ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Mann beichtet Spielsucht

Begonnen von Aurora, 19 Januar 2026, 09:04:29

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Hallo,
bevor ich auf das eigentliche Thema komme, erstmal zu unseren Finanzen.
Mein Mann war nie sonderlich gut mit Geld und hat nach Abzug aller Fixkosten und Lebenserhaltungskosten alles Geld ausgegeben und kaum bis gar nicht gespart. Im Gegensatz dazu war ich finanziell immer relativ gut aufgestellt. Durch gemeinsame Kinder haben wir dann beschlossen, dass ich unsere Finanzen manage. Er überweist mir jeden Monat sein Gehalt, ich überweise die Fixkosten zurück, die von seinem Konto abgehen und einen Free Money/ Taschengeld Betrag zu seiner freien Verfügung. Das hat für uns wunderbar funktioniert. Irgendwann habe ich ihm nach Absprache nicht mehr das ganze Taschengeld ausgezahlt, sondern einen Teil für ihn angespart. Das läuft alles so seit nicht ganz 2 Jahren und wir sind beide zufrieden damit.

Vor einigen Wochen wollte ich schon Mal sein Konto sehen, weil er mir nur unregelmäßig mitteilte, in es Erhöhungen der Fixkosten etc gab und ich das einfach abgleichen wollte. Da war er schon sehr komisch und ich durfte auf keinen Fall reinschauen. Naja ich habe seine patzige Antwort auf einen schlechten Tag geschoben und mir gedacht, dass es ihm vielleicht unangenehm ist, wenn ich weiß wie viel er für PC Spiele ausgibt (dabei war mir das ja egal, sein Taschengeld, seine Entscheidung). Nun ja, gestern wollte ich, dass er von unserem Gemeinschaftskonto guckt, ob er meine Iban sehen kann, da ich gerade nicht an mein Handy konnte. In dieser App hat er sein eigenes und unser gemeinsames Konto. Er hat zwar nachgeschaut, sich aber immer weggedreht, so dass ich gar nicht reinschauen konnte. Das erschien mir komisch, dass ich nicht genau seine einzelnen Ausgaben sehen soll ist ja eine Sache, aber warum kann ich ihm beim Banking (vom gemeinsamen Konto) nicht über die Schulter gucken?
Da musste er dann Klartext reden. Er beichtete, dass er beim online Glücksspiel 5000€ gewonnen hatte (ich wusste, dass er ab und an zockt, bisher halt maximal auf Konto Null) und dass das sein Untergang war. Direkt auszahlen klappte nicht und er hat alles verzockt. Dann Konto 1 ins Dispo und anschließend Konto 2.. zum Dispo ausgleichen für einen besseren Zinssatz einen Rahmenkredit und dann leider wieder ab ins Dispo. Ab der Beichte durfte ich seine Konten sehen. So ganz realisieren konnte ich es nicht, aber zu aller erst wollte ich die Zinssätze rausfinden, die können einem im schlimmsten Fall das Genick brechen. Also hingesetzt alle Schulden notiert und die Zinssätze dazu. Dann war die Überlegung ob wir den höchsten Dispo 2900€ zu 12% ausgleichen und das Konto schließen. Dafür hätten seine angesparten 730€ (war ja sein Geld) und ein Darlehen von mir Gereicht (von meinem Taschengeld, nicht Familiengeld). Dann kam aber meine Sorge mit der Spielsucht, will ich so etwas für meine Zukunft? Das Gespräch war erstmal unterbrochen, Kinder ins Bett bringen. Dabei habe ich mich belesen:
1. Süchtigen niemals Geld leihen.
2. Nur Konsequenzen androhen, die ich umsetzen kann.
3. Man kann die Sucht in den Griff bekommen.
4. Er muss es einsehen

