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Online-Selbsthilfegruppen Glücksspielsucht
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Spielsucht blieb lange unerkannt

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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #15 am: 13 August 2025, 22:40:55 »
Hi Olli

Eigentlich hatte ich heute Mittag schon einen Text verfasst und den dann gespeichert, aber jetzt habe ich ausversehen alles gelöscht. Nun weiß ich nicht mehr was ich alles geschrieben hatte.  ::)

Da Du die Schemen angesprochen hast, werde ich Dir hier ein bisschen drauf Antworten.

1. Als erstes wurde ich von meinen Eltern als Dick und Faul betitelt. Sogar meine Geschwister haben mich so genannt. Meine Therapeutin sagt, nur weil ich etwas korpulenter bin heißt es noch lange nicht das ich faul bin. Ich hatte wohl gemerkt wie ich mit dem Rauchen angefangen hatte, das das Essen weniger wurde, so das ich einige Kilos abgenommen hatte und dadurch beweglicher war. Dieses Mobbing begleitet mich bis heute noch. Da ich noch mindestens 30 Kg zu viel auf die Wage bringe.

2. Ich reagiere hin und wieder agressiv gegen über meinem Mann. Und zwar wenn er mich dreimal das gleiche Fragt. Vorgestern Abend hatte ich ihm was wegen der Wäsche gesagt und am nächsten Tag hat er es doch gemacht. Ich dachte erst er hat nicht zugehört den Vortag und habe sauer reagiert, aber dann hab ich mir gesagt vielleicht hat er sich vertan oder er hats vergessen. Auch gegen Fremde reagiere ich manchmal agressiv weil die mich dann einfach nerven.  :o

3. Ich wurde in meiner KIndheit als asoz..l  beschimpft, da wir kein Geld hatten für ordentliche Kleidung. Oder sagen wir mal so , das Geld war zwar da aber es wurde dann in den Alkohol gesteckt.  :'(
Meine Mutter hat regelmässig getrunken und überall Schulden gemacht. Ich habe Leid durch Schläge erfahren. In der Schule wurde ich deswegen gemobbt und garnicht ernst genommen. Heute kann ich mich zum Glück selbst einkleiden so das ich akkurat und sauber rumlaufe und keine Angst haben muss das man in dieser Sache über mich redet. Wir konnten auch nicht zum Friseur und meine Mutter hatte sich das Geld lieber gespart fürs trinken und so hat sie uns einen Topf auf den Kopf gesteckt und rund herum die Haare abgeschnitten.  :'(

Das sind ein paar Beispiele die ich erleben musste wo ich noch dran zu knabbern habe.  >:(

Wir waren heute nicht Schwimmen, denn wir hätten mindestens 70€ für Taxi bezahlt hin und zurück. Dieses Geld haben wir heute für Mittagessen investiert. Ich war heute morgen im Fitnessstudio. Das hat auch Spaß gemacht.  ;D

Heute Abend war ich noch TT spielen .  :)


Ja es geht um meinen Mann, ich möchte ja und mache alles damit er mir wieder vertraut, ich wollte ihn aber durch den Satz nicht wieder in den Gedanken vom Zocken bringen.
Wenn es nach ihm ginge möchte er es vergessen, aber er hält es mir auch vor das die Gelder weg sind die ich verzockt habe, und dann sagt er davon hätten wir ein Auto kaufen können.

Er hat ja Recht, aber ich kann es jetzt auch nicht mehr rückgängig machen sondern nur verhindern wieder zu Zocken.
Ich kann ihm nur sagen das ich weiter dran arbeite und er mir vertrauen kann wenn er dann im KH ist. Er sagte dann zu mir ich wills hoffen.

Naja ich versuche ihm seine Ängste zu nehmen ob ich das schaffe weiß ich aber nicht, ich kann halt nur sagen das er mir vertrauen kann. 

Da ich soviel Sport gemacht habe heute bin ich nun Platt, ich werde jetzt den Abend ausklingen lassen.

Gute Nacht


Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #16 am: 14 August 2025, 03:22:07 »
Wow ist die Welt klein. Bin gerade auf dem Forum gelandet und durch Zufall in diesem Thread. Ich habe genau das gleiche Spiel wie du damals in dem Chat gespielt und auch diese "Währung" dadurch angehäuft und die dann auch später verzockt, was definitiv schon Glücksspielsucht war, wenn auch eher quartalsweise. Und ich weiß auch wie sich der ganze Kram entwickelt hat immer mehr hin zu slots... Wir kennen locker auch gegenseitig unsere "nicknames" noch, wenn wir sie austauschen würden, auch wenn das 15 Jahre her ist.

Bei mir hat das dann allerdings nen "Ende" in den echten Casinos gefunden, bevor ich dann dieses Jahr endlich in suchtberaterung und Selbsthilfegruppe gelandet bin. So erst mal die Kurzfassung, vielleicht schreibe ich morgen noch mal ausführlich

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Offline Olli

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #17 am: 14 August 2025, 08:05:48 »
Hi Mutze!

Ach ja .... die Schatten der Vergangenheit ... die braucht doch echt keiner ... :)

