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Ich spiele viel zu viel

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Ich spiele viel zu viel
« am: 24 Mai 2020, 01:20:54 »
Hallo Leute,
ich habe schon länger ein Problem mit dem Spielen. Der Erstkontakt war 2015. Dort hatte ich an einem Touchbetroulette aus 10€ 450€ gemacht. Das war ein unglaublicher Run gewesen, die Gewinne kamen aus Pleingewinnen, wobei ich nur 3, 4 Zahlen pro Runde gespielt hatte. Man hört oft das ein größerer Gewinn am Anfang zu einer deutlich erhöhten Gefahr für Spielsucht und problematischem Spiel führt. Stand aktuell: Mindestens 10000€ seitdem verbraten. Durch Corona und Kurzarbeit 0 habe ich angefangen Online zu spielen. Auch wenn die Verluste teilweise nicht höher sind als Live macht mir die Dauerverfügbarkeit Angst. Zu einer Spielbank musste ich etwas gescheites anziehen und locker erst mal 90 Minuten fahren. Das gibt es online und bei Spielhallen nicht. Auch wenn ich den Spielhallen nicht sehr viel abgewinnen kann, habe ich auch diesen ein paar Besuche abgestattet. Ich hatte schon lange Bauchschmerzen nach Spieltagen (Spielbanken) und den Verlusten die es teilweise gab, aber mich hat es immer wieder dort hin zurückgeführt.
Motivation: Hilfe gegen Einsamkeit, im Gewinnfall das Gefühl etwas zu haben auf das man Stolz sein kann (Roulette) und ganz viel Ablenkung. Auch ein bisschen der Traum Geld zu haben. Ich habe davon eigentlich genug und bin sonst extrem sparsam. Mein Auto ist (nicht sicherheitstechnisch) komplett am Ende und sieht auch so aus, aber es fährt noch und hat Tüv. Genauso mit vielen anderen Sachen die ich habe. Ich gebe sehr ungern Geld aus. Außer für das Spielen und teilweise auch Prostituierte. Eigentlich aus sehr ähnlicher Motivation. Ablenkung, gegen Einsamkeit und für das Gefühl etwas geleistet zu haben (auch wenn das rational Blödsinn ist). Das sind zwei Punkte die sehr teuer werden können und vor allem dauerhaft keinesfalls glücklich machen können.
Ich hatte nach beendetem Studium durch spezielle Arbeitszeiten sehr viele Probleme mich mit alten Freunden zu treffen, auch war ich Kopfmäßig Dauergestresst und wollte eigentlich immer nur abschalten. Ich hatte auch ca. 2 Jahre Antidepressiva genommen. In der Zeit in der es mir Stimmung mäßig deutlich besser ging (nach Medikamenteneinnahme) stieg leider auch das Spielen an. Genauso mein Appetit und ich habe heftig zugenommen. Das hat zunehmend mein Selbstbewusstsein belastet und mich zusätzlich gestresst. Spiel und auch Sex waren Ventile um mich zu entspannen. Ich habe aus beiden Lastern noch keine Ernsthaften Konsequenzen zu spüren bekommen. Ich bin aber auf dem besten Weg dahin. Allein vom Geld das ich diesen Monat verspielt habe, hätte ich mir unglaublich viel leisten können. Aber ich hätte es auch nicht für mich selbst ausgeben können. Z.b. Kleidung, gutes Essen, Ausgehen ( soweit das gerade möglich ist) Motorrad und Autopflege. Oder auch das Geburtstagsgeschenk für meine Schwester. Ich habe ernsthaft gedacht das 25€ statt 15€ zu teuer wären oder schaue nach Preisen von Kaffee und Getränken unterwegs während ich wie heute Abend 100€ in zwei Stunden vernichtet habe. Ich möchte mein Geld und meine Zeit (sobald ich wieder weiter arbeite) auch nicht so sehr verschwenden. Momentan habe ich viel zu wenig zu tun.
Ich mache hier mal eine kleine Pause mit dem Schreiben und Liste aus meiner Haushalts App meine Spielausgaben und Einnahmen diesen Monats hier rein.
Spielhallen: Gesamtverlust: 177,70€
Onlinecasino: Einzahlungen: 930€ Auszahlungen: 500€
Gesamt Verlust: 607,70€
Im April waren es gesamt 430€ Verlust.
Ich hatte einmal in einer Spielbank 700€ Verlust an einem Abend. Aber trotzdem fühlt sich es heftiger an das Online zu verlieren. Es war natürlich auch nicht schön das offline zu verlieren :D
Mit freundlichen Grüßen,
Kasara
« Letzte Änderung: 24 Mai 2020, 01:27:38 von Kasara »