Okay, wir haben dann am Abend lange geredet und gerechnet. Ich habe mein Angebot zum Geld leihen zurück gezogen und ihm meine Konsequenzen bei einem Rückfall genannt. Er hat es eingesehen, dass er süchtig ist und wir haben nach einer Selbsthilfe Gruppe geschaut. Außerdem soll er wenigstens einmal zu einer Beratung.
Seine Finanzen sollen noch mehr an mich gehen (seine Idee) ich bekomme kontenvollmachten und kann jederzeit daran. Außerdem hatte er schon einen Plan, dass 150€ Taschengeld in die Rückzahlung gehen und 20€ spare ich für ihn für Geschenke an und 30€ darf er frei ausgeben (die bekommt er bar). Die letzten paar Fixkosten von seinem Konto, wollen wir künftig bei mir abbuchen lassen.
Ich habe uns eine Excel-Datei mit seinen Schulden und den Zinsen erstellt und anhand derer ausrechnen lassen wie lange er abbezahlt. Bis zur Abzahlung darf sein Weihnachtsgeld da rein fließen und nicht in unser gemeinsames Budget. Geldgeschenke werden anteilig auch genutzt.
Am Ende ist es zwar Scheisse, aber da ich unser Geld schon vorher verwaltet habe, hatte er darauf glücklicherweise keinen Zugriff. An gemeinsame Konten hätte er nicht unbemerkt gehen können, da ich die Ausgaben dort wöchentlich checke und bei unbekannten Sachen nachfrage. Auch an meinem Bargeld hat er sich nie bedient (und das liegt relativ offen Rum). Es wäre mir zwar auch aufgefallen, aber nicht so schnell wie Online Geld.
Die Sucht selbst ist jetzt so richtig ein Jahr da. Ich bin guter Dinge, dass wir das in den Griff bekommen, weil sie ist da, aber nicht in der schlimmsten Form und er will dran arbeiten. Ich habe es in dem gesamten Jahr nicht bemerkt, keine Unterschiede in der Familiendynamik und geldtechnisch hat von meiner Sicht aus ja auch alles gestimmt.

Unsere Maßnahmen aktuell:
Finanzen übernehme ich noch mehr (macht mir gar nichts aus, ist eines meiner Hobbys)
Er geht in eine SHG und mind einmal zu einer Beratung
Aktuell bleibt die Sucht unter uns, bei einem Rückfall weihe ich jedoch meine Eltern ein (als Unterstützung für mich)
Ehrlichkeit und Transparenz.
Er hat Gamban installiert.

Der finanzielle Aspekt ist Scheisse, beeinträchtigt uns als Familie jedoch noch nicht. Am meisten Angst macht mir die Sucht, er ist (soweit ich es beurteilen kann) auf Stufe 2 von 3 und damit können wir arbeiten.

Keine Ahnung was ich mir hier direkt erhoffe, aber vielleicht möchte ja jemand ein paar positive Geschichten erzählen und was dabei geholfen hat.


LG Aurora

dein Text hat mich sehr berührt – und auch sehr nachdenklich gemacht.
Ich lese darin so viel Stärke, Verantwortung, Organisation, Liebe, Hoffnung und Kampfgeist.
Und genau deshalb möchte ich dir ehrlich antworten.

Ich habe 17 Jahre mit einem spielsüchtigen Mann gelebt.
Meine Geschichte steht hier im Forum – du kannst sie gern lesen, wenn du magst.
Aus dieser langen, schmerzhaften Erfahrung heraus kann ich leider keine ,,positiven Erfolgsgeschichten" erzählen.

Nicht, weil ich dir Hoffnung nehmen will.
Sondern weil ich weiß, wie verführerisch es ist, zu glauben:

,,Bei uns ist es noch nicht so schlimm.
Wir haben es im Griff.
Er will ja.
Ich manage das."

Genau so habe ich auch gedacht.

Und genau das hat es ihm sehr leicht gemacht, krank zu bleiben,
während ich gesund bleiben musste – für ihn, für die Kinder, für die Finanzen, für den Alltag, für alles.