Ich habe bei mir gemerkt, dass ich einige von ihnen ablegen durfte, andere, die mir teils gar nicht bewusst sind, tauchen hier und da auch noch mal auf. So hatte ich das Glück, in der Jugend schlank und rank zu sein. Mein Schönheitsideal von anderen sah dementsprechend auch so aus. Doch, wie sagte letztes Jahr meine Hautärztin ... Schuppenflechte ist genetisch bedingt, genauso wie Adipositas ... Mit 1,90 m Körpergröße hatte ich lange Zeit nur 74 kg gewogen. Ich konnte essen, was ich wollte, ich nahm nicht zu.
Dann, so ab Anfang bis Mitte 40 fing ich langsam an zuzunehmen. Vor vier Jahren wog ich dann 99 kg. Das war die Zeit, als ich das Rauchen aufgab. Heute wiege ich noch 20 kg mehr ... Irgendwie schockte mich trotzdem die Aussage der Ärztin.
Doch stört es mich wirklich? Das Übergewicht? Andere in meinem Freundes- und Familienkreis haben auch zugenommen. Andere, die ihr Gewicht halten konnten, arbeiten körperlich schwer und verbrennen daher besser die Kalorien.
Keiner von ihnen sagt mir: Du bist zu dick! ... Und woher kam mein Schönheitsideal? Es kam doch auch von außen. Die Print- und die digitalen Medien sind doch auch heute noch voll davon. Zur Zeit meiner Geburt wurde das Photomodell Twiggy bekannt - ein Hungerhaken, wie ich es auch in jungen Jahren war. Sie wurde bekannt und pflegte ein Schönheitsideal, was aber mit dem Großteil der Menschen überhaupt nicht übereinstimmt.
Wenn die 30 kg stören, dann versuche abzunehmen, wenn nicht, dann eben nicht. Du bist Du und nur Du entscheidest, was Du mit Deinem Körper machst.

Auch zum Thema "faul sein" habe ich eine schöne Anekdote. Ich war in Fremdsprachen nie wirklich gut. In Englisch z.B. konnte ich entweder die Grammatik anwenden ... oder Vokabeln anwenden. Beides zusammen ... ein Graus ... Ich bekam Nachhilfe, lag permanent auf meinem Bett und lernte. Trotzdem sagte meine Mutter zu mir: Du bist doch nicht dumm! Du bist nur faul!
Dies traf mich auf zweierlei Arten: Es wurde gar nicht gewürdigt, dass ich doch permanent lernte. Es wurde nicht beachtet - ich wurde damit nicht beachtet! Als Nachkriegsgeneration maßen sie sich selbst an ihrem Fleiß. "Wenn Du etwas werden willst, dann musst Du fleißig sein!" Fleiß war also eine Tugend, über die ich wohl nicht verfügte.
Oh, wie viele Jahre habe ich daher das Leben meines Vaters geführt, nur um Anerkennung zu erheischen. Erst als es dann irgendwann zum Streit kam und der Kontakt abbrach, konnte ich mich zum größten Teil davon lösen. Ganz werde ich das wohl nie schaffen. Was solls ...

Häusliche Gewalt erlebte ich auch und natürlich war ich daran schuld. Schon als Kind belog ich meine Eltern über schlechte Schulnoten. Natürlich kam es immer raus ... Doch anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wieso ich log, wurde mir die Wahrheit eingebläut. Ich vergesse wohl nie, wie mein Vater einmal seinen Gürtel benutzte und meine Mutter versuchte ihn davon abzuhalten. Im Anschluss meinte sie dann zu mir: Das hat Deinem Vater mehr weh getan, als Dir!
Heute bedaure ich, dass ich mich am darauffolgenden Tag geweigert habe am Schwimmunterricht teil zu nehmen, dann hätte ich nämlich mein TShirt ausziehen müssen und meine blauen Pflecken wären gesehen worden.
Ich schämte mich aber doch so, weil ich diese Prügel ja schließlich verdient hatte.

Kleidung: Wir Kinder waren immer gepflegt, doch Löcher in Hosen erhielten Flicken und Kartoffeln in den Strümpfen wurden gestopft. Bei anderen Familien sah ich das nicht. Natürlich weiss ich das heute und damals auch zum Teil ... wir waren zu fünft und meine Eltern hatten das Elternhaus aus dem Nichts heraus gebaut. Später erfuhr ich dann, dass die von der Bank errechnete Belastung tatsächlich später doppelt so hoch ausfiel. Da musste die Kleidung eben mal geflickt werden und auch an Schulausflügen konnte ich nicht immer teilnehmen.
Jetzt erst habe ich wieder alte Klamotten ausgesiebt. Da gab es das ein oder andere Schätzchen, welches schön längst einem Recycling hätte zugeführt werden sollen. Teilweise hatte ich sie schon gar nicht mehr getragen, teilweise störte es zuhause doch niemanden, wenn der Kragen mal nicht mehr so wirklich gut aussah ... ich lebe doch alleine ... :)
Alte Jeans kann ich doch noch für irgendwelche Arbeiten am Haus benötigen ... nur, ich brauche hier nichts streichen und Bauen tue ich auch nichts mehr selbst. Die Zeiten sind vorbei ... Tja, und um den Rasen zu mähen, die Hecke zu schneiden oder mal den Hochdruckreiniger zu bedienen, da braucht es keine Arbeitshosen ... Also weg mit dem Ballast ...
Ich habe mich damals, als ich mit meinem Vater Fliesen legen war, immer geweigert, eine weiße Hose anzuziehen. Ich fand die scheußlich. Von daher wurden alte Jeans nicht weggeschmissen, sondern zweckentfremdet. Doch auch diese Zeiten sind vorbei.

Zum mehrfachen Fragen Deines Mannes ... hat man Dir in der Jugend Vorwürfe gemacht, wenn Du nicht "gesprungen" bist? Was stört Dich wirklich daran, wenn Dein Mann den Müll erst einen Tag später herausbringt?

Du kannst, Du darfst ... und zu Deinem eigenen Wohle musst Du versuchen, die Erwartungen der Vergangenheit zu begraben, damit Du heute Du sein kannst ... nur Du ... soweit es eben geht! :)




Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)
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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #18 am: 14 August 2025, 17:16:28 »
Hallo Olli 

Es wäre vielleicht besser gewesen ich wäre als drittes von dreien auch schlank gewesen, dann hätten meine Eltern und auch die anderen nichts zu meckern gehabt. In meiner Jugend war ich auch noch dick bis zum 17ten Lebensjahr. Da fing ich dann das Rauchen an. Im alter von 52 Jahren hab ich dann aufgehört.

