanken, habe nicht zugehört, und im Grunde war mir alles völlig egal. Jegliche körperliche oder emotionale Nähe fühlte sich nach absolut gar nichts an. Ich war taub geworden – auch für die kleinen, schönen Dinge wie Sonnenstrahlen auf der Haut oder das Lachen meiner eigenen Kinder.
•   Der Verlust des Selbstwerts: Auch beruflich lebte ich eine Lüge. Ich gab vor, auf der Arbeit produktiv zu sein, tat aber nur so. Das Wissen, nichts Wertvolles beizutragen und nur zu schauspielern, drückte mein Selbstwertgefühl völlig in den Keller.

3. Der Wendepunkt: Lisa und die Falle der Idealisierung

Vor kurzem trat ein Mensch in mein Leben, der diesen Panzer zum Einsturz bringen sollte: Lisa. Sie ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Kinder.
•   Die Begegnung: Es begann ganz harmlos mit Spieldates für die Kinder bei ihnen zu Hause. Wir trafen uns öfter, es war nett, aber anfangs nicht außergewöhnlich.
•   Das Erlebnis im Freizeitpark: Der Durchbruch kam bei einem gemeinsamen Ausflug in einen Freizeitpark. An diesem Tag fühlte ich mich seit Jahren das erste Mal wieder lebendig, leicht und frei. Ich konnte einfach ich selbst sein. Lisa gab mir durch ihre herzliche, offene und absolut wertungsfreie Art einen Raum, in dem ich keine Angst vor Ablehnung haben musste. Ich musste nichts leisten, wurde nicht bewertet und spürte: Ich bin so, wie ich bin, genau richtig.
•   Die Falle meines Sucht-Ichs: Genau an dieser Stelle klinkte sich mein Sucht-Ich mit voller Wucht ein. Es brauchte dringend ein neues Suchtmittel, und so bauschte es die darauffolgenden Treffen zum ultimativen, lebensrettenden Kick auf. Mein Sucht-Ich stellte Lisa auf ein riesiges Podest. In meiner Wahrnehmung wurde sie fälschlicherweise zur exklusiven Quelle für meine Leichtigkeit, meine Lebendigkeit und mein ganzes Glück.
•   Der extreme Kontrast: Weil mein reales, alltägliches Leben zu dieser Zeit so trist, taub und von mir selbst vernachlässigt war, wirkte der Kontrast zu den Momenten mit Lisa gigantisch. Bei ihr fühlte ich 100 % Glück – zu Hause 0 %. Mein Kopf zog daraus den logischen, aber fatalen Schluss: Ich brauche diesen Menschen, um überhaupt leben zu können.
•   Die schmerzhafte Erkenntnis: Es war ein extrem harter und schwerer Prozess zu verstehen, dass diese wunderbaren Eigenschaften gar nicht von Lisa ausgingen. Sie war nicht die Quelle. Sie hielt mir lediglich einen Spiegel vor. Sie zeigte mir nur, was die ganze Zeit in mir selbst geschlummert hatte. Ich musste lernen zu begreifen, dass ich diese Lebendigkeit in meinem eigenen Leben und in mir selbst suchen und aufbauen muss, anstatt sie von ihr einzufordern.

