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Isas Tagebuch

Begonnen von Isabell80, 14 April 2026, 10:23:35

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Ah, danke für die Aufklärung. Das kann ich durchaus nachvollziehen.

Spammer, (oder besser gesagt "Phisher") mit Sitz im Ausland, sind heutzutage durchaus in der Lage, ohne irgendwelche eigene Sprachkenntnis mithilfe von Übersetzungsprogrammen und KI Beiträge zu generieren, die plausibel klingen und sogar einen, wenn auch nur oberflächlichen, Bezug zum Thema haben.

Was sie nicht können, ist Zusammenhänge herzustellen zu Themen oder Sachlagen, die im Text nichtmal erwähnt werden - und so die Widersprüche in einer Aussage zu bemerken. Oder über belanglose Dinge diskutieren.
Außerdem erkennen sie nicht, wenn sie indirekt angesprochen werden, und reagieren eher selten auf irgendwelche Nachfragen.


Du kannst dir also sicher sein, dass ich nicht in den nächsten Tagen irgendwelche Links zu Casino-Vergleichsportalen in meinen Beiträgen verstecken werde.

Und das mit dem Bezahlen war eher ein Scherz, da ich, wie du dir vielleicht denken kannst, gerade nicht so wirklich in der Lage wäre, irgendwo was trinken zu gehen. Was momentan bei strahlender Sonne und 30 Grad im Schatten schon etwas ärgerlich ist.

Aber ja, du hast recht, wir sollten diesen Thread nicht für diese Diskussion nutzen.

Zitat von: Isabell80 am 10 September 2026, 12:40:57Drei Monate später ...

Am Montag ist es soweit.

Nach über drei Monaten Krankschreibung gehe ich wieder zurück in meinen ganz normalen Alltag.

Liebe Isa, :)  :)

ich freue mich für Dich, :)  dass Du - die "frei" Zeit,

am Anfang deines Weges so intensiv für Dich,
Dein Gedanken und Deine Gefühle genutzt hast.

Wenn ich mir es bildlich vorstelle,

dann sehe ich wie Du vor der Krankschreibung die Scheunentore geschlossen hast.

und bist zu einer "unsichtbare" Kommode angekommen und

im Laufe der letzten 3 Monate immer wieder eine Schublade aufgemacht hast

um dort die viele Schachteln Dir anzuschauen und sortieren.

Der Anfang ist gemacht: Du kannst Stolz auf Dich sein!!!!

Ich bin froh, dass ich beim Lesen deines Beitrages auch weiter komme  :)

mit meiner "unsichtbare" Kommode.

Genieße dein WE




#242
Hi Isa,

Ich tue es dir hiermit gleich. Ich habe dein komplettes Tagebuch gelesen und beglückwünsche dich zu über 150 Tagen Spielfreiheit.

Jeden Tag im Casino zu gewinnen wäre mMn. kein Job. Das ist keine Arbeit, das wäre Profit machen. Dazu stellt man jedoch den Automaten auf, man setzt sich nicht als "Spieler" dran und spielt.

Ich denke wir sollten manipuliert werden. Das klappt besser, wenn man uns zunächst isoliert und das ist der Spieler mit seinen bunten Bildchen in seiner kleinen Dopaminwelt vor seinem Bildschirm ja auch, so soll es sein, wie im Lehrbuch für Kriminelle.

Glücksspiel dient auch primär der Geldwäsche. Ich hab mein Geld halt "gewonnen" und nicht aus kriminellen Geschäften.

Automaten werden so programmiert, dass der Spieler so lange wie möglich am Gerät verbleibt und somit am meisten verspielt denn der mathematische Erwartungswert ist für den Spieler negativ, für den Betreiber positiv.

Ganz schlecht ist der Vergleich zum "Unternehmer" also nicht finde ich, aber die Unternehmung ist wirtschaftlich schlecht für den Spieler, oft aber auch für die Leute weiter oben in der "Kette". Die werden auch gefangen.

Manch einer verliert sein Casino komplett an Jemanden mit einem größeren Casino....😉

Das Ganze ist bis ganz oben abgef....., Man kann und sollte einfach etwas schöneres mit seiner Zeit anzufangen wissen. Auch garnix tun scheint besser 😅 Dann lieber langweilig.

