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Reise vom Minus zum Plus und weiter....

Begonnen von dandan, 30 August 2026, 15:11:46

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Hey zusammen,

ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in diese Situation hier komme aber jetzt ist es doch soweit.
Mit 18 hatte ich angefangen mit Online Glücksspiel und jetzt, 6 Jahre später, bin ich leider immer noch drin.

Über die Jahre hatte ich mich nach und nach immer weiter verschuldet, Kreditkarten überzogen, von Zins zu Zins und war bei reinen Einzahlungen von ca. 25k (nochmal einiges extra oben drauf für das ausnutzen von Ratenzahlungen bei KK etc.). Mal war es die Langeweile, die für das einzahlen geführt hat, mal war man traurig und hat zur Ablenkung eingezahlt und daraus sind immer höhere Summen geworden.

Mit dem letzten Geld hatte ich Ende letzten Jahres in einem Spiel 52.000€ gewonnen. Es war ein langer Kampf mit dem Auszahlen, da das Casino so gut es ging rauszögern wollte und es ca. 5 Monate gedauert hatte, bis alles bei mir war. Alles war abbezahlt und ich hatte dann ca. 33k an reinem Ersparten.

Für mich war das das Zeichen, nie wieder zu spielen, da ich jetzt im Plus bin. Während der Auszahlphase habe ich 5 Monate kein einziges Mal gespielt und war sehr stolz.

Dann fing es an dass ich immer wieder ein bisschen eingezahlt hatte und am Ende immer grade so noch iwie mit Plus rausging. Das heißt ich habe über 2 Monate nochmal so 2k Profit gemacht.
Doch dann kam Anfang Juli die Wendung. Ich dachte mir ich versuchs nochmal und es kam nichts mehr, Einzahlung nach Einzahlung....ca. 20-25k eingezahlt....

Ich war am Ende und hatte die Hoffnung, dass doch irgendwann mal wieder ein Gewinn kommen muss. Ich hatte dann nochmal das "Glück im Unglück" dass ich immer wieder alle paar Tage nochmal eingezahlt hatte und immer etwas mit rausgenommen hatte. Jetzt sind aus den 20-25k so ca. 10-13k geworden. Trotzdem erwische ich mich dabei wie ich alle paar Tage wieder einzahle weil ich die Hoffnung habe den Verlust zu verringern....grade so klappt das dann zwar aktuell auch immer aber irgendwann wird die Glückssträhne enden. Ich merke auch wie die Einsätze immer höher werden etc.

Eigentlich sollte ich es einfach akzeptieren, ich bin immer noch overall zumindest etwas im Plus, zumindest kein Minus aber die Gedanken sind so schlimm, weil ich mit den 35k Erspartem echt große Sicherheiten hatte und jetzt mit den ca. 20k mir dauernd Vorwürfe mache, wie lange Sparen es jetzt dauert, um wieder an diesen alten Zustand zu kommen.

Sry falls die Geldbeträge sich ab und zu entwas unterscheiden aber kennt ihr  bestimmt alle, ist nicht so einfach 100% den Überblick behalten zu können.

Bin gespannt auf den Austausch mit Euch.

Viele Grüße und danke für das Lesen meiner Geschichte!


Hi dandan,
rücke doch mal damit raus, wo du die 52k abgeräumt hast. Ich habe zwar noch kein Casino von innen gesehen, aber das probiere ich.

Im online Casino natürlich....auf Curacao
Beim stationären Casino dürfte das auszahlen kein Problem sein.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Schließ damit ab und behalt die 20k im guten, ansonsten hast du bald nichts mehr davon.

Hi Dan!

Herzlich willkommen und danke, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst.

Das Erste, was mir auffälllt, das sind die Formen der Vermeidung, die Du hier nutzt. Hier und da, aber nur dann, wenn es unangenehm wird, wird aus einem "ich" ein "man". Ich weiß, dass machen wir fast alle irgendwie und irgendwann - es ist unterbewusst.
Noch stärker empfinde ich aber diese Vermeidung, wenn Du von K sprichst. K steht für Kilo, also für die Zahl 1.000. Aber welche Einheit ist da gemeint? Kartoffeln? Unterhosen? - Du sprichst von Geld, also €, wieso nutzt Du die Einheit dann nicht auch?
Feuert nicht genau solche Vermeidung den negativen Umgang mit den Verlusten, die ja eigentlich gar keine sind? 6 Jahre Zocken mit steigenden Einsätzen und Du bist im Plus. Welcher Glücksspieler kann das von sich behaupten? :)

Nun, egal ob im Plus oder im Minus, Du wärest nicht hier, wenn Dich nicht etwas gravierend stören würde. Du sprichst zwar hier die Verluste an, die Dir nicht aus dem Kopf gehen, doch das ist nun mal ein Symptom der Sucht. Stört es Dich nicht eher, dass Du glaubst, Dich der Sucht nicht erwehren zu können? ... die Kontrolle zu verlieren?

Willkommen im Club!

Wer von uns war wohl noch nie an diesem Punkt gewesen?

Ich hatte es an anderer Stelle diesen Morgen schon einmal geschrieben: Wir haben die Wahl! Wir können entscheiden! Du weißt das, Du hast es schon erlebt! 5 Monate hattest Du schon auf der Abstinenzuhr. Was war die Motivation? Neben der Schuldenfreiheit vielleicht auch Trotz dem OC gegenüber? Sturheit?
Auf jeden Fall hattest Du Deinen Willen eingesetzt und warst erfolgreich. Der Wille ist aber ein Fähnchen im Winde. Er flattert mal in die eine und dann wieder in die andere Richtung.
Was aber wäre, wenn Du gleichzeitig etwas gegen die Sucht tust? Ergründest, wieso Du überhaupt spielst? Einige Therapeuten beschreiben die Sucht als ein Versuch der Selbstheilung. Oder sie umschreiben sie als Symptom eines tiefer liegenden Defizites. Dabei meine ich aber nicht unbedingt eine ausgewaschene Störung, sondern auch schlichte Unerfahrenheit mit Gefühlen in bestimmten Situationen. So sprichst Du von "Langeweile". Was ist das denn? Was passiert da?
Du hast Zeit und Muße Dich mit Dir selbst auseinander zu setzen. Das ist gar nicht negativ. Versetze Dich doch mal in einen Ureinwohner im Amazonasgebiet - ohne jedweden Kontakt zu irgendeiner Zivilisation. Sie jagen, sie sammeln und leben den Rest des Tages in den Tag hinein.
Sie suchen und ernten die Pfeilgiftfrösche ... aber denkst Du, sie üben so selbstzerstörerische Handlungen aus, wie bei uns das Glücksspiel? Ich wüsste jetzt nicht, dass sie solch einem Pfeilgiftfrosch einmal über den Rücken schlecken, weil ihnen langweilig ist.

Was ist also Dein Wunsch? Vermeidest Du ihn hier auszusprechen?

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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