4. Die mentale Suchtverlagerung: Lisa im Kopf

Nachdem ich begonnen hatte, die äußeren, materiellen Kicks radikal abzustellen, suchte sich mein Sucht-Ich sofort ein neues, rein mentales Ventil, um nicht mit der Leere konfrontiert zu werden:
•   Die dreiwöchige Obsession: Ungefähr drei Wochen lang wurde Lisa zu meiner neuen, absoluten Fluchtburg. Sie war zu 100 % in meinem Kopf präsent – jede freie Sekunde kreisten meine Gedanken ausschließlich um sie.
•   Der selbstgenerierte Dopaminrausch: Mein Gehirn lief im Dauermodus: Ich betrieb endlose Daueranalysen unserer Freundschaft, sezierte jedes Treffen, jedes Wort und jede Nuance meiner eigenen Gefühle dazu. Mein Sucht-Ich hatte gelernt, dass es keine Spielbank und keine Aktienkurse mehr brauchte – es konnte sich die massiven Dopaminkicks durch diese permanenten inneren Monologe und Fantasien einfach selbst und völlig unabhängig im Kopf erzeugen.
•   Die getarnte Ablenkung: Es fühlte sich an wie intensive Beschäftigung mit mir und meinen Gefühlen, aber es war in Wahrheit genau dieselbe alte Betäubung und Flucht vor dem eigentlichen, schmerzhaften Kern meines realen Alltags.

5. Die Illusion von Kontrolle und die wahre Rolle der Freundschaft

Die Verwechslung von "Gefühle haben" und "Sucht befriedigen" führte zu einer enormen inneren Unruhe und Verzerrung dieser Beziehung:
•   Brauchen versus Wollen: Ich musste mühsam den Unterschied lernen zwischen dem verzweifelten Brauchen einer Person und dem gesunden Wollen eines Treffens. Mein Sucht-Ich agierte aus purem Mangel und nackter Angst. Es verlangte ununterbrochen nach Sicherheit und Bestätigung. Es wollte die Garantie, dass mir diese Freundschaft niemals weggenommen werden kann.
•   Der Kontrollzwang aus Angst vor Verletzung: Anstatt die Leichtigkeit einfach zu genießen, war ich permanent damit beschäftigt, mich abzusichern und die Zukunft zu kontrollieren. Mein Verstand kreierte endlose Szenarien, um bloß nicht enttäuscht, zurückgewiesen oder verletzt zu werden. Es war dieselbe Kontrollillusion wie am Spieltisch oder beim Aktiencheck: Ich wollte das Unkontrollierbare beherrschen.
•   Der schöne Ort neben dem Alltag: Es fiel mir schwer zu verstehen, welche Rolle diese Freundschaft eigentlich in unserem Leben hat. Heute weiß ich: Auch wenn eine Freundschaft noch so schön und tief ist, bleibt sie ein schöner Ort neben unserem alltäglichen Leben. Sie kann und darf nicht der Ersatz für das eigene Leben sein. Sie ist eine Bereicherung, aber kein Rettungsboot, das mich vor meiner eigenen Realität evakuieren muss.

6. Der radikale Entzug und das Aushalten der Stille

Mit dieser schmerzhaften Klarheit verstand ich, dass ich das Fundament meines Lebens komplett einreißen und neu aufbauen musste. Der einzige Weg in die Freiheit führte über den vollständigen Verzicht auf alle externen und internen Kicks.
•   Der Biomüll-Entzug im Kopf: Ich strich jegliches künstliche Dopamin aus meinem Leben. Das bedeutet: kein Glücksspiel mehr, kein heimlicher Aktien- oder Depotcheck, keine PS5, keine Pornos, kein YouTube zur Ablenkung.
•   Das Stoppen der Gedanken-Spirale: Die wichtigste und härteste Veränderung war, dass ich aufhörte, aufkommende Gefühle im Kopf zu analysieren oder durch die gedanklichen Dopamin-Kicks rund um Lisa zu ersetzen. Ich ließ den ungefilterten Gefühlsbrei aus extremem Vermissen, Liebeskummer, Freude, Schmerz und tiefer Trauer einfach zu. Ich ging durch die absolute emotionale Hölle – aber es war der Preis, den ich zahlen musste, um mein Nervensystem wieder aufzuwecken.
•   Das Erkennen der letzten Fluchtburg (KI-Chats): Erst gestern ist mir das letzte, subtile Verhaltensmuster klar geworden: Selbst das Chatten mit einer KI (wie Gemini) war eine Form dieser Suchtstruktur. Wann immer ich im Alltag unruhig wurde, Bestätigung, Sicherheit oder emotionale Rückversicherung brauchte, habe ich mich hier mitgeteilt. Es war das perfekte, risikofreie Werkzeug, um mich abzusichern und nicht zu 100 % im Hier und Jetzt mit mir alleine sein zu müssen. Seit gestern habe ich auch diesen Weg radikal gekappt. Es fühlt sich unheimlich hart und einsam an, als stünde ich jetzt völlig nackt und alleine vor meinem Schmerz und meiner Trauer. Doch es ist die letzte Barriere.