Du trägst gerade fast die komplette Verantwortung:
Finanzen, Kontrolle, Planung, Struktur, Schuldenmanagement, emotionale Stabilität, Konsequenzen, Hoffnung, Motivation.
Er darf ,,krank sein" – du darfst stark sein.

Das wirkt auf den ersten Blick wie Partnerschaft.
In Wirklichkeit ist es eine klassische Co-Abhängigkeit, auch wenn sie sich sehr vernünftig und organisiert anfühlt.

Was ich in 17 Jahren gelernt habe:

Spielsucht lässt sich nicht ,,managen".

Kontrolle durch die Partnerin ersetzt keine echte Therapie.

Einsicht heute bedeutet nicht Stabilität morgen.

,,Er will daran arbeiten" heißt noch lange nicht, dass er es wirklich durchhält, wenn es schwer wird.

Je mehr wir Frauen regeln, desto weniger müssen die Männer Verantwortung tragen.

Und ja:
Die Männer machen es sich oft sehr einfach – nicht aus Bosheit,
sondern weil die Sucht genau das braucht:
jemanden, der auffängt, organisiert, rettet und glaubt.

Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Weg anders verläuft als meiner.
Aber ich möchte ehrlich sein:

Ich habe in all den Jahren keine stabile, langfristige ,,Wir haben es gemeinsam geschafft"-Geschichte erlebt,
in der die Partnerin nicht selbst innerlich kaputt gegangen ist.

Bitte achte mindestens genauso gut auf dich wie auf ihn.
Deine Grenzen, deine Kraft, deine Würde, deine Zukunft – sie sind genauso wichtig wie seine Genesung.

Und bitte:
Mach dein Leben nicht davon abhängig, ob er es schafft oder nicht.
Das habe ich getan – und dafür einen sehr hohen Preis bezahlt.

Alles Liebe
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

Liebe Ash,

danke für deine Antwort.
Als Grundlage für unsere Beziehung erwarte ich, dass er die Sucht angeht. Deshalb auch die SHG und mind ein Beratungsgespräch. Danach schauen wir weiter, welche Vorschläge bekommt er, welche Möglichkeiten gibt es, etc...
Das die Sucht aktuell unter uns bleibt, ist für mich okay. Diese eine Chance bekommt er. Bei einem Rückfall würde ich jedoch meine Eltern einweihen, weil diese eben auch mehr auf mich achten.
Ansonsten kann ich sagen, dass er Stand jetzt weiß, was er zu verlieren hat. Ich habe ihm gesagt, dass ich mein Leben nicht mit einem aktiven Spieler verbringen möchte.
Die Finanzen machen wir für ihn gemeinsam. Konten checken, Tilgung und Zinsen beobachten.
Wie es konkret weitergeht wird die Zeit zeigen.
Ich habe aktuell nicht das Gefühl, dass ich die Starke sein muss. Seine Sucht muss er in den Griff bekommen und klären. Ich bin gerne da für ihn, aber nicht als einzige Stelle.

Meine Hoffnung beruht sich aktuell darauf, dass er seine Sucht so "früh" gesehen hat und gewillt ist diese anzugehen.

Eine Trennung wäre hart, aber das Zusammenleben mit einem aktiven Spieler auch. Ich kann mein hart wählen und das werde ich und das weiß er.
Ich liebe ihn, aber mich liebe ich mehr.

#3
Hallo Aurora,

vielen Dank, dass du hier so offen deine Geschichte teilst. Ich finde es gut, dass ihr direkt allerlei Maßnahmen ergriffen habt. Ergänzend sollte dein Ehemann in Betracht ziehen eine Psychotherapie zu machen.

Es ist das Glück deines Mannes, dass du dich so akribisch um Finanzen kümmerst. Das hat deinen Mann in einem recht frühen Stadium seiner Sucht in eine Position gebracht, in der er sich dir gegenüber öffnen konnte / musste.

Nehmt auf jeden Fall Hilfe in Anspruch. Auch du kannst Beratungsgespräche wahrnehmen und das solltest du tun. Es ist wichtig, dass du die Komplexität einer Spielsucht verstehst. Ihr könnt auch gemeinsam zu Beratungsgesprächen gehen.