Ja ein bisschen stören die 30kg. Ich mag meinen dicken Bauch nicht. Aber dann müsste ich zum Abnehmen auf die vielen leckeren Sachen verzichten und das ist Kopfmässig eben ein Problem. Erst sag ich mir ok ich nehm ab mach viel Sport und esse weniger und dann bekomm ich eben Hunger auf die Sachen auf die ich verzichte und dann fall ich wieder zurück.  :o

Gestern zb. habe ich morgens Fitnessstudio gemacht und gestern Abend noch TT. Ich hatte nachher so Schmerzen und war froh das ich mich auf der Couch lang machen konnte. Heute morgen kam ich dann kaum aus dem Bett, mir tat alles weh und mir war schwindelig. Hatte dann meinen Mann gefragt ob wir uns nochmal hinlegen es geht mir nicht so gut. Nachher im Cafe hab ich dann zu Ihm gesagt ich glaub ich habe gestern wohl übertrieben, denn ich bin ja schließlich keine 20 mehr.  :-[

Als ich noch berufstätig war konnte ich auch alles Essen was ich wollte, sogar spät Abends noch. Denn ich war ja in Bewegung. Da begann sogar bei mir die Essstörung, denn ich hatte immer darauf geachtet das ich kein Gramm zu viel hatte. Ich wog bei einer Größe von 1,68 nur 58 kg.

Mein Mann sagt zu mir wenn du abnehmen willst dann mach es, das musst du wissen, ich hab dich so Kennen und Lieben gelernt.

Faul war ich in dem Sinne, da meine Schwester die ganzen Arbeiten im Haushalt übernommen hatte, und ich habe nicht geholfen weil ich einfach keine Lust auf Haushalt hatte. Ich habe mich gefragt wieso macht es die Mutter nicht, wieso müssen die Kinder den Haushalt schmeißen, aber ja es ging ja nicht sie wollte lieber ihren Rausch ausschlafen. Irgendwann ist meine Schwester dann auch von zuhause ausgezogen und so habe ich mit meinem Vater alleine gewohnt. Und was passiert mir? Ich muss Jahrelang den Haushalt schmeißen. BIs ich dann irgendwann kein Bock mehr drauf hatte und bin ausgezogen. Hatte mich all die Jahre nur nicht getraut , weil ich nicht wusste ob ich finanziell auch alleine klar komme.

An die Häusliche Gewalt war ich nicht schuld. Ich habe noch ein bisschen draußen gespielt und bin von einem Steinblock zum nächsten gesprungen, dabei bin ich dann bei dem zweiten Stein abgestürzt und habe mir das Gesicht auf geschlagen. Ich hatte  Angst nach Hause zu gehen, weil ich wusste das ich ärger bekomm, da ich nicht sofort hoch kam. Und was passiert meine Mutter hat mit einem Handfeger auf meinen Hintern gedrescht und je weniger Reaktion ich zeigte desto mehr schlug sie zu. Bin danach in mein Zimmer gegangen und habe erstmal geheult. Das Verhalten zeige ich heute noch teilweise.

In dieser Situation hätte ich mehr Feingefühl, mehr Trost ,mehr Liebe von meiner Mutter erwartet, und nicht diese Gewalt, ich habe mir weh getan, wieso schlägt sie mich. Ich hatte von klein an kein Gefühl ihr gegenüber gehabt sondern es wurde immer mehr Hass.


Das ich genervt bin oder reagiere gegenüber meinem Mann ist erst seitdem ich gezockt hatte. In den vier Jahren wo ich gespielt habe und immer mehr verloren habe, hab ich in mir so eine agressivität entwickelt, das ich das heute noch teilweise rauslasse. Ich war über jeden neuen Verlust den ich gemacht hatte extrem genervt.

Ich möchte meinen Mann auch nicht so angehen es tut mir dann auch wieder leid, es kommt halt einfach mal so über mich. Ich versuche es ja zu steuern, das es mir nicht passiert und es wird auch mit der Zeit immer weniger.


Ich versuche Ich zu sein. Ich versuche mich zu beherrschen. Ich muss endlich damit klar kommen das ich eben etwas pummelig bin und nicht mehr das Modell von damals.

Ja Du hast Recht und daran arbeite ich  :D
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #19 am: 14 August 2025, 18:29:16 »
Hi Olli

Ich glaube die Schatten der Vergangenheit laufen bei einigen noch hinter her.

Ich habe all die Jahre wo ich abgelenkt war nicht über diese Sachen nachgedacht. Auch bei einer Größe von 1,90 hat man mit 74 Kilo Untergewicht. Es ist natürlich schön das in Deinem Freundeskreis niemand zu Dir sagt du bist zu Dick. Mein Bruder beleidigt mich regelmäßig  wenn er uns besucht mit den Worten bohrrr bist du Fett. Geht einem ganz schön auf die Psyche.  :(
Vielleicht ist es bei Dir auch ganz anders verteilt.

Und dieses Schönheitsideal ist ja heut zu Tage immer noch und stärker als damals.

Es ist schade das Du damals wegen Deinem Fleiß zu lernen nicht beachtet  wurdest. Man versucht und macht doch alles und trotzdem sagt es einem keiner. Es ist schlimm wenn man im Schatten der Eltern steht und denen immer alles recht machen will. Ich denke Deine Eltern oder Vater hätte sich wahrscheinlich eher gewünscht das Du Professor an der Hochschule wirst.

Du bist nicht Schuld an häuslicher Gewalt, egal ob Du gelogen hast wegen Deinen Noten oder nicht. Niemand hat das Recht jemanden zu schlagen. Weder Dein Vater noch meine Mutter. Du hast auch keine Prügel verdient.

Ich finde wenn Eltern Ihre Kinder verprügeln, haben Sie in der Erziehung versagt.

Wir hatten zum Anziehen meist abgenutzte Sachen. Es war keine Waschmaschine da, sodass wir in ein Waschcenter gehen mussten und bis wir da mal hin kamen sind bestimmt Wochen vergangen.
Ich hatte sogar von einer Schulkameradin neue gute gebrauchte moderne Kleidung bekommen. Die Klassenkameraden hatten mich gesehen und wussten natürlich von wem ich die bekam.

