Man muss hier vorsichtig sein, Ängste nicht mit der statistischen Realität zu verwechseln.
Natürlich ist Sicherheit ein Argument, und jeder Fall ist ein Einzelfall. @Balou2024: Dass du diesen einen Prozess verloren hast, ist extrem bitter, aber gerade mit den Verweisen auf OLG Frankfurt/Dresden und der damaligen Rechtslage spiegelt das nicht die heutige Breite der Rechtsprechung wider. Man darf von einem negativen Ausreißer nicht auf die Gesamtsituation schließen.
Wir bewegen uns mittlerweile in einem Umfeld, in dem die Gewinnwahrscheinlichkeit bei den gängigen Gerichten schätzungsweise bei über 90 % liegt. Das ist kein Glücksspiel mehr, sondern überwiegend gefestigte Rechtssprechung.
Ich kann da nur aus meiner eigenen Praxis berichten:
Ich habe 5 Klagen komplett eigenfinanziert.
Ergebnis: Alle 5 gewonnen.
Bei 3 Anbietern ist das Geld inklusive Zinsen bereits geflossen.
Hätte ich das über einen PKF gemacht, hätte ich von der Gesamtsumme mal eben 35-40 % abgedrückt. Bei 40k Streitwert (wie bei Steve) reden wir da über rund 14.000 bis 16.000 Euro Provision. Für dieses Geld kann man sich verdammt lange und gut anwaltlich vertreten lassen, selbst wenn es mal holprig wird.
Zum Thema Insolvenz/Liquidierung (@Klopp9875):
Das mag bei reinen Briefkastenfirmen aus Curacao stimmen. Aber bei Anbietern, die heute auf der Whitelist stehen oder eine deutsche Lizenz haben/wollen, ist das Panikmache. Diese Unternehmen können sich eine taktische Insolvenz oder dauerhafte Zahlungsverweigerung kaum leisten, ohne ihre lukrative deutsche Lizenz zu gefährden. Der Hebel ist heute ein ganz anderer als vor drei Jahren.
Wer sich einen PKF "leistet", kauft Sicherheit zu einem extrem teuren Preis. Das kann man machen, aber man sollte sich nicht einreden, dass das Risiko einer Eigenklage heute noch unkalkulierbar wäre. Das ist es in den meisten Fällen nämlich nicht mehr.