Zwei Anmerkungen von meiner Seite:

1. Es ist absolut verständlich, dass du die Finanzen noch mehr als ohnehin schon "an dich reißen" möchtest. Das ist für den Moment auch gut so. Dein Mann muss aber zwangsläufig lernen mit Geld umzugehen. Auf Dauer darf es nicht der Weg sein, dass er sein ganzes Geld abdrückt und ein Taschengeld erhält. Zum einen gerät er auf diese Weise dir gegenüber in ein Abhängigkeitsverhältnis und zum anderen ist es gesünder für eure Beziehung, wenn er eigenverantwortlich mit Geld umzugehen lernt. Es spricht aufgrund von seiner Spielsucht allerdings nichts gegen eine Kontovollmacht, Überweisungslimits, etc.

2. Ich finde, dass du deinem Mann durchaus finanziell unter die Arme greifen kannst, indem du ihm einen zinslosen Kredit gewährst, damit er die anderen Kredit ablösen kann. Definitiv noch nicht heute und auch nicht morgen. Aber sobald er gezeigt hat, dass er offen, transparent und ehrlich mit dir umgeht und mit ernsthaftem Einsatz an seiner Spielsucht arbeitet (regelmäßige Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe / Therapie).
Warum? Weil derart hohe Zinssätze einen aufreiben und belasten können. Weil dein Ehemann merkt, dass wenn er hart an sich arbeitet, du für ihn da bist und ihn auch finanziell unterstützt.
Lass dich dazu aber gerne nochmal beraten. Es gibt viele Leute, die davor warnen. Ich selbst habe (auch langfristig) sehr gute Erfahrungen mit diesem Weg gemacht.

Hi Aurora!

Erstmal ein großes Kompliment von mir, wie sortiert und selbstbewusst du das schreibst.

Toll, wie du die Finanzen im Blick hast und sofort Lösungen hast! Vor allem ist das gut für dich und die Kinder.

Zu deinem Mann: Ich war selbst spielsüchtig und kann dir nur raten, ihm nichts durchgehen zu lassen. Spielsüchtige machen solange weiter, wie es in ihrem Gehirn noch Hintertüren oder Ausreden gibt. Du beobachtest das schon sehr genau.

Bleib streng und konsequent und gerate nicht in die Rolle einer Co-Abhängigen! Ja, eine Sucht ist Scheiße aber es gibt auch Hilfe und die solltet IHR euch beide holen.

Ich greife mal vor, was Oli jetzt noch sagen würde: Begib auch du dich gerne mal in eine SHG oder komm Samstag in das Online Meeting. Das hilft dir sicher auch.

Und weil ich es in den letzten Tagen immer wieder gesagt habe, hier nochmal: Es geht nicht nur ums Geld, es geht um die Verhaltensänderungen, die so eine Sucht mit sich bringt.

Bleib hart, bleib bei deinen Forderungen, sein Zug

Hallo Brezel,

Danke für die Antwort
Lustigerweise hatte ich letztes Jahr auch schon gedacht, dass ich unsere gemeinsamen Finanzen auf unser Gemeinschaftskonto schiebe, einfach weil es ja auch sein Geld ist. Das Unterkonto ist sogar bereits eröffnet. Bisher hat mich die Faulheit davon abgehalten alles rüber zu schieben und eben auch die Aussage von meinem Mann, dass für ihn alles passt. Ich unterhalte mich regelmäßig mit meinem Vater über Finanzen (er managt alles in meinem Elternhaus) und er erinnert mich dann jedes Mal daran, dass es für meinen Mann aber auch passen muss. Nach diesen Gesprächen suche ich meist das Gespräch mit meinem Mann.
Auf lange Sicht möchte ich also auch alles auf gemeinsamen Konten haben, nur nach dem Vorfall jetzt vielleicht nicht in naher Zukunft. Ansonsten hat er natürlich genauso ein Mitspracherecht wie ich. Manchmal plane ich auch und bespreche dann mit ihm. Oder er sagt mir konkret was er sich für die Planung wünscht.