Heute haben wir natürlich eine Waschmaschine und ich muss nicht mehr dreckig rumlaufen. Ich kann mich selbst einkleiden.

Und ich hoffe ich kann die Altlasten auch bald ablegen



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Offline Olli

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #20 am: 14 August 2025, 19:11:56 »
Meine Grundschullehrerin Frau Lauterbach, mittlerweile dürfte sie längst im Himmel sein, lud mich so um die Zeit der geschilderten Prügel zu sich nach Hause ein. Da sie nur wenige Meter von meinem Zuhause und direkt über einem damaligen Freund wohnte, nahm ich die Einladung an. Sie versuchte mich ein wenig auszuquetschen, doch als die unangenehmen Teile dran waren, da machte ich dicht. Ich weiss noch, dass ich bei ihr saß und alles nur noch wie durch einen Neben wahrnahm.
Vielleicht hätte sie da weiter am Ball bleiben sollen. Einen Psychologen zu Rate ziehen oder wwi.
Ich sage das nicht, um mir vorzustellen, wie mein Vater einen auf den Deckel bekommen hätte. Im Gegenteil ... in meinem erdachten Szenario hätte man meinem Vater geholfen mir zu helfen ... Aber wäre dann auch wirklich alles anders gekommen?
Es sind Wunschträume, denen ich hier nachgehe. Alles ist so gekommen, wie es wohl hat kommen müssen und heute lässt sich an den Geschehnissen nichts mehr ändern. Was ich aber noch ändern kann, das ist meine Einstellung zu den Geschehnissen.
Meinem Vater habe ich das längst vergeben. Er war selbst ein Gefangener seiner eigenen Geschichte. Die ganze Familie väterlicherseits war es ... alle hatten ihre narzistischen Züge, die sie auch lebten.
Na klar hätten sie auch etwas ändern können, sich Hilfe holen können. So sagte mein Vater selbst immer zu handwerklichen Themen: Wenn Du etwas nicht weisst, dann musst Du fragen!
Leider hat er sich aber in Erziehungsthemen wohl nicht getraut zu fragen ... :)
Wir heute haben auch viel mehr Möglichkeiten uns zu informieren. Damals gab es noch Buschtrommeln ... aber kein Internet ... :)
OK,. ich korrigiere ... streiche die Buschtrommeln und nehme stattdessen analoge Telefone mit Wählscheibe .... :)

Natürlich hatte ich die Prügel weder verdient, noch war ich Schuld daran. Das weiß ich heute, damals allerfings nicht.
Dass ich die schlechten Noten mit Lügen verschleiern wollte, war eine Vermeidungsstrategie. die zumindest kurzfristig funktionierte. Gerade erinnere ich mich wieder an einen Workshop mit Jörg bei einer Jahrestagung. Dort wurden verschiedene Persönlichkeitstypen erörtert und mit kleinen Übungen untermauert. Da ich hier Versuchskaninchen war, stellte sich heraus, dass ich "offen aggressiv" war. Das bedeutet, dass ich Aufgaben und Probleme offen angehe und versuche sie zu lösen. Es hat also nichts mit Gewalt zu tun.
Doch ich frage mich gerade, wie konnte ich diesen Wandel vollziehen? Wahrscheinlich ist dies themengebunden? Keine Ahnung ... :)

Zitat
Vielleicht ist es bei Dir auch ganz anders verteilt.

Wie soll ich´s beschreiben? Der Bauchnabel ist umfüttert worden?

Zitat
Es ist schlimm wenn man im Schatten der Eltern steht und denen immer alles recht machen will.

Ich hatte immer darauf gehofft, wenn ich mich nur mehr anstrenge, dann würden sich meine Eltern schon ändern. Doch das war der falsche Ansatz. Ich kann nur mich selbst ändern und die "einfachste" Lösung ist dann nicht mehr gefallen zu wollen.
Eigentlich beschreibt dies den Abnabelungsproßess von den Eltern.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)
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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #21 am: 15 August 2025, 17:12:14 »
und heute ist Freitag, ich bin wieder nicht mit dem Wecker aufgestanden.  >:(  Mein Mann sagte heute morgen ich geh mal duschen Schatz, ich sagte mach das, und dann wurde es acht und er kam rein und sagte hey wollste nicht aufstehen. Ich sagte erschrocken doch , wie spät ist es denn, na acht Uhr .

Bin aus dem Bett habe mich angekleidet und eben schnell mit Hundy Gassi bevor die Pflege kommt. Habe die Runde zu ende gebracht und bin nach Hause, und der Tisch war schon gedeckt.  :D
Zwei Minuten später kam dann auch schon die Pflege, und wir konnten kurz danach frühstücken.

Nach dem Frühstück habe ich mich dann komplett fertig gemacht, denn ich wollte ja heute zum Fitnessstudio.  AAAAber erst musste ich im KH anrufen um zu erfahren ob mein Mann nun zwei Tage stationär bleiben soll oder nicht. Hatte leider niemanden erreicht so das ich zum Studio gefahren bin, und habe es da nochmal probiert. Und endlich habe ich jemanden erreicht und der Doc sagte mir mein Mann muss nicht drin bleiben, es ist nur eine Vorstufe. Ich hatte mich über diese Nachricht natürlich riesig gefreut und direkt meinen Mann kontaktiert und ihm das Mitgeteilt.

Da ich im Studio leider noch nicht duschen konnte bin ich nach dem Training schnell nach Hause und habe geduscht, umgezogen und dann sind wir noch mal eben zu Hautarzt und haben für nächste Woche einen Termin gemacht wegen Fäden ziehen.

Alles bis dahin erledigt und sind dann noch einen Cafe trinken gewesen.

Auf dem Rückweg schnell noch einkaufen, den einen oder anderen Nachbarn getroffen und geplaudert und dann nach Hause.

Später werden wir noch den Abend auf dem Balkon genießen.






Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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Offline Eva54

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #22 am: 15 August 2025, 23:02:12 »
Mutze, ich finde es wirklich toll, wie sich Deine Beiträge lesen. Der Text darüber, wie Du Deinen Mann kennengelernt hast, ach seufz...
Man spürt, dass dieses Kennenlernen etwas ganz Besonderes war. Ja, Verliebtsein kann tatsächlich so manche schlechte Angewohnheit in den Hintergrund drängen – fast so, als würde die Liebe für eine Weile alles Überflüssige zum Schweigen bringen.

„Liebe ist nicht blind. Sie sieht mehr, nicht weniger – nur sieht sie anders.“ (James Matthew Barrie)

Die gesundheitlichen Ereignisse tun mir von Herzen leid. Was für eine enorme Last ihr beide da zu tragen habt – und doch steht ihr gemeinsam mittendrin.
Am schwersten an der Spielsucht ist tatsächlich das, was Du so treffend beschreibst: die Ungeduld, die Gereiztheit, die ständige innere Unruhe. Ich finde mich in Deinen Worten vollkommen wieder. Umso schöner und bewundernswerter, dass Du jetzt schon so lange spielfrei bist – wenn ich richtig gelesen habe, bald drei Monate. Toll!

Was für einen Hund habt ihr denn?
Übrigens spiele ich auch gerne Tischtennis und überlege immer wieder, mich hier im Verein anzumelden.

Die Demütigungen in Deiner Kindheit tun mir sehr leid. Auch hier kann ich mit Dir fühlen – ich weiß, wie schwer es ist, sein inneres Kind an die Hand zu nehmen, es zu lieben, zu trösten und jeden Tag aufs Neue zu beschützen.

Mich interessiert noch: An welchen Geräten trainierst Du im Fitnessstudio? Trainierst Du lieber allein oder in einer Gruppe?
Ich möchte Dich nicht in irgendeiner Weise ins Online-Meeting drängen. Wenn Du irgendwann dabei bist, freue ich mich  – und wenn nicht, dann ist das auch vollkommen in Ordnung, so wie es für Dich gerade passt und gut ist.

Ich hoffe, Dein Abend auf dem Balkon war so schön, wie Du es Dir gewünscht hast.

Herzlichst
Eva
Dein Weg ist einzigartig-und er führt zu dir selbst zurück!

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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #23 am: 17 August 2025, 19:23:52 »
Hallo Eva
Du triffst es auf den Punkt, mit der Liebe, es war oder ist ein ganz besonderes Gefühl. Dieses Gefühl hatten wir beide bis zum Zeitpunkt als ich das Zocken begann.

Die erste Zeit gings ja noch aber nach und nach wurde ich dann immer unruhiger, agressiver, nerviger, gereizter. Mein Mann durfte mich noch nicht mal mehr etwas fragen während ich spielte, denn ich musste mich ja aufs Spiel konzentrieren, eine Sekunde nicht aufgepasst und der Einsatz war futsch.  >:(
Und das wurde mit der Zeit dann immer Schlimmer. Er hatte nie damit gerechnet das ich dadurch Geld in fremder Währung verzockte. Er hat immer gesagt wenn du mit Geld spielst verlass ich dich. Und ich habe immer gesagt nein mach ich nicht.  :-X Ich hatte ihn da bereits angelogen. Sein Vertrauen zu mir war auch futsch.  :'(

Ich habe meine Gereiztheit immer noch nicht im Griff. Heute morgen zb. stand ich auch im Bad weil ich auch auf die Toilette musste und mein Mann fragte mich, musst du auch auf die Toilette ? und ich dachte und sagte natürlich sonst würde ich ja nicht hier stehen.  >:(

Da war der erste Ärger schon wieder vorprogrammiert.  ???  Es kommt dann manchmal einfach über mich. Von jetzt auf gleich. Aber ich merke es nervt mich. Über diesen Satz habe ich vorher drüber weg gesehen und ganz einfach geantwortet: na klar mein Schatz.

Gestern hatten wir einen schönen Tag am Hafenfest. Wir waren spazieren und haben was gegessen. Wir sind an einem Händler vorbei gekommen wo ich diese Labubus gesehen hatte, diese kleinen Teddys. Und was passierte es kam wieder das kleine Kind in mir hoch, und ich wollte unbedingt so einen haben. Da dieser aber teurer war als in der Innenstadt, hab ich keinen gekauft.
Irgendwie steckt in mir auch noch ein bisschen kleines Kind, denn ich habe im Wohnzimmer so eine kleine Ecke mit Stofftieren wie Teddys und Lilo und Stitch und zwei Labubus.

Mein Mann sagt immer zu mir kauf doch nicht noch mehr davon sieht aus wie im Kinderzimmer und du bist doch kein Kind mehr.  ::)

Heute morgen sind wir nach dem Frühstück und nach der Pflege dann aus dem Haus mit dem Rollstuhl und dem Fahrrad in den Landschaftspark gefahren. Wir und der Hund hatten viel Spaß. Haben sogar ein paar Fotos gemacht. Nach unserem Trip waren wir dann in unserer Gaststätte lecker essen, und was sah ich da: da saß jemand am Spielautomaten und hat gezockt. Eine Weile beobachtete ich das treiben, bis sein Geld futsch war und er dann ging. Zehn Minuten später kam dann ein neuer Mann rein und bestellte sich ein Bier und ging an den gleichen Automaten und zockte.  ???

Irgendwie störte mich das gar nicht und es triggerte mich auch nicht dieses Spielfeld von dem Automaten, es lag vielleicht daran das ich diese Spiele in dem Chat von vorne herein gemieden hatte. In dieser Gaststätte stehen zwei solcher Automaten. Ich weiß nicht ob man da nur Spielen kann oder auch was gewinnen, ich möchte es auch gar nicht rausfinden.

