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Raus aus der Co-Abhängigkeit

Begonnen von Nutzername, 01 März 2026, 13:06:22

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Hallo zusammen,

über die Plattform Check dein Spiel habe ich diese Gruppe gefunden und würde mich über eure Erfahrungen freuen.

Beim Lesen sehe ich so viele Parallelen zu meiner Situation. Mein Mann hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert. Geld war schon immer ein schwieriges Thema, wurde aber zunehmend zu einem richtigen Problem. Häufig hatte er schon am Monatsbeginn kein Geld mehr und ich habe viel übernommen. Inzwischen ist es für mich ein Glücksspiel, wenn er mir überhaupt seinen Mietanteil auszahlt.
Außerdem hat er sich schrittweise aus aus dem sozialen Umfeld geschlichen. Ist zu Einladungen nicht mehr mitgekommen, ist nicht mehr einkaufen gegangen und hat zunehmend auch das Interesse an uns als Familie verloren (wir haben eine gemeinsame Tochter). Gespräche liefen mal so, mal so. Häufig wurde es danach kurzzeitig besser, aber nie nachhaltig.
 
Im Sommer letzten Jahres konnte er auf einmal nicht mehr seinen Anteil am Sommerurlaub bezahlen und erzählte in dem Zuge er würde ab und zu mal spielen.
Seitdem ist es ein Auf und Ab. Für ihn war es lange kein Problem. E hat auch zwei demotivierte Versuche gestartet zur Beratungsstelle vor Ort zu gehen. Ich habe ihn lange unterstützt und alles aufgefangen, merke aber das ich selber nicht mehr allzu viel Kraft habe. Insbesondere weil sich an der Situation nichts verändert.
Seitdem ich von der Sucht weiß, gehe ich in regelmäßigen Abständen zur Familienberatungsstelle und da fiel im letzten Gespräch auch das Thema Co-Abhängigkeit. In den Forum hier gab es einen guten Tipp zu einer Website. Die hat mir wirklich an vielen Stellen die Augen geöffnet.

Mein nächster Schritt für mich ist eine räumliche Trennung und ich kann gar nicht sagen, wie unfassbar schwer das ist. Anfangs hatte ich unendlich viele Schuldgefühle, die er in Gesprächen auch sehr bestärkt hat.
Er sieht die Situation vollkommen anders und stellt keine Bemühungen an irgendwas zu bewegen.
Die letzte Absprache war, dass er auszieht, zum einen weil die Wohnung für ihn allein zu teuer ist und damit unsere Tochter in ihrem Zuhause bleiben kann. Die Absprache "vergisst" er immer wieder, schaut auch selber nicht nach Wohnungen. Das was ich ihm zeige lehnt er kategorisch ab.
Die Gespräche mit ihm strengen mich inzwischen an, weil er keinen Dialog sucht sondern entweder das Gespräch einfach abbricht oder es endet eben in Vorhaltungen.
Was hat euch in solchen Übergangssituationen Halt gegeben? Wie konntet ihr Abstand gewinnen?
Der Wohnungsmarkt ist hier inzwischen leider auch schon angespannt und ich weiß nicht, wie lange sich die Situation noch ziehen wird.
Lieben Dank fürs Lesen und einen schönen Sonntag

Hallo und herzlich willkommen!

https://gluecksspielsucht-selbsthilfe.de/2026/02/23/naechster-sonntagsvortrag-am-01-maerz-2026-11-uhr-im-fags-online-sonntagscafe/

Es dauert zwar etwas, doch die Zeit wird schnell verfliegen. Vielleicht wird ja auch etwas für Dich dabei sein?

Es ist ein ehrenwertes Verhalten, wenn wir unseren Lieben mit aller Kraft unter die Arme greifen. Bei einer Sucht dreht sich das aber genau ins Gegenteil. Genau dort dürfen wir nicht helfen, da wir ansonsten die Sucht unterstützen.

So schreibst Du z.B. dass er am Monatsanfang schon kein Geld mehr hatte und Du dann eingesprungen bist. Damit hast Du Deinen Mann vor den Konsequenzen seiner Handlungen bewahrt. Wieso sollte er etwas ändern, wenn Du doch für ihn einspringst?
Für ihn bist Du Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil Du immer wieder meckerst und ihm Versprechungen abringst, die er dann aber doch nicht einhält. Segen, weil er dank Dir immer so weiter machen kann, wie bisher.

