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Entschluss ist gefasst.

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Entschluss ist gefasst.
« am: 16 Oktober 2018, 09:58:28 »
Ich habe begonnen im Forum zu schreiben, nachdem ich längere Zeit stiller Mitleser war und es hat mir geholfen einen Anfang zu finden. Ich will jede Art von Glückspiel unterlassen. Zweifel bleiben, aber wie hier Jemand schrieb: Was hab ich zu verlieren, Versuch macht klug.

Ich denke, das ist seit 40 Jahren mein erster ernsthafter Versuch, Kontrolle über einen Teil meines Lebens zurückzugewinnen. Ich habe weder eine Selbsthilfegruppe, noch einen Therapeuten und das minimiert wahrscheinlich meine Chancen. Dennoch ist die Bereitschaft nicht da und ich hoffe ich finde die Kraft zu schreiben, wenn ich rückfällig werde, um dann den nächsten Schritt zu weitergehender Hilfe zu finden.

Ich beschäftige mich nach wie vor über den Tag verteilt immer wieder mit dem Spielen und meiner Sucht. Spielfrei bin ich erst ca. 10 Tage. Geld für den Rest des Monats und auch Reserve auf dem Sparbuch habe ich. Das verfügbare Geld auf dem Konto reicht bis zum Ende des Monats knapp. Spätestens Ende des Monats kommt die nächste Bewährungsprobe, wenn mein Lohn kommt. Habe in den letzten Jahren immer in den ersten zwei bis sieben Tagen nach Lohneingang regelmäßig fast 40 % meines Einkommens verspielt, 50,00 € eingesteckt und noch dreimal zum nächsten Geldautomaten gedackelt, um Nachschub zu holen.

Gott sei Dank bin ich nie Online gegangen und ich hätte wahrscheinlich Haus und Hof verspielt in den euphorischen Phasen.



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Offline taro

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #1 am: 16 Oktober 2018, 12:56:20 »
Moin Balduin,

Glückwunsch zu deinem Entschluss und den 10 spielfreien Tagen. Dein Dank an Gott in allen Ehren,  jedoch wissen wir nie was geschehen wäre. Wir sind nun mal die vor Online Casino Generation.  Also bin ich von der Spielhalle direkt ins Casino. Die höheren Summen  haben mich ziemlich schnell an die Grenze gebracht. Im Program der GA steht, viele unter uns hätte die Sucht an die Schwelle von Gefängnis Wahnsinn und Tod gebracht. Ich habe gleich von allen dreien ein wenig schlecken können. Den Wahnsinn habe ich kurzfristig in meinen 4 Wänden erlebt. Das Gefängnis war für mich als überwältigter und entwaffnetet Serientäter unausweichlich, trotzdem bin ich dort unerkannt weg gekommen. Warum weiß ich bis heute nicht, für mich bis heute nach Jahrzehnten noch immer ein Wunder. Ein mehrjährige Haftstrafe bin ich so entgangen, mein heutiges Leben so überhaupt nicht möglich.
Da ich das spielen nicht lassen könnte und ich in höchster Not ein Versprechen vor Gott abgegeben habe keine anderen Menschen mehr Schaden zuzufügen blieb nur noch der Selbstmord.
Bevor ich den durchführte bin ich zu einem Meeting der Anonymen Spieler gegangen von denen ich schon gehört hatte. Der Raum war proppe voll, bestimmt 30 Leute. Sie saßen sogar auf den Heizkörpern.
Als ich dort raus ging hatte ich im Kopf einen ganzen Kein leichter vor lauter Lichter die mir aufgegangen sind. Und ich erlebte mein zweites Wunder, ich hatte HOFFNUNG das auch ich ein spielfreies Leben führen kann.
In der Folge bekam ich ein komplett neues Leben, neue Freunde, Familie mit drei Kindern, nachholen meines Fachabis und studiert. Und dazwischen ganz viel gelebtes Leben.

Jetzt habe ich viele Worte gemacht, obwohl es Knopf auf Spitz bei mir stand, bin ich Gott von Herzen dankbar das ich zum Casino rasch meinem Ende entgegen gegangen bin und nicht 30 Jahre mit Spielhallen weitergemacht habe.

Als ich in mein erstes Meeting ging war ich 24 heute bin ich 52.