Nach unserem Essen sind wir noch in Richtung Cafe gefahren, und auch da kam die agressivität wieder über mich. Er sagte zu mir na bist du wieder Neugierig und ich sagte zu Ihm ja darf ich das etwa auch nicht. Diesem Satz ging eine Diskussion vorraus, das wir diskutierten weil ich mir eben nichts gefallen lasse von anderen und es aber manchmal besser wäre den Mund zu halten. Ich war der Meinung wenn ich im Recht bin, werde ich auch mein Recht verteidigen, was heutzutage einfach zu Gefährlich ist.

Man muss heutzutage aufpassen was man öffentlich sagt oder nicht, denn man hat ja schnell nen Watschen im Gesicht.  >:(

Die Gesundheitlichen Aspekte waren sehr schwer am Anfang, für beide. Aber ich bin heute und auch für immer für meinen Mann da, kann kommen was will. Und das sage ich Ihm auch regelmässig.

Ja ich bin nun seid dem 25ten Mai spielfrei.  ;)

Ich spiele gerne TT aber ich darf leider nicht beides machen, denn das machen meine Muskeln im Rücken nicht mit.
Dann melde Dich doch im Verein an, wenn Du so einen Spaß dran hast, es lenkt Dich dann auch vom Spielen ab weil Du beschäftigt bist.  :) Und Du hättest regelmässig Termine an die Du gebunden wärst.

Eva wir haben so einen kleinen süßen Shitzu , die ist echt putzig.  ;D

Im Fitnessstudio trainiere ich lieber gerne alleine, auch wenn ich manchmal Leute treffe und mit denen Quatsche, aber ich habe lieber meine Kopfhörer auf und höre Musik. Am meisten trainiere ich meinen Bauch, denn den möchte ich lieber heut als morgen los werden. Dann Geräte für die Oberarme und Geräte für die Beine, da leider alles etwas eingerostet ist.

Unser Abend auf dem Balkon war echt entspannend. Was leckeres kaltes Getrunken und dann gechillt.

In dieses Online Meeting trau ich mich noch nicht. Aber irgendwann kann ich mich bestimmt dazu überwinden. Mal sehen  :)

Nun lassen wir den heutigen Abend gemütlich ausklingen


Schönen Abend noch











Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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Offline Olli

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #24 am: 17 August 2025, 21:15:02 »
Hi Mutze!

Kannst Du Dir vorstellen, dass Du Dir selbst irgendwann verzeihen kannst? Es ist ja nicht alleine das Spielen, sondern auch Deine Verstöße gegen gemeinsame Werte, mit denen Du Dich rumquälst. Könntest Du Dir dann weiter vorstellen, wieder ruhiger und weniger aggressiv zu reagieren? Habe ein wenig Geduld mit Dir ...

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
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Offline Eva54

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #25 am: 18 August 2025, 00:40:34 »
Hallo Mutze,

vielen Dank, dass Du so offen und ehrlich teilst, wie es Dir geht und was Dich gerade bewegt. Ich finde es unglaublich stark von Dir, dass Du so reflektiert über deine Gefühle und Dein Verhalten schreibst – das zeigt, wie sehr Du Dich mit allem auseinandersetzt.

Gefühle in den Griff zu bekommen – sei es Freude, Sehnsucht oder Belastung – ist wirklich eine fulminante Herausforderung. Besonders dann, wenn man selbst noch herausfinden muss, wo die Grenze zwischen berechtigtem Gefühl und dem Ausleben einer spontanen Laune liegt. Eine Lebensaufgabe möchte ich meinen.

Es gibt gerade einen Menschen, den ich mir wirklich, wirklich in meinem Leben wünsche. Immer wenn ich meine, jetzt beginnt eine gute Verbindung entsteht plötzlich das Gefühl, wieder zurückgestoßen zu werden – als würde mich eine Hand zu sich ziehen, nur um mich im nächsten Moment wieder von sich zu schieben. Dieses ständige Hin und Her ist anstrengend, und ich frage mich oft, wie ich ihn am besten darauf anspreche. Früher hätte ich den Kontakt einfach abgebrochen. Doch ich weiß: alte Verhaltensmuster führen nur zu alten Gewohnheiten – und das ist ja wohl das Letzte, was ich möchte,

Ich habe mir vorhin Bilder von Shitzus angesehen, so unglaublich niedlich! Ich selbst habe einen Mischling aus Dalmatiner und Berner Sennen – welch lustiger Anblick wäre es wohl, wenn unsere Hunde einmal gemeinsam durch die Welt spazieren würden.

Auch Dein Trainingsprogramm wirkt auf mich sehr durchdacht. Und schließlich: In einer Woche hast Du 3 Monate geschafft-starke Leistung!

Ach übrigens, ich habe auch noch ein Kuscheltier – einen Pandabären. Als Kind hatte ich schon mal einen, aber der ist irgendwann auf mysteriöse Weise verschwunden (wahrscheinlich auf geheimer Weltreise) Der begleitet mich sogar ins Meeting. Da sitzt er brav unter meinem Tisch – und wenn ich nervös oder unsicher werde, drücke ich einfach seine Pfötchen. Meine ganz persönliche „Anti-Stress-Knautschhilfe".

Herzliche Grüße
Eva
Dein Weg ist einzigartig-und er führt zu dir selbst zurück!

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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #26 am: 18 August 2025, 21:34:01 »
Hallo Olli

Ich hoffe das ich mir irgendwann selbst verzeihen kann.

Es ist schwierig dieses Agressive Verhalten abzuschütteln, habe mir es ja ca 4 Jahre angeeignet.

Aber ich muss sagen es ist weniger geworden. Ich merke auch wenn ich bei der Therapeutin sitze oder in der SHG dann bewege ich immer so ungeduldig die Finger und sitze nicht still.


Hallo Eva

Ja ich setze mich jeden Tag mit meinen Gefühlen auseinander. Ich möchte einfach nicht frech oder agressiv zu meinem Mann oder zu anderen sein. Ich muss vorher sehr gut überlegen was ich sage oder mache. Dann sage ich zu mir, ich will dieses Verhalten nicht.

