ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Nigels Rückkehr

Begonnen von Nigel, 03 Februar 2026, 14:15:38

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Hallo zusammen,

ich melde mich nach einer längeren Zeit wieder. Ich hatte es geschafft über 2 Jahre spielfrei zu sein. War mega glücklich diese geschafft zu haben. Das Wetten hat mich nicht mehr interessiert und auch nicht gefehlt...

dann im August 2025 dachte ich, ach komm, du kannst doch jetzt bestimmt kontrolliert mit dem Wetten umgehen. Es ist ja schon einige Zeit vergangen. Privat hatte ich sehr viel Stress. Was soll ich sagen, jetzt sitze ich hier weil ich seid über einem halben Jahr wieder spiele. Habe wieder eine  Menge Geld verspielt. Gerade eben wieder 100 Euro. Ich versuche nun ab dem heutigen Tag spielfrei zu bleiben und mich hier regelmässig zu melden.

Ich habe immer nur Sportwetten gespielt, immer Live Wetten, fast immer auf das nächste Tor einer Mannschaft gesetzt. Dann einen Liveticker auf dem Rechner gehabt und die ganze Zeit auf das Ergebnis geschaut. Wenn denn das Tor auf der richtigen Seite gefallen ist, dann habe ich den ganzen Betrag wieder gesetzt, bis dann am Ende alles weg war und ich neu einzahlen musste. Ich weiß das es mir immer nur um diesesn Kick geht, wenn das richtige Ergebniss aufleuchtet. Das Geld ist einem süchtigen wie mich, im Prinzip egal. Deshalb kann er auch nicht aufhören zu spielen. Im Prinzip weiß ich auch das man am Ende immer verliert. Alleine wegen der Quoten die ja nichts mit den realen Qouten zu tun haben.

Es ist einfach Wahnsinn was man trotzdem macht und das Geld den Buchmachern in den Rachen wirft. Eine Wette zum Beispiel die ist folgende: Wer hat Anstoss?  in der Realitiät ist das eine Chanche von 50/50. Wenn du jetzt 100 Euro setzt und verlierst , ist das Geld natürlich weg. Gewinnst du die Wette bekommst du aber keine 100 Euro, sondern nur 85. Das ist dann die Buchmacherquote. Im normalen Leben würde kein Mensch so eine Wette eingehen. Aber die Sportwettensüchtigen, so wie ich, schon. Alles völlig verrückt.

Grüsse Nigel

#1
Hi Nigel!

Weißt Du, was mir beim Lesen aufgefallen ist? Deutlicher wurde es noch, als ich Deine alten Beiträge gelesen hatte.
Du benutzt heute permanent "man". In Deinen alten Beiträgen, als Du voller Stolz von Deinen Erfolgen berichtet hast, da fand ich kein "man", nur "ich".

Das Wörtchen "man" nutzen wir, um etwas Unangenehmes von uns weg zu schieben. "Bäh, der da ... mit dem will ich nichts zu tun haben ..." Doch Du sprichst über Dich ... über das, was Du getan hast, gedacht und gefühlt. Alles davon ist real und ist ein Teil von dem, was Dich ausmacht.

Du hattest also einen Rückfall ... und nun? Was folgert daraus? Welche Konsequenzen ziehst Du aus dem Ganzen?
Willst Du wieder stolz auf Dich sein? Willst Du weitermachen?

Ich habe mich hier früher ausgelassen über die Entscheidungen, die wir treffen, um abstinent zu bleiben. Da gäbe es einmal die großen Säulen und dann auch wieder die Kleinen. Die Kleinen nenne ich auch die Alltäglichen. Erst wenn beide ausgewogen sind, dann reicht es, um abstinent zu leben.

So gehört: "Es reicht mir, nur für heute spielfrei zu bleiben!" zu den alltäglichen Entscheidungen. Stolz auf sich sein zu dürfen ist da schon wieder gewichtiger, kann aber auch trotzdem eine der alltäglichen Entscheidungen sein.

Du warst stolz auf Dich. Aus meiner Leserwarte hast Du mit Deinem Herzblut andere motiviert ebenfalls spielfrei zu werden.
Sei doch wieder stolz auf Dich ...