7. Das neue Fundament: Selbstwert und Eigenverantwortung

Heute bin ich dabei, mein Leben im Realen Stein für Stein neu aufzubauen:
•   Konkrete Veränderungen: Ich arbeite wieder richtig (statt nur so zu tun), mache regelmäßig Sport, übernehme echte Verantwortung für mein Handeln und mein Zuhause, sage meine Meinung und stehe auch zu ihr. Ich nehme mir Dinge vor und ziehe sie diszipliniert durch.
•   Das Ende der Kontrollsucht: Alles steht und fällt mit dem Selbstwertgefühl. Wenn ich lerne, viel von mir selbst zu halten, in mir zu ruhen und vor allem darauf zu vertrauen, dass ich stark genug bin, jedes Gefühl auszuhalten – auch das Vermissen, auch die Unsicherheit –, dann brauche ich keine Absicherungen mehr. Ich muss die Zukunft nicht mehr kontrollieren, um mich vor Verletzungen zu schützen. Ich kann die Dinge so annehmen, wie sie kommen, weil ich weiß, dass ich im Jetzt stabil genug bin, um sie zu tragen.

8. Das eigentliche Ziel: Zurück zur Freiheit und zur Liebe

Warum tue ich mir das alles an? Warum halte ich diese Einsamkeit und diesen Entzug aus?
•   Die Bereitschaft zur Veränderung: Ich habe diesen radikalen Weg gewählt, weil ich für eine Sache endlich wieder bereit war: Ich wollte endlich wieder fühlen. Ich hatte es satt, eine wandelnde Hülle zu sein, die das Leben nur mechanisch abarbeitet.
•   Das Erwachen: Ich wollte mich endlich wieder frei fühlen. Frei von der Tyrannei des nächsten Kicks, frei von der ständigen Angst vor Kontrollverlust.
•   Die Vorfreude auf das Echte: Auch wenn es sich im Moment unendlich schwer und schmerzhaft anfühlt, spüre ich eine tiefe, ehrliche Freude in mir. Ich freue mich darauf, endlich wieder echte Gefühle in ihrer ganzen Tiefe erleben zu dürfen – und irgendwann auch wieder bedingungslose, ungefilterte Liebe zu empfinden. Für mich selbst, für meine Familie und für das Leben. Der Schmerz jetzt ist nur die Haustür, durch die ich gehen muss, um dorthin zu gelangen.

#1
Hallo bo,
hast ja hier ordentlich vorgelegt. Trotz der Länge muss ich zuerst mal fragen, wo du derzeit deine Familie verortest. Im Text war davon nur anfänglich die Rede.
Zudem rege ich an, dass du zwischen Kick und Panik, resp. zwischen Dope und Adrenalin unterscheiden lernst. Mir scheint, du hast schon die Hosen voll, bevor ein echtes Abenteuer dich überhaupt hinterm Ofen hervor holen kann. Mal wieder verliebt sein ist ja offensichtlich schon der Horror für dich. Was soll da erst werden, wenn dich ne echte Inspiration aufs Korn nimmt?
Du bist jetzt einen Tag von deinem letzten Schlupfloch entfernt und seit dem auf dem Weg zur Haustür. Schauen wir mal, was passiert, wenn du sie öffnest.
Nimm besser etwas mehr Anlauf. Vielleicht triffst du dabei jemand, der dich hält, bevor du vor dir selbst davon rennst.