Ehrlich ich hatte auch immer Schiss jemanden direkt an zu sprechen. Ich war damals in jemanden verliebt und habe mich nicht getraut ihm das zu sagen. Da kam dann die Freundin meiner Schwester und schnappte ihn mir einfach weg. Ich wurde tierisch Eifersüchtig auf sie und sie fragte mich, wolltest du was von ihm der ist doch viel älter als du. Für mich war dann der Zug abgefahren. Das war ein mieses Gefühl.

Als ich dann meinem Mann vorher ein paar mal gesehen hatte, hab ich mich auch nicht getraut ihn anzusprechen. Dann vergingen ein paar Wochen und ich habe ihn wieder gesehen und hab mir ein Herz gefasst und ihn dann einfach angesprochen ob er mit mir einen Kaffee trinken geht . Wir waren dann in drei Cafes und haben uns dann unterhalten und Lebensereignisse ausgetauscht. Und ab da war es um uns geschehen.  ;D

Versuchs doch einfach mal mit ein bisschen anfragen. Gib Dir einen kleinen Ruck. Ich kenne das Gefühl weggestoßen zu werden, ich bin damals auch weggestoßen worden von meinem Tanzpartner auf der Tanzfläche wegen einer anderen Hübscheren Frau. Ich hatte mich danach richtig geschämt, so das ich all die Jahre nie wieder getanzt habe. Bis ich meinen jetzigen Mann kennen lernte und er hat mir das Gefühl zu tanzen zurück gegeben.

Unsere Hunde würden sich tierisch amüsieren.  ;D

Und wie ein Wunder bin ich heute morgen mal pünktlich aufgestanden und war um kurz nach acht mit dem Hund gassi. Eigentlich wollte ich in Fitnessstudio aber dann hab ich mir überlegt lieber mein Fahrrad und den Rollstuhl zu schrubben.  Auch das schrubben war für mich ein bisschen Training.  ???

Danach sind wir drei dann Richtung Einkaufsstraße gebummelt und haben uns in einem Cafe niedergelassen. Dann sagte ich zu meinem Mann weißt du was ich geh heute Mittag ins Studio. Er sagte ok mach das.

Als wir zuhause ankamen haben wir erst mal was zu Mittag gegessen und ich verlor nach und nach die Lust zum trainieren. So ca 16 Uhr haben wir uns dann einfach ein bisschen hingelegt und bis 18 Uhr geschlafen. Egal wir verpassten ja schließlich nichts.  :D

Es war noch wunderbares Wetter und die Sonne schien noch auf unseren Balkon, so das wir uns mit einem kalten Getränk und dem Radio darauf zurück zogen bis die Pflege kam.

Ein schöner Abend wurde es dann











Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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Offline Eva54

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #27 am: 18 August 2025, 22:51:20 »
Hallo Mutze,

witzigerweise habe ich noch nie Angst gehabt, meine Verliebtheit zu zeigen. Wenn ich verliebt bin, darf der Mann ruhig wissen, dass er der Traum meiner schlaflosen Nächte ist. Doch früher ist es mir oft passiert, dass ich, kaum hatte ich die Worte „ich bin in dich verliebt“ ausgesprochen, mein Herz schon wieder auf Abstand ging. So entstanden Situationen, die mehr Schatten als Licht brachten.

In der Dir beschriebenen Situation geht es mir vor allem um den Umgang mit einem sehr sensiblen Menschen, mit dem ich anregende Gespräche führe und den Austausch auch gerne häufiger suchen würde. Gleichzeitig habe ich jedoch den Eindruck, dabei möglicherweise zu aufdringlich zu wirken, was mich eher zurückhaltend macht. Letztlich ist es nicht von wesentlicher Bedeutung, dennoch nehme ich es bewusst wahr.

Schön, dass Du zum Tanzen wiedergefunden hast,  ich tanze auch sehr gerne. "Tanzen bedeutet, das Leben nicht nur zu leben, sondern es zu fühlen.“ Ich weiß aber nicht, vom wem das Zitat stammt.

Training läuft-Entspannung ist wichtig und das Kaltgetränk auf dem Balkon sowieso.

Liebe Grüße
Eva
Dein Weg ist einzigartig-und er führt zu dir selbst zurück!

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Offline mutze

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #28 am: 22 August 2025, 16:48:38 »
und heute ist wieder ein Freitag  ;)

Die letzten vier Tage hatte ich nicht so richtig die Zeit oder Lust zu schreiben. Wir waren viel Unterwegs und Abends war ich dann zu müde oder habe mal wieder ein bisschen gemalt.

Am Dienstag hatten wir eine andere Stadt besucht, mit einer Stunde hinfahrt. Na da kamen wir da an und nichts war los.  ::)  Mussten dann noch einen weiteren Bus nehmen um in die City zu kommen, denn zu laufen für mich war es zu weit. Als wir dann am Busbahnhof ankamen und durch die City strülpten dachte ich nur oh man hier siehts aber leer aus. Kaum Menschen zu sehen und jedes Zweite Geschäft war leer. Die Innenstädte gehen durch das Online Shopping und die Hohen Preise immer mehr kaputt. Es ist schade das es immer mehr nach lässt.


Mittwoch waren wir dann noch ein bisschen TT spielen, und ein bisschen Billiard. Da ich beim letzten mal tierische Rückenschmerzen bekam, hab ich diese Woche einen Gang zurück gelegt.