Stress kann ein Auslöser sein, doch im Grunde ist es auch nur eine Ausrede von Vielen.  Schon alleine der Gedanke, dass Du wieder kontrolliert spielen könntest, zeigt, dass Du nicht achtsam mit Dir warst. Das war die Sucht, die da in Dir gesprochen hatte und Du hattest es nicht erkannt oder erkennen wollen. Doch wieso warst Du nicht vorbereitet? Wieso hast Du Dir in all der Zeit nicht etwas Unterstützung organisiert? Weil es ja auch so geklappt hatte?

Ich warne immer davor "nichts" zu tun. Geht in eine SHG, besucht eine Beratungsstelle! Gerade die spielfrei Zeit kann da wunderbar genutzt werden. Du weisst auch, dass wir die Samstagsgruppe haben. Komme einfach vorbei und schaue es Dir an. Was hast Du zu verlieren? Ob Du oder ich ... egal wer ... wir brauchen andere Sichtweisen, um zu schauen, wo wir selbst gerade stehen. DAS bringt uns weiter. Wenn wir etwas alleine mit uns ausmachen, werden wir doch immer das tun, was wir schon immer getan haben.

Das Schreiben hier im Forum ist gut, es reicht m.E. aber nicht aus, um dauerhaft spielfrei zu bleiben. Also werde aktiv! Nicht für mich oder sonstwen ... ganz alleine nur für Dich! Du hast Dir bewiesen, dass Du sehr wohl spielfrei sein kannst. Nun arbeite daran, dass die nächste Spielfreiheit dauerhaft ist! Immer nur einen Tag zur Zeit!

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Guten Morgen Olli,

Vielen lieben Dank für deine schnelle ausführliche und ehrliche Antwort.

Ja, ich war stolz auf mich, insgesamt fast 3 Jahre spielfrei waren es fast. Damals als ich vor meinem Rechner saß und mal wieder das ganze Geld verspielt hatte, da wurde ich aktiv. Ich installierte erstmal Gmban auf meinem Handy und auf meinen PC. Das war erstmal wunderbar, selbst wenn ich diverse Seiten aufrufen wollte, ging dies nicht. Diese erzwungene spielfreie Zeit nutzte ich, um meine Sucht besser verstehn zu könne. Warum ich nicht aufhören kann, was da in meinem Kopf los ist, warum ich eigentlich spiele. Ich war in dieser Zeit viel in der Natur unterwegs und dachte nach. Ich kam mit der Zeit zu folgenden Schlüssen, die mir eine fast 3 jährige spielfreie Zeit ermöglichten und die Wetterei vergessen lies. Selbst wenn ich in der Zeit an Sportwetten gedacht hatte reizte mich das nicht. Im Gegenteil, ich dachte daran wiviel Leid diese Sucht mir gebracht hatte.

Ich wusste in der Zeit, daß es mir beim Wetten nicht um das Geld ging. Nur um den Kick, den Adrenalinrausch nach einer gewonnen Wette. Ich wollte nach einer gewonnen Wette gar nicht aufhören zu wetten, sondern hatte schon die nächste im Kopf.
Ich spielte in meinem Kopf Wetten durch mit 100 Euro Einsatz. Was würde passieren wenn ich verliere? Dann würde ich versuchen das verlorene Geld wieder reinzuholen! Was würde passieren wenn ich gewinne? Dann würde ich alles in die nächste Wette stecken! Aber nicht um zu gewinnen sondern meine Sucht zu befriedigen. Mir den "Kick" zu holen.
Auch in diesem Punkt wurde mir klar, egal was ich mache. Es wird letztendlich immer mit dem Totalverlust meinese Geldes Enden.

Den wichtigsten Punkt aber wurde mir klar, das ich krank war: Ich war ein Junkie auf Sportwetten. Ich hatte erkannt das Wettsucht eine Krankheit ist die nie geheilt werden kann , aber mann kann mit ihr leben, wenn man sich an Regeln hält (nicht zu wetten).
Genauso ist es bei einem Allergiker der nicht geheitl werden kann, er muss dann aber ein Leben lang auf die auslösenden Stoffe verzichten,bzw. sich fernhalten. Dies wurde mir bewusst und ich wusste das, wenn ich je wieder wette ich sofort wieder in dem Teufelskreis der Wettsucht wieder drinnen bin, mit all dem Leid.
Ich las jeden Tag hier paralell im Forum, was mir viel Kraft gab und ich sah, du bist nicht der einzige mit diesen Problemen auf der Welt.
Ich versuchte mir jeden Tag zu sagen (diesen Tip habe ich aus dem Forum): Heute nehme ich mir vor nicht zu spielen !!!!!!