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Offline Olli

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Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #1 am: 24 Mai 2020, 13:09:05 »
Hi Kasara!

Herzlich willkommen!

Zitat
In der Zeit in der es mir Stimmung mäßig deutlich besser ging (nach Medikamenteneinnahme) stieg leider auch das Spielen an.

Einige Antidepressiva beinhalten einen Stoff, der das Glückspiel fördert. Erkundige Dich mal bei Deinem Arzt nach einem Ersatz für das damalige Medikament.
Wie kam es denn, dass Du es abgesetzt hast, obwohl es Dir doch damit besser ging?

Zitat
Aber trotzdem fühlt sich es heftiger an das Online zu verlieren. Es war natürlich auch nicht schön das offline zu verlieren

Was folgert denn daraus für Dich? Was hast Du vor?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #2 am: 24 Mai 2020, 18:50:59 »
Hallo Olli,
zu den Antidepressiva: Es war Sertralin ein SSRI
Es wurde abgesetzt nach 2 Jahren zusammen nach Plan des behandelnden Arztes. Also nicht selbstständig. Seitdem ist auch das Gewicht (war hoch bis 120 kg) langsam rückläufig. Was mir auch sehr wichtig ist.

Zu meiner Folgerung: Mir fehlt es massiv an Lebensinhalten, sowohl was soziale Kontakte angeht, als auch gescheite Hobbies, berufliche Ziele. Früher war mir Sport sehr wichtig, vor allem Krafttraining und Rennradfahren, ich Versuche gerade das Radfahren wieder zu starten. Problem ist etwas das ich mit aktuell 110 kg eigentlich über jeder Zulassung bin. Mein altes Rad ist in einem schlechten Zustand dafür aber relativ stabil gebaut (und 1-2 kg schwerer als Standard ist in der Preisklasse) Als ich es mir damals gekauft hatte war ich für Radfahrer schon kein Leichtgewicht bei etwa 84 kg. Hält eher Sprinter als Bergfloh. Ich hasse es so auszusehen. Krafttraining ist erstmal durch Corona ausgesetzt. Ich weiß auch nicht wirklich wie ich gescheitert Kontakte aufbauen soll, da ich vor allem in Abend/ Nachtschicht arbeite und besonders soziale Zusammenkünfte oft verpasse. Fast alle Feiern hält am Wochenende oder gehen Abends aus.
Gruß
« Letzte Änderung: 24 Mai 2020, 18:53:47 von Kasara »

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Offline Wolke

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Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #3 am: 24 Mai 2020, 18:59:24 »
Hallo Kasara,

kannst du nicht mal Schichten tauschen? Wenigstens alle 10-14 Tage?

Dank Corona hab ich jetzt auch Schichtdienst. Spät oder Nachtschicht sind gut für den Haushalt und die Frühschicht für soziale Kontakte. Deswegen ist ein Wechsel fair und gut.

LG Wolke

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #4 am: 24 Mai 2020, 21:17:31 »
Hallo Wolke,
zum Schichtwechsel müsste ich meine Arbeitsstelle wechseln. Ich habe leider keine Möglichkeit Früh zu Arbeiten. Eventuell ist das aber denkbar. Es ist auf Dauer einfach nicht sozial so zu arbeiten.
Für den Moment dürfte das aber erst mal wegfallen. Immerhin habe ich einen sicheren Job nach Corona und war jetzt auch durch Aufstockung des Kurzarbeitergeld gut versorgt. Langfristig sieht es aber bestimmt anders aus.
Gruß

