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Trennung- Schuldgefühle

Begonnen von Sarah16032021, 13 September 2026, 07:03:13

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Hallo,

Ich lebe seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen. Irgendwann hab ich erfahren das er eine Spielsucht hat. Es fliesen hohe Geldbeträge. Er selbst ist noch nicht da angelangt, dass er sagt, das er süchtig ist. Er begründet es damit, dass er ja nur an sein Geld geht, und bis jetzt keine Schulden gemacht hat. Wir haben 2 Kinder, ein Traum vom Eigenheim, durch das ganze spielen, ist es uns nie gelungen Geld zur Seite zu legen. Zumindest ihn nicht. Zudem leidet mein Mann an starken Depressionen, welche er nicht behandeln lässt. Mein Leben besteht aus Schuldzuweisungen, Lügen und schlechter Stimmung.

Vor 2 Wochen habe ich die Trennung angesprochen. Ich kann all das einfach nicht mehr aushalten, leide an Zukunftsängsten und muss einfach für meine Kinder da sein, dies fällt mir immer schwerer. Ich hatte Wochenbett Depressionen- anstatt mir zu helfen, war er nach der Arbeit im Casino. Das hat mich einfach geprägt. Zwischendurch hat er sich auf meinen Wunsch mal sperren lassen, aber danach immer wieder direkt angefangen. Und dann gingen an einem Tag direkt 4 Stellige Beträge vom Konto ab..

Wir haben lange miteinander gesprochen. Er kann es so gar nicht verstehen, dass ich mich wegen dem Spielen u.a trenne- da er ja dadurch keine Schulden an.- so wie er sagt. Zudem sagte er dass ich schuld bin, ich hätte mehr machen müssen, ihn versuchen müssen da raus zu holen... meiner Meinung nach hab ich genug getan...

Er war nie bereit ne Therapie zu machen. Jetzt wo ich die Trennung angesprochen habe, meinte er das er für mich die Therapie macht, er aber jetzt schon sagen kann das es nichts bringen wird...

Ich hab einfach keine Kraft mehr da etwas rein zu investieren...

Ich weiß nicht was ich mir durch den Beitrag erhoffe. Ich wollte es einfach mal mitteilen...

#1
Noch etwas was mir grad einfällt... aufgrund der unbehandelten Depressionen. Als ich das mit der Trennung angesprochen habe, wollte er sich das Leben nehmen... es hat nicht geklappt, ich hab die Chance verpasst ihn einweisen zu lassen... es gab in der Vergangenheit schon mehrere suizidversuche... er sagt mir auch ganz klar, wenn es zur Trennung kommt, dann werde ich ihn nie wieder sehen...

Hi Sarah!

Herzlich willkommen!

Ganz klare Sache: Du bist nicht für die Sucht Deines Mannes verantwortlich! Du bist nicht für seine Genesung verantwortlich! Du bist nicht für seine Depressionen verantwortlich und schon mal gar nicht bist Du für seine Suizidversuche verantwortlich - oder verantworlich sie zu verhindern!

Weisst Du, wer dafür verantwortlich ist? Der, der davon nichts wissen will, Dein Mann!

Es ist absolut legitim, wenn Du Dich trennen möchtest. Du Trägst Verantwortung für Dich und Deine Kinder. Du brauchst kein weiteres erwachsenes Kind, mal im übertragenen Sinne gesprochen.

ZitatMein Leben besteht aus Schuldzuweisungen, Lügen und schlechter Stimmung.

Und wieso machst Du Schuldzuweisungen? Wieso hast Du schlechte Stimmung? Ihr zwei tanzt miteinander. Der eine tritt dem anderen auf die Füße. Aber weiter geht es, links herum und rechts herum.
Wer führt denn eigentlich bei diesem Ringelreien? Ist es die Sucht oder sind es die Schuldzuweisungen?
Du kannst das aber doch unterbrechen. "Ich mache da nicht mehr mit!" Mache eine Ansage und wenn er diskutieren möchte, dann blocke das ab. Wenn er Schuldzuweisungen aussprechen möchte, blocke ab - lasse ihn ins Leere laufen. "Habe ich verlangt, dies mit Dir auszudiskutieren? Da gibt es für mich nichts zu diskutieren!"

Depressionen können "einfach so" entstehen. Sie können aber auch durch eine Spielsucht ausgelöst werden. Um die Depressionen erträglicher zu machen, wird dann wieder spielen gegangen. Ein Teufelskreis.