Weiterhin viel Erfolg.

Das letzte mal Karaoke war bei mir Frank Sinatras "New York". Spontan einfach gemacht, ich glaub ich war ok.



Fünf Monate zurück – für einen Moment

Heute hatte ich einen Termin bei einer Psychiaterin.

Nichts Dramatisches eigentlich.

Meine Therapeutin darf keine Diagnosen stellen und für meinen Antrag auf eine ambulante Reha brauche ich eben eine entsprechende Diagnose.

Ich wusste also, warum ich dort bin und was ungefähr auf mich zukommt.

Und erstaunlicherweise war ich für meine Verhältnisse sogar ziemlich entspannt.

Bis die Fragen kamen.

Wie hat die Spielsucht angefangen?

Wann ist es außer Kontrolle geraten?

Wie hat deine Familie reagiert?

Wie hoch sind die Schulden?

Eigentlich Fragen, die ich inzwischen schon ziemlich oft beantwortet habe.

Ich kenne die Antworten.

Ich kann darüber sprechen.

Ich habe so viel darüber nachgedacht, geschrieben, gesprochen und aufgearbeitet.

Und trotzdem ...

hat es mir heute für einen Moment den Boden unter den Füßen weggezogen.

Plötzlich war ich emotional wieder dort, wo ich vor fünf Monaten war.

Bei diesem völlig verzweifelten Gefühl.

Bei dem Tag, an dem ich meinem Mann endlich alles erzählt habe.

Bei der Angst, der Scham und diesem Gefühl, dass ich gerade mein komplettes Leben gegen die Wand gefahren habe.

Und das Verrückte daran ist:

Ich weiß, dass ich heute nicht mehr dort bin.

Ich weiß, was seitdem alles passiert ist.

Ich weiß, wie viel ich verändert habe.

Ich weiß, dass ich spielfrei bin.

Ich weiß, dass mein Mann Bescheid weiß.

Ich weiß, dass ich mich der ganzen Sache gestellt habe, anstatt weiter wegzulaufen.

Und trotzdem war dieses Gefühl plötzlich wieder da.

Nicht als Gedanke.

Sondern richtig körperlich und emotional.

Als hätte jemand für ein paar Minuten die Zeit zurückgedreht.

Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Ich dachte irgendwie, ich wäre inzwischen so weit davon entfernt, dass mich ein paar Fragen nicht mehr so treffen können.

Tja.

Offensichtlich doch. 🫣

Inzwischen habe ich mich wieder gefangen.

Aber ich merke, dass mich die Sache noch beschäftigt.

Denn was mache ich jetzt mit dieser Reaktion?

Ist es ein Zeichen dafür, dass ich doch noch nicht so weit bin, wie ich dachte?

Oder ist es vielleicht einfach nur ein Zeichen dafür, dass manche Dinge eben nicht verschwinden, nur weil man sie aufgearbeitet hat?

Vielleicht kann man etwas hinter sich lassen und trotzdem manchmal noch kurz wieder dort landen.

Vielleicht bedeutet ,,weiter sein" ja gar nicht, dass mich nichts mehr berührt.

Vielleicht bedeutet es vielmehr, dass ich heute wieder zurückfinde.

Vor fünf Monaten hätte mich dieses Gefühl wahrscheinlich komplett überrollt.

Heute sitze ich hier und versuche zu verstehen, was gerade passiert ist.

Und vielleicht ist genau das schon ein ziemlich großer Unterschied.

Aber ehrlich gesagt ...

Ich hätte heute trotzdem gut darauf verzichten können. 😅
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Hi Isa,

5 Monate abstinent ist super, aber noch keine endgültige Befreiung.

Es war die Erinnerung an eine schmerzvolle Zeit die eben noch nicht ewig zurück liegt. Und das hat dich, gerade bei einer fremden Person, nochmal richtig durchgerüttelt. Das ist aber nicht schlimm sondern gut das nochmals zu verarbeiten.