Edit: Ich habe heute Abend wieder 100€ eingezahlt... Ehrlichkeit muss sein und ich darf mich da nicht selber verarschen. Was tue ich mir da an?
Ich muss sagen das mein Gehirn sich ziemlich wohlgefühlt hatte solange ich im Plus war. Aber sobald mal das Minus angefangen hat ist es damit vorbei... Wie gesagt ich verarsche mich noch selber im Moment. Ich bin mir aber auf der Schliche  ::)
« Letzte Änderung: 25 Mai 2020, 01:30:31 von Kasara »

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #5 am: 25 Mai 2020, 01:56:25 »
Ich glaube ein Teil von mir WILL noch spielen und ist nicht bereit das aufzugeben. Habt ihr Erfahrungen damit gemacht, wenn man noch nicht 100% bereit ist emotional los zu lassen? Rational weiß ich das es problematisch ist und ich sicher nicht alles einfach zurückgewinnen werde. Emotional hänge ich noch an dem verlorenen Geld bzw. am Traum davon Geld zu machen mit dem Spielen...
Gruß

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Offline Wolke

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  • 528
Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #6 am: 25 Mai 2020, 07:26:04 »
Hallo Kasara,

sperr deine Konten so,dass du kein onlinebanking mehr machen kannst. Gamban auf den PC,Handy und Tablet installieren und verabschiede dich von dem Gedanken so Geld zu verdienen oder es “ einfach“ zurückgewinnen zu können.

Der Suchtdruck wird dich zwingen wieder zu spielen und dagegen musst du was tun. An deinen Gewohnheiten,Gedanken und Gefühlen musst du arbeiten,am besten mit professioneller Hilfe.

LG Wolke

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Offline andreasg

  • *****
  • 1.409
Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #7 am: 25 Mai 2020, 08:49:28 »
Guten Morgen Kasara,

sei geduldig mit Dir selber. Du und ich, wir haben die Corona Pandemie nicht erfunden, aber wir sind gehalten,  die Regeln zur Eindämmung des Virus einzuhalten.

So ist es auch mit der Spielsucht . Ich weiß nicht, wohin das Glücksspiel und damit  die Spielsucht mich noch bringen wird. Ich weiß nur, Heute - kann ich spielfrei bleiben.

Die Zusage der Landesregierung,  daß Spielhallen wieder öffnen dürfen, hat mich angetriggert. Vor meinem geistigen Auge habe ich wieder Dpielautonaten gesehen, wieder dad Gefühl im Daumen an der Risikotaste.... das hört nicht auf, bei mir ist das so.

Ich mache Umwege um Spielstätten und meide tunlichdt das Rotlichtviertel, aber die Sucht hst sich im Gehirn verankert.

Gestern habe ich an einem Telefonworkshop teilgenommen,  wo es ua. darum ging, Inventur zu schreiben,  die einem Menschen vorzulesen, der genau das Thena (hier Spielsucht)  hat,  und mir nur durch zuhören hilft, es loszulassen.

Deshalb bitte schreib weiter,  auch wenn ed noch msl und wieder 100€ kostet,  der Spieldruck wird schwinden,, wril dich die Einstellungen um Kopf ändert.

Fie von Wolke genannten Maßnahmen sind selbstredend ein guter Weg, um sich auf Distanz zum Spielen zu bringen.

Schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline Olli

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Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #8 am: 25 Mai 2020, 10:44:04 »
Hi Kasara!

Zitat
Ich glaube ein Teil von mir WILL noch spielen und ist nicht bereit das aufzugeben.

Ja, wer kennt das nicht. Es existiert eine Ambivalenz, die logisch nicht einfach erklärbar ist.

Das liegt nun mal daran, dass, wie bei jeder Sucht, Emotionen im Spiel sind, die jermeindlich jedweder Logik wiedersprechen.

So lange dies so bleibt, ändert sich auch nichts an diesem Teil der spielen will.

Zitat
Ich bin mir aber auf der Schliche

Ein wenig Humor schadet nie ... :) ... allerdings ist diese Einstellung vollkommen richtig.