Ich wünsche Dir ab heute auch ganz viel Leben das Du noch entdecken darfst.

Taro

<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #2 am: 16 Oktober 2018, 13:25:28 »
Hallo Taro,

danke für deine Geschichte und dass du dir die Mühe machst, sie für mich zu schreiben. Wahrscheinlich haben viele von Euch Engagierten Eure Spielergeschichte schon mehrfach in anderen Chats geschrieben und ich könnte mehr Geschichten lesen, wenn ich auch die anderen Chats lesen würde, ich gucke, wie ich die Zeit finde.
Mir laufen Schauer den Rücken herunter, wenn ich es lese.

So verzweifelt war ich nie. Ich habe mich vor den tiefsten Abgründen bewahrt, war nie völlig am Boden und habe wahrscheinlich auch deshalb nie ernsthaft den Absprung versucht.
Ja sicher, wir sind die Generation Automatenzocker, unsere Eltern die Generation Lotto. Ich denke, es ist auch müßig, darüber nachzudenken, ob es besser gewesen wäre, wenn ich heftiger ins Unglück gestürzt wäre und mehr spielfreie Zeit gewonnen hätte.
Deine Geschichte kann Jüngeren und Älteren die Gewissheit geben, dass man es schaffen und viel gewinnen kann.
Ich kenne Jemanden, der mit 84 das Rauchen aufgegeben hat. Der Husten war einige Zeit später verschwunden.
 
Ich kann noch 15 Jahre arbeiten und mir etwas aufbauen.


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Offline Olli

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #3 am: 16 Oktober 2018, 14:39:29 »
Hi!

Zitat
Ich kann noch 15 Jahre arbeiten und mir etwas aufbauen.

Ich sinniere mal ein wenig ...

Geld, Knete, Penunzen, Taler, Mäuse ... Mein Haus, mein Auto, mein Motorboot ...  :)

Muss sich das Leben ständig darum drehen? Etwas "aufbauen" im Sinne materieller Güter?

Ich kenne viele, die trotz junger Jahre sagen: Ich baue mir kein Haus.
Sie sehen ihre Lebensqualität eingeschränkt - auf Jahrzehnte - bis die Kredite abgezahlt sind.

Ich kann das nachvollziehen. Sehe nicht nur die monatliche Miete im Geldbeutel des Vermieters versinken.

Ja ... ich habe mich für einen Hausbau entschieden. 10 Jahre habe ich schon abgezahlt ... 8 muss ich noch.
Auch bei mir in der Ursprungsfamilie musste man im Leben etwas "schaffen".
Da spreche ich mich auch nicht von frei, dass ein Großteil meiner Motivation daher stammt.

Doch die Sichtweise ändert sich, wenn das Haus erst einmal gebaut und man selbst eingezogen ist.
Auf einmal rückt der rationale Grund: Ich sorge für meine Rente vor - dann werde ich "mietfrei" leben. - ein wenig mehr in den Vordergrund.

Viel wichtiger aber - ich schöpfe auch Motivation für meine Abstinenz aus dem Haus - spare, um das Geld in es zu investieren.
Ich laufe nämlich tagtäglich an den Sachen vorbei, die ich selbst verlegt, verklebt, gehämmert, gesägt, geschraubt, gebohrt, gefräst und was ich nicht noch alles gedingst habe.
Wenn ich wieder spielen sollte, wäre es dann nicht so, als würde ich jedes Einzelteil des Hauses mit Gewalt wieder demontieren?

Habe ich das nicht früher mit meinem Leben gemacht, als ich noch spielte?

Nun denn ...

Zitat
Ich denke, das ist seit 40 Jahren mein erster ernsthafter Versuch, Kontrolle über einen Teil meines Lebens zurückzugewinnen. Ich habe weder eine Selbsthilfegruppe, noch einen Therapeuten und das minimiert wahrscheinlich meine Chancen. Dennoch ist die Bereitschaft nicht da und ich hoffe ich finde die Kraft zu schreiben, wenn ich rückfällig werde, um dann den nächsten Schritt zu weitergehender Hilfe zu finden.

Es ist egal wie Du es ausdrückst ... keine Kraft, zu viel Angst ... ich verstehe das.