Und gestern Abend habe ich dann wieder ein bisschen gemalt und dann ging mir, während ich Weingummi aß durch den Kopf, so kann es doch nicht weiter gehen. Ich bin innerlich am jammern und unzufrieden weil ich zu dick bin, und andererseits hau ich mir die Süssigkeiten rein. Und immer wenn ich mir vornehme jetzt abzunehmen, dann geht mir durch den Kopf auf was ich dann alles verzichten muss.  :-[

Dann schaffe ich ein oder zwei Tage weniger oder gesünder zu essen, und dann ist alles wieder hinfällig.  :-\

Wieso drehen sich so schnell meine Gefühle oder Entscheidungen ? Warum kann ich das nicht einmal richtig durch ziehen ? Die Angst auf etwas leckeres Verzichten zu müssen, muss doch überwindbar sein. Ich musste als Kind auf vieles wegen Geldmangel verzichten, aber doch heute nicht mehr.  ::)

Ich esse gerne leckere Sachen, und wenn ich Weingummis Futter, bleibt es nicht bei drei oder vier Stück , sondern muss die ganze Tüte weg sein, um meinen Heisshunger oder Glücksgefühle zu stillen. Mittags hau ich mir dann schon mal zwei Portionen rein.  :-[

Mit dem Rauchen hab ich es doch auch geschafft und das ich jetzt 2 Jahre und vier Monate her.  :D

Heute morgen waren wir mal wieder beim Tierarzt, aber diesmal bei einem anderen. Dieser kommt mir ein bisschen kompetenter rüber, hat auch eine große Vernünftige Praxis. Ist natürlich teuer geworden heute, aber was macht man nicht alles für sein Tier.  ;D

Vielleicht hat ja jemand einen Tip für mich wie ich diese Gefühlschwankungen in den Griff bekomme.

LG Mutze





Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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Offline Eva54

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Re: Spielsucht blieb lange unerkannt
« Antwort #29 am: 22 August 2025, 18:02:32 »
Ach Mutze, fühle Dich hier zuerst einmal gedrückt!

Ich wünschte, ich würde in Deiner Nähe wohnen, dann kriegst Du von mir einen Ernährungsplan ohne Verzicht und einen Trainingsplan nach Maß. Ich würde Dich die ersten 4 Wochen begleiten, und nach den ersten verlorenen Kilos könntest Du ohne Probleme alleine weitermachen und Dich an Deiner eigenen Struktur abarbeiten.

Ich habe in dieser Woche eine ganz wunderbare Erfahrung gemacht, die auf Deine Situation vielleicht auch anzuwenden ist:

Meine beste Freundin Dirk fragte mich am Dienstag, ob ich nicht Lust hätte, ihn zum Yoga zu begleiten. Es wäre eine Gastdozentin anwesend, die im Anschluss noch eine geführte Meditation mit den Teilnehmern machen würde. Da ich im Moment viel Freizeit habe, bin ich mitgegangen.
Jutta, die Gastdozentin, ist eine wirklich, wirklich füllige Frau – ich schätze mal mindestens 40 Kilo Übergewicht – und hat eine Ausstrahlung, die einfach nur mit WOW zu beschreiben ist. In der Meditation hat sie uns gebeten, uns eine ungeklärte Lebenssituation oder Frage zu stellen. Dann sollten wir in Gedanken auf einen hohen Berg steigen und uns innerlich fallen lassen, die Augen öffnen und wahrnehmen, welche Bilder oder Worte uns begegnen. (stark vereinfacht zusammengefasst)

Das, was ich sah, war für mich ziemlich unangenehm. Ich empfand Scham. Nach der Stunde sprach Jutta mich nochmal an, weil sie meinte, sie lasse niemanden mit so einem Gefühl nach Hause gehen. Im Gespräch erzählte ich dann auch von meiner Spielsucht und meinem Gefühl, nicht richtig weiterzukommen – außer Sport und Meetings keine Struktur zu haben.

Sie hörte mir zu und sagte dann etwas, das mich sehr getroffen und bewegt hat: Meine Zielformulierungen waren bisher keine klaren Haltungen, sondern Wünsche und Forderungen. Ich sagte zum Beispiel: „Ich will unbedingt spielfrei bleiben, ich möchte nie wieder spielen.“ Aber Jutta meinte: Das ist noch kein Fundament. Was mir fehlte, war eine innere Haltung – die Klarheit. Und die Klarheit lautet: „Ich bin spielfrei. Ich spiele nicht mehr." Seitdem habe ich das Gefühl, einen enormen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Diese innere Haltung ist wie ein Kompass, der Dir zeigt, wo es langgeht. In Deinem Fall, hast Du das Rauchen schon gemeistert. Deine innere Haltung ist: „Ich rauche nicht.“ Und wenn Dir jemand eine Zigarette anbietet, reagierst Du automatisch mit Struktur , ich nehme die Zigarette nicht an (innerliche Struktur) und eine ablehnende Handbewegung (äusserlihe Struktur).

Genau das kannst Du auch auf das Essen übertragen.
Es ist nicht: „Ich will abnehmen“ oder „Ich möchte weniger Weingummis essen“.
Es ist: „Ich esse maßvoll.“ oder „Ich bin jemand, der bewusst isst.“

Die innere Haltung führt dann zur Struktur, und mit der Zeit auch zu den kleinen, alltäglichen Handlungen, die Dich immer mehr tragen. Der Anfang ist nicht leicht, das weißt Du selbst. Aber Du hast schon bewiesen, dass Du Durchhaltewillen in Dir trägst.

Und sei nicht so streng mit Dir. Du bist schon auf dem Weg, weil Du überhaupt reflektierst, was da passiert. Und wenn es mal einen Rückschritt gibt – hey, das ist normal. Wichtig ist nur, dass Du nicht aufgibst und die Klarheit findest, die Dich Schritt für Schritt begleitet.

Und weißt Du, ich hoffe sehr für Dich, dass – wenn Du irgendwann Dein Wunschgewicht erreicht hast – Du nicht enttäuscht bist, weil Du dann ja eben „nur“ weniger wiegst als vorher. Alles andere an Dir, Deine Art, Dein Humor und Deine Kreativität, die bleiben ja genau so bestehen.

Zum Abschluss gab’s übrigens noch ein Gruppenbild – und ich musste wirklich lachen: Die Teilnehmer mit mehr Gewicht, sahen darauf erstaunlich faltenfrei und fast jugendlich aus, während ich auf Fotos immer aussehe, als hätte mir jemand die Luft rausgelassen.

So, und jetzt heißt es für mich: Sport!

Es grüßt Dich herzlichst
Eva
Dein Weg ist einzigartig-und er führt zu dir selbst zurück!

 

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