Die Frage ist nun nur, mit wie viel Energie und Engagement Du Dir auf die Schliche kommen möchtest.

Du kannst eine Suchtberatungsstelle in Deiner Nähe kontaktieren, einen Termin ausmachen und dann auch hingehen.

Mit etwas weniger Engagement ruft Du die Hotline oben an oder gehst mal in den Beratungschat der LK-Glück (der Link steht auch oben auf der Seite).

Mit noch weniger Engagement schreibst Du einfach hier im Forum weiter.

Mit noch weniger Engagement spielst Du eben weiter.

Das liegt alles in Deiner Entscheidung.

Einige Ansatzpunkte hast Du ja schon für Dich aufgebröselt. Gar nicht mal so schlecht ...

Langeweile ... nun, wer hat die nicht hier und da? Es gilt sie auszuhalten und ja ... auch sie einfach mal zu genießen. ;)

Dagegen möchtest Du wieder etwas unternehmen. Radfahren möchtest Du wieder - prima, Kraftsport geht momentan nicht, sagst Du.

Wenn Dir das so viel Spaß macht, dann brauchst Du dafür auch kein Fitnesstudio. Gehe in den Wald und stemme herumliegende Baumstämme.
Nimm ein Tau mit, befestige es irgendwo und verpasse ihm abwechselnd rechts und links eine Wellenbewegung.
Wenn das nicht anstrengend genug ist, dann knote Holzstücke oder dickere Steine hinein.
Vielerorts gibt es noch die Trimm-Dich-Pfade. Auch hier kannst Du fest installierte Gegenstände, an denen Du Dich auspowern kannst.
So wird der Wald selbst zu Deinem höchstpersönlichen Fitnessstudio ganz ohne Öffnungszeiten.

Ich war auch immer schlank und rank und fand "Dicke" auch nicht wirklich ansehlich.
Heute bin ich auch etwas kräftiger ;) und trage ein kleines Fässchen vor mir her.
Das ist aber OK für mich. Es belastet oder stört mich nicht.
Habe mich länger nicht mehr gewogen, schätze aber, dass ich so 105 kg auf die Waage bekomme - bei 1,90 m Körpergröße.

Anders als bei Dir besitze ich nicht den Willen dies zu ändern.

Dann machst Du Dir Gedanken, wie Du wohl mit Deinem Gewicht auf dem Drahtesel aussiehst.
Nun, wenn ich sehe, dass eine "Presswurst" (ich übertreibe mal bewusst ;) ) Sport betreibt, dann verspüre ICH Hochachtung vor der Person.
Sie hat es im wahrsten Sinne des Wortes "schwerer" diesen Sport zu betreiben, als eine bereits durchtrainierte schlanke Person.
Sie benötigt mehr Kraft und wahrscheinlich auch viel mehr Motivation und Willensstärke.
Und nun frage ich Dich: Wer hat Dir diese Flausen in den Kopf gesetzt?
Du möchtest den Sport doch nicht für Andere machen, sondern ganz alleine für Dich.
Du möchtest Dich in Deiner Haut wohler fühlen!
Also rauf aufs Rad und presche los ... habe Spaß ...



Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #9 am: 25 Mai 2020, 12:03:05 »
Erstmal eine kurze Antwort, später lese ich nochmal alles durch.
Ich werde meine Zweitkonto Karten (Giro + KK) an meine Familie geben. Mein Hauptkonto wird weiterhin Online-Banking haben. Die Sache ist das ich vor allem über Paysafecard eingezahlt habe. Allerdings brauche ich auch einen Auszahlungsort und das wird niemals über mein Hauptkonto laufen (Sparkasse in einer Kleinstadt) Die sind noch halbwegs aufmerksam und überprüfen im Zweifel auch mal wenn es Auffälligkeiten gibt. Besonders falls ich mal sowas wie Auto finanzieren möchte ganz zu schweigen von Immobilien oder ähnlichem.
Und ich werde immer mal wieder hier schreiben. Nächstes Mal bevor ich etwas Einzahlen bzw. wenn ich ein starkes Bedürfnis bekommen sollte.
Gruß
Edit: Karten sind abgegeben.
« Letzte Änderung: 25 Mai 2020, 13:31:11 von Kasara »