Wir haben ein Leben lang versucht immer alles aus eigener Kraft zu bewältigen.
Für uns hat Vieles nicht funktioniert - aber aus den Dingen, die funktioniert haben, haben wir unsere Bestätigung gezogen.

Es gibt die so genannten "5 Säulen der identität" als These von Ichweissnichtmehr wem.
Da gibt es die Körperlichkeit, die soziale Komponente, die Arbeit und Leistung, die Werte und die materielle Sicherheit.
Stellen wir uns nun vor, diese Säulen seien aufgestellte mit Flüssigkeit gefüllte Röhrchen.
Auf gleicher Höhe an allen Röhrchen befindet sich ein Eichstrich.

Nun können wir uns sehr gut vorstellen, dass dieser Eichstich für Ausgewogenheit steht.

Die Flüssigkeiten spiegeln den Zustand unserer Säulen der Identität wieder.
Das Optimum also wäre, dass alle Röhrcheninhalte über den Eichstrich gehen.

Ich glaube ja, dass gerade bei uns Spielern die Füllstände eher niedrig sind.

Nehmen wir also an, dass wir in der "Arbeit und Leistung" gut aufgestellt sind, hier wie eben beschrieben, unsere Bestätigung erhalten.
Nehmen wir weiterhin an, dass nur als Beispiel die "Körperlichkeit" nicht so gut ausgeprägt ist.

Können wir diese "Baustelle" mit "Arbeit und Leistung" kompensieren?

Ich sage nein, denn es ist ein ganz anderes Thema.
Es nutzt uns nichts, wenn wir unser Fahrrad aufpumpen, wenn wir am Auto einen Platten haben.

Wenn wir das aber nicht wissen - nie gelernt haben - keine Anregungen von außen suchen ... wie wollen wir je wieder vernünftig mit dem Auto fahren, ohne es zu beschädigen?
Wie wollen wir über Leistung die zu krumme Nase akzeptieren lernen? Die Akne- oder OP-narben? Die zu langen Füße, zu kurzer Schniedel oder was weiss ich?

Das geht nur, indem wir daüber sprechen.

Ja natürlich geht Vieles in die sehr intime Region. Gerade da haben wir gelernt es mit "uns selbst" auszumachen.
Schließlich schadet es ja niemanden anderen - es ist ihnen vielleicht noch nicht mal bewusst, wie wir darüber denken.

Ja wie sollten sie auch, wenn wir schweigen?
Und natürlich schadet es jemanden - uns! Wir leiden darunter - ob es uns bewusst ist oder nicht.

Deshalb, Balduin, verkrieche Dich nicht, wie Du es bisher immer getan hast - handle anderes - offener - die Konfrontation mit dem eigenen Ego suchend.

Das einzig und alleine nur, damit Du Dir etwas schaffst und aufbaust ... Deinen Selbstwert!

Denke bitte noch mal über Deine Entscheidung nach!


Noch kurz zum letzten Satz des Zitates:
Das ist sicherlich etwas, mit dem Du Dir bisher immer etwas vor gemacht hast.
"Wenn, dann ..."
Das ist nichts Anderes als Spielen.
Was spricht gegen ein  bedingungsloses "Jetzt"?
« Letzte Änderung: 16 Oktober 2018, 14:44:01 von Olli »
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #4 am: 16 Oktober 2018, 15:37:02 »

Was spricht gegen ein  bedingungsloses "Jetzt"?

In erster Linie das fehlende Eingeständnis, dass ich es alleine nicht schaffen kann.

Aber nach der Anonymen Gruppe muss ich es auch meinen Freunden und Bekannten offenbaren. Da bricht ein Bild von einer starken Persönlichkeit zusammen. Das müsste ich erst einmal verkraften und wenn ich rückfällig werde, wissen alle, dass ich es nicht geschafft habe.
Verkrochen habe ich mich nie (nur aufgepasst, dass mich Niemand beim Zocken sieht)
Von einigen Chats (auch hier) bin ich abgeschreckt, da sind feuchte Spieler ohne Einsicht unterwegs und ich vermute die auch in Gruppen.

Hier ist alles super anonym und ich muss Niemandem in die Augen gucken. Ohne dieses Angebot hätte ich nie den ersten Schritt gemacht.
« Letzte Änderung: 16 Oktober 2018, 15:43:26 von Balduin »

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Offline taro

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #5 am: 16 Oktober 2018, 15:47:05 »
???
Sorry, aber ich verstehe nur Bahnhof.
Was hat der SHG Besuch direkt mit der Offenbarung Bekannten gegenüber zu tun?