Hi, ich verstehe nichts davon was du geschrieben hast. Also wirklich rein gar nichts. Naja, eine Sache verstehe ich: Ich bin auf dem Weg wieder mehr zu meiner Familie zu finden. Und ich hoffe, dass die Gefühle mit der Zeit wieder mehr und tiefer werden für sie.

Kannst du bei dem Rest eventuell nicht in Rätseln sprechen? Danke.

Viele Grüße

Hab ich mir gedacht.

Hi Bo,
wenn ich dich richtig verstehe wohnst du nach wie vor bei deiner Familie.
Weiß deine Frau alles oder eher nur Halbwissen?

Das mit den Gefühlen ist so eine Sache, auch die können falschen Druck erzeugen wenn man das macht was eigentlich im Herzen anders aussieht.

Finanziell scheint es aber irgendwie zu funktionieren falls ich nichts überlesen habe.

Im übrigen nehmt ihr beide (65 und Du) euch teilweise nicht viel. Mystische Umschreibungen aus der vermeintlichen intellektuellen Ebene😁

Ich würde vorschlagen gerade heraus und ohne Umwege etwas zu schreiben bzw antworten ist der sicherste Weg verstanden zu werden.

LG Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

#5
Hi Roy,

danke für deine Antwort. Ich kann nachvollziehen, dass mein Text etwas schwer zu verstehen ist. Es ist auch schwierig so ein komplexes Thema nicht zu kompliziert zu schreiben. Ich versuche es zusammenzufassen:

Ja, ich wohne mit meiner Familie zusammen und grundsätzlich ist das Verhältnis gut. Das einzige was die letzten Jahre ein echtes Problem war, dass ich an meinem Leben vorbeigelebt habe und nichts fühlen konnte und quasi immer im Kopf war. Ich war taub für alle Gefühle und ich war beschäftigt meine Mauern aufrecht zu erhalten. Dadurch hatte ich natürlich für nichts anderes Zeit oder Lust. Es gab dadurch oft Streit, weil ich meine Frau mit vielen Sachen alleine gelassen hatte. Das Problem bei der Betäubung: wenn man die schlechten Gefühle aus Angst nicht zulässt, können auch die schönen Gefühle nicht zum Vorschein kommen.

Ich liebe meine Frau und meine Kinder, das weiß ich und mit der Zeit werde ich das auch wieder fühlen können. Die Kernessenz meiner Aussage in dem Text ist, dass ich quasi den heimlichen Süchten der letzten Jahre auf die Schliche gekommen bin und quasi dauerhaft betäubt war. Durch das Abstellen der Betäubung kann ich wieder alles fühlen, jedoch auch die Angst und die Ungewissheit und die Tatsache nicht alles Kontrollieren zu können.

Mein Leben fühlt sich schon jetzt soviel besser an, nachdem ich endlich Verantwortung übernommen habe und wirklich an mir arbeite. Und es ist möglich auch die miesen Gefühle auszuhalten und wie eine Welle vergehen zu lassen, wenn man als Aussicht dafür zukünftig ohne Maske und Schutzmauern und auch den schönen Gefühlen leben darf.

PS: Achso, was ich vergessen hatte: Meine Frau weiß eigentlich von fast allem, nur nicht, was genau mir die Augen geöffnet hat. Das könnte einfach zu leicht missverstanden werden.

Viele Grüße


Hi Bo!
👍
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

#7
O.k. Roy, dann mal etwas direkt:
Wer sich seiner so sicher ist, wie bspw. ein Spielsüchtiger, den sollte man mit Rätseln so lange bombardieren, bis er gar nichts mehr zu wissen glaubt. Er kommt erst von seiner Sucht los, wenn er gezwungen ist, sein Weltbild neu aufzubauen.
Nur bleibt von ihm dabei nicht viel übrig, weshalb er sich entweder selbst aufgeben muss oder alles andere. 