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #10 am: 25 Mai 2020, 21:35:23 »
So, ich Versuche mal noch auf die Kommentare einzugehen. Zum Thema komplett sperren, muss ich sagen Das ich davon aktuell nicht viel halte. Ich verstehe das es bei großem Druck manchmal nicht anders geht, aber ich will mit auch Optionen offen lassen die Massnahmen zu verstärken. Ich gehe davon aus das man mit genug Druck einen Weg suchen würde der wahrscheinlich dann noch schlechter wäre als das was gerade möglich wäre. Ich weiß nicht ob das nachvollziehbar ist, aber ich möchte es mir erstmal erschweren, so dass ich mich aktiv damit beschäftigen muss falls ich auf Ideen komme. Ich würde das wohl eher als Herausforderung sehen wenn ich mich wirklich komplett sperren lassen würde inklusiv Banking.
Ich setze jetzt erstmal auf Kommunikation (hatte ich noch nie - ich hatte immer alles mit mir selbst ausgemacht) und Ehrlichkeit.
Vorteil ist das es Mittwoch nach Kurzarbeit 0 endlich weitergeht und ich beschäftigt sein werde. Und ganz viele Sozial Kontakte wieder aufleben werden. Vielleicht bin ich auch naiv. Ich habe es mal im Hinterkopf. Und ich verspreche hiermit das ich hier schreiben werde wenn ich das Gefühl bekomme das ich unbedingt Geld einzahlen möchte oder zocken will.
Zum Sport. Ich bin dabei rein zukommen und mit dem Aussehen meine ich nicht das Radfahren sondern mit BMI im Adipositasbereich herumzulaufen, zwischenzeitlich sogar mit Adipositas zweiten Grades. Das ist alles nicht mehr so witzig. Bin auch keine 1,90 m sondern ein ganzes Stück kleiner ;) Ich Versuche mein bestes wieder fit zu werden. Ich hatte zwischenzeitlich auch Cross fit gemacht, bin steile Strecken hoch gerannt Und hatte Radtouren jede Woche die über 100 km lang waren. Das weiteste waren 230km an einem Tag. Danach war ich zwischenzeitlich halt quasi ein Sitzsack mit entsprechender Bewegung. Das zieht schon runter. Aber mehr als wieder fit zu werden kann ich nicht machen  ;)
Heute war ich unterwegs mit dem Motorrad und habe Grundstückspflege gemacht. Gerade schaue ich Wer wird Millionär und freue mich auf die Arbeit. Ich werde immer mal wieder hier schreiben, eventuell auch mal einzelne Spieltage für mich selbst auf Schlüsseln.
Danke und Gruß

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Offline Olli

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Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #11 am: 25 Mai 2020, 22:32:04 »
Hi!

Danke für Dein Feedback!

Ich darf mal kurz auf einen Punkt eingehen, den ich leider viel zu häufig lese und der leider mit einigen Selbstverletzungen einher geht.

Zitat
Ich weiß nicht ob das nachvollziehbar ist, aber ich möchte es mir erstmal erschweren, so dass ich mich aktiv damit beschäftigen muss falls ich auf Ideen komme.

Um das Kind beim Namen zu nennen: Das ist zocken! Zocken mit Deinen Gefühlen.
Du musst Dich nicht erst damit beschäftigen, wenn der Druck zu spielen da ist.
Dann bist Du abgelenkt und kannst primär nur noch Dich mit suchtfördernden Gedanken beschäftigen.

Das ist wie ein Hütchenspiel, dessen "Regeln" Du ja sicher kennst.
Er bringt nichts zu versuchen der Erbse unter der Nußschale zu folgen, wenn Letztere mit zwei Anderen in Windeseile ihre Plätze tauschen.
Du siehst vorher im TV Dokumentationen im TV, die davor warnen, oder gehst am Tag der Offenen Tür zur Polizeibehörde und lässt Dich über Betrugsmaschen aufklären.
Dann weisst Du, dass die Erbse bis kurz vor dem Lüften des Geheimnisses in der Hand des Betrügers ist und Du folgst nicht den Schalen, sondern den Fingern des Betrügers.
Du weisst, wie es funktioniert und stellst Dich nicht emotional auf die Jagt nach der Erbse und dem erwarteten Gewinn ein, Du sagst "Nein, danke", wenn Du angesprochen wirst und denkst bei Dir selbst; "Mit mir nicht, mein Freund!"