Nasse Spieler ohne Einsicht, was sollen die Dir jetzt genau antun, davon hab ich ja noch nie gehört.
<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #6 am: 16 Oktober 2018, 15:58:09 »
Habe den Chat von Paysafemaster gelesen und den Gedanken gehabt, mich mit für mich anstrengenden Persönlichkeiten auseinandersetzen zu müssen. Mich hat das Geschriebene aufgeregt. Ich könnte im Moment solchen Erzählungen weder ruhig  zuhören noch hilfreich sein.

Ich denke, jeder verdient Hilfe und Jemanden, der ihm zuhört . Ich finde es nicht in Ordnung, mich in eine Gruppe zu begeben und anderen nicht die gleiche Geduld entgegenzubringen, die ich selbst erwarte. Bin zu sehr mit mir selbst beschäftigt.

Zum anderen Punkt hatte ich den Gedanken, dass mich die Gruppe früher oder später damit konfrontiert, dass ich mich offenbaren muss und alles andere wieder uneinsichtig ist...
« Letzte Änderung: 16 Oktober 2018, 16:00:53 von Balduin »

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Offline taro

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #7 am: 16 Oktober 2018, 16:09:50 »
In GA Gruppen in die ich gehe ist die einzige Bedingung für die Mitgliedschaft der aufrichtige Wunsch mit dem spielen aufzuhören.
Jemand wie paysafemaster würde mit den gleich Schilderungen wie hier des Meetings verwiesen.

Die Gruppe ist nicht dafür da mir zu sagen was ich machen muss, da muss ich schon selber drauf kommen.

Ich beschreibe es immer so, eine Altagssituation, es gibt sagen wir 200 Möglichkeiten darauf zu reagieren. Im Meeting höre ich im Laufe der Zeit 190. Einige brachten die Redner voran, andere hatten mit Ihrer Möglichkeit Rückschläge und wieder andere Rückfälle. Von diesen 190 Möglichkeiten die ich nun kennen gelernt habe suche ich mir eine aus, die für mich passt. Die Möglichkeiten die zum Rückfall führten lasse ich mal einfach liegen, genügt für mich wenn andere die Erfahrung gemacht haben.
<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

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Offline Olli

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #8 am: 16 Oktober 2018, 16:16:38 »
Hi Balduin!

Eine SHG, eine Beratungsstelle und all die anderen Anlaufstellen der Suchthilfe sind kein Garant für anhaltende Abstinenz.
Ist ja auch klar - wenn Du als Spieler entscheiden würdest erneut auf den Putz zu hauen - wer sollte Dich hindern?
Du triffst diese Entscheidung ja ganz alleine für Dich.

Aber ... die Wahrscheinlichkeit die Abstinenz zu erhalten steigt mit jedem Besuch oder jedem Treffen!

Die nassen Spieler in den Gruppen gibt es immer wieder und ich wage zu behaupten, dass dies normal ist.
Auch ich war in einer GA-Gruppe und auch hier wäre der Person das Wort sanft enzogen worden.

Du vermutest ja, dass solch eine Persoin Dich triggern könnte.
Was aber, wenn Du sie als "abschreckendes" Beispiel ansiehst? Die Betrachtungsweise also einfach mal drehst? Einen Vorteil daraus für Dich ziehst?

Du "musst" Dich nicht Deinen Freunden und Bekannten outen!
Ich bin immer dafür dort mit offenen Karten zu spielen, wo andere in Dein Spiel involviert sind.
Also ... Ehefrau, Eltern, Freunde, bei denen Du Dir Geld leihen könntest etc.
Dies dient ja auch Deinem eigenen Selbstschutz.
Aber "müssen"? Nein ...

Irgendwann saß ich mal mit einer Freundin in einer Kneipe an einem Tisch.
Sie machte gerade eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin.
Ich vertraute ihr also an, dass ich spielsüchtig sei.
Während unserer Unterhaltung setzten sich immer mehr Freunde hinzu.
Der Tenor: Olaf, wir wussten es längst - wollten Dir aber nicht zu nahe treten mit unseren Fragen.
Von dem Zeitpunkt an wussten alle offiziell Bescheid.

