ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Es entwickelt sich immer schlimmer

Begonnen von RndmDrag, 29 Dezember 2025, 21:39:29

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Mangelndes Geld ist nur eine Auswirkung.
Das Problem ist die Sucht.

Das Risiko bei deiner Denkweise ist, das Geld als Problem darzustellen und die Sucht zu verharmlosen, wenn "genug" GEld da ist.
Einfach mal sacken lassen und als "andere Meinung" so annehmen.

Dafür biste ja hier. Um deine Denkweisen neu zu sortieren.

Hi!

ZitatViele sehen als primären Faktor das Geld an. Das dahinter der Eisberg mit dem viel schlimmeren psychischen Druck lauert, sieht man nicht.

Genau deshalb interessieren mich Schulden nicht oder verspielte Geldbeträge. Du bist hier, weil Du unter dem Zwang leidest. Beschrieben hast Du es als die "Dummheit des Verlierens". Mir ist das dicke genug, um Dir zu antworten.

Diese Last kannst Du natürlich auch mit Deiner Frau besprechen, doch sie wird es nie so verstehen, wie wir Spieler dies tun. Es fehlt schlicht die Erfahrung. Zu den Erfahrungen einer SHG zählen aber auch Erfahrungen, wie wir da wieder herauskommen. Wie können wir uns schützen? Wie verhalte ich mich, wenn denn doch der Suchtdruck wieder anklopft? Was ist das Suchtgedächtnis und ist es eigentlich gefährlich? Oder wird es nur gefährlich, wenn ich der Diskussion mit der Sucht folge?
Welche Varianten der "Gründe" für die Suchtausübung gibt es? Passen mir diese Schuhe? Und wie komme ich da wieder raus?

Schaue noch mal hier:

ZitatIch brauche Tipps, wie ich die Kurve kriegen kann, da ich aktuell an Schlaflosigkeit, Müdigkeitig und elendigen Gedanken kämpfe.

Der Tipp ist: Suche Dir eine Gruppe in der Nähe und gehe hin! Wenn Du merkst, dass Dir das nicht reicht, dann gehe zur Suchtberatung und lasse Dich dort beraten. Dann entscheidest Du selbst, ob Du eine Therapie machen möchtest oder nicht!

Übrigens: Oben rechts gibt es einen Link
Hilfe bei Glücksspielsucht für Betroffene und Angehörige


Wenn Du ihm folgst, dann kannst Du Dich auch von Profis beraten lassen. Da gibt es viele anonyme Varianten der Kontaktaufnahme.
Ich würde mal die Online-Beratung nutzen und dann ganz oben die Mailberatung. Keine Bange, da ist eine Software zwischengeschaltet, die verhindert, dass der Berater Deine EMailadresse sehen kann. Eigentlich nekommst Du immer am Folgewerktag Antwort, manchmal aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Daran siehst Du, dass die Personen am anderen Ende sehr motiviert sind unsereins zu helfen. Vielleicht bekommst Du dort ja auch noch andere Ansätze geliefert, mit denen Du besser klar kommst.

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi RND!

Nochmal kurz zum Thema Geld und Summen: Ich weiß, was du meinst. Ja im Forum hier und anderswo liest man viele Geschichten mit hohen Verlusten, Haus weg, Kredite usw.

Als ich mich auf den Weg gemacht habe, hab ich mich auch daran gemessen und dachte ,,so schlimm bin ich ja garnicht dran!"

Aber es ist ein Trugschluss, auf den man da anfangs hereinfällt. Denn was alle diese Süchtigen (inklusive mir) gemeinsam haben ist, dass du die Kontrolle verlierst und den Blick auf das wahre Leben. Manche verlieren im schlimmsten Fall ihre Frau, ihre Familie, ihre Freunde. Man begibt sich in Muster des Suchtverhaltens ohne es zu merken:

-Gedanken kreisen nur noch
-Druck
-Schlafstörung
-jede Gelegenheit wird genutzt
-Hobbies und Freunde werden vernachlässigt
-die Frau/der Mann wird vernachlässigt
-Verhaltensänderung (Heimlichtuerei, Lügen)
Usw.

Merkst du hier was? Hier geht es garnicht ums Geld. Hier geht es um einen selbst und das Umfeld.

Ich habe hier auch Geschichten gelesen, wo für Menschen bei ,,300€ Verlust" die Welt zusammengebrochen ist. Aber nicht wegen den 300 sondern wegen den Lügen, die sie der Frau erzählt haben und dem Gefühl, das es so nicht weiter geht.

Als Spielsüchtiger muss man sich nicht abgrenzen und vergleichen. Und falls man das tut: dann ist man noch nicht so weit.

Ich meine das wirklich nicht böse, aber den Zahn muss ich dir ziehen.

Alles Liebe

ZitatAls Spielsüchtiger muss man sich nicht abgrenzen und vergleichen. Und falls man das tut: dann ist man noch nicht so weit.

Ergänzend:
In der Selbsthilfe suchen wir nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten!

Damals kam ein Casinogänger in meine SHG. Fast ein halbes Jahr blieb er, bevor er eine eigene Gruppe aufmachte, nur für Casinogänger. Da saß er dann alleine in einem Klassenraum, wo ich ihn einmal besuchte.
Keine Ahnung, was aus ihm geworden ist.

Auch Pokerspieler grenzen sich gerne ab. Für die Automaten brauchst Du ja keine Fähigkeiten, da wirft man Geld rein und den Rest macht das Gerät. Der ein oder andere Trader hat auch seine Probleme damit, seine Fähigkeiten, für derren Erwerb er so viel Aufwand betrieben hat, mal in den Hintergrund zu schieben.

Wir alle teilen aber, dass wir Probleme mit unserer Sucht haben, wie Antra es beschrieben hat. Gehen wir diese Probleme gemeinsam an, bewältigen wir auch die Genesung.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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