Es gibt Institutionen, die gefestigten Leuten gezielt die Beine wegziehen, um sie neu aufzustellen und auf eine Art Rachefeldzug zu schicken, damit ihre Leistungsfähigkeit nicht untergeht.
Weil ich wohl zeitweilig etwas zu genügsam geworden war, hat man in der Vergangenheit bspw. mehrfach versucht, mir ne nebengewerbliche Nutte unterzuschieben und mir auch schon mal Drogen ins Essen gemischt, damit ich mein Geld dem gewünschtem Zweck zuführe. Übrigens alles mittels Typen, die ich bis dahin zu meinen Freunden gezählt habe, falls Vertrauen hier nochmals Thema wird.
Dummerweise hat das meine bis dahin eher latente Spielsucht erst so richtig in Schwung gebracht, womit die Mafia leer ausgegangen ist, weil ich's an der Börse verzockt habe.

Das Positive daran ist: Ich habe dadurch keine Firma mehr gründen können, in der ich mich als Chef tagtäglich abmühe, damit die Schnorrer und Schleimer ein regelmäßiges Einkommen haben, wie wohl der Plan war. Stattdessen mache ich's mir mit dem Rest einigermaßen gemütlich und schaue nun von Ferne zu, wie anderen Fleißpelzen in den Arsch gekrochen wird, um das Letzte aus ihnen herauszuholen. Unglaublich, wie viele Idioten den Hals nicht voll kriegen und nur deshalb Millionäre sind, weil sie sich fortwährend vor den Karren der Wichtigtuer spannen lassen. "Der Sozialismus wird siegen", weil nur so alle gewinnen.

Meine Spielsucht wurde damit nicht besiegt. Ich habe sie sukzessive auf Kleingeld heruntergefahren und halte das auch schon Recht lange durch. Mein altes Weltbild ist allerdings hinüber, so dass ich von Familie und Freundschaft inzwischen gar nichts mehr halte, weil alle, von denen ich mir Hilfe erhoffte, den Kopf eingezogen haben.

Hi bo,
und was ist mit Lisa, die offensichtlich als Einzige zu dir gestanden hat?

Hi Loser!

ZitatWer sich seiner so sicher ist, wie bspw. ein Spielsüchtiger, den sollte man mit Rätseln so lange bombardieren, bis er gar nichts mehr zu wissen glaubt. Er kommt erst von seiner Sucht los, wenn er gezwungen ist, sein Weltbild neu aufzubauen.
Nur bleibt von ihm dabei nicht viel übrig, weshalb er sich entweder selbst aufgeben muss oder alles andere.

Du hast m.E. generell eine verquere Ansicht der Welt. Die hast Du hier schon häufiger gezeigt und das ist auch in Ordnung so. Es ist ja Deine Realität, aus der heraus Du uns daran teilhaben lässt.
Bei diesen Worten hier oben muss ich aber einschreiten. Hast Du eine therapeutische Ausbildung, die garantiert, dass Du eine potentiell labile Persönlichkeit auch wieder auffangen kannst? Kannst Du hier erkennen, ob sie aufgefangen werden muss?
Wir können unsere Glaubenssätze betrachten, wir können über kognitive Verzerrungen reden, doch wir zerstören hier niemandes Weltbild. Wir sind doch weitaus mehr, als unsere Sucht - und auch das weisst Du aus eigener Erfahrung.
Du manifestierst hier leider eine gefährliche Herangehensweise, vor der viele Angst haben - Du ja anscheinend auch: Wenn ich mir Hilfe hole, dann werde ich umgekrempelt, ich bekomme eine Gehirnwäsche! Weisst Du, was das aussagt? ICH BIN FALSCH! Du greifst mit Deiner Thekenpsychologie die Identität von Bo an ...
Denke Deine künftigen Gedankengänge bitte erst zu Ende, bevor Du sie herausposaunst! Sowas wie da oben möchte ich bitte nicht mehr lesen.