Das Taschengeld Prinzip wollen wir aber beibehalten. Das gilt auch unabhängig von der Sucht. Es gilt auch für mich. Der Hintergrund ist, wir haben einen Haushalt und zwei Kinder. Wenn einer in der Lohnarbeit zurück steckt, dann eher, weil mehr Care Arbeit übernommen wird. Unternehmungen als Familie oder auch zu zweit gehen immer aus unserem gemeinsamen Geld. Das Taschengeld dient dazu, dass man sich alleine auch mal "unnötigere" Sachen kaufen kann ohne alles zu besprechen oder gar zu rechtfertigen. Nach Abzug aller Fixkosten und Variablen bekommen wir beide also das gleiche Taschengeld und der Rest von unserem Geld fließt in gemeinsame Ersparnisse. Aber das soll langfristig eben auf den gemeinsamen Konten geschehen.

Hallo Anthrazit,

danke auch für deine Nachricht.

Ja an eine Beratung oder das Meeting hier oder an eine SHG habe ich für mich auch schon gedacht. Das werde ich auch noch angehen.

Ich bin sehr stolz auf meinen Mann, dass er mit mir ehrlich geredet hat. So hat er mir beispielsweise auch erklärt, dass er es selbst versucht hat in den Griff zu bekommen (auch schon mit Gamban) aber dort auf seinem Tablet ein Schlupfloch entdeckt hat. Nach einiger Zeit und einsehen, was er da tut hat er das Tablet zerstört. Außerdem habe ich gefragt, ob er auch mal an meinem PC gespielt hat (bis dato Passwort-frei). Auch das hat er gestanden und ich habe ihn jetzt einfach passwortgeschützt.
Aktuell Frage ich ihn morgens immer wie es ihm geht und ob verlangen da ist. Ich muss nämlich korrigieren, ich weiß es nicht seit gestern, sondern seit Freitag.

Eine Verhaltensänderung konnte ich bisher nicht bemerken. Mir ist ja das ganze Jahr auch nichts aufgefallen. Mal sehen wie es sich entwickelt.


Hi Aurora,

ich wollte auch nicht übergriffig sein. Ich kenne eure Beziehung und euch beide ja garnicht.

Du machst das schon sehr gut!

Hi Anthrazit,

Ich habe es nicht als Übergriffig wahrgenommen.
Aktuell sind wir nur noch in der guten Startphase, so dass ich noch gar nicht einschätzen kann, was da auf uns zu kommt
Liebe Grüße Aurora

Moin Aurora

ersteinmal herzlich willkommen hier im Forum.

Was du schreibst liest sich sehr abgeklärt. Das klingt alles toll, aber leider zeigt die Erfahrung, dass da meist noch mehr dahintersteckt.
Wir Spieler geben meist nur das allernötigste und offensichtliche zu. Den Rest versuchen wir weiterhin zu vertuschen.
Das kann bei deinem Spieler ganz anders sein und ich wünsche es euch natürlich.

Trotzdem möchte ich sagen, dass mir das im Moment alles zu "nüchtern" klingt, so als würde die Bombe erst noch platzen.

Lieben Gruß aus dem Norden
Fred


@all: Ich sollte einfach öfters mal die Klappe halten ... :)

Herzlich willkommen Aurora!

Bei all den vielen von Dir benannten Punkten möchte ich mir einen herauspicken und "meckern" ...
Du sagtest mehrfach, dass er mindestens einmal in eine Beratung gehen soll. Nein, es soll mindestestens ein Dutzend mal in eine Beratung gehen, oder es ganz sein lassen.

Wenn Du einer Sucht verfällst, dann machst Du das nicht mit Absicht. Es gibt da ein Defizit - oder viele - und es ist uns nicht bekannt. Wäre es so einfach, dann gäbe es auch keine Sucht. Die Suchtausübung übt eine Funktion aus. Sie verkettet sich mit stinknormalen Wahrnehmungen, verändert unser Denken.