Du kannst IHN nicht verändern. Aber Du kannst für Dich und Dein Kind sorgen. Steht er im Mietvertrag? Wenn nein, dann schmeiße ihn raus. Stelle ihm die Koffer vor die Tür und wechsele das Schloss aus. Wenn ja, dann kündige Du die Wohnung für Dich und suche für Dein Kind und Dich eine neue Bleibe. Darüber wird das Kind schon hinwegkommen. Im Gegenteil wird Ruhe einkehren bei einem Umzug, oder denkst Du das Kind bekommt von dem Stress zwischen Euch nichts mit?

Du darfst akzeptieren, dass Du alles versucht hast, um ihm zu helfen. Dabei bist Du sicher nicht nur an Deine Grenzen gegangen, sondern auch darüber hinaus. Er will aber nicht. Er ist Dir Deiner zu sicher und sitzt das Ganze gerade aus. "Et hät ja noch immer joot jejange". wie der Kölner sagt.
Dein Mann lebt in einer Blase ... und Du kannst sie zerplatzen lassen. Dabei ist ein "fallen lassen" keine böse Handlung, wie Dir sicher von ihm noch vorgeworfen werden wird, es ist eine aktive Hilfe!

Spieler verdrängen schon eine Menge. Dies wird aber immer schwieriger, wenn da auf einmal niemand mehr ist, der einem Halt gibt und ggf. auffängt.
Ich habe es hier schon bestimmt tausende Male erzählt: Ich bin früher von meinen Eltern rausgeschmissen worden. Doch ich lernte schnell, dass ich gar nichts machen musste ... nur abwarten. Irgendwann kam nämlich immer ein Anruf ... "Komm´ nach Hause!".
Was wäre wohl passiert, wenn ich umsonst gewartet hätte? Zwei Wochen im Winter im Auto zu schlafen war schon deftig, doch ein Leben lang? Wovon hätte ich die Kaution für eine Wohnung nehmen sollen? Woher das Geld für einen Grundstock an Möbeln? Bis Geschäftsschluss hatte ich meine Zeit in Spielhallen verbracht, damit ich nicht über meine Situation nachdenken brauchte. Selbst wenn ich nicht an Geldspielgeräten, sondern an solchen ohne Gewinnmöglichkeiten spielte, kostete es auf Dauer Unmengen an Geld.
Es ist gut, dass Du Dich informierst. Alleine aus einer solchen Misere heraus zu kommen, ist nicht gerade einfach.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

#2
Hallo, 


hmm ...
Paartherapie? Rechtsanwalt? So was wie ne 'einstweilige Verfügung'?

Was ist mit Eurer Tochter ... hat sie auch Platz in Deinen oder Euren Überlegungen? (Familientherapie?)
Was ist jetzt mit Urlaub?

Es ist nicht so einfach. Spieler sind keine Untermenschen und jede/r hat einen anderen Weg bis dahin hinter sich. Und nichts ist unabänderlich. Vielleicht haben sich auch Routinen zw. Euch eingeschlichen (in Eurem Verhalten), die nicht gut, nicht förderlich für Euch sind?

Am Anfang fand ich Deinen Text iwie sarkastisch. Willst Du ihn bestrafen, dominieren, ...? Du musst ihm UND Dir auch schon die Würde lassen.

Gruß R
--Meist ist Geist geil--

Hallo zusammen,

an Olli vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Weißt du, ob man die Vorträge auch nachträglich sehen kann? Da war ich gestern zu spät dran.
Vielen Dank auch für die verschiedenen Perspektiven. Wir stehen aktuell beide im Mietvertrag. Das Thema Auszug haben wir besprochen und aufgrund der Finanzen schien es leichter, wenn er direkt etwas Passendes für sich suchen kann. Dein Hinweis, dass er so aber keinen echten Druck hat, was zu suchen und verändern, kann ich total verstehen.
Mein Wunsch war bisher, dass wir einen Weg finden, der für uns Drei gut ist, aber den müssten wir auch gemeinsam denken. Mein Auszug nehme ich als Option auf jeden Fall mit.
Den Prozess finde ich gerade sehr herausfordernd.