Zitat
Da bricht ein Bild von einer starken Persönlichkeit zusammen.

Du hast ganz bestimmt viele starke Aspekte in Deiner Persönlichkeit.

Deshalb hatte ich ja auch oben die "5 Säulen der Identität" benannt.
Was spricht denn dagegen bei einer der Säulen zu schwächeln?
Ich glaube, dass es nur ganz wenige Menschen gibt in unserer Gesellschaft, wo die Füllstände allesamt überdurchschnittlich sind.
Glaubst Du dazu gehören zu müssen? Wohl kaum ... oder?

Ist Dir nicht auch schon bei anderen unter gekommen, dass sie zwar nach außen stark wirken - wenn Du sie aber näher kennst, Du sie aber eher als butterweich ansiehst?

Zu den Stärken eines Menschen gehört nun mal auch seine Schwächen akzeptieren zu können!

Du darfst Dir erlauben auch Schwächen zu haben!

Zitat
nur aufgepasst, dass mich Niemand beim Zocken sieht

Ja klar ... habe ich damals auch so versucht ... :)

Wie wäre es denn einmal damit - nur für Dich selbst - einen kleinen Aufsatz darüber zu schreiben, wieso Du so agiert hast?

Zum Schluss noch ... habe bitte nicht das Gefühl, dass ich bedränge. Du triffst Deine Entscheidungen selbst ... basta! :)
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline andreasg

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #9 am: 16 Oktober 2018, 16:45:20 »
Hallo Balduin,

wenn Du in eine (GA) Spieler - Selbsthilfegruppe, also eine ungeleitete Gruppe kommst, brauchst Du nur den Wunsch zu äußern, mit dem Spielen aufzuhören. Nur der Wunsch ist die alleinige Verpflichtung.
Du wirst nicht gleich in die Raummitte gestellt, und mußt die Hosen runter lassen, wenn die nicht schon verspielt sind. Was bleibt Dir dann. Manchmal ist es gut, einfach nur dabei zu sein, und zuhören, wenn andere gleichermaßen Betroffenen ihre Wege aus der Spielsucht erzählen, sprich Teilen.
Eine Gruppe dieser Art setzt sich aus mehreren Kriterien zusammen:

Eine Willkommenskultur, Du bist angenommen;

Es wird Literatur angeboten und oft in Auszügen gelesen. Alle diese Hefe und Bücher sind alleine von süchtigen Spielern verfasst!

Jede/jeder kann von sich persönlich, in einem Monolog sprechen, ohne unterbrochen zu werden;

es gibt Zwölf einfache Schritte auf dem Weg der Genesung und Zwölf Traditionen für das Gelingen einer Gemeinschft, diese Kriteren sind der Leitfaden.

Nach dem eigentlichen Meeting findet sich ein erfahrenes Mitglied, dem Du Fragen stellen kannst, weil am Anfang nicht alles zu verstehen ist.

Komm wieder, es hilft!

Für besondere Themen wie Umgang mit Spieldruck, führen eines Haushaltsbuchs lassen sich Gruppenmitglieder finden, mit denen Du per Telefon oder Whatts App komunizieren kannst, es wird auch Sponsoring genannt.

Oft sind es Ängste, die Zweifel, Skupel erzeugen. Das Forum, besonders dieses hat den Vorzug, daß sich ein Troll auch anhand seiner IP Adresse entlarven läßt. In der Gruppe wird nimand so leicht rausgeschmissen. Da müssen schwere Straftaten verübt werden, und das habe ich in meinen geschätzt 3.000 Meetings noch nicht erlebt!

Von all' den schwierigen Charakteuren beanspruche ich von mr, auf Augenhöhe zu gehen. Mir ist das große Geschenk der Spielfreiheit zugetragen worden, und ich freue mich über jede/jeden, der mit mir diesen Weg gehen will.


Also Balduin, wenn Du magst, mach' Dich auf den Weg, bring' Paysafemaster mit, vielleicht lernt ihr mich ja wirklich kennen.

schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #10 am: 16 Oktober 2018, 17:16:01 »
Danke für Eure Mühe. Es arbeitet in mir. Ich melde mich wieder.