Ich habe in meinem Tagebuch? vor einiger Zeit geschrieben dass ich nach und nach mein Leben sortiere, in dem Fall Kontoauszüge sortieren und teils vernichten. Da war auch mein Showdown von Mitte Juni bis Anfang November dabei.
Das waren Zahlen auf beiden Seiten wo ich mich jetzt noch Frage warum hier niemand nachgefragt hat. Unfassbar. Obwohl ich mich für gefestigt halte und eigentlich alles schon überdacht hatte hat mich das nochmal so richtig den eiskalten Schauer über meinen Körper kommen lassen.

Aber ich war relativ schnell wieder runter und auch das hat mich im Endeffekt nur bestärkt das richtige zu tun.

Es führt mir immer wieder vor Augen was dieser Mist finanziell aber auch körperlich angerichtet hat.

LG Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hi Isa!

Die Sucht brauchte Zeit, um sich zu entwickeln. Sie braucht aber viel mehr Zeit, um gestoppt zu werden. Dabei ist nicht das reine Spielen gemeint, sondern es muss eine geistige und emotionale Distanz aufgebaut werden. Da bist Du mitten drin ... Dir ist absolut bewusst, wie weit Du bereits bist. Wie Du Dich gedanklich und emotional weiterentwickelt hast.

Mir machen solche Momente bewusst, dass ich immer ein Spieler sein werde. Ich werde immer auf mich aufpassen müssen. Gefährliche Gedanken können dadurch von mir besser erkannt und dann gegengesteuert werden. Da ich diese Momente also nutze, sind sie wichtig.

Und ja, sie zeigen mir auch auf, was ich erreicht habe. Die Gefühle darüber sind auch mega mächtig!
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Moin Isa,
eigentlich müsstest du doch froh sein, dass sich dir inzwischen der Magen umdreht, wenn man dich mit deiner Sucht konfrontiert. Bei derartiger Aversion dürfte ein Rückfall eher ausbleiben.
Am besten tackerst du dir deinen Kommentar an den Monitor, damit er dich in schwachen Momenten daran erinnert.

Zitat Isa:

,,Immer wieder denke ich :
Ach , mit denen würde ich doch gerne mal an einem Tisch sitzen, was trinken , quatschen und einen entspannten Abend geniessen 😀
[/quote]

Liebe Isa,
dieser Wunsch kann in Erfüllung gehen. Kommt am 3. und 4. Dezember nach Berlin zu unserer Tagung. Zusätzlich zum Treffen und quatschen gibt es ein supertolles Programm. Ich veröffentliche es in Kürze!! Na! Neugierig?
Frag mal Olli, der war bei seiner ersten Tagung die halbe Nacht am quatschen.
LG Ilona
[url="//www.gluecksspielsucht.de"]www.gluecksspielsucht.de[/url]
www.gluecksspielsucht-selbsthilfe.de
[url="https://spielerschutz.gluecksspielsucht.de/"]https://spielerschutz.gluecksspielsucht.de/[/url]
Bluesky@gluecksspielsucht.bsky.social

Ja, ja ... im Hotel in der Bar ... Ich glaube, es war gegen halb 2, als es in die Heia ging.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Danke für eure Rückmeldungen - 24 Stunden später bin ich auch schon wieder  viel entspannter 😅
Gestern hat es mich emotional einfach komplett überrollt .
Aber auch das gehört dazu .
Und ich weiss , dass ich mit 5 Monaten Abstinenz noch ziemlich am Anfang stehe , aber an manchen Tagen fühl ich mich schon viel weiter .
Vielleicht ist da so ein Einbruch wie gestern aber gerade wichtig , damit ich mich nicht überschätze und die Gefahr der Sucht nicht unterschätze .

Wie auch immer - ich geh meinen Weg weiter und freu mich , dass ihr ab und zu euren Senf dazu gebt 😉
Danke dafür !!
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Zitat von: Ilona am 16 September 2026, 14:48:22Na! Neugierig?
 
LG Ilona

Oh oh ... du kennst meine Schwachstelle! 😂

Neugier gehört definitiv zu meinen größten Charakterschwächen. Wenn jemand sagt ,,Ich erzähle es später", ist bei mir eigentlich schon alles zu spät. 🙈

Und jetzt kommst du mit ,,supertollem Programm" und ,,ich veröffentliche es in Kürze" um die Ecke?!
😜

JA - ich bin neugierig !
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

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