Zu Rubbel, auch vielen Dank für deine Gedanken. Paartherapie hatten wir angefangen. Mein Mann hat diese nach seinem Einzelgespräch leider abgebrochen und darauf hin bin ich alleine hingegangen. Insbesondere weil mir der Blick auf unsere Tochter sehr wichtig ist.  Die hat in meinem Überlegungen den Hauptplatz. Was meinst du mit einstweiliger Verfügung?
Ein richtiger Urlaub wird erst im Sommer möglich sein, aber ich schaue gerade nach kleinen Auszeiten bei Freunden, um mal rauszukommen.
Über deinen Hinweis mit dem Sarkasmus werde ich nachdenken. Ehrlich gesagt fühle ich mich gerade sehr erschöpft und dominiert, aber spannend was du in meinem Zeilen gelesen hast.
Viele Grüße

Hi!

ZitatWeißt du, ob man die Vorträge auch nachträglich sehen kann?

Nein, der FAGS hat sich bewusst dagegen entschieden, die Kaffeekränzchen aufzuzeichen. Die meisten Teilnehmer scheuen sich zwar die Kameras einzuschalten, doch wir wollen die anderen auch nicht dazu verleiten, ebenso die Kameras auszuschalten.

ZitatDen Prozess finde ich gerade sehr herausfordernd.

Mit solchen Situationen bist Du leider nicht alleine. Du kannst hier aber immer gerne schreiben, was Dich bewegt.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Zitat von: Nutzername am 01 März 2026, 13:06:22Hallo zusammen,

über die Plattform Check dein Spiel habe ich diese Gruppe gefunden und würde mich über eure Erfahrungen freuen.

Beim Lesen sehe ich so viele Parallelen zu meiner Situation. Mein Mann hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert. Geld war schon immer ein schwieriges Thema, wurde aber zunehmend zu einem richtigen Problem. Häufig hatte er schon am Monatsbeginn kein Geld mehr und ich habe viel übernommen. Inzwischen ist es für mich ein Glücksspiel, wenn er mir überhaupt seinen Mietanteil auszahlt.
Außerdem hat er sich schrittweise aus aus dem sozialen Umfeld geschlichen. Ist zu Einladungen nicht mehr mitgekommen, ist nicht mehr einkaufen gegangen und hat zunehmend auch das Interesse an uns als Familie verloren (wir haben eine gemeinsame Tochter). Gespräche liefen mal so, mal so. Häufig wurde es danach kurzzeitig besser, aber nie nachhaltig.
 
Im Sommer letzten Jahres konnte er auf einmal nicht mehr seinen Anteil am Sommerurlaub bezahlen und erzählte in dem Zuge er würde ab und zu mal spielen.
Seitdem ist es ein Auf und Ab. Für ihn war es lange kein Problem. E hat auch zwei demotivierte Versuche gestartet zur Beratungsstelle vor Ort zu gehen. Ich habe ihn lange unterstützt und alles aufgefangen, merke aber das ich selber nicht mehr allzu viel Kraft habe. Insbesondere weil sich an der Situation nichts verändert.
Seitdem ich von der Sucht weiß, gehe ich in regelmäßigen Abständen zur Familienberatungsstelle und da fiel im letzten Gespräch auch das Thema Co-Abhängigkeit. In den Forum hier gab es einen guten Tipp zu einer Website. Die hat mir wirklich an vielen Stellen die Augen geöffnet.