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Offline TAL

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #11 am: 16 Oktober 2018, 18:09:25 »
Hallo Balduin,

In großen Teilen, und bis auf den letzten Absatz, erinnert mich dein Beitrag #4 sehr stark an jemanden, der grad auf dem Sofa sitzt, aber leider keine Zeit mehr hat, die  Gedanken in Worte zu fassen, da die bessere Hälfte in den nächsten Minuten nach Hause kommen dürfte...

Das muß also erstmal warten.

Ich wollte dir dennoch eben zu deiner Entscheidung gratulieren. Es ist das einzig richtige.
Mit Was-wäre-wenns kann man sich immernoch beschäftigen, wenn der Zeitpunkt da ist.
Im Endeffekt wird ja bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

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Offline Olli

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #12 am: 16 Oktober 2018, 23:16:25 »
Hi Balduin!

Zitat
Es arbeitet in mir.

Das ist genau das was zählt!  :)

Ich danke Dir für diesen Satz!

Andreas Beitrag kann ich nur bestätigen.
Als ich damals in die GA-Gruppe ging, war ich eher der große Schweiger.
Das wurde von den Anderen akzeptiert. Sie kannten es bereits.
Es klingt wie eine Plattitüde ... aber sie kannten mich bereits.
Wichtig war das Zuhören - die Beschäftigung mit dem Gesprochenen.
Genau wie bei Dir gerade hier im Forum.

Obwohl wir uns ja nicht kennen - ich freue mich über diesen Satz von Dir!

Weiter so ,,, :)
« Letzte Änderung: 16 Oktober 2018, 23:22:38 von Olli »
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline taro

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Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #13 am: 17 Oktober 2018, 12:44:58 »
Der entscheidende Unterschied zu einem Forum ist,  das du dort Menschen anschaust.  Du siehst ihre Mimik und Gestik während sie sprechen und du sprichst.  Ich habe mich sofort aufgehoben gefühlt wie noch niemals zuvor.  Ich verstand und würde verstanden.
Das ist auch der Grund warum es Meeting keine Trolle gibt.

Taro
<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

Re: Entschluss ist gefasst.
« Antwort #14 am: 18 Oktober 2018, 12:48:16 »
Wow, soviel Mühe und Zuspruch - und so eine nette Einladung (Andreas). Hab mal geschaut, GA gibt es bei mir, Zeit passt.

Hatte gestern meine erste große Hürde. Habe eine kleine, zu diesem Zeitpunkt unerwartete Zahlung aufs Konto bekommen.

Ich bin auf dem Rückweg aus der Stadt an der Spielhalle vorbei, wo ich seit 20 Jahren spiele und jetzt nicht mehr spielen möchte. Einen Umweg machen? (ich bin doch stark, solche Situationen werden mir immer wieder begegnen, ich muss damit klarkommen- so meine Gedanken) - also den direkten Weg genommen, der mich im Abstand von 50 Metern vorbeigeführt hat. Dann kam der Gedanke: Ich kann doch mal 2 € auf das Gerät laden und dann wieder rausdrücken. Vielleicht um zu gucken, ob ich standhaft bin. Völlig irrational, aber im Prinzip war es immer so, wenn nach Abstinenzgedanken (die zwischen 10 Minuten und einigen Tagen angehalten haben) wieder spielen ging. (20,00 € sind doch kein Problem, wenn ich 10,00 € im Plus bin geh ich raus, das hat doch  schon mal geklappt.....).

Ich habe nur extrem schwer Kontrolle, wenn ich mich in Gefahr begebe, das habe ich noch nicht verinnerlicht.

Positiv: Ich habs nicht gemacht (ohne mein Schreiben hier, wäre ich rein)
Negativ: Ich hatte den ganzen weiteren Abend Schauer über den Rücken, die ich auch in letzter Zeit nach den Spielhallenbesuchen hatte. Ich spiele weiter - im Moment in meinen Nachtträumen. Nicht jede Nacht, aber gestern Nacht extrem.
Positiv: Ich spiele im Moment nicht in meinen Tagträumen. Ich hatte schon mehrfach das Bedürfnis, mir das Handyspiel mit den Belohnungen in Form von Werkzeugen wieder draufzuladen, ich hab´s nicht gemacht. Es ist bislang nicht zu schwer für mich.

Es ist schwer, aber ein Anfang ist gemacht.

 

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