Dein Mann versucht, sich selbst zu heilen, indem er spielt. Aber es ist keine Heilung, es ist ein zeitweises Betäuben. Nichts verbessert sich wirklich - im Gegenteil, alles wird nur schlimmer.



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Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Sarah ,
das Wichtigste hat Olli schon geschrieben .
Eine Sache möchte ich gerne noch ergänzen .
Auch du kannst dir Hilfe holen.
Schau nach , wo in eurer Nähe eine Suchtberatungsstelle ist .
Die sind für Spieler , aber auch für die Angehörigen da.
Ein wenig Unterstützung schadet nie.
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg!
Denk an dich und deine Kinder !
Du kannst ihm nicht helfen , wenn er es nicht will .

Auch wenn er mit Suizid droht , sag ihm ganz deutlich , dass du diese Verantwortung nicht tragen kannst und wirst und er sich Hilfe holen soll .

Alles Gute für dich !!

Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Vielen Dank für die Antworten,

Vielleicht sollte ich mir wirklich Hilfe holen.

Da ist dieses Gefühl ihn im Stich zu lassen. Das ich zu wenig getan hab. Aber ich habe keine Kraft mehr.

Ich werde es mit der Trennung durchziehen, aber ich weiß das es ihm den Boden unter den Füßen weg zieht... Aber das tut es bei mir auch wenn ich so weiter mache


Du darfst für dich und deine Kinder egoistisch sein .
Er denkt in seiner Sucht auch nur an sich .
Jetzt bist du dran !
Du musst dir euer Leben nicht von ihm zerstören lassen.

Ich kann verstehen , dass das nicht einfach ist und dass sich das wie "im Stich lassen " anfühlt .
Aber er will deine Hilfe nicht - du hast alles versucht .
Jetzt kämpfst du für dich und deine Kinder .
Und er hoffentlich bald für sich .

Weiß noch jemand in eurem engeren Umfeld über seine Sucht Bescheid ?
Dann könntest du ( zu deiner Beruhigung) denjenigen bitten ein Auge auf deinen Mann zu werfen !

Du schaffst das !
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Ja ich habe in den letzten Tagen mein gesamtes Umfeld informiert. Er hat es mir vorher verboten, da ich ihn sonst schlecht reden würde... Ich hab es aber nicht mehr ausgehalten, das alleine zu tragen.

Es zerbricht mir mein Herz, zu sehen wie er an der Trennung zerbricht... aber ich hab das Gefühl das ich innerlich genauso schon zerbrochen bin...

Das ist gut .
Er kann dir nicht verbieten , mit jemandem darüber zu reden .
Du kannst und musst das nicht alleine tragen .
Vielleicht muss er jetzt auch zerbrechen , um zu verstehen , dass er etwas in seinem Leben verändern muss .
Für sich und um auf Dauer euren Kindern ein guter Vater sein zu können .
Dafür müsst ihr kein Paar sein .

Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Hi Sarah!

Es ist prima, dass Du Dein Umfeld informiert hast. Mit dem Wusch genau dies nicht zu tun, hat Dich Dein Mann in dem Thema isoliert. Dies ist nun vorbei. Sein Kartenhaus, mit dem er das Spielen rechtferigt, fällt auseinander. Aber das ist nicht Dein Problem, sondern seins. (s. Graphik oben)

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Sarah,
die beiden haben ja eigentlich schon das wichtigste geschrieben.
Und auch von mir sei Dir gesagt, die Schuld trägt alleine er. Es wäre seine Pflicht gewesen sich Hilfe zu holen und dann mit deiner Unterstützung den Kampf zu gewinnen. Aber da ist er anscheinend noch Kilometer weit entfernt. War bei den meisten von uns nicht anders.

Führe jetzt ein Leben für dich und eure Kinder damit hier Ruhe einkehrt. Ganz darfst du dich aber auch nicht verabschieden, denn die Kids brauchen auch ihren Vater. Vielleicht bewegt ihn das irgendwann dazu das richtige zu tun.
Wie alt sind die beiden denn?

LG Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Der kleinste ist 2 und der große 6. er soll auch immer ein Teil des Lebens sein der Jungs. Ich würde ihn alle Wege ermöglichen, das er weiter ein gutes Verhältnis zu seinen Kinder hat und diese regelmäßig sieht. Aber ich will halt mit dem anderen Teil (Spielsucht, Depressionen) für mich abschließen...