Mein nächster Schritt für mich ist eine räumliche Trennung und ich kann gar nicht sagen, wie unfassbar schwer das ist. Anfangs hatte ich unendlich viele Schuldgefühle, die er in Gesprächen auch sehr bestärkt hat.
Er sieht die Situation vollkommen anders und stellt keine Bemühungen an irgendwas zu bewegen.
Die letzte Absprache war, dass er auszieht, zum einen weil die Wohnung für ihn allein zu teuer ist und damit unsere Tochter in ihrem Zuhause bleiben kann. Die Absprache "vergisst" er immer wieder, schaut auch selber nicht nach Wohnungen. Das was ich ihm zeige lehnt er kategorisch ab.
Die Gespräche mit ihm strengen mich inzwischen an, weil er keinen Dialog sucht sondern entweder das Gespräch einfach abbricht oder es endet eben in Vorhaltungen.
Was hat euch in solchen Übergangssituationen Halt gegeben? Wie konntet ihr Abstand gewinnen?
Der Wohnungsmarkt ist hier inzwischen leider auch schon angespannt und ich weiß nicht, wie lange sich die Situation noch ziehen wird.
Lieben Dank fürs Lesen und einen schönen Sonntag

Hallo,

dein Beitrag hat mich sehr berührt, weil ich in vielem meine eigene Geschichte wiedererkenne. Diese schleichende Veränderung, das immer weniger Geld, der Rückzug aus dem sozialen Leben und dieses Gefühl, irgendwann alles alleine tragen zu müssen – finanziell und emotional.

Du beschreibst etwas, das viele Angehörige von Spielsüchtigen erleben: Man versucht lange zu unterstützen, aufzufangen und Verständnis zu haben. Und irgendwann merkt man, dass die eigene Kraft immer weniger wird, während sich an der Situation kaum etwas ändert. Dass du dir selbst Hilfe bei der Familienberatungsstelle geholt hast, ist deshalb ein unglaublich wichtiger und mutiger Schritt.

Das Thema Co-Abhängigkeit hat bei mir damals auch viele Augen geöffnet. Man merkt plötzlich, wie viel Verantwortung man unbewusst übernommen hat, während der andere sich immer weiter aus der Verantwortung zurückzieht.

Auch dieses ,,Vergessen" von Absprachen oder das Nicht-Suchen nach einer Wohnung kenne ich leider sehr gut. Oft ist das kein echtes Vergessen, sondern eher ein Verdrängen oder ein stilles Hoffen, dass sich die Situation irgendwie wieder beruhigt und alles so bleiben kann wie es ist.

Dass du über eine räumliche Trennung nachdenkst, zeigt eigentlich nur, wie ernst du die Situation nimmst und wie sehr du auch deine Tochter schützen möchtest. Schuldgefühle sind dabei leider sehr typisch, besonders wenn der Partner sie noch verstärkt. Aber du zerstörst damit nicht eure Familie – du versuchst gerade, dich und dein Kind zu stabilisieren.

Mir persönlich haben in dieser Übergangszeit vor allem Gespräche mit Menschen geholfen, die die Situation wirklich verstehen, und der Gedanke, dass ich nicht verantwortlich für die Sucht eines anderen Menschen bin. Abstand entsteht oft nicht von heute auf morgen, sondern in vielen kleinen inneren Schritten.
Du schreibst, dass euch der Wohnungsmarkt Sorgen macht. Ich verstehe diesen Gedanken sehr gut, weil ich früher auch immer versucht habe zu überlegen, wo mein Mann dann hin soll und ob er etwas findet. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich damit wieder Verantwortung für etwas übernehme, das eigentlich nicht meine ist.

Bei uns gab es über die Jahre immer wieder kleine Ablösungen und auch Trennungsversuche. Oft habe ich Grenzen angekündigt, aber am Ende kam es doch wieder zu Versöhnungen. Für ihn waren das irgendwann nur noch leere Drohungen. Aber genau diese vielen kleinen Schritte haben bei mir innerlich etwas verändert.

Irgendwann kam der Punkt, an dem mein eigenes Ich so im Notzustand war, dass ich den Schritt wirklich gehen konnte – mit Ansage. Und plötzlich war es mir tatsächlich egal, wo er landet. Nicht aus Bosheit, sondern weil ich verstanden habe: Er ist ein erwachsener Mensch und für sein Leben selbst verantwortlich.

Ich habe mir irgendwann gesagt: Wenn er bei seinem Verhalten auch nicht an mich und unsere Familie denkt, dann darf ich aufhören, mein ganzes Denken um sein Wohlergehen zu drehen.