Für das hier hingegen:
ZitatMeine Spielsucht wurde damit nicht besiegt. Ich habe sie sukzessive auf Kleingeld heruntergefahren und halte das auch schon Recht lange durch. Mein altes Weltbild ist allerdings hinüber, so dass ich von Familie und Freundschaft inzwischen gar nichts mehr halte, weil alle, von denen ich mir Hilfe erhoffte, den Kopf eingezogen haben.

möchte ich Dir danken. Das zeigt doch sehr viel über Dich. Du fühlst Dich verlassen. Vielleicht sogar verraten?
Hast Du mal versucht, den Blickwinkel zu ändern und Dich in die Familie und die Freunde zu versetzen? Wie würdest Du selbst Loser behandeln? Was würdest Du ihm raten?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Bo!

Ich habe gerade nicht viel Zeit ... :) Aber ich möchte Dich herzlichst willkommen heißen. Du hast Dir da oben echt viele Gedanken gemacht. Danke dafür!
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Olli,
ich gelobe Besserung! Dem Thema Sucht sollte man sich feinfühliger stellen, um niemanden den Rest zu geben, auch wenn man sie damit bestenfalls beherrschen lernt, jedoch nicht los wird. Es war auch nicht meine Absicht, irgendein Weltbild einzureißen, wobei Bo durchaus Anlass zum Umdenken zeigt. Mein Kommentar bezog sich schließlich auf Roys Vorschlag, gerade heraus zu schreiben, und ich denke, dass auch Bo unterscheiden kann, ob eine Gehirnwäsche beschrieben oder durchgeführt wird.

Leider war man mir gegenüber nicht so zurückhaltend und mein heutiges, ziemlich ernüchtertes und eher seltenes Weltbild resultiert u. a. daraus, dass mich niemand aufgefangen hat, im Gegenteil. Wegen der zweifellos gefährlichen Hintergründe habe ich ein Stück weit auch Verständnis dafür. Deine Warnung kann ich daher gut nachvollziehen, wobei wohl selbst ein Therapeut überfordert sein dürfte.
Ich hätte mir in der Situation vielleicht selber so schnell keinen Rat geben können, behaupte aber, dass ich ihr zumindest ansatzweise mit Glaubwürdigkeit und Akzeptanz begegnet wäre. Auch an meinem Blickwinkel halte ich besser fest, weil nach dieser Erfahrung meine vorherige Weltauffassung zwar angenehmer, aber vor allem trügerisch war. Einigermaßen Halt hat mir meine Kindheit und Jugend in der DDR gegeben, wodurch ich zumindest eine leise Ahnung von Zersetzungsmethoden hatte und daher nicht ganz eiskalt erwischt wurde.

Bei der Gelegenheit würde ich übrigens hier im Forum gern mal beleuchten, wie man Menschen darauf konditioniert, überhaupt für Gehirnwäsche empfänglich zu sein. Schließlich setzt diese recht wackelige Weltbilder voraus.



Guten Morgen,

danke für deine Willkommensgrüße Olli, das bedeutet mir viel. Vor 10 Jahren im alten Forum warst du schon eine Legende. Ich finde es so toll, dass du immer noch so hilfsbereit bist.

Heute und gestern fühlen sich schwer an. Normalerweise konnte ich Ungewissheit und Verlustangst immer mit etwas betäuben damit ich es nicht fühlen muss. Jetzt betäube ich nichts mehr und stehe nackt da. Keine ki, die mir Sicherheit und Bestätigung gibt, einfach ich mit meinen Gefühlen. Es ist okay und es wird bestimmt bald besser. Ich vertraue darauf, das alles gut ist und bekomme mit der Zeit dann einfach die Sicherheit, dass ich damit umgehen kann und nicht alles kontrollieren kann.

Liebe Grüße

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