Wie gesagt das ganze funktionierte wunderbar, fast 3 Jahre ich war glücklich vermisste nichts. Doch dann kam der Tag, als es privat turbulent wurde. Ich sagte mir. " Ach komm du bist jetzt so lange spielfrei gewesen, das kannst du doch jetzt kontrollieren. Mit 50 Euro Einsatz. Das war vor 4 Monaten. Bis gestern Mittag verspielte ich so wieder eine Menge Geld. Was war passiert??

Ich hatte den obersten Grundastz vergessen!!! Ich bin Krank!! Ich bin Spielsüchtig!! Ein Leben lang!! Ich kann nicht kontrolliert spielen!!! Nie mehr im Leben!!!!     das ist der Punkt warum ich unachtsam geworden bin (Was du Olli auch michgefragt hast).

Ich hatte als Grund Stress im Alltag angegeben, warum ich wieder rückfällig geworden bin. Natürlich hast du Recht Olli!  Das ist nicht der wahre Grund ! Der wahre Grund war das ich unachtsam war und nicht gemerkt habe, daß meine Sucht wieder an meine Tür klopft. Ich Idiot habe sie reingelassen........ 
Seit gestern habe ich sie erstmal wieder vor die Tür gesetzt und ich werde jeden Tag aufs neue versuchen sie nicht mehr reinzulassen.

Ich werde mich hier regelmässig melden und wünsche allen hier im Forum einen spielfreien Tag.


@Olli und andere Moderatoren:   Ihr macht einen tollen Job. Danke das es euch gibt


Nigel

Ein wichtiger Punkt den ich in meinem vorherigen Beitrag vergessen hatte zu erwähnen:

Mir wurde bewusst das viele Sportwettensüchtige, gar nicht wissen das sie süchtig sind, oder es sich nicht eingestehen. Mir wurde das bewusst, als ich mein Spielverhalten mit dem einen nicht süchtigen Spieler verglich.

Die Spieler die ein unkritisches Spielverhalten haben die setzen einen Betrag auf eine Wette. Verlieren sie die Wette, hören sie mit dem Gefühl auf " Schade, aber hat ja trotzdem Spass gemacht" und wetten dann erstmal eine unbestimmte Zeit gar nicht mehr. Wenn sie die Wette gewinnen machen, nehmen sie den Gewinn mit, legen aber auch eine Spielpause ein.


Als ich erkannte das ich dieses Verhalten nie kopieren könnte, wurde mir bewusst das ich der Sucht verfallen war



Nigel


Hi Migel!

Nehmen wir einmal an, Du stürzt und brichst Dir ein Bein. Das Ganze ist durch iegendeine Blödheit passiert, über die Du am Liebsten gar nicht sprechen möchtest.
Das Bein tut natürlich weh. Du trittst immer wieder auf und der Schmerz holt Dich erneut und erneut auf den Boden der Tatsachen zurück. Irgendwann fällt der Groschen: Ich habe ein gebrochenes Bein! Du besorgst Dir Krücken und entlastest so das Bein. Dummerweise ist es nicht geschient und die Knochen wurden auch nicht wieder in ihre alte Positionen gebracht. Von Heilung kann also keine Rede sein! Du selbst aber sagst Dir, dass eine solche Heilung nach 6 Wochen die Regel ist. Du wartest fast drei Jahre, um auf Nummer sicher zu gehen und dann denkst Du Dir: Jetzt laufe ich einen Marathon! Der erste Schritt bereits holt Dich wieder von den Beinen. Du denkst bei Dir: Wie dumm muss ich sein, das Bein wieder zu belasten!