Das klingt hart, aber für mich war es der Moment, in dem ich angefangen habe, mich selbst wieder ernst zu nehmen.

Diese Übergangszeit ist unglaublich schwer. Aber die vielen kleinen Schritte, die du schon gehst – Beratung, Klarheit, Grenzen – sind oft genau das, was einen irgendwann an den Punkt bringt, an dem man wirklich handeln kann.

Du wirkst sehr reflektiert und klar in dem, was du beschreibst, auch wenn es sich für dich wahrscheinlich gerade gar nicht so anfühlt. Ich wünsche dir sehr, dass du weiter auf deine eigene Kraft und dein Gefühl hörst. Und vor allem, dass du dir erlaubst, auch an dich und deine Tochter zu denken.

Du bist mit dieser Situation nicht allein.
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

Liebe ansh,

vielen Dank für deine Sichtweise, die für mich gerade sehr wertvoll ist.

Du greifst genau die Punkte, die mich so sehr umtreiben und mir hilft, wie du damit umgegangen bist.

Bis jetzt habe ich zum Beispiel noch überlegt, wie wir eine "faire" Wohnsituation schaffen mit einer Miete, die er gut tragen kann etc. Gerade hin ich es die bei Genossenschaften anruft und Immobilienportale durchschaut und passende Angebtoe anschreibe. Dabei gibt es diesen Gedanken und Bemühungen nicht umgekehrt...
Mein Mann fragt sich nicht, ob ich die Miete überhaupt tragen kann, ob genug Geld für Essen und Leben da ist.

Trennungsversuche gab es meinerseits auch schon mehrere. Ich glaube aktuell befinde ich mich wirklich an der Endstufe meiner Energieressourcen und das hilft derzeit nicht, wie sonst, zurückzurudern und die Gedanken innerlich abzumildern.
 
Allein dies Wochenende ist er mehrfach losgefahren...da weiß ich schon immer direkt wo es hingeht. Und es trifft mich so unglaublich, weil ihm alles drumherum einfach in dem Moment egal scheint.

Danke nochmal. Es tut gut zu lesen, dass andere Menschen auch Lösungen in dieser Situation gefunden haben und das vielleicht ein paar Schritte noch braucht...

deine Worte gehen wirklich nah, weil man so deutlich spürt, wie viel du schon getragen hast – und wie erschöpft du inzwischen bist.

Was du über die ,,faire Lösung" schreibst, kenne ich so gut. Dieses ständige Mitdenken, Organisieren, Lösungen suchen – sogar für sein Leben. Und irgendwann merkt man: Man ist die Einzige, die sich Gedanken macht. Genau das ist eigentlich schon die Antwort.

Dass du für ihn Wohnungen suchst, während er nicht einmal darüber nachdenkt, wie es dir und eurer Tochter geht, zeigt diese Schieflage sehr deutlich. Du versuchst fair zu sein – aber er übernimmt keine Verantwortung. Und das ist keine Partnerschaft mehr auf Augenhöhe.

Dieses Gefühl, wenn er wieder losfährt und man genau weiß wohin... das ist so verletzend. Nicht nur wegen des Geldes, sondern weil man merkt: In diesem Moment ist alles andere egal. Das tut einfach weh.

Und das, was du beschreibst mit deiner Energie – dieses ,,ich kann nicht mehr zurückrudern" – das ist oft genau dieser Punkt, an dem sich innerlich etwas verändert. Nicht, weil man plötzlich stark ist, sondern weil man einfach nicht mehr kann. Und das ist kein Versagen, sondern eher ein sehr klares Signal von dir selbst.

Vielleicht hilft dir ein Gedanke, der mir damals sehr geholfen hat:
Du suchst gerade Lösungen für ein Problem, das nicht deins ist.

Er ist erwachsen. Er wird einen Weg finden – auch wenn er unbequem ist. Aber du musst ihn nicht mehr dafür vorbereiten.

Du darfst anfangen, deine Energie für dich und deine Tochter zu verwenden. Das ist nicht egoistisch, das ist notwendig.

Und ja – manchmal braucht es ein paar Schritte bis man wirklich handelt. Aber du bist ihnen schon sehr nah.

Fühl dich gedrückt 🤍
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

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