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Gaslighting & emotionale Folgen bei Angehörigen von Spielsüchtigen

Begonnen von ansh, 27 Mai 2026, 11:19:30

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Über Schulden wird gesprochen.
Über Therapie wird gesprochen.
Über Rückfälle wird gesprochen.

Aber kaum jemand spricht darüber, was Angehörige psychisch mitnehmen.

Wie erst nach der Trennung diese Beziehung verändert hat:

ständiges Zweifeln an sich selbst
Schuldgefühle
emotionale Abhängigkeit
Angst vor Konflikten
permanenter Stresszustand
das Gefühl, nie zu wissen, was wahr ist

Und obwohl die Beziehung vorbei ist, ist der Bindungsstress noch da.

Mich würde interessieren, ob andere Angehörige das auch kennen.
Wie geht ihr damit um?
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

Hi ansh!

Darüber habe ich bei meiner letzten Besuch der angehörigen Gruppe geredet, was mitunter der Grund war mich von dort zu verabschieden... Ob es gut ist oder nicht, sei dahingestellt.
Ich habe gemeint, dass ich es nicht mehr gewillt bin über den Süchtigen zu reden- weil auch in der angehörigen Gruppe, steht die Sucht da und ist ein Hauptthema.
Ich möchte micht einfach nicht mehr damit beschäftigen. Ich möchte über Sucht gar nicht mehr wissen.

Während meiner Beziehung und Ehe wurde ich so oft auf die Probe gestellt und es wurde mit meinem gesundem Verstand auch gespielt- das find ich so unfair und wenn du brutal möchtest- so unmenschlich und erniedrigend. Er hat mit meiner Würde gespielt und las mich auch in schwierigsten Zeiten in Glauben, dass ich die Verrückte bin.
Dafür gibt es keine Ausrede der Welt, die das schönreden kann.

Ich habe mich in meinem Wesen so geändert, dass ich mich ertappt habe meine moralische Werte, die ein wesentlicher Bestandteil meiner Person sind, zu hinterfragen. Ich habe mich selbt verloren in so vielen Bereichen, dass ich auf mich wütend bin.
Ich habe auch viel mitgenommen für die Zukunft- ich hätte mir aber gewünscht, dass es auf andere Art und Weise geschehen ist...

Wie ich damit umgehe? Unterschiedlich, so wie du es wahrscheinlich selber kennst- es gibt Tage wo alles schwer fällt und ich mir selber Vorwürfe mache, warum ich nicht früher den Schlussstrich gezogen habe. Dann gibt es Tage mit unglaubliche Trauer, darüber was hätte sein können und was nie mehr wird. Überwiegen aber die optimistischen Tage- das war nur eine Lebensphase, die ich nicht missen möchte, aber jetzt gehe ich weiter- das Leben ist zu kurz und im Gründe zu schön um es in diesem Kreis zu verbringen.

Ich schreibe danach noch was, jetzt muss ich weiter Sachen packen :)

Ich muss lernen zu akzeptieren, dass ich vieles aus Liebe, Hoffnung und Überzeugung getan habe. Nicht, weil ich schwach war. Nicht, weil ich nichts gesehen habe. Sondern weil ich geglaubt habe, dass Menschen sich bemühen, dass Dinge besser werden können und dass es sich lohnt zu kämpfen.

Manchmal denke ich an all die Zeit und frage mich, ob sie verloren war. Aber vielleicht ist das die falsche Sicht darauf. Diese Zeit hat mich geprägt. Sie hat mir gezeigt, wo meine Grenzen liegen, wie viel ich tragen kann und auch, wie lange ich mich selbst hinten angestellt habe. Das schmerzt. Vor allem, weil ich merke, wie weit ich mich von mir selbst entfernt habe.

Ich erkenne mich oft selbst nicht wieder. Dieses ständige Zweifeln, dieses Misstrauen, diese innere Unruhe. Früher war ich leicht. Offen. Neugierig auf Menschen, auf Gespräche, auf das Leben. Ich konnte lachen, spontan sein, träumen. Heute fühlt sich vieles schwer an. Als hätte mein Nervensystem irgendwann beschlossen, dauerhaft in Alarmbereitschaft zu bleiben.

Und trotzdem merke ich irgendwo tief in mir, dass ich noch da bin. Nicht verschwunden. Nur erschöpft. Überdeckt von Enttäuschungen, Verletzungen und zu vielen Situationen, in denen ich funktionieren musste, obwohl ich längst nicht mehr konnte.

Ich wünsche mir mein altes Ich nicht zurück, weil damals alles perfekt war. Ich wünsche mir zurück, mich selbst wieder zu spüren. Wieder Ruhe zu empfinden. Wieder Geduld mit meinen Kindern zu haben, ohne dass mich jede Kleinigkeit sofort an meine Grenzen bringt. Wieder diese Wärme in mir zu fühlen, die so lange selbstverständlich war.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort. Nicht damit, sofort stark zu sein. Sondern damit, endlich ehrlich anzuerkennen, wie müde man geworden ist. Und sich selbst nicht länger dafür zu verurteilen.

DANKE!

Du wirst wieder zu deinem Selbst zurück finden. Es wird anders sein, stärker. Friedvoller. Glaube immer an dich! Und lass uns Frauen sein die Supporten, das haben wir sowas von verdient!
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

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