Seitdem ich mich getrennt hab, fragt er täglich nach einer letzten Chance... er sagt diesmal wird es besser. Wir haben uns doch so viel aufgebaut und es ist unfair von mir, das nur deswegen weg zuschmeißen. Dabei habe ich schon 1000 Male vor ihm weinend gesessen und ihm gesagt das ich irgendwann gehen werde wenn es nicht aufgehört. Er sagt, er hat es nie für ernst genommen. Diesmal würde er es tun und mir zu liebe eine Therapie machen... Aber wenn ich bleibe, dann verschwindet meine Angst nicht, meine inneren Sorgen. Und noch länger mit diesen Ängsten und Sorgen, das schaffe ich nicht. Ich will nicht mehr kontrollieren müssen, wo er ist, ich will nicht mehr täglich das Konto checken müssen. Ich will nicht mehr sein Auto am Casino stehen sehen, obwohl er im Stau steht.. ich schaffe es nicht mehr. Es tut mir leid für ihn.

Was denkst Du denn zu seinen Worten, dass er die Therapie nur wegen Dir machen würde?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Zitat von: Olli am 13 September 2026, 20:24:57Was denkst Du denn zu seinen Worten, dass er die Therapie nur wegen Dir machen würde?

Das es dann sowieso nicht klappt. Er hat es immer noch nicht eingesehen das er ne Sucht hat. Er sieht es nicht als so schlimm an. Sind ja nur 2.000 Euro im Monat und wir schaffen es ja trotzdem im Urlaub zu fahren und so... seine Aussage. Meiner Meinung nach hat er all das noch nicht begriffen

Hätte ich eine Partnerin wäre es wahrscheinlich leider nicht viel anders.

Darum ist deine Entscheidung richtig und du solltest dich nicht manipulieren lassen.
Denn ob er die Therapie macht oder nicht sollte nicht davon abhängig sein ob du bleibst, sondern er sollte es machen wollen egal was sonst noch passiert. Damit er überhaupt normal leben kann, egal ob alleine oder mit jemandem anders... und für seine Kinder da sein kann.

Es geht dabei nicht um Schuld sondern darum diesen Drang loszuwerden. Und der ist auch ohne dich da, glaub mir. Oder gerade dann.
Außerdem ist er für seine Situation selbst verantwortlich, darum sollte er andere da raushalten.

Naja, was rede ich? Wollte das nur mal kurz gesagt haben.

Guten Morgen Sarah,
es ist zwar schon gut 30 Jahre her, ich hielt mich aber oft auch für ziemlich überflüssig, als meine Kinder in dem Alter waren. Wir wohnten damals bei meinen äußerst spießigen Schwiegereltern und meine Frau hat sich voll vereinnahmen lassen, ihrer Mutterrolle so gerecht wie möglich zu werden. Ihr Tag Bestand nur noch aus Arbeit und Pflichtgefühl, wenn sie nicht vor Müdigkeit umgekippt ist. Einen Teilzeitjob hatte sie auch.
Ich war zuerst noch eine Zeit lang auf Montage, hab dann aber einen deutlich schlechter bezahlten Job angenommen, um wieder Zuhause zu sein. Große Pläne hatten wir seinerzeit allerdings nicht. Ich übernahm dann von meinen Eltern ein ziemlich abgewirtschaftetes Mehrfamilienhaus, um nach Feierabend dort ne Wohnung für uns herzurichten, damit ich meine Familie vor den Schwiegereltern in Sicherheit bringen konnte. Ohne dem hätte ich mich vermutlich aus dem Staub gemacht und meine Frau war auch erleichtert, als wir eingezogen sind, obwohl sich an unserer familiären Situation eigentlich kaum etwas geändert hatte, vom neuen Umfeld abgesehen

Ich kann gut verstehen, dass du die Faxen von seiner Spielerei dick hast, vermute aber, dass seine ursprünglichen Interessen irgendwann auf der Strecke geblieben sind. Oder hast du ihn etwa schon als Spieler kennengelernt und ihn trotzdem geheiratet?

Vielleicht würde auch euch ein Umzug gut tun. Schicke ihn auf die Suche nach ner anderen Wohnung. Dort soll er dann tapezieren und möblieren, und wenn er will, auch mit einziehen.
Und wirf mal einen kritischen Blick auf dich selbst. Evtl. gibt es ja noch ganz andere Gründe, warum er das Interesse an dir verloren hat. Mütter sind mitunter mehr Roboter als Frauen.
War denn seine Vaterschaft von ihm gewollt?

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