Du brauchst Dir nichts zu beweisen. Auch nicht "nur dieses eine Mal".
Das Fatale ist nämlich, dass die Selbstregulation in diesem Moment funktioniert. Das nächste Mal vielleicht auch noch. Doch dann gesellt sich neben dem Stolz auf den eigenen Erfolg noch ein Quentchen Überheblichkeit ein. Schwubs ... Rückfall ... wie konnte mir das bloß passieren?

Du bist geschickt meinen Vorschlägen Dir Hilfe zu suchen aus dem Wege gegangen.
Doch gerade, wenn Du mit Depressionen zu kämpfen hast, dann solltest Du Dir Hilfe vor Ort gönnen.

Vorerst ist es aber ein guter Vorsatz erst einmal hier zu schreiben, wenn Dich das Suchtteufelchen zwickt.
Mache dies bitte früh genug, damit er nicht zum Suchtteufel wird und Dir heftig eine drüberzwiebelt.

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #12 am: 27 Mai 2020, 02:20:59 »
Hallo Olli,
ich weiß nicht ob ich dich richtig verstehe.
Ich gehe einfach davon aus, das immer die Möglichkeit bestehen wird irgendwie zu zocken wenn man denn wirklich will. Natürlich sollte man nicht irgendetwas griffbereit haben, aber ich denke das das abgewöhnen besser ist wenn man es in einer realistischen Umgebung macht. Menschen schaffen auch z. B. Rauchen aufzugeben. Und man kann niemals Zigaretten komplett aus dem Weg gehen. Wie gesagt, Versuche ich erstmal diesen Weg mit Kommunikation und sozusagen freiwilligem aufhören weil es mir zu blöd wird. Falls es zu weiteren Problemen kommt sind immer noch alle Möglichkeiten offen. Wichtig ist erstmal das ich anderen und vor allem mir selbst authentisch gegenüber trete und auch Sachen rauslasse. Ich weiß durch lesen hier das die meisten ziemlich harte Wege befolgen und auch raten einen kompletten Schnitt zu machen. Ich kann den Sinn solcher Schritte auch nachvollziehen. Ich weiß nicht ob ich wirklich diese Härte schon brauche. Bzw. meine Schmerzgrenze soweit erreicht ist, das ich das mit mir machen lassen würde (Sonst bringt das alles nichts). Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder ich schaffe es so voranzukommen und mich in anderen Bereichen wieder besser zu verwurzeln oder ich merke das es mir sehr schwer fällt und dann - das verspreche Ich - kommt der nächste Schritt.

Gruß

*

Offline Olli

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Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #13 am: 27 Mai 2020, 07:01:30 »
Guten Morgen!

Ähmmmm ... das nächste Zocken ... keine Versprechungen bitte ... :)

Na mal im Ernst ... es ist doch absolut üblich, wie Du Dich gerade windest.

Ich kaufe mir gerade jede Menge Einzelteile zusammen, die ich für einen WinDart benötige.
Tja, ich bin Vermessungstechniker von Beruf und ich wurde als Sohn eines Fliesenlegers dem Bauwesen nahe gebracht.
Ein Windart ist ein Automat, auf dem man Softdarts spielen kann. Nun gibt es so etwas natürlich fertig zu kaufen.
Doch ich möchte mein eigenes Gerät an die Wand hängen. Mit Beleuchtung, mit Wettkampfscheibe, dem gewohnten Display, einem Touchscreen, mit Sensorik, die verhindert aus Versehen Pfeile nachzudrücken, Zugang zum Internet, um Online gegen Andere anzutreten, mit Webcam und noch vielen anderen Features.