Das ist eine große Geschichte mit viel Inhalt. Es gibt da aber ein Indiz, welches Dich davon abhält das "Richtige" zu tun! Was das wohl sein kann? Richtig ... zum Orthopäden zu gehen! Der weiss nämlich wie man Knochen richtet und schient, sodass sie heilen können. Er kann auch Medikamente verschreiben, wenn die Heilung zu dolle schmerzt. Er kann Dir auch zeigen, wie Du die Krücken handhabst ... beide ... einzeln ... Er weiss So Dinge wie das Hochlegen des Beines, damit sich durch die mangelnde Bewegung der Beinmuskulatur kein Blut im Bein ansammelt. Der weiss verdammt viel, von dem DU KEINE AHNUNG HAST! :)

Du meinst also nun, dass Du eingesehen hast, dass die Glücksspielsucht eine Krankheit ist? Wieso gehst Du dann nicht zum Arzt? (Beratungsstelle, Therapeut, SHG, auch online ...) Die Krankheitseinsicht beinhaltet auch die Akzeptanz: Da ist etwas stärker in mir, was ich nicht beherrschen kann!
Nein, nein ... die Logik sagt Dir, dass Du süchtig bist ... aber im Herzen, im Gefühl, da ist es noch nicht angekommen. Im Gefühl dominiert die Scham und auch die Sucht!

Die Scham hat die Natur erfunden, um 1. uns selbst an die Regeln der sozialen Gruppe zu halten und 2. die Gruppe wissen zu lassen, dass Dir bewusst ist, dass Du gegen die Regeln der sozialen Gruppe verstoßen hast. Das führt dann eher dazu, dass Dir vergeben wird.

Deine Scham dient Dir aber als Blocker eben nicht zu zeigen, was in Dir vorgeht. Sie blockiert Dich Hilfe auch wirklich anzunehmen. Ich schreibe hier nicht, um mit Dir tiefgründige Gespräche zu führen (was wir trotzdem machen können :) ), ich schreibe, um Dich zu motivieren Deine Scham zu überwinden und Dir endlich Hilfe zu GÖNNEN!

Es gibt viele Gründe, die für Unterstützung von außen sprechen. Die Meisten werden erst wach bei dem Gefühl der Verzweiflung. Viel wichtiger und weitaus eher zu erreichen ist die eigene Vergebung, Du durftest spielen/wetten! Hat Dir das denn niemand beigebracht? Ja, es gibt Menschen, die Glücksspiel betreiben können ohne süchtig zu werden. Du hast Dir aber eben nicht vorgenommen süchtig zu werden. Es ist passiert! Im Nachgang betrachtet hast Du nicht auf Dich geachtet, weil Du es wahrscheinlich auch nie gelernt hast. Das ist eine Konstellation, bei denen wir oft von "Fehler machen" sprechen.
Darfst Du Fehler machen? Sie am eigenen Leibe verspüren? Darfst Du Einsicht zeigen? Darfst Du diese Erfahrung nutzen, um sie zukünftig nicht mehr zu machen, diese "Fehler"? Darfst Du aus ihnen lernen? Ich liebe Suggestivfragen ... ;)

Ich weiß, wie sich Deine Scham anfühlt. Und ja, es hat lange gedauert, bis ich sie selbst überwunden habe. Das ging auch nicht mit einem Schlag, es ging Schritt für Schritt.
Ich war damals in einer SHG. Dann tingelte ich durch Foren, Ich bekam eine Einladung zur Jahrestagung des FAGS. Dort lernte ich Workshops kennen, die mich motivierten Seminare und weitere Workschops aufzusuchen. Zum Schluss haderte ich mit mir, ob ich die Gruppenleiterschulung für mich machen sollte oder nicht. Ich befragte Hartmut, unseren Selbsthilfereferenten, der das Ganze später auch leitete. Ich ließ mich überzeugen und machte mit.















Ich möchte diese Erfahrung nicht mehr missen!

Und so wünsche ich mir, dass Du Deinen Hintern bewegst. Taste Dich genauso heran. Komme z.B. in die Samstagsgruppe. Oben rechts gibt es einen Link zu Hilfsangeboten. Auch dort kannst Du Angebote finden, bei denen Du vollkommen anonym bleibst. Wie wäre es mit einem Telefonat? Einem Mailverkehr? Einem Chataustausch? Schaue Dich einfach mal dort um.

Glaube mir bitte, Deine Scham wird verschwinden ,,, Du musst Dich ihr nur stellen ...
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Olli,

Puh, danke für deine ausführliche Antwort. Wenn ich tief in mich gehe und über deine Worte nachdenken, weiß ich das du Recht hast. Ich weiß das ich krank bin, denke aber das ich alles weiß über diese Krankheit und kein Arzt mir mehr sagen könnte als ich selber schon weiß.

Und genau hier liege ich falsch, es ist einfach die Scham die ich überwinden muß. Genau wie du sagst. Danke für deine Worte


Nigel

Halo Nigel,

die Scham einfach überwinden? Wir Spieler sind oft komplizierte Gestalten, und  wir betrachten unser Leben entspechend als Komplikationen,, die wir im gleichen System - einfach - neutralilsieren wollen!
Manchmal funktioniert das einfach nicht, warum, weil wir uns ja turnusmäßig auf Komplikation gebürstet sind.
Also, wenn nur die Glücksspielindustrie sich transparent, und kundenorientiert zugewandt verhalten würde, dann wäre doch das Glücksspiel, hier die Sportwetten ein passables Hobby.
Tut die Branche aber nicht, In der Stadt, in der Kopfschmerztabletten hergestellt werden, ist ein Fußballstadion, und darin bietet die Marktführerin der Sportwettbranche ihre Dienste in der Bandenwerbung an. Das ist doch Paradox, wenn man sich die Auswirkungen anschaut.
Bei mir schlägt so manches , ich meine hier meine ureigenen Überforderungen, auf den Darm. Ich habe für die Zwecke einen Gastroentrologen gefunden, der mir streng, aber mit klaren Worten eine fachgerechte Anwendung von Verhaltensmustern unter Anwendung von Medizin gibt, und nicht die Lebensmittelindustrie anklagt. Durch diese einfach - klare Therapie bin ich in einen Zyklus gekommen, der mir Ruhe und Frieden und Wohlergen bringt.

Ich kann weder das eine, nocht das andere lediglich mit meinem Verstand lösen, sondern ich brauche Menschen, die ihre Kompetenz leben, und diese mir auch weiter vermitteln, gerade wenn ich mal überheblich werden sollte, und der Menung bin, alles im Griff zu haben.
Die Genesung von der Spielsucht hat ihren Plan, ihre Zeit und ihren Raum, und wir haben die Chaance, dieses einfach zu nutzen.

schöne 24 Stunden

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Hallo zusammen,

Natürlich ist mir auch bewusst das eine Sucht und ein Rückfall immer ein Auslöser hat. Keiner wird von irgendetwas abhängig, wenn im Leben alles stimmt.
Und das das man danach schauen muss was der Auslöser war.

Bei mir waren es 2 Gründe für meinen Rückfall. Zum ersten hatte ich verdrängt wie viel Leid mir das Wetten gebracht hatte und ich wieder kontrolliert spielen könnte. Das ist mir bewusst geworden das dies nie mehr so ist.......
Den 2 .noch viel wichtigeren Grund gab mir ein Mitleser in diesem Forum.
Ich hatte in der Zeit , wo die Sucht wieder anklopfte, mich ständig für andere aufgeopfert. Habe viele Dinge gemacht , die ich eigentlich gar nicht machen wollte. Mir viel zu viele Gedanken über diese Leute gemacht. Wie es ihnen geht usw. Aber bloß diese nicht zu verletzen, wenn man mal nicht so möchte wie diese es verlangen. Ich habe nach allem geschaut, nur nicht nach mir...... deshalb ging es mir mental sehr schlecht und ich habe einen Ausgleich gesucht, wo ich glücklich bin..... das war das Wetten.....
Diesen Punkt habe ich gelernt, das ich mich ändern muss. Ich muss mehr auf meine Bedürfnisse achten.
Es wird ein langer Weg sich zu ändern, anderen auch mal die Grenzen aufzuzeigen.

Ich weiß das ich in meinem Verhalten keine Vollbremsung machen kann und das Lenkrad komplett rumreisen.
Ich bin der Kapitän eines Schiffes(mein Leben) an dem ich vom heutigen Tag das Ruder drehe, damit das Schiff langsam aber stetig auf den richtigen Kurs kommt.

Euch allen einen wunderschönen Spielereien Tag!!!




#8
Hi Nigel!

Wie in jedem Beitrag weichst Du wieder aus.  :)

Was heißt das denn genau? Dieses "auf sich achten"? Geht es dabei nur darum, einer Überforderung zu entgehen? Ist das so einfach? Dann stelle alles ein und mache nur noch "Dein Ding". Glaubst Du, dass das reichen wird? Einfach so "nix" mehr tun?

Die Glücksspielsucht wird auch als Störung der Emotionsregulation beschrieben. Welche Situationen kann es wohl noch geben, bei denen Du nicht weisst, wie Du mit Deinen Emotionen umgehen sollst? Eine Menge, nicht wahr?

Wie ich immer sage: Was Hänschen nicht gelernt hat, das kann Hans sehr wohl noch lernen!

Wenn Du das aber nicht selbst aktiv angehst, dann wirst Du wohl einer derjenigen sein, die erst noch ein paar Runden im Ring gegen sich selbst antreten müssen. Denen ist egal, wir oft sie zu Boden geschlagen werden. Ihnen ist egal, dass sie gegen ihren Gegner keine Chance haben. Lese hier mal die Berichte der Spieler durch. Da wirst Du jede Menge Beiträge finden, in denen Du Dich widerfinden kannst.

Weißt Du, was mich da wundert? Einerseits wird das schnelle Glück im Spiel gesucht. Andererseits zeigen wir Spieler Ausdauer in dem, was uns doch eigentlich zerstört.

Teste einfach mal die Angebote, die ich Dir beschrieben habe. Ich verspreche Dir ... das tut nicht weh ... Es ist aber teuer, es kostet eine Menge ... die Währung ist die Überwindung!

Zum Schluss muss ich noch mal auf das Leid eingehen, von dem Du da sprichst. Dieses Leid ist relativ! Es hängt immer von den Umständen ab ... So lange Du "den Vorteil" im Wetten siehst, wanken auch weiterhin Deine Entscheidungen, ob ja oder nein zum Glücksspiel, wie ein Fähnchen im Winde. Das Leid ist zweitrangig. Es betrifft ja "nur" Dich und Du hast Dich schon daran gewöhnt.

Im Moment bist Du daher alles andere als der Kapitän auf Deinem Boot, Smutje ...:)

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Nigel,

nach dem Lesen Deines Beitrags kommen erher wenig Fragen auf, aber mehr denn Fantasien, die ich einbringen möchte: so gehöre ich zu den Probanten, die die heinmliche Sehnsucht haben, verlieren zu wollen, also als Cooler durch die Weltgeschichte zu schlappen. Hinter dieser traurigen Gestalt seht natürlich ein Schicksal, bei mir sind es Disharmonien in meinem Leben, die ich über
spielt habe, und womöglich auch hin und wieder dieses auch noch tue, auch wenn ich mich länger nicht dem Glücksspiel ausgeliefert habe.
Die realen Ziele des Lebens wurden für mich unerreichbar, ich war depressiv, und war gierig danach mich selbst zu verletzten. Durch Groll und Lebensangst habe ich in einen Zerrspiebel geschaut, und meine Handlungen davor waren schwer destruktiv.
Ich hatte mit meinem Leben abgeschlosse,  - als ich anfing exessiv zu spielen. Das Spielen versetzte mich in eine Traumwelt, raus aus der Realität, einfach nur die blinkenden Lichter, die montonen Töne des Automaten, und die Illusion, doch irgendwann einmal gesehen zu werden, wenn ich endlich - endlich Erfolg hätte.
In der Therapie habe ich öfters den Satz gehört: "Ein Mann sollte ein Haus bauen, Kinder zeugen, und einen Baum pflanzen" als real erreichbare Ziele. Das mit dem Baum hat halbwegs geklappt.... aber die Defitite des Lebens können nicht einfach mit einem Wettschein weggezappt werden! Will sagen, , das Glücksspiel ist keine "schlechte Angewohnheit", sondern ein Ausdruck von eigens erlebten gravierenden Defiziten, das ist mir bewußt, und daran arbeite ich.
Ich nenne einmal Beziehungslosigkeit, den Mangel tragbare harmonische Beziehungen führen zu können. Genau da liebt mein Scheitern,= Ersatzdoge - Glücksspiel...

Was jetzt zählt iist, , einfach wieieder neu in das Leben zu kommen, das Glücksspiel stoppen, einen Tag zur Zeit, und dann sich ein Bild von dem Menschen zu machen, der gerade spielfrei wird, , das in einem realen Spiegelbild. Also einfach nur anzuerkennen, wer iund was in mir steckt, und dieses Potenzial herbeiholen, soweit es mir möglich ist.

Es ist wieder einmal ein Anfrang, und ein Anreiz zum Leben.

Genieße dieses bei Dir

Einen Tag zur Zeit

Andreas

Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Guten Morgen zusammen,

Vielen Dank für eure Beiträge,

Ich war wie gesagt jetzt fast 3 Jahre spielfrei bis es zu meinem Rückfall kam. Ich gebe dir Olli auch Recht das ich die Gründe dafür beleuchte und mir da auch von anderen helfen lassen..... auch wenn es mir nicht leicht fallen wird. Werde aber regelmäßig hier berichten.....

Bis dato bin ich 5 Tage spielfrei
Euch allen einen wunderschönen Tag und vor allem spielfrei.

#11
Hallo!
Ich bin neu im Schreiben und in der Problematik als Angehörige, trotzdem bin ich mit dem Thema Sucht leider vertraut.
Lieber Nigel, du klingst wie mein Parnter. Dieser denkt auch, er bekommt es alleine in de Griff, er muss einfach nicht spielen. Dann ist alles wieder in Ordnung. Er bräuchte keine SHG das würde ihn eher demotivieren (er war noch nie dort) und er bräuchte nur endlich sein "normales" Leben auf die Reihe bekommen....

Ich schreibe im Konjuktiv, weil ich es als "Ausrede", oder wie Olli so schön sagt "Ausweichen" empfinde.
mMn ist mein Freund (und du) (noch) nicht bereit, sich einzugestehen, dass er ein Problem hat, dass er süchtig ist.

Im Vergleich, wir stehen quasi erst am Anfang (🙄🙄) also es ist erst vor ein paar Tagen eskaliert. Wenn ich ehrlich bin, besteht das Suchtproblem schon mindestens 2 Jahre allerdings noch in einer sehr geringen Form. Nun ist aber sein Geld futsch und meines, auf welches er Zugriff hatte.
Ich bin kein Mensch der in Blumensprache spricht und auch niemand, der viel Geduld hat.
Er hingegen würde am liebsten jeden Tag nur 1 Satz darüber sprechen, wenn überhaupt so oft.

Was will ich sagen? Er (und auch du, lieber Nigel) übt euch in Verdrängung. Wie diese bei dir ausschaut, kann ich nicht sagen.
Ich weiss auch nicht, wie man jemanden dazu bewegt Hilfe anzunehmen, der nicht bereit ist.
Meinem Partner kann ich noch nicht die Augen öffnen, aber vielleicht hilft es dir.
Wie Olli sagt: es tut nicht weh. Es kratzt vielleicht am Ego, es ist eine Überwindung. Aber: was hast du noch zu verlieren?

Und vielleicht hast du einen Rat für mich, Lieber Nigel, wie könnte ich aus deiner Sicht meinem Partner bestmöglich zur Seite stehen und ihm zeigen, dass eine SHG gut wäre?
Es wichtig wäre, das verbleibende Online-Geld rauszuziehen (er will "da gar nicht rein", weil es ihn triggert...).

Dir hat Helfen geholfen, ich hoffe, du kannst auch mir helfen und es dir damit auch ermöglichen 💪

Alles Gute und auf einen spielfreien Tag!!!

Hallo Noname,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Möchte aber noch ein paar Dinge aufklären. Als ich vor gut 3 Jahren auf dieses Forum gestossen bin, da war ich am Höhepunkt meine Spielsucht angelangt. Ich war hier Wochen stiller Mitleser und habe durch die vielen Beiträge sehr viel, auch über mich gelernt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Zeile hier geschrieben.
Diese ersten wichtigsten Punkte waren: Hey, du bist ja nicht alleine mit diesem "Werdegang". Ich konnte mich in vielen Beiträgen eins zu eins wiederfinden. Und das ich einsah das ich an einer Krankheit leide, die nicht heilbar ist.
Mit diesen gewonnenen Erkenntnissen schrieb ich meine ersten Zeilen in diesem Forum und war von der Resonanz überwältigt.
In den nächsten spielfreien Monaten wurde mir klar, das es mir bei dem Wetten nur um die Befriedigung meiner Sucht ging und nichts anderes, das Geld ist einem süchtigen egal. Er holt sich, so wie ich "Kick für Kick" bis das ganze Geld verzockt ist. Vor dieser Erkenntniss hatte ich schon einige zahgahfte Versuche augzuhören, aber ich belog mich selber. Tief im Inneren wollte ich es gar nicht. Sobald dann wieder ein klein wenig Geld da war, fing ich wieder an zu wetten.

All diese Selbsterkenntniss verhalf mir zu fast 3 spielfreien Jahren, in denen ich sehr glücklich war. Ich vermisste gar nichts und den "Kick" bzw. das Glücksgefühl stellte sich auch nach einem morgendlichen Lauf in unseren Wäldern ein..

Alles war perfekt in diesen 3 Jahren. Was war passiert, warum ich denn wieder in diesen Strudel gekommen bin, zwar lange nicht so heftig wie vor 3 Jahren aber trotzdem ein Rückfall.


Ich war zu leichtsinnig geworden, habe gedacht meine Krankheit wäre überwunden und ich könnte diese ab nun beherrschen. Das war ein Trugschluss, was mir aber eine wichtige Lehre sein wird in den weiteren Lebensjahren. Dies Krankheit werde ich ein Leben lang beherrschen. Ich kann sie nur wie einen bösen Dämon in eine Kiste sperren und den Schlüssel nie wieder rausgeben.

@Olli: Danke dir für deine tollen Beiträge, ich weiß auch genau was du meinst, was du mir sagen möchtest. Ich muß den Grund für meinen Rückfall auf die Spur kommen. Die Steuerung der Emotionen, die bei mir dann nicht mehr steuerbar sind, wenn es Probleme im Alltag gibt. Danke für diese Erkenntniss.
Darum werde ich mir genau diese Hilfe holen. Ich habe mich schon bei einer SGH angemeldet und werde dort das 1. mal nächste Woche erscheinen.

Ich denke bei dir Noname muss dein Partner erstmal diese Punkte annehmen, das er für sich einsieht das es beim Wetten nur um seine Suchtbefriedigung geht, um nichts anderes. Und das er unter einer Krankheit leidet, für die sich niemand schämen muß. Ich denke erst dann, wird er bereit sein aktiv etwas gegen diesen Dämon zu unternehmen.

Euch allen einen wunderschönen spielfreien Tag



Lieber Nigel!

Du hast absolut recht, die Erkenntnis muss von allein kommen. Das eingestehen, dass es genau dasselbe ist, wie der Süchtige im Casino oder am Automaten.
Ich hoffe, er merkt es. Momentan wirkt es, als wäre er am weg. Allerdings noch nicht ganz sehenden augens. Vielleicht schafft das ja die SHG.
Für dich nigel, wünsche ich dir ale Kraft die du brauchst!

Liebe Grüße

Hi Noname, (Sorry für die Störung Nigel ???)

es ist weniger wichtig,
das du diese Sucht verstehst, allerdings verständlich das du helfen möchtest.
Das wichtigste ist halt zu verstehen, dass er sich bei dieser Sucht nur selbst helfen kann.

Und du dich vor ,,allem" schützen solltest, vor all dem was diese Sucht so mit sich bringt - finanziell, verbal oder in welcher Form auch immer.
Ich lebte damals in meiner eigenen Welt.
Wie ich letztendlich da herausgefunden habe, steht auf einem anderen Blatt.
Aber in all den Jahrzehnten, in denen ich in meiner Sucht gefangen war, hat mir die Hilfe, die mir zur Verfügung stand, salopp gesagt nicht die Bohne interessiertPunkt.

Ich schrieb ,,Jahrzehnte" – und dieses Nicht-helfen-lassen, galt von Anfang an.
Da gab es nicht nur ein bisschen Sucht (die ersten Jahre) sondern etwas was du mit einen Junkie vergleichen kannst – also diese verdammt schnelle Abhängigkeit.

Den ,,Dreh" hmmm ja, der kam irgendwann von mir selbst als Spieler.
Aber ganz sicher nicht durch das Zutun anderer. Die waren mir salopp gesagt Latte.
Und ich finde, du hast es selbst schon gut erkannt - "die Erkenntnis muss von allein kommen".

Und zur Wahrheit gehört auch (wenigstens meine) - Wahre Gefühle ... na ja eher ein Gefühlschaos welches ich hatte als ich noch spielte oder auch nicht spielte – alle diese Gefühle waren geprägt von Mitleid oder Selbstmitleid, oder (wenn ich mal was gewann), dass Gefühl ,,ich bin der Tollste".
Vom liebenden Ehemann/Freund/Vater war ich weiter entfernt, als ein Wurm oder Kamel aufn Mond.


Lebe Dein Leben und alles erdenklich Gute für dich.

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