Wenn er in eine Beratungsstelle geht, dann bekommt er sicherlich eine Menge an Informationen ab, die ich auch immer wieder den Mutigen, die ins Webmeeting kommen :) , vorbete. Doch das ist längst nicht alles. Berater und Klient bauen eine Beziehung auf. Und da einige Gespräche sehr tief gehen, bracht das nun mal seine Zeit. Einmal = Keinmal ... weil überhaupt keine gemeinsame Arbeit stattfinden kann.

Gerade aus Kliniken erzählt man mir immer wieder, dass die Menschen mehrere Wochen benötigen, um "anzukommen". Ähnlich ist es auch in der Beratung. Also geht er entweder hin und zieht das durch ... oder er lässt es sein ...


Ach, doch noch ein kleiner Punkt ... ein Geldmanagement ist dazu gedacht, den Bezug zum gesetzlichen Zahlungsmittel wieder neu oder sogar erstmalig (auch bei Herrschaften, die das Teenageralter weit hinter sich gelassen haben) zu erlernen. Du bist dabei der Lehrer, der ihn seine z.B. wöchentlichen Übungen machen lässt. Lasse ihn die Buchhaltung machen und besprecht dabei alles Nötige. Du kannst das alles ... er nicht (mehr) ...
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Fredhhh,

Ja das kann alles sein. Ich werde abwarten müssen. Mal sehen was die Zeit noch bringt.

Hallo Aurora,

ich bewege mich zwischen den anderen Antworten hin und her.
Ollis Ausführung zur Beratung und SHG ist definitiv richtig. Hier ist der wichtigste Punkt Vertrauen zu dem Gegenüber aufzubauen.

So es stimmt dass er ein Jahr in dem Strudel festhing stehen die Chancen, so er wirklich raus will, eigentlich meiner Meinung nach gut.
In dieser Zeit haben sich die Verknüpfungen noch nicht so eingebrannt wie nach zB meinen ca 20 Jahren. Der Verlust ist glücklicher Weise auch eher gering. Wenn Du Anfangs die komplette Kontrolle hast, bitte ohne ihn hier unterzubuttern, ist die Idee den Kredit abzulösen nicht verkehrt. Du machst das alles.
Das Geldmanagement sollte vielleicht auf ein Jahr begrenzt sein und hier solltest du immer komplette Einsicht haben, er jedoch nach einer gewissen Ruhezeit von dir wieder 'angelernt' werden. Das a und o ist dass er es will.
Vielleicht sollte er auch hier im Forum zumindest mitlesen. Hier gibt es so viele schlimme Geschichten, jedoch auch die mit Happyend.

LG Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hi Olli,

Danke für deine Antwort. Stimmt, du hast Recht, ihr habe dabei an den Namen Erst Beratung gedacht. Ich dachte sie besprechen dann mit ihm das weitere Vorgehen und nennen ihm langfristige Anlaufstellen. Sollte direkt so eine Beratung längerfristig sein, dann selbstverständlich auch für ihn.

Und danke für den Hinweis mit dem Geld, ich habe ihm direkt gesagt, dass wir das zusammen machen, damit er es lernt.

Hallo Roy,

vielen Dank auch für deine Anmerkungen. Vor diesem Jahr war er ein Gelegenheitsspieler, mal hier und dort, aber wenn die festgelegte Summe weg war, wurde eben Pause gemacht. Erst seit letztem Jahr ist es außer Kontrolle geraten.
Die Beratung soll natürlich so erfolgen wie sie gedacht ist. Bisher kann ich mir nichts darunter vorstellen und er darf das auch gerne selbst rausfinden. Er kann mir danach ja gerne berichten (er muss natürlich nicht inhaltlich alles erzählen, aber eben wie es weitergeht).
Kreditunterstützung habe ich nicht völlig verworfen, aber erst dürfen ein paar Taten seinerseits folgen.

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