Dies ist momentan mein Ziel. Vergleichen wir es ruhig mit Deinem. Am Ende soll da ein schönes Möbel an der Wand hängen.
Ich habe mich einer Community angeschlossen, die sich selbst diese Geräte baut.
Losgetreten hat das jemand, der eine Platine entwickelt hat, um die Scheibe an einen Computer anzuschließen.
Dann gibt es wieder welche, die Trägerplatten für die Scheiben anfertigen. Da sind alle Bohrungen schon vorhanden, alle Schrauben sind dabei, Scharniere etc.
Wieder der Nächste baut Platinen, um das originale Display anzuschließen.
So geht das immer weiter ... was für einen Touchscreen nehme ich ... welchen MiniPC mit welchen Voraussetzungen verbaue ich am Besten ...

Klar ... ich könnte das alles selbst heraus finden. Da braucht viel Zeit und Experimentierfreudigkeit.
Doch wenn ich experimentiere, dann gibt es auch Fehlschläge - ich werde in meinem Bemühen mein Ziel zu erreichen zurück geworfen.

Also nutze ich diese Hilfe. Da ist nur niemand, der von sich aus auf mich zu kommt. Zu fragen ist meine Aufgabe.
Und wie ich erfahren durfte, sind wildfremde Menschen sowas von Hilfsbereit.
Sie erinnern sich, wie sie selbst ihren Dart gebaut haben. Auf welche Tücken sie gstoßen sind - und wie ihnen selbst geholfen wurde.
So geben sie ihre Dankbarkeit weiter, indem sie Anderen helfen.

Ich werde den Korpus für meinen Dart übrigens von einem Schreiner anfertigen lassen.
Ja, der wird etwas kosten. Aber ich bin bereit zu investieren, damit mein WinDart am Ende wie ein Möbelstück aussieht und nicht wie eine Katoffelkiste.

Wenn ich mir jetzt Dein Versprechen anschaue, dann bist Du bereit mit wenig Aufwand die Kartoffelkiste aufzuhängen.
Du bist bereit mit ihr zu leben und dann erst zu schauen, ob dieses Leben Dir gefällt.
Wenn nicht, na dann löst Du eben Dein Versprechen ein. Ich prophezeihe Dir aber, dass Du auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder Ausreden finden wirst.

Schaue Dir also bitte jetzt Dein Ziel an. Bist Du mit der Kartoffelkiste zufrieden? Oder soll es doch ein Porsche sein?
Welche dieser beiden Alternativen würde Dich zufrieden machen?

Dann erst schaue, was Du investieren musst.

Ich habe oben das Wort Ausrede benutzt. Im Finden von Ausreden kann uns niemand etwas vormachen ... :)
Dein ganzer letzter Beitrag ist eine Ausrede - und das ist von mir gar nicht böse gemeint.
Was steckt dahinter, dass Du so verschlossen bist?
Du hast ein Problem - Du möchtest es los werden.
Es gibt Hilfe, die Dir beim Erreichen Deines Zieles helfen können - Du lehnst ab.
Was ist es, dass Du diesen Schritt nicht gehen magst?

Bist Du Dir selbst so wenig wert?

 

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich spiele viel zu viel
« Antwort #14 am: 28 Mai 2020, 00:19:38 »
Hallo Olli,
ich finde es gut, hier auch andere Meinungen zu lesen. Ich mache aktuell das was für mich richtig und möglich erscheint. Es kann sein das das nicht reichen wird. Ich habe aber bewusst keinen besonderen Anspruch an mich. Das erzeugt Druck und Perfektionsgedanken. Ich bin bereit einen anderen Weg zu nehmen, aber der ist nicht festgelegt und hat keine Timeline. Mag sein das es eine Ausrede ist, aber aktuell reichen mir die Kartoffeln wie du meintest. Heute ist mein erster Arbeitstag und ich merke wie es einfach gut ist wieder was zu tun zu haben. Quasi arbeitslos zu sein, wenn auch bezahlt ist einfach doch ziemlich anspruchsvoll wenn man seine Zeit sinnvoll nutzen